Dürr Aktie – Turn-Around mit digitaler Produktion

Gastautor: Aktienfinder.Net
21.09.2020, 15:53  |  216   |   |   
Dürr Aktie
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Land Deutschland
Branche Anlagenbau
Isin DE0005565204
Marktkapitalisierung 1,8 Milliarden €
Dividendenrendite 3,2%
Stabilität Dividende 0,79 von max. 1.0
Stabilität Gewinn 0,75 von max. 1.0

Mit der Dürr Aktie investierst du in einen der führenden Maschinen- und Anlagenbauern der Welt. Dürr ist an 112 Standorten in 34 Ländern vertreten. Und schon heute werden 45 Prozent des Umsatzes in den schnell wachsenden Emerging Markets erzielt. Darüber hinaus gibt es noch einen zweiten Trend, von dem Dürr profitiert: die Digitalisierung der Produktion. Viele Unternehmen wollen ihre Produktion digitalisieren, um aus den gesammelten Daten Informationen zur Verbesserung der Effizienz und Qualität zu generieren. Und genau solche Anlagen liefert Dürr. Das Schlagwort hierbei ist Industrial Internet of Things (IIoT). Und dennoch ist der Aktienkurs innerhalb der letzten drei Jahre um 50 Prozent eingebrochen.

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Grund ist unter anderem die sehr starke Abhängigkeit von der Automobilindustrie, wo über die Hälfte des Umsatzes generiert werden. Ob die Dürr Aktie vor dem Turn-Around steht, erfährst du in dieser Aktienanalyse.

Das Geschäftsmodell: So verdient Dürr Geld

Dürr wurde im Jahr 1896 gegründet und begann mit Metallarbeiten an Dächern und Fassaden. Mit den Jahren entwickelte sich das Unternehmen zu einem der führenden Anlagenbauer weltweit. Das Unternehmen ist in fünf Sparten aufgeteilt, die ich dir nun vorstelle.

Umsatz von Dürr nach Segmenten (Quelle: FactSet Workstation)

Umsatz von Dürr nach Segmenten (Quelle: FactSet Workstation)

Paint and Final Assembly Systems

In diesem Segment werden schlüsselfertige Lackieranlagen und Endmontagelinien für die Automobilindustrie geplant, gebaut und modernisiert. Es werden in der Lackieranlagetechnik Produkte und Verfahren für den gesamten Prozess angeboten. Die Kernkompetenz ist das Tauchlackiersystem. In dieses wird die gesamte Karosserie eines Fahrzeuges gegen Korrosion durch Eintauchen in eine spezielle Flüssigkeit geschützt. Dürr hält im Bereich Lackieranlagen einen Weltmarktanteil von 40 Prozent. Die Digitalisierung wird hierbei durch Anlagen-Monitoring, übergeordnete Fabriksteuerungsmöglichkeiten, Advanced Analytics und vorausschauenden Wartung umgesetzt und am Markt angeboten. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Unternehmen mit einer Dürr-Anlage weiß, wann genau diese zu warten ist. Alle dies ist durch die Auswertung diverser Sensordaten bekannt.

Im Bereich der Endmontage (Final Assembly) bietet Dürr als einer der weniger Anbieter weltweit komplette Werke an. Dürr übernimmt die Layoutplanung, Konzeption bis hin zu der Auftragserteilung an die Bauunternehmen. In der Endmontage ist der zweite große Trend neben der Digitalisierung die Elektromobilität. Aufgrund der geringen Komplexität in den Antriebssträngen der Elektroautos ist es möglich, die gesamte Montage stärker zu automatisieren. Auch müssen die Kunden von Dürr ihre Werke umrüsten, um eben Hybrid- als auch Elektroautos produzieren zu können. Der Marktanteil von Dürr beläuft sich hier auf 25 Prozent, was bedeutet, dass das Unternehmen direkt vom Trend der Elektromobilität profitiert.

