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Rohstoffe: OPEC droht Déjà vu-Erlebnis
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Rohstoffe OPEC droht Déjà vu-Erlebnis

Gastautor: Commerzbank
14.06.2017, 15:57  |  3286   |   |   

Energie: Die Ölpreise stehen unter Druck. Brent fällt auf 48 USD je Barrel, WTI unter 46 USD je Barrel. Preisbelastend sind Einschätzungen der OPEC und der Internationalen Energieagentur IEA zur gegenwärtigen und künftigen Marktlage. Die OECD-Ölvorräte sind im April laut IEA leicht gestiegen und lagen weiterhin 292 Mio. Barrel über dem 5-Jahresdurchschnitt. Die von der OPEC beabsichtigte Markteinengung lässt somit weiterhin auf sich warten. Die OPEC berichtete gestern einen Anstieg ihrer Ölproduktion im Mai um 336 Tsd. Barrel pro Tag, wozu die von den Kürzungen ausgenommenen Länder Libyen und Nigeria beitrugen. Die an Kürzungen gebundenen Länder setzten diese weiterhin vollständig um. Die IEA erwartet im nächsten Jahr einen Anstieg der globalen Ölnachfrage um 1,4 Mio. Barrel pro Tag. Dem soll allerdings ein noch stärkerer Anstieg des Nicht-OPEC-Angebots um 1,5 Mio. Barrel pro Tag gegenüberstehen. Mit anderen Worten, die OPEC muss im nächsten Jahr die Produktion weiter kürzen, damit der Ölmarkt nicht überversorgt ist. Genau diese für die OPEC sehr unangenehme Situation veranlasste das Kartell auf Betreiben des damaligen saudi-arabischen Ölministers al-Naimi Ende 2014 dazu, das Ruder herumzureißen und den Ölmarkt zu fluten. Durch die OPEC-Produktionskürzungen und den damit verbundenen Preisanstieg wurde die Schieferölproduktion in den USA wieder profitabel. Einen schmerzfreien Ausstieg aus den Produktionskürzungen wird es somit im nächsten Jahr nicht geben. Entweder die OPEC verlängert die Kürzungen und verliert damit kontinuierlich Marktanteile, oder aber sie erhöht die Produktion und setzt damit die Preise unter Druck.

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Edelmetalle: Im Vorfeld der heute stattfindenden Sitzung der US-Notenbank Fed steigt Gold leicht auf 1.270 USD je Feinunze. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist vom Markt vollständig eingepreist. Daher wird es spannender, wie sich die Fed-Vorsitzende Yellen in der anschließenden Pressekonferenz zum geldpolitischen Ausblick der Notenbank äußert. Während die Fed selbst nach der heutigen wahrscheinlichen Zinserhöhung von vier weiteren Zinsschritten bis Ende 2018 ausgeht, erwartet der Markt bis dahin nur ein bis zwei Zinsanhebungen. Sollte sich Yellen heute Abend falkenhafter äußern, könnte dies den Goldpreis belasten, zumal in diesem Fall wohl auch der US-Dollar aufwerten würde. Während sich Gold gestern behauptete, standen die anderen Edelmetalle unter Druck. Sie wurden wohl durch die schwächeren Industriemetalle belastet. Am Handelsende standen für Silber, Platin und Palladium Verluste von bis zu 2% zu Buche. Zwischenzeitlich waren die Verluste sogar noch größer. Trotz einer leichten Erholung heute Morgen handelt Silber weiter unter der Marke von 17 USD je Feinunze. Platin kostet 930 USD je Feinunze und Palladium fällt auf rund 880 USD je Feinunze. Gestern gab es bei den Palladium-ETFs den fünften Tagesabfluss in Folge. Mit knapp 12 Tsd. Unzen war dies zudem der größte Abfluss seit Mitte Januar. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Palladium-ETFs wurden damit seit Monatsbeginn um 28 Tsd. Unzen, seit Quartalsbeginn um 68 Tsd. Unzen und seit Jahresbeginn sogar um 234 Tsd. Unzen abgebaut. Letzteres entspricht der südafrikanischen Palladiumminenproduktion von gut einem Monat.

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Industriemetalle: Die Metallpreise erholen sich heute Morgen etwas von ihren gestrigen Rückgängen. Zwar deutet das am frühen Morgen veröffentlichte schwächere Investitionswachstum in China für Mai darauf hin, dass die chinesische Konjunktur in den nächsten Quartalen Gegenwind zu spüren bekommt. Denn die Straffung der Politik unter anderem im Immobilien- und Finanzsektor zeigt offensichtlich Wirkung. Insgesamt hat sich die chinesische Wirtschaft im letzten Monat aber wohl stabilisiert. Die Industrieproduktion legte wie erwartet um 6,5% und damit genauso stark wie im Monat davor zu. Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros hat China im Mai 72,26 Mio. Tonnen Stahl produziert. Dies war zwar etwas weniger als im rekordhohen Vormonat, aber 1,8% mehr als im Vorjahr. Wir führen den Rückgang im Vergleich zum Vormonat weniger auf eine schwächere Nachfrage zurück. Vielmehr gab es angeordnete vorübergehende Produktionskürzungen, da das Umweltministe¬rium in verschiedenen Provinzen des Landes Umweltverstöße untersucht hatte. Zudem fand im Mai in Peking das Gipfeltreffen zur „One Belt, One Road“-Initiative statt, im Rahmen dessen die Stahlproduktion im Umland gedrosselt wurde, um eine bessere Luft zu erwirken. Für Juni wird daher wieder mit einer höheren Stahlproduktion gerechnet. Zudem haben die chinesischen Stahlproduzenten aufgrund der im März und April stärker gefallenen inländischen Stahlpreise an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, was sich in zuletzt höheren Stahlexporten widerspiegelte.

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