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Heißes 2020: Regulierung in Deutschland!? bet-at-home.com AG: Ist die Dividende in Gefahr?

Gastautor: Volker Glaser
10.12.2019, 01:57  |  8080   |   |   

Bei unserem Treffen auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt zeigt sich bet-at-home- Vorstand Franz Ömer zuversichtlich, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. „Trotz der Unsicherheiten wegen des regulatorischen Umfeldes sind wir ganz gut unterwegs und werden unsere Ziele erreichen.“ 2019 soll sich der Brutto-Wett- und Gamingertrag zwischen 130 und 140 Mio. Euro bewegen. Das EBITDA erwartet er zwischen 29 und 33 Mio. Euro. Bereits nach neun Monaten lag das EBITDA bei 27 Mio. Euro.

Negativ ist indes, dass bei bet-at-home jüngst die Steuerkeule zugeschlagen hat. Der Konzern hält die Anteile an der in Linz ansässigen bet-at-home.com Entertainment GmbH, die wiederum die Anteile an den operativen Gesellschaften des Konzerns hält, die in Malta respektive in Gibraltar ansässig sind. Die Steuerbehörden in Österreich hatten im Rahmen einer laufenden Betriebsprüfung das Unternehmen zu einer leistenden Körperschaftssteuernachzahlung für die Veranlagungszeiträume 2013 bis 2018 in Höhe von rund 12 Mio. Euro verdonnert. Hintergrund ist, dass zwischen der bet-at-home.com Entertainment GmbH und den nachgeordneten Konzerngesellschaften die vereinbarte Konzernverrechnung entgegen der bisherigen, langjährigen Praxis von den Steuerbehörden nicht mehr in der bisherigen Höhe anerkannt wird. Für das Jahr 2019 errechnet sich in der Summe eine Mehrbelastung von bis zu 5 Mio. Euro. Auch künftig wird der Konzern entsprechende Steuern bezahlen müssen. In der Vergangenheit war dies für bet-at-home immer ein latentes Risiko, welches nunmehr zum Tragen kommt.

Die vorbezeichnete Nachzahlung als auch die laufende Mehrbelastung an Steuern führte nach neun Monaten zu einem Überschuss von lediglich 5.8 Mio. Euro nach 14.4 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Per Ende September ist die Kasse des Unternehmens mit 53 Mio. Euro gefüllt. Für 2018 schüttete Ömer eine Dividende von 6.50 Euro pro Aktie aus. Davon entfielen 3 Euro auf eine Sonderdividende. Die reguläre Auszahlung: 3.50 Euro pro Aktie. Insgesamt wurden mehr als 45 Mio. Euro ausgekehrt. Für 2019 wird sich das Unternehmen die hohe Ausschüttung nicht leisten können. Ömer wollte sich zur Dividende in 2020 nicht äußern. Wir halten eine Dividendenkürzung für sehr wahrscheinlich. Vom aktuellen Cashbestand halten wir einen Betrag von ca. 20 Mio. Euro für ausschüttbar. Das würde einer Dividende zwischen 2.50 und 3 Euro entsprechen. Weshalb verschiedene Analysten für 2019 eine noch deutlich höhere Ausschüttung erwarten, ist uns ein Rätsel.

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