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Der unberechenbare Blonde und die Jahresendrally

Gastautor: Frank Fischer
09.10.2017, 07:24  |  5413   |   |   

Er ist uns bleibt die große Wundertüte. Seine Unberechenbarkeit und seine verbalen Ausfälle sind mittlerweile sogar schon zu einem Markenzeichen geworden. Die Rede ist von US-Präsident Donald Trump. Doch so komisch sich das auch anhören mag: Trump könnte zu einem Treiber der Herbst- oder Jahresendrally werden. Der US-Präsident hat nämlich umfangreiche Steuersenkungen für Privathaushalte und Unternehmen in Aussicht gestellt. Die Anleger freut's.

Mit der größten Abgabenreform seit mehr als drei Jahrzehnten will der US-Präsident vor allem die amerikanische Mittelschicht finanziell entlasten. Wie er sich allerdings die Gegenfinanzierung dieser Reform vorstellt, hat Trump bisher nicht beantwortet. Die Entlastung soll aber groß ausfallen, so der Präsident, wohl irgendwo im Bereich von drei bis sieben Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren. Soweit der Plan.

Trumps Steuerreformpläne als Kurstreiber

Um realistisch zu bleiben: So umfangreich wird die Reform wohl nicht. Doch als Anleger kann man derzeit ja schon zufrieden sein, wenn sich Trump wieder mit der US-Konjunktur beschäftigt anstatt seinen Wortkrieg mit Nordkorea weiter zu führen. Außerdem: Wenn es nach Trump geht, wird das Wirtschaftswachstum weiterhin hoch ausfallen. Und eine breitere Steuerbasis würde eine Gegenfinanzierung sowieso überflüssig machen. Doch das ist, so die meisten Volkswirte rund um den Globus, ein frommer, utopischer Wunsch.

Aber: Vielleicht kann Trump ja einmal in seinem (Präsidenten-)Leben auch positiv überraschen!?!? Auch wenn die geplante Steuerreform kleiner ausfallen sollte, würde sie den Aktienmärkten einen Schub verleihen. Trumps größte Feinde sitzen zwar in der eigenen Republikanischen Partei, aber nachdem seine Partei-“Freunde“ schon seine Gesundheitsreform zu Fall gebracht haben, können sie nicht immer und auf Dauer gegen ihren Präsidenten votieren. Vielleicht liegt darin Trumps Chance.

Ein weiterer Grund für steigende Kurse ist die Lage in Europa, die auf dem Weg zu einem All-Time-High ist. Das alte All-Time-High aus dem Jahr 2007 ist nämlich gar mehr so weit weg. Darin liegt zwar auch die Gefahr, dass es dann nicht weiter bergauf geht, sondern wieder ein Rückgang zu sehen sein könnte. Doch diese Gefahr scheint derzeit eher gering. Dafür spricht auch die jüngste Schwäche des Euro. Wir gehen davon aus, dass der Euro jetzt wieder zu einem Konjunkturturbo werden wird. Es könnte sogar sein, dass der Euro-Dollar-Kurs wieder in Richtung 1,10 oder 1,12 läuft. Das würde den europäischen, aber vor allem natürlich den deutschen Exporteuren wie VW, BMW, Bayer, BASF & Co. helfen.

Der Fokus bleibt auf Value-Titeln

Doch abseits aller geopolitischen Risiken und möglichen Steuerreformen jenseits des Atlantiks setzen wir natürlich auf unsere Aktienselektion nach Value-Kriterien. So halten wir in un seren Mandaten, dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem PRIMA - Globale Werte, jetzt schon eine ganze Weile neben einer SOFTWARE AG oder einer Washtec, auch den  Weltmarktführer bei Diabetes-Medikamenten, Novo Nordisc in unseren Portfolios. Der Diabetes-Markt wächst jährlich um rund 8 Prozent – und wird wohl noch weiter wachsen, da viele Menschen aufgrund von Bewegungsmangel und schlechter Ernährung immer mehr an Diabetes leiden werden. Und diese Patienten werden auch weiterhin Medikamente benötigen. Wir haben die Aktie von Novo Nordisc über die letzten Monate sehr günstig einkaufen können. Die Verwerfungen kamen im Zuge der Konsolidierung im Pharma-Sektor, aber auch durch Donald Trump, der, siehe oben, Obamacare abschaffen wollte. Dazu ist es ja nun nicht gekommen.

Bleiben wir ein letztes Mal in den USA. Die Konjunktur in den Vereinigten Staaten ist weiterhin robust. Kommen jetzt noch Impulse von Seiten der Steuerreform hinzu, dann wird Corporate America  profitieren. Das würde wiederum eine Neubewertung der Unternehmen nach sich ziehen. Die Chance ist da – doch es gilt wie immer: Vorsicht bleibt die Mutter des Value-Investors.

 

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