Ein zusätzliches, kleineres Angebot von Dürr in diesem Segment sind die Befüll- und Prüftechnik, Hochzeitsstationen (Karosserie und Antriebsstrang werden zusammengeführt) und die Beratung für die Planung und Optimierung von Produktion- und Logistikprozessen mit Schwerpunkt auf Elektroautos und Batterien. Die in diesem Segment beschäftigten rund 4.400 Mitarbeiter erwirtschaften knapp 1,3 Milliarden EURO Umsatz.

Application Technology

Die 2.300 Mitarbeitern in diesem Segment erwirtschaften 600 Millionen EURO Umsatz mit Technologien für den automatischen Sprühauftrag von Füller-, Basis-, und Klarlack. Hierbei kommen Robotersysteme zum Einsatz. Der Weltmarktanteil beläuft sich auf stolze 50 Prozent. Auch Tesla stattet seine Fabriken mit Lackierrobotern von Dürr aus.

Die Hauptkonkurrenten in diesem Segment sind die Hersteller von Standard-Industrierobotern. Neben der Lackapplikationstechnik wird in zwei ähnlichen Bereichen operiert: der Sealing- und Klebetechnik. Mit Hilfe der Sealingtechnik werden beispielsweise Schweißnähte versiegelt. Die Klebetechnik gewinnt immer mehr an Bedeutung, da es hierdurch möglich wird, Leichtbaumaterialien im Karosseriebau zu verkleben, welche sich nicht verscheißen lassen. Es werden auch Scheiben, Glasdächer, Cockpits und Tanks in der Endmontage eingeklebt.

Clean Technology Systems

Dieses Segment ist hauptsächlich in der Abluftreinigungstechnik aktiv. Dürr stellt die Anlagen für die Chemie-, Pharma-, Druck-, Bergbau-, Öl und Gas-Branche her. Das wichtigste Produkt beruht hierbei auf dem Verfahren der thermischen Oxidation. Dabei werden Schadstoffe bei bis zu 1.000 Grad Celsius verbrannt. Im Sortiment befinden sich auch Schallschutzsysteme und Beschichtungsanlagen. Im Jahr 2018 wurde Megtec/Universal übernommen. Somit hat Dürr einen Weltmarktanteil von 25 Prozent. Die 1.400 Mitarbeiter generieren rund 400 Millionen EUR Umsatz.

Diese drei Segmente werden unter der Marke Dürr geführt. Neben der Hauptmarke gibt es noch zwei weitere Marken: Schenk und Homag. Die beiden Marken sind aus Akquisitionen hervorgegangen und werden als eigenständiges Segment weitergeführt.

Measuring and Process Systems

Dieses Segment ist etwas kleiner und erwirtschaftet mit 1.400 Mitarbeiter rund 240 Millionen EURO Umsatz. Es werden Auswucht- und Diagnosetechnik, sowie Lösungen zur automatisierten Befüllung und Kühlschränken, Klimageräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln hergestellt und verkauft. Dürr hält einen Weltmarktanteil von 45 Prozent in diesem recht kleinem Segment. Dieser Bereich entstand bereits im Jahr 2000 in Folge der Übernahme von Schneck unter wird auch unter dieser Marke weitergeführt.

Woodworking Machinery and Systems

Dieses Segment wurde erst kürzlich im Dürr-Konzern eingegliedert. Es entstand aus der Übernahme der HOMAG Group AG im Jahr 2014. Es werden Maschinen und Anlagen für die Holzbearbeitung hergestellt und erfolgreich vertrieben bei einem Weltmarktanteil von 30 Prozent. Die Produkte werden in der Möbelindustrie und im Handwerk für die Produktion von diversen Möbeln, Küchen, Parkettböden und Fenstern, sowie Türen verwendet. Das Sortiment ist sehr breit und erstreckt sich von einfachen Einstiegsmaschinen bis hin zu vollautomatisierenten Linien für die Massenproduktion. Mit rund 6.500 Mitarbeiter ist es das größte Segment und erzielt 1,3 Milliarden EURO Umsatz. In meinen Augen war die HOMAG eine sehr gute Ergänzung für Dürr, denn damit konnte das Unternehmen die hohe Abhängigkeit von der Automobilbranche reduzieren.

