BAYER IM FOKUS Warten auf das Licht am Ende des Tunnels

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.10.2020, 08:34  |  1089   |   |   

LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Die dunklen Wolken über Leverkusen ziehen sich weiter zusammen: Zusätzlich zum milliardenteuren Glyphosat-Streit wächst in der Agrarsparte von Bayer auch der Druck im Tagesgeschäft. Corona-Krise und harter Wettbewerb belasten. Weitere Milliarden müssen abgeschrieben werden. Die Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto im Jahr 2018 wird so immer kostspieliger. Der Aktienkurs findet weiterhin keinen Boden. Was bei Bayer los ist, was die Analysten sagen und wie die Aktie zuletzt lief.

DAS IST LOS BEI BAYER:

Für den Leverkusener Traditionskonzern kommt es derzeit knüppeldick. Das Thema Glyphosat zieht sich weiter in die Länge, und nun auch noch das: Im Agrargeschäft schlagen Konkurrenzdruck, die Folgen der Corona-Krise und schwierige Bedingungen in Mittel- und Südamerika mit voller Wucht zu. Die Menschen reisen weniger, der Kraftstoffverbrauch sinkt und damit auch die Nachfrage nach Bioethanol. Landwirte bauen daher erst einmal weniger Mais an, aus dem auch der Biokraftstoff gewonnen wird.

Hinzu kommt die Belastung durch den schwachen brasilianischen Real, da das Unternehmen viel Saatgut und Pflanzenschutzmittel in Südamerika verkauft. Und: Im wichtigen Geschäft mit Sojasaat wird - unabhängig von der Corona-Krise - der Konkurrenzkampf härter. Konzernchef Werner Baumann stellte die Aktionäre daher Ende September auf ein schwieriges Jahr 2021 ein.

Um sich zu wappnen, soll nun noch mehr gespart werden. Zusätzlich zum aktