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Washington Mutual – nichts für Herzkranke

Gastautor: Andreas Mueller
10.03.2010, 16:15  |  206527   |   |   
Die ehemals sechstgrößte US-Bank steht aktuell auf der Liste der Spekulanten ganz oben.

Nachdem bereits im September 2009 die Volatilität in diesem Wert Aufmerksamkeit erregte (Historie), sorgte in der vergangenen Woche erneut die Nachrichtenlage bei Washington Mutual für Zündstoff.

Die Übernahme durch JP Morgan im September 2008 für 1,9 Milliarden Dollar könnte ein zu niedrigerer Preis gewesen sein und ist möglicherweise nicht rechtmäßig erfolgt. Ersten Gerichtsnotizen wurde entnommen, dass zum Zeitpunkt der Übernahme keine Insolvenz nach den Regeln der FDIC (US-Einlagensicherung) notwendig war. Eine Nachbesserung bzw. Ausgleichszahlung (Settlement) wird daher kontrovers diskutiert, nachdem eine Klage wegen Wertverlusten bei den investierten Versicherungen am US-Bundesgericht anhängig ist.

Laut Schätzungen der Nachrichtenagentur Bloomberg liegt der damals wahre Wert von Washington Mutual bei 20 Milliarden Dollar. Abzüglich von 8 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten ergäbe sich ein Restwert von 12 Milliarden Dollar, welche sich auf 1,7 Milliarden Stammaktien verteilen. Beim derzeitigen Aktienkurs entspricht dies einer Steigerung von über 1.000 Prozent auf 7 Dollar!

Täglich zweistellige Kurszuwächse trieben den Kurs von 0,16 Euro am Donnerstag auf in der Spitze 0,56 Euro am Dienstag. Das Plus von 40 Prozent wendete sich jedoch am Nachmittag, als die Marktteilnehmer ein neues Gerücht vernahmen. Demnach werden nur die Besitzer der Anleihen vom Konkursgericht berücksichtigt und nicht alle Aktionäre. Ein Kurssturz ohne Gegenwehr folgte und ließ das Plus binnen kürzester Zeit schmelzen. Schlimmer noch, eine Stunde später notierte die Aktie mit einem Minus von 30 Prozent bei 0,24 Euro. Gegenüber dem vorab erreichten Tageshoch entsprach dies einer Halbierung. Weitere Gerüchte, etwaige Bestätigungen und andere Nachrichten zu Washington Mutual sind jederzeit zu erwarten.

Der Fünftage-Chart beeindruckt somit, weckt Emotionen und polarisiert Meinungen von Marktteilnehmern und Beobachtern:



Für Investoren ist die erfolgte Kurssteigerung der vergangenen Handelstage natürlich ein schwacher Trost, wie ein Blick auf den Fünfjahres-Chart beweist:



Als Spekulant und kurzfristig agierender Trader sollte vor dem Hintergrund einer möglichen Ausgleichszahlung immer das Risiko mit beachtet werden. Kursverläufe wie am Dienstag erfolgt (siehe Chart 1) sind hierbei einzukalkulieren. Die andere Seite der Medaille von „1.000 Prozent Gewinn” besitzt den Vermerk „Totalverlust”.

Ein Blick aus den Hauptmärkten zu den Vola-Stocks lieferte
Euer Bernecker1977
(Andreas Mueller)

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