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In diesen beiden Werten geht's heute zur Sache!
Bei den Aktien von Match Group und Pinterest dürfte es nach den am Dienstabend vorgelegten Quartalszahlen zu Volatilität kommen. Was Anleger wissen müssen.
- Match Group und Pinterest zeigen hohe Volatilität.
- Match Group übertrifft Umsatzprognosen, Aktie steigt.
- Pinterest enttäuscht mit Ausblick, Aktie fällt stark.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Während viele Anleger Aktien schätzen, in denen es eher unaufgeregt zugeht und die sich durch eine niedrige Schwankungsbreite auszeichnen, sind Trader auf Volatilität angewiesen.
Zwei Werte mit überdurchschnittlich großen Kursbewegungen sind Match Group und Pinterest. Beide haben am Dienstagabend ihre Quartalszahlen vorgestellt – schon die nachbörslichen Kursreaktionen deuten auf einen regen Handel am Mittwoch hin.







Hinter Match Group steckt der Anbieter zahlreicher Dating-Plattformen, die bekanntesten sind Tinder, Hinge und OkCupid. Nach einem Aufsehen erregenden Boom auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie befindet sich die Aktie auf Talfahrt. Mit einem für 2024 geschätzten KGV von 11 hat sie inzwischen Value-Niveau erreicht.
In der US-Nachbörse kletterten die Anteile um 9 Prozent, nachdem das Unternehmen die Umsatzerwartungen der Analysten schlagen konnte. Die Erlöse kletterten gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,2 Prozent auf 864 Millionen US-Dollar.
Daraus konnte ein Gewinn von 0,48 US-Dollar je Aktie erzielt werden. Damit traf man zwar die Prognosen, verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahreswert von 0,65 US-Dollar jedoch deutlich. Grund für die Verschlechterung ist vor allem ein Rückgang zahlender Kunden.
Ungeachtet dessen zeigte sich das Management zuversichtlich für ein weiteres Umsatzwachstum im kommenden Quartal, in dem Match Group bis zu 905 Millionen US-Dollar erlösen soll. Hieraus soll ein bereinigter Gewinn von bis zu 340 Millionen US-Dollar erzielt werden.








Trotz eines sehr starken Umsatzergebnisses ging es für die Aktie der Social-Media-Plattform Pinterest zeitweise um 15 Prozent bergab – der Ausblick konnte die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen.
Gegenüber dem Vorjahresquartal steigerte Pinterest seinen Umsatz um 20,5 Prozent auf 853 Millionen US-Dollar. Damit konnten die Erwartungen um 5,6 Millionen US-Dollar geschlagen werden. Begleitet wurde dieses Wachstum durch eine große Zahl neuer User auf der Plattform. Um 12 Prozent auf 522 Millionen monatliche aktive Nutzer steigerte sich der Konzern.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie landete bei 0,29 US-Dollar, einen Cent über den Erwartungen. Insgesamt verzeichnete Pinterest einen EBITDA-Gewinn in Höhe von 180 Millionen US-Dollar. Das eigentliche Highlight dürfte jedoch gewesen sein, dass es dem Social-Media-Konzern endlich gelungen ist, auch nach standardisierter Rechnungslegung (GAAP) einen Nettogewinn vorzuweisen. Dieser lag bei 9 Millionen US-Dollar.
Nicht überzeugen konnte Pinterest hingegen mit seinem Ausblick. Das Management erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz in Höhe von bis zu 900 Millionen US-Dollar, während Analysten auf rund 910 Millionen US-Dollar getippt hatten. Vor allem die Aussicht auf bis zu 20 Prozent höhere Kosten und Ausgaben von 500 Millionen US-Dollar dürfte Anleger in der Nachbörse vergrault haben.
Fazit: Trotz hoher Volatilität auch für Langfristanleger interessant
Während sich Anleger am Mittwoch in der Aktie von Match Group auf Gewinne einstellen dürfen, sind bei Pinterest hohe Verluste zu erwarten. In jedem Fall dürfte es zu hoher Volatilität kommen, denn für Match Group war am Optionsmarkt vorab eine Kursbewegung von 8 Prozent, für Pinterest von 14 Prozent eingepreist. Trader sollten mit dementsprechend großzügigen Stopp-Limits agieren.
Wer sich als Anleger langfristig engagieren möchte, kann das in beiden Werten tun. Die Tinder-Mutter überzeugt durch eine günstige Bewertung und wird ähnlich wie PayPal als Turnaround-Kandidat gehandelt. Pinterest bietet ein hohes Umsatzwachstum und eine im Social-Media-Universum spannende Nische: Keine andere Plattform weist einen so hohen Anteil an zahlungskräftigen weiblichen Usern auf.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

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