Die Automobilindustrie ist jedoch weiterhin für 53 Prozent des gesamten Umsatzes verantwortlich, während 33 Prozent des Umsatzes auf die holzbearbeitende Industrie entfällt. Die restlichen 14 Prozent des Umsatzes werden in der allgemeinen Industrie verdient.

Die Dürr Gründerfamilie als Ankeraktionär

Die Gründerfamilie hält weiterhin insgesamt 29,1 Prozent am Dürr-Konzern und hat dadurch ein recht beträchtliches Mitspracherecht in den langfristigen Entscheidungen. Ich sehe Unternehmen mit Familienbeteiligung immer sehr positiv. Die Unternehmensführung läuft nicht Gefahr durch einen aktivistischen Investor bedrängt zu werden und ist nicht vom kurzfristigen Anlagehorizont weiterer Investoren abhängig. Der Einfluss der Gründerfamilie kommt einer langfristigen Unternehmensstrategie zugute, die auf nachhaltiges Wachstum und damit auch nachhaltig steigende Dividenden setzt.

Die wichtigsten Anteilseigner von Dürr (Quelle: FactSet Workstation)

Die wichtigsten Anteilseigner von Dürr (Quelle: FactSet Workstation)

Die Zielsetzung des Managements

Die mittelfristige Zielsetzung des Dürr Managements ist eine EBIT-Marge von 8 Prozent, sowie ein organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich 2 bis 3 Prozent. Dürr konzentriert sich auch auf die Schaffung einer attraktiven Kapitalverzinsung und strebt einen return on capital employed (ROCE) in der Höhe von mindestens 25 Prozent an. Der Grund für die hohe Verzinsung ist die relativ geringe Kapitalbindung im Anlagenbau. Der ROCE zeigt, ob das operativ gebundene Kapital (capital employed) eine angemessene Verzinsung erwirtschaftet. Das capital employed berechnet sich aus allen Werten der Aktiva ohne liquide Mittel und Finanzanlagen, vermindert um die nicht zinstragenden Verbindlichkeiten. Das EBIT wird durch das capital employed dividiert und ergibt den ROCE. Der ROCE zeigt zudem, ob das Unternehmen die Kapitalkosten verdienen kann. Dürr gibt die Kapitalkosten mit dem WACC (weighted average cost of capital) in Höhe von 8,4 Prozent an und erzielte einen ROCE von 16,9 Prozent im Gesamtjahr 2019. Jedoch ging der Wert in der Coronakrise im ersten Halbjahr 2020 auf nur 1,2 Prozent zurück. Ein Alarmzeichen in meinen Augen, weil das Unternehmen kaum die Kapitalkosten erwirtschaftet. Sollte dies sich nicht in nächster Zeit erhöhen, müssen liquide Mittel oder Kredite verwendet werden, um die Kapitalkosten zu decken.

Neben den finanziellen Zielen will das Management das Service-Geschäft weiter stärken. Zum einen sind im Service-Geschäft die Margen höher und zum anderen sind Service-Umsätze planbarer als Einzelaufträge. Unter das Service-Geschäft fällt beispielsweise die Wartung von Anlagen und Maschinen.

Digitalisierung als zentrales Strategieelement

Um die starke Marktposition halten zu können, vervierfachte Dürr die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) innerhalb der letzten 10 Jahre. Ein großer Erfolg war die erste IIoT-Plattform speziell für den Maschinen- und Anlagenbau. Industrial Internet of Things bedeutet, dass die Maschinen und Anlagen mit diversen Sensoren ausgestattet werden. Die aus den Sensoren gewonnen Daten werden dann an eine Plattform gesendet. Auf dieser Plattform ist der Zustand der Maschine einsehbar, beispielsweise, ob eine Wartung anfällt oder Effizienzsteigerungen möglich sind, damit die Prozessqualität verbessert werden kann. Die hierfür notwendigen Sensoren sind bereits in den von Dürr ausgelieferten Anlagen verbaut und liefern dem Kunden neben dem Kernprodukt einen zusätzlichen Mehrwert.

