ROUNDUP/Zeitplan, Preis, Mengen Wie steht es bei den Corona-Impfstoffen?

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
22.09.2020, 16:08  |  818   |   |   

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel.

Mit den derzeit vielerorts wieder steigenden Corona-Zahlen wächst die Sehnsucht nach einem Ausweg - und damit nach Impfstoffen. Wie ist der aktuelle Stand der Forschung? Wann kommt der rettende Piks? Die Anhörung im Gesundheitsausschuss gab Hinweise - obwohl sich die Experten nicht endgültig festlegen wollen:

ZEITRAHMEN: Wann genau ein Impfstoff auf den Markt kommt, ist ungewiss. Keiner der Kandidaten ist bisher abschließend getestet und zugelassen. Auf die Frage, ob es realistisch sei, dass noch in diesem Jahr drei Hersteller eine Zulassung beantragen könnten, sagte Sue Middleton vom Pharmaverband EFPIA: Sie hoffe es.

Der Stand bei den verschiedenen Herstellern ist sehr unterschiedlich. So sagte Jean Stéphenne aus dem Aufsichtsrat der Tübinger Firma Curevac, deren Impfstoff könnte in sechs bis neun Monaten verfügbar sein. Das Mainzer Unternehmen Biontech will hingegen im Oktober schon die Zulassung für seinen Impfstoff beantragen - entscheidende klinische Studien laufen bereits.

Auch der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca und die Universität Oxford haben in den USA bereits die letzte Testphase begonnen. Nachdem ein Studienteilnehmer erkrankte, wurden die Tests weltweit gestoppt, in Großbritannien laufen sie nun aber wieder. Der französische Hersteller Sanofi will im Idealfall im ersten Halbjahr 2021 eine Zulassung für seinen Impfstoff in Kooperation mit dem Unternehmen GSK beantragen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur warnte vor zu hohen Erwartungen. "Erst wenn die Studien ausreichend fortgeschritten sind und wir Beweise für die Sicherheit und Wirksamkeit haben, können wir ein richtiges Gefühl für den Zeitrahmen haben", sagte Fergus Sweeney, Leiter der Task Force für klinische Studien der Behörde. Die Arzneimittel-Agentur will aber bereits während der klinischen Studien Daten auswerten und nicht erst mit Antrag auf eine Zulassung.

Um schneller am Markt zu sein, haben etliche Hersteller bereits mit der Produktion begonnen. Verträge über den Abkauf von Impfdosen mit einzelnen Ländern oder Staatengruppen sollen das Risiko für die Firmen mindern und die Kosten verteilen.

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