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Aktien Frankfurt: Erholung nach dem Börsenbeben
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Erholung nach dem Börsenbeben

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
07.02.2018, 12:06  |  897   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch nach den jüngsten Kurskapriolen erst einmal stabilisiert. Im Schlepptau der tonangebenden Wall Street erholte sich der Dax moderat von seinen Verlusten der vergangenen Tage, die sich am Vortag mit einem deutlichen Kursrutsch intensiviert hatten. Der Leitindex rückte zur Mittagszeit um 0,60 Prozent auf 12 467,12 Punkte vor. Die Einigung der Union und SPD auf einen Koalitionsvertrag spielte am Markt keine Rolle.

Unter den weiteren Indizes legte der Mittelgroße-Werte-Index MDax 1,28 Prozent auf 25 560,63 Punkte zu. Der TecDax der Technologiewerte rückte sogar um 1,82 Prozent auf 2525,06 Zähler vor, während es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um etwa ein halbes Prozent nach oben ging.

Experten zufolge hängen die hiesigen Aktienmärkte derzeit sehr stark an der Kursentwicklung auf der anderen Seite des Atlantiks. Als Reaktion auf den heftigen Absturz zum Wochenauftakt war der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Vorabend um mehr als 2 Prozent gestiegen. Indikationen von Brokern deuten zwar nun darauf hin, dass er wieder ein Stück weit zurückrudern wird. Damit lässt sich auch die weniger euphorische Tendenz in Europa erklären.

Auch die Nervosität unter den Anlegern bleibt hoch. Die als Angstbarometer angesehenen Volatilitätsindizes wie der VIX, der die Schwankungsbreite am breiten US-Markt ausdrückt, verbleiben auf einem außerordentlich hohen Niveau. Wie die Postbank betont, haben sich "die nervösen Hände noch nicht aus den Börsensälen verabschiedet". Es sei deshalb "zu früh, um jetzt schon das Ende der Korrektur auszurufen."

Unter den Einzelwerten dominierten im Dax eindeutig die Gewinner. Anführer der Erholungsbewegung waren dort die Aktien von ProSiebenSat.1 mit einem Anstieg um etwa 3 Prozent. Jene der Deutschen Börse fielen außerdem mit einem Kursgewinn von etwa 2,7 Prozent auf. Die Papiere des Börsenbetreibers gelten als Profiteur unruhiger Börsenzeiten, da dann auch meist das Handelsvolumen anzieht.

Ansonsten bestimmten Analystenkommentare das Geschehen im Dax. Adidas rückten nach einer positiven Empfehlung von Mainfirst um etwa 2,5 Prozent vor. Ein weniger schwungvolles Jahr 2018 sei bei den Aktien des Sportartikelherstellers mittlerweile eingepreist, darüber hinaus bestehe aber Aussicht auf Besserung. Auch zur Deutschen Bank äußerte sich Mainfirst - hier aber negativ. Die Anteile des Bankhauses büßten als Schlusslicht mehr als 2 Prozent ein.

Auch die Lufthansa gehörte nach einer Tarifeinigung mit den Beschäftigten im Bodendienst mit etwa 1 Prozent zu den Verlierern. Ein deutlicher Anstieg der Gehälter passe zum Trend der Branche, der sich in diesem Jahr fortsetzen dürfte, kommentierte dies Analyst Daniel Roeska von Bernstein Research. Klar positiv wertet er aber, dass sich der Konzern nun anderen Themen widmen könne.

Im MDax waren die Augen vor allem auf Hannover Rück gerichtet. Die Papiere ragten in der insgesamt freundlichen Versicherungsbranche mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent heraus. Reaktionen auf Aussagen zu den Vertragserneuerungen waren hier bei den Investoren positiv. Der Rückversicherer übertraf im Katastrophenjahr 2017 außerdem seine gekappten Gewinnziele - genauso wie der Mutterkonzern Talanx , dessen Titel sogar noch etwas stärker vorrückten.

Geschäftszahlen gab es ansonsten vom Lichttechnik-Spezialisten Osram . Nach einem schwankenden Auftakt pendelten sich die Aktien zuletzt mit 0,8 Prozent im Plus ein. Auf bereinigter Basis lobten Experten die Kennziffern, einige kritisierten aber eine geringe Ergebnisqualität. Nach einer vierwöchigen Durststrecke bei den Papieren sprach UBS-Analyst Sven Weier aber nun von einer "guten Kaufgelegenheit".

Unter den weiteren Nebenwerten fielen die Aktien von Delivery Hero im SDax mit einem Satz nach oben um mehr als 5 Prozent positiv auf. Der Essenslieferdienst wächst weiter rasant, wie ein Umsatzanstieg im vergangenen Jahr um 60 Prozent zeigt. RBC-Analystin Sherri Malek konstatierte dem Unternehmen gute Fortschritte mit Blick auf die mittelfristigen Ziele./tih/zb

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