Marktausblick
Trump holt auf, EZB vor Zinssenkung und China kämpft gegen Wirtschaftsschwund
Weltweit sind die Aktienmärkte im Vorwärtsgang. Dabei behalten Anleger die US-Präsidentschaftswahlen, die Konjunktur-Offensive Chinas sowie die EZB-Zinspolitik genaustens im Auge – wie die DZ Bank.
- Aktienmärkte im Aufschwung, Wahl und EZB im Fokus.
- Trump führt in Pennsylvania, Rennen bleibt spannend.
- EZB könnte Zinssenkung wegen Inflationsrückgang anstreben.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

USA: Präsidentschaftswahlen könnten von Pennsylvania entschieden werden
Die US-Präsidentschaftswahlen am 5. November stehen auf Messers Schneide. Besonders der Swing State Pennsylvania mit seinen 19 Wahlmännern könnte das Zünglein an der Waage sein. In den vergangenen Wochen hat Donald Trump dort aufgeholt und führt knapp. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Wettquoten wider, die sich zugunsten Trumps verschoben haben. Doch der Vorsprung bleibt hauchdünn, sodass das Rennen zwischen Kamala Harris und Trump weiterhin offen ist.
Analysten der DZ Bank erwarten zudem einen geteilten Kongress. Während die Demokraten um ihre Mehrheit im Senat bangen müssen, könnten sie im Repräsentantenhaus dennoch die Oberhand behalten. Allerdings haben sich die Chancen auf einen Wahlsieg der Demokraten auch hier verschlechtert.
China: Wirtschaft weiterhin schwach – Binnennachfrage bleibt Problem
Chinas Wirtschaft konnte im Sommer nicht an Fahrt gewinnen. Das Wachstum blieb auch im dritten Quartal hinter den Erwartungen zurück, und die Jahresrate sinkt weiter weg vom Zielwert von 5 Prozent. Zwar haben Exporte einen positiven Beitrag geleistet, doch die schwache Binnennachfrage – insbesondere Konsum und Wohnungsbau – dämpfen die Entwicklung.
Die DZ Bank geht davon aus, dass die im September angekündigten Konjunkturmaßnahmen nötig wurden, weil die Wirtschaft weiterhin an Schwung verliert. Zwar können diese Stimuli vorübergehend Abhilfe schaffen, doch die strukturelle Spaltung zwischen Binnen- und Exportwirtschaft wird bestehen bleiben.
Europa: EZB vor Zinssenkung – Inflationsrückgang gibt Spielraum
Die Inflation in der Eurozone ist im September überraschend auf 1,8 Prozent gesunken und liegt damit unter dem Ziel der EZB. Dies eröffnet den Währungshütern die Möglichkeit, die Geldpolitik schneller zu lockern. Die nächste Möglichkeit bietet sich am 17. Oktober. Die Kerninflation bleibt jedoch mit 2,7 Prozent erhöht, was für einen vorsichtigen Kurs bei Zinssenkungen spricht.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde könnte diese Woche eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte ankündigen, wodurch der Einlagensatz auf 3,25 Prozent fallen würde. Trotz der Eintrübung der Konjunkturaussichten und geopolitischen Unsicherheiten wird erwartet, dass die EZB ihre Strategie datenabhängig gestalten wird. Eine weitere Zinssenkung im Dezember gilt als wahrscheinlich.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