So profitabel ist das Geschäftsmodell von Dürr

Das Geschäftsmodel von Dürr ist spannend, weil es sowohl von der Elektromobilität als auch von der stark voranschreitenden Digitalisierung profitiert.

Entwicklung von dem Gewinn, der Dividende und des Pay-Out der Dürr Aktie

Entwicklung von dem Gewinn, der Dividende und des Pay-Out der Dürr Aktie

Allerdings wächst der Gewinn nicht von links unten nach rechts unten, sondern schwankt im Laufe der Jahre stark. Ähnliches lässt sich bei der Dividende beobachten. Nach einer Kürzung steigt die Dividende wieder im Gleichschritt mit dem Gewinn an, und sobald der Gewinn wieder einbricht, ist auch Dividende bedroht. Spannend zu beobachten wird sein, ob die Analysten recht behalten und im Jahr 2021 weiterhin eine Dividende ausgeschüttet wird. Die aktuelle Auszahlungsrate beträgt 100 Prozent. Somit wird die Dividende nicht aus dem laufenden Geschäft finanziert, sondern es wurden aufgebaute liquide Mittel und Kreditfinanzierung hierfür notwendig.

Besonders in der Finanzkrise 2009 war der Knick im Ergebnis besonders stark. Vor der Übernahme der HOMAG AG war Dürr noch stärker von der Automobilindustrie abhängig. Mit der Übernahme konnte sich Dürr etwas Stabilität sichern, doch es ist nicht zu vergessen, dass es sich dennoch um einen Anlagenbauer handelt und sich der Gewinnverlauf weiterhin zyklisch verhalten wird. Jahre mit negativen Gewinn sind nicht ausgeschlossen und mit diesen solltest du auch in Zukunft rechnen, da weiterhin 53 Prozent des Umsatzes aus der Automobilbranche kommen.

So entwickeln sich Umsatz und Margen

Entwicklung von dem Umsatz und der Margen der Dürr Aktie

Entwicklung von dem Umsatz und der Margen der Dürr Aktie

Die Umsatzentwicklung verläuft etwas stabiler als die Entwicklung des Gewinnes. Dürr kämpft mit dem Problem sinkender Margen aufgrund stärkerer Konkurrenz durch Anbieter vor allem aus dem asiatischen Raum. Auch die Unsicherheit in Bezug auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China belasten das Geschäft. Insbesondere das Woodworking Machinery and Systems-Segment hat mit deutlichen Umsatzrückgängen im margenstarken Chinageschäft und überproportional steigenden Material- und Personalkosten zu kämpfen. Das Problem der sinkenden Margen konnte das Management trotz durchgeführter Einsparungen nicht in den Griff bekommen, und nun wackelt zudem noch die Weltkonjunktur aufgrund der Corona-Pandemie. Dies ist kein leichtes Umfeld für ein profitablerer Geschäft.

Ist die Dividende der Dürr Aktie sicher?

Als klassischer Zykliker schwankt nicht nur der Gewinn, sondern auch die Dividende der Dürr Aktie. Im Jahr 2010 musste die Dividende komplett gestrichen werden, und im Corona-Krisen-Jahr 2019 gekürzt. Um die aktuelle Dividendenrendite besser einordnen zu können nutze ich den Dividenden-Turbo im Aktienfinder.

