Es hilft den Menschen nicht, wenn sie sich als Opfer sehen

Gastautor: Rainer Zitelmann
10.07.2020, 15:12  |  1562   |   |   

Die Botschaft linker Opfer-Ideologen entmutigt Menschen: „Da deine Lebenssituation aus strukturellen Gründen so ist, wie sie ist, hast du keine Chance, sie zu ändern, bis nicht die Strukturen beseitigt sind.“

Sind Sie auch „Opfer“ von irgendeinem „ismus“? In der me-too-Debatte ging es um Opfer des Sexismus, in der aktuellen Debatte geht es um Opfer des Rassismus und immer geht es um Opfer des Kapitalismus. Wenn Sie alt sind, sind Sie vermutlich Opfer des „Ageismus“ (Vorurteile gegen alte Menschen) und wenn Sie Arbeiter oder arbeitslos sind, dann sind Sie wahrscheinlich Opfer des „Klassismus“ (Vorurteile aufgrund der Schichtzugehörigkeit). Und wenn sie nicht so gut aussehen, dann sind Sie sicherlich Opfer des „Lookism“ (Vorurteile gegen Menschen aufgrund ihres Aussehens). Mehrfach-Opfer zu sein adelt sozusagen.

Opfer zu sein gilt in linken Kreisen als Auszeichnung, wer kein Opfer ist, muss „Täter“ sein. Zu letzter Gruppe gehören „alte weiße Männer“ – diese stets mit Herablassung vorgebrachte Bezeichnung ist übrigens weder Ausdruck von Rassismus noch von Sexismus.

Hilft man den Menschen wirklich, wenn man sie dazu anleitet, sich vor allem als Opfer zu sehen? Im Grunde macht man die Menschen hilflos. Die Botschaft lautet: „Da deine Lebenssituation aus strukturellen Gründen so ist, wie sie ist, hast du keine Chance, sie zu ändern, bis nicht die Strukturen beseitigt sind.“ Ständig ist von „strukturellen Ursachen“ die Rede, ohne das genauer erklärt wird, was damit gemeint ist. Im Zweifel ist der Kapitalismus gemeint, es geht um die „Systemfrage“. Es läuft immer wieder auf die Botschaft hinaus: Solange das System nicht abgeschafft oder radikal geändert wird, hast du keine Chance.

Linke Klassismus-Forscher entmutigen die Menschen

Wäre den Menschen nicht eher geholfen, wenn man ihnen Beispiele von anderen Menschen zeigen würde, die es trotz vielfältiger Schwierigkeiten geschafft haben, nach oben zu kommen? Menschen beispielsweise wie Oprah Winfrey, die aus einfachen Verhältnissen kam und zur ersten schwarzen Selfmade-Milliardärin der Welt wurde? Linke Klassismusforscher, mit denen ich mich kritisch in meinem Buch „Die Gesellschaft und ihre Reichen“ auseinandergesetzt habe, lehnen es ausdrücklich ab, von so etwas überhaupt zu reden.

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