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Aktien Frankfurt: Handelskrieg und EU-Gipfel drücken auf die Kurse
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Handelskrieg und EU-Gipfel drücken auf die Kurse

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.06.2018, 12:04  |  811   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstagvormittag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Die Erholung zur Wochenmitte fand damit keine Fortsetzung. Investoren agierten stattdessen wieder vorsichtiger angesichts des Handelskonflikts und der mit dem EU-Gipfel in Brüssel verbundenen politischen Risiken. Der Dax gab um 0,79 Prozent auf 12250,61 Punkte nach.

Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,67 Prozent auf 3374,24 Zähler. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,32 Prozent abwärts auf 25 882,75 Punkte. Der TecDax sank um 0,80 Prozent auf 2699,41 Punkte.

Zum globalen Handelskonflikt gab es zuletzt widersprüchliche Signale. Am Mittwochnachmittag hatte die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump vorerst auf ein hartes Durchgreifen gegen chinesische Investitionen in US-Technologie verzichtet, die Kurse noch steigen lassen. Anschließend sorgten jedoch Aussagen aus Trumps Umfeld wieder für Ungewissheit über den Kurs der US-Regierung.

"Ein ausgewachsener Handelskrieg mit negativen Folgen für alle Beteiligten kann anscheinend nicht mehr ausgeschlossen werden", sagte Marco Bargel von der Postbank. Gleichzeitig verstärkten sich die Anzeichen für eine Abkühlung der Konjunktur im Euroraum. Möglicherweise drohe ein Ende des konjunkturellen Aufschwungs, so der Volkswirt.

Für Zurückhaltung an den Börsen dürfte auch der EU-Gipfel in Brüssel sorgen. Dort steht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Asylpolitik unter Erfolgsdruck. Bis zum Wochenende will sie eine europäische Lösung präsentieren, die Innenminister Horst Seehofer (CSU) von einem nationalen Alleingang in der Asylfrage abhalten soll. Ein solcher könnte den Bruch des Unions-Bündnisses und damit ein Ende der Koalition bedeuten.

Vorsicht übten Anleger erneut bei Bankaktien, Titel der Deutschen Bank gaben um 0,5 Prozent nach. Sie waren am Mittwoch auf ein Rekordtief gefallen. Am diesem Donnerstag veröffentlicht die US-Notenbank Fed am Abend den zweiten Teil ihres Stresstestes für die Bankenbranche.
Der Spezialchemiehersteller Covestro will aus dem operativen Geschäft mehr freie Mittel erwirtschaften als ursprünglich in Aussicht gestellt. Für den Kurs ging es dennoch um 0,6 Prozent nach unten. Covestro will gleichzeitig in den kommenden Jahren bis zu 700 Millionen Euro investieren.

Puma-Aktien profitierten von einem auf 600 Euro erhöhten Kursziel der Investmentbank Goldman Sachs. Das neue Kursziel räumt den Papieren fast 30 Prozent Aufwärtspotenzial ein. Sie legten um 3,4 Prozent auf 486 Euro zu und setzten sich an die Spitze des MDax.

Nach dem historisch frühen Aus der deutschen Fußballer bei der WM in Russland gaben Aktien ihres offiziellen Ausrüsters Adidas um 1,2 Prozent nach. Am Abend veröffentlicht zudem der Kontrahent Nike Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal.

Belastet von überraschend schwachen Quartalszahlen des österreichischen Lichtspezialisten Zumtobel gaben Anteile von Osram um 2,7 Prozent nach. Zumtobel brachen an der Wiener Börse um 16 Prozent ein./bek/tav


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