Die Dürr Aktie im Dividendenturbo

Die Dividende der Dürr Aktie im Dividendenturbo

Duerr schüttet einmal jährlich Dividende aus. Die letzte Dividende belief sich auf 0,80 Euro und wurde am 29.Mai 2020 bezahlt. Aktuell beträgt die Dividendenrendite 2,96 Prozent und liegt damit am unteren Ende des 12-Monats-Dividendenkorridors. Während des Corona-Crashs im März wäre jedoch eine Dividendenrendite von bis zu 5,75 Prozent möglich gewesen! Dieses Beispiel zeigt eine der Stärken des Aktienfinders. Durch die Kombination aktueller Kennzahlen und Grafiken ist es mit nur wenigen Klicks möglich, besonders hohe Dividendenrenditen im historischen Vergleich zu erkennen und somit einen ersten Anhaltspunkt für eine unterbewertete Dividenden-Aktie zu erhalten. Natürlich darf eine hohe Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium für den Kauf einer Aktie sein. Denn was hilft eine kurzfristig hohe Dividende, wenn diese im nächsten Jahr gekürzt oder sogar ganz gestrichen wird? Daher ist eine tiefergehende Analyse des Unternehmens notwendig. Vor allem die Entwicklung der Tilgungskraft und der Verschuldung sind wichtige Kennzahlen, auf die ich nun genauer eingehe.

Entwicklung von der Tilgungskraft, des Cash und der Schuldenquote der Dürr Aktie

Entwicklung des Cashbestandes, der Tilgungskraft und der Schuldenquote

Die Grafik zeigt, dass Dürr in den letzten Jahren sich einen ordentlichen Cash-Polster aufgebaut hat. Hohe Cash-Bestände ermöglichen eine gewisse Unabhängigkeit von Gläubigern und erlauben es, bei attraktiven Übernahmechancen rasch zuzuschlagen. Die Schuldenquote pendelt seit 2011 konstant zwischen 72 und 78 Prozent. Die geringe Schwankung ist ebenfalls positiv zu sehen. Dennoch hat der Schuldenstand ein Niveau erreicht, dass nicht überschritten werden sollte. Glücklicherweise beläuft sich die Schuldentilgungsdauer sich „lediglich“ 10,6 Jahre. Das heißt, dass Dürr knapp 11 Jahre benötigen würde, um die gesamten Schulden durch den erwirtschafteten jährlichen Cashflow zu tilgen.

Ist die Dürr Aktie fair bewertet?

Du kennst das spannende Geschäftsmodel von Dürr, sowie die möglichen Gefahren bezüglich der Abhängigkeit von der Automobilindustrie und die Einordnung von Dürr als zyklisches Unternehmen. Für die Berechnung des fairen Wertes nutze ich den bereinigten Gewinn und die Dividende in der Dynamischen Aktienbewertung.

Bewertung der Dürr Aktie mittels der dynamischen Aktienbewertung

Bewertung der Dürr Aktie mittels der Dynamischen Aktienbewertung

Die faire Bewertung nach dem bereinigten Gewinn ergibt für das erste Halbjahr 2020 einen fairen Wert von 22 EUR. Mit Ende Juni lag der Kurs ziemlich genau auf demselben Niveau. Der faire Wert sinkt bis auf wenige Euro, da die Analysten davon ausgehen, dass der Gewinn für das Gesamtjahr nur knapp positiv sein wird. Aufgrund der aktuellen Dividende ist die Dürr Aktie leicht unterbewertet. Auch mit einer weiteren Dividendenkürzung ist der Kurs fast mit dem fairen Wert gleichzusetzten. Bei einem heutigen Investment sind Kursgewinne erst im Jahr 2022 zu erwarten, da die Gewinnentwicklung nicht allzu schnell gehen wird. Obwohl die faire Wert-Berechnung für die nahe Zukunft eine Überbewertung der Dürr Aktie anzeigt, wäre nach der von Analysten prognostizierten Erholung des Gewinns im Jahr 2022 mit einer jährlichen Rendite von 12,5 Prozent zu rechnen (rot gestrichelte Linie). Der richtige Kaufzeitpunkt scheint für die Dürr Aktie relevant zu sein. In diesem Sinne möchte ich dir ein spannendes Konzept vorstellen.

Exkurs: Peter Lynch Kategorisierung von Unternehmen

Peter Lynch verwaltete von 1977 bis 1990 den Magellan Fonds und erzielte dabei jährliche Renditen von 30 Prozent. Nach seinem Ausstieg schrieb er mehrere Investment-Bücher und unter anderen den Bestseller „One Up on Wall Street“. In diesem Buch teilte er seine grundlegende Investment-Philosophie mit. Der Kern seiner Philosophie beruht auf der Einteilung von Unternehmen in sechs Kategorien:

  • Slow Growers (langsam wachsende Unternehmen)
  • Stalwarts (Unternehmen mit mittelmäßigem Wachstum)
  • Fast Growers (schnell wachsende Unternehmen)
  • Cyclicals (Zykliker)
  • Turnarounds (Unternehmen am Boden und nahe einem Aufschwung)
  • Asset Plays (Unternehmen mit verstecken Werten)

Ich finde diese Einordnung von Unternehmen sehr hilfreich, da jeder der erwähnten Kategorien verschiedenen Treibern unterliegt. Bei einer Aktienanalyse ist es wichtig, die richtigen Analysegesichtspunkte zu berücksichtigen. Falls du dich an den Details zu allen Kategorien interessiert, empfehle ich dir das Buch oder einen der unzähligen hilfreichen Blogs zu diesem Thema wie beispielsweise bei DIY Investor. Dürr lässt sich klar in die Kategorie der Zykliker einordnen. Zykliker zeichnen sich dadurch aus, dass die Umsätze und Gewinne mit dem (Konjunktur-)Zyklus mitschwanken. Dies Unternehmen sollten gekauft werden, wenn ein Tief erreicht wird. Das Tief lässt sich erkennen, wenn das KGV besonders hoch ist oder negativ, weil das Unternehmen sehr niedrige Gewinne erwirtschaftet oder gar Verluste. Viele kurzfristig orientierte Anleger verlieren aufgrund des fallenden Gewinns das Vertrauen in das Unternehmen. Der Kurs kann in kurzer Zeit sehr stark fallen. Genau dann ist der ideale Einstiegszeitpunkt erreicht. Denn zyklische Aktien zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich von einem Einbruch erholen. Für ein langfristige Investments sind sie hingegen eher schlecht geeignet, da Kursgewinne regelmäßig verloren gehen und steigende Dividenden irgendwann wieder gekürzt werden. Zum richtigen Einstiegzeitpunkt jedoch kann der Kauf einer solchen Aktie profitabel sein. Verkauft wird die Aktie im optimalen Fall, wenn die Aktie den Höhepunkt des laufenden Zyklus erreicht hat und kurz vor einer Abkühlung steht.

Fazit: Die Dürr Aktie als zyklischer Kauf

Die Dürr Aktie ist spannend, weil sich das Unternehmen hohe Anteile am Weltmarkt gesichert hat und von den Megatrends der Elektromobilität und der Digitalisierung profitiert. Dennoch bleibt Dürr ein zyklisches Investment und sollte meiner Meinung nach so behandelt werden, wie es Peter Lynch für Zykliker beschreibt. Am Tiefpunkt kaufen und dem erfolgten Turn-Around möglichst zu Höchstkursen verkaufen.

Mit einer prognostizierten jährlichen Rendite von 12,5 Prozent weist auch die Dynamische Aktienbewertung des Aktienfinders auf eine Kaufchance hin. Falls du kein Buy-And-Hold-Investor bist und dich das Risiko eines Zyklikers nicht abschreckt, könnte die Dürr Aktie für dich ein Kauf sein. Sollten sich die Gewinne in den nächsten Jahren wieder anziehen, können auch die alten Höchstkurse von 60 EURO wieder erreicht werden, was eine Kursverdoppelung bedeuten würde.

Falls du konservativere Investments für dein Buy-And-Hold-Depot suchst, warten im Aktienfinder hunderte krisenerprobter Unternehmen mit zuverlässigen Dividenden.

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