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Bärenmarkt Aktien-Crash: Sind Hochzinsanleihen jetzt die besseren Renditeturbos?

23.11.2018, 12:48  |  2830   |   |   

Der Vermögensverwalter Degroof Petercam stellt fest, dass Euro-Hochzinsanleihen seit 2001 doppelt so viel Performance geliefert haben wie der breite europäische Aktienmarkt. Auf der anderen Seite warnt Felipe Villarroel, Fondsmanager bei Twentyfour, vor steigenden Ausfallraten bei hochverzinsten Anleihen.

"Vergleicht man die risikogewichtete Wertentwicklung von Euro-Hochzinsanleihen mit der von europäischen Aktien stellt man fest, dass High Yield Bonds seit dem Beginn des neuen Jahrtausends doppelt so viel Performance geliefert haben als Aktien, und das bei einem nur halb so hohen Risiko", schreiben die Assetmanager von Degroof Petercam.

Die Fondsmanager berufen sich auf folgende Zahlen: Europäische Anleihen mit Ratingnoten von "BBB und schlechter" erzielten seit 2001 einen jährlichen Wertzuwachs von durchschnittlich neun Prozent. Die Standardabweichung liegt bei 8,5 Prozent. Auf der anderen Seite haben Stoxx 600 Total-Aktien im gleichen Zeitraum nur eine Rendite von 4,5 Prozent pro Jahr verbuchen können. Die Standardabweichnung ist hier mit 18,6 Prozent deutlich höher als bei den Hochzinsanleihen, so die Analysten von Degroof Petercam.

"Euro-Hochzinsanleihen weisen ein deutlich attraktiveres risikoadjustiertes Ertragsprofil auf als europäische Aktien. Gemessen an diesem Verhalten müsste Hochzinsanleihen aus Europa ein viel höheres Gewicht in Anlegerportfolios zugestanden werden als dies bislang der Fall ist", wirbt Marc Leemans, Senior-High Yield-Portfoliomanager bei Degroof Petercam AM, für die Assetklasse High Yield-Bonds.

Das Bild, das Degroof Petercam von renditestarken Hochzinsanleihen zeichnet, bekommt Risse, wenn man die Warnung von Felipe Villarroel, Fondsmanager bei Twentyfour, beachtet. Demnach dürften die Ausfallraten von High-Yield-Bonds im fortschreitenden Konjunkturzyklus steigen, so Villarroel, den "Das Investment" zitiert. Die hohen Renditen würden das Risiko nicht mehr rechtfertigen, meint der Fondsmanager und nennt drei aktuelle Beispiele von Anleihen-Emittenten in Schwierigkeiten: So habe im Bereich der Hochzinsanleihen zum Beispiel der italienische Infrastruktur- und Baukonzern CMC Ravenna Zahlungsschwierigkeiten. Ein weiteres Beispiel ist der britische Lebensmittelhersteller Boparan, der sich anscheinend in eine aus Gläubigersicht schwierige Lage manövriert hat. Drittes Beispiel ist das Metall- und Bergbauunternehmen Nyrstar, dem Analysten zurzeit kein gutes Zeugnis ausstellen.

Twentyfour-Manager Villarroel meint, dass es jetzt schlauer sei, auf "bessere durchschnittliche Ratings und weniger Anleiherisiken (…) in einem fortschreitenden Konjunkturzyklus" zu setzen. Zugleich schätzt er aber das im internationalen Vergleich geringere Ausfallrisiko von europäischen Hochzinsanleihen: "Die Ausfallrate von Hochzinsanleihen in Europa gehört seit einigen Jahren mit zwei Prozent zu den niedrigsten weltweit und es ist kaum vorstellbar, dass sie noch tiefer sinken wird. Zwar sehen wir bei der Ausfallrate kurzfristig keinen wesentlichen Anstieg, müssen aber davon ausgehen, dass die Ausfälle zunehmen werden, je reifer dieser Konjunkturzyklus wird", so Villarroel.

Quellen:

"Das Investment" auf wallstreet:online

Degroof Petercam

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