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Börse „The Trend is your Friend“ – nur nicht in Europa!

Gastautor: Frank Fischer
03.09.2018, 07:30  |  4516   |   |   

Auch wenn die Märkte immer wieder durch Störfeuer verunsichert werden, so ist vor allem in den USA doch eines festzustellen: Der Trend zeigt weiter nach oben! Vor allem der Nasdaq hat mittlerweile einen sehr reifen Stand erreicht. Aber, wie so oft: wenn man denkt, das müsste doch jetzt bald mal vorbei sein, setzt sich der Trend fort. Dies gilt vor allem für den NASDAQ 100, der – angetrieben durch Schwergewichte wie Alphabet, Microsoft, Amazon & Co. - schon wieder ein neues Hoch erreicht hat. Ähnlich sieht es beim S&P 500 aus, in dem Technologietitel ebenfalls stark vertreten sind. Auch hier werden weiterhin Höchststände erreicht, was zeigt, dass sich der Aufwärtstrend auch in der Marktbreite fortsetzt. Unterstützt wird dies von der Konjunktur, die ebenfalls in extremem Maße unterstützende Signale sendet. Und auch die Verbraucher ziehen mit. So steht das US-Verbrauchervertrauen auf einem 17-Jahres-Hoch, wobei vor allem die aktuelle Situation sehr positiv gesehen wird. Die am politischen Geschehen interessierten US-Bürger könnten inzwischen sogar noch optimistischer sein, denn der Befragungsstichtag am 17. August stand noch unter dem Eindruck der Türkeikrise. Vom USA-Mexiko-Handelsdeal war da noch keine Rede. Und noch ist dieser Trend nicht am Ende. Vielmehr zeigt es sich, dass die Anleger weiterhin bereit sind, in diesen sehr reifen Trend hinein zu investieren. „The Trend is your Friend“ lautet eine alte Börsenweisheit. Und wer sich dem entgegenstellt, war selten gut beraten. Außerdem deutet vieles darauf hin: Die Rezession muss sich noch gedulden!

„Italien nervt!“

Gilt dieses positive Szenario aber auch für Europa und Deutschland? Nicht ganz. Hier haben sich die Konjunkturerwartungen zwar wieder leicht verbessert. Es sind aber vor allem Italien und die Türkei-Krise, die als dunkle Wolken über den Märkten schweben. Italiens Innenminister Matteo Salvini hat ja bereits mehrfach angekündigt, im Zweifelsfall die EU und den Euro zu verlassen. Es kann also durchaus sein, dass wir eines Morgens aufwachen und Italien ist aus der Eurozone ausgetreten. Das nervt! Italiens Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega ist derweil vereint in ihrem Hass auf Brüssel. Das könnte gerade bei den anstehenden Budget-Planungen für 2019 zu bösen Überraschungen führen. Denn geplant sind immer höhere Schulden. Und frei nach dem Motto: „Wenn wir schon an Brüssel gekettet sind, dann soll Brüssel auch unsere Schulden bezahlen“ könnte es zu schlimmen Auswüchsen kommen. Es geht sogar schon das Gerücht um, wonach sich die EZB bereits auf größere italienische Anleihekäufe im Oktober vorbereitet.

Die Türkei steht vor einer Rezession

Auch die Krise in der Türkei wird dem Markt wohl länger erhalten bleiben. Ankara steht vor einer Rezession – und das wird sich im Innen- und Außenverhältnis auch auf die EU auswirken. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass sich „Sultan“ Erdogan wieder mit großen Schritten auf Europa zubewegt - ob Brüssel das nun passt oder nicht. Doch Europa kann Erdogan nicht fallen lassen, da einige der großen Banken in der EU von der Krise betroffen sind. Dies gilt sowohl für die spanische BBVA, Frankreichs BNP und die italienische Unicredit. Welches Ausmaß die Krise in der Türkei im Endeffekt auf diese Banken haben wird, ist noch nicht absehbar, aber im Extremfall ist es sogar möglich, dass der EU die nächste Großbankenrettung droht. Dabei darf man nicht vergessen: Europas Banken sind allesamt sehr eng miteinander verbunden, so dass auch andere Geldinstitute wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank stärker betroffen sein könnten, als dies bisher errechnet wurde.

Wir bleiben optimistisch

Auch wenn diese Befürchtungen nicht von einem auf den anderen Tag verschwinden werden, so bleiben wir doch optimistisch. Dazu überwiegt die gute Lage an der Wall Street. Das zeigt sich auch an den Portfolios unserer Mandate wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem PRIMA – Globale Werte. In beiden Mischfonds halten wir derzeit eine hohe Aktienquote, die über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Dabei sind es vor allem Titel wie Alphabet, Sixt, Solaredge, Verisign und die portugiesische EDP Renováveis, die für positive Überraschungen sorgen. Dem gegenüber stehen Telecom Italia, Freenet und Metro, die bisher noch nicht überzeugen können.

Doch gerade in die Aktie von Metro kommt richtig Schwung rein. Nach Metro-Großaktionär Haniel stellt auch der ehemalige Metro-Bruder Ceconomy seine Beteiligung am Handelskonzern zum Verkauf. Wie es heißt, steht in beiden Fällen der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky als Investor bereit. Er könnte bald mehr als 30 Prozent der Metro-Anteile halten. Doch am relevanten Metro-Anteil der Ceconomy von rund 9 Prozent scheint auch der chinesische Mischkonzern Fosun interessiert zu sein. Kommt es zu einem Bieterkampf, kann das den übrigen Metro-Aktionären nur Recht sein.

   

 

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