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Banken in Europa Totgesagte leben länger!

Gastautor: Uwe Eilers
24.08.2017, 16:46  |  846   |   |   

Noch im August letzten Jahres notierte die Deutsche Bank Aktie unter zehn Euro, die der Commerzbank unter 5,50 Euro. Wie fast alle anderen europäischen Banken waren die beiden deutschen Geldhäuser zu „Untouchables“ besonders für institutionelle Investoren geworden. Langsam scheint die Bank-Phobie jedoch zu schwinden: Bis heute haben sich einige dieser „Fallen Angels“ im Kurs fast verdoppelt. Sie sind zwar immer noch von den Höchstkursen in 2007 weit entfernt, doch schon steht die Frage im Raum: Sind die Banken über den Berg oder schlummern noch große Gefahren in den Bilanzen, wie viele Analysten argwöhnen.

Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass die bisherige Aufwärtsbewegung nicht das Ende der Fahnenstange, sondern möglicherweise der Beginn einer längeren Kurserholung ist. Die Gründe:

  • In den meisten Banken wurde in den vergangenen Jahren das Top-Management komplett ausgetauscht. Die neuen Manager haben die Bankbilanzen massiv bereinigt, um nicht später Verluste ausweisen zu müssen, die vom Vorgänger stammten. Oft wurde wesentlich mehr abgeschrieben als nötig war, um später in jedem Fall als Retter dazustehen. Viele Bilanzen sollten daher deutlich mehr stille Reserven als befürchtete Risiken beinhalten.
  • Die Angst vor einen massiven Wettbewerb durch neue „FinTechs“ wurde in den letzten Jahren scheinbar immer größer. Doch mittlerweile sieht man, dass viele FinTechs alleine gar nicht die nötige Größenordnung erreichen. Die ersten sind bereits insolvent. Andere wurden bereits von Banken oder Investmentgesellschaften zur Abrundung Ihres Geschäfts übernommen. Somit führt die Entwicklung eher zu mehr Effizienz in den Finanzinstituten.

Allein in Deutschland wird erwartet, dass rund ein Drittel aller Bankfilialen in den nächsten Jahren geschlossen werden. Ähnlich sieht es in den anderen EU-Staaten aus. Dies kostet zwar zunächst Geld, sollte sich in den kommenden Jahren durch erheblich gefallene Kosten auszahlen.

  • Die Banken Südeuropas erholen sich ebenfalls langsam von ihrer langen Talfahrt. Nicht überlebensfähige Institute werden mehr und mehr geschlossen, verschwinden durch Fusionen oder werden übernommen. In Italien als Beispiel sind aktuell die Banco Populare di Vicenza und die Veneto Banca betroffen. Durch Fusionen und Ausdünnung können die verbleibenden Banken ihre Margen in Zukunft deutlich erhöhen, was in der Regel die Gewinne treibt.
  • Die europäische Wirtschaft erhält immer mehr Rückenwind. Schließlich profitieren die hiesigen Unternehmen erheblich von den weiterhin niedrigen Rohstoffpreisen, dem nach wie vor günstigen Euro und von den enorm günstigen Zinsen. Das stärkt wiederum die Banken durch geringere Zahlungsausfälle.

Aufgrund der genannten Gründe sollten die europäischen Banken in der Lage sein, ihre Gewinne in den kommenden Jahren deutlich zu steigern. Damit wird das Vertrauen in die Institute zurückkehren. Anleger können wieder ohne zu große Angst in Banken investieren. Die Kurse steigen weiter.

Als Anleger kann man entweder direkt in einzelne Bankaktien oder in einen europäischen Banken-ETF wie den iShares Eurostoxx Banks 30-15 investieren, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Einzelne Bankaktien sind die deutlich riskantere Variante mit erheblich größeren Schwankungen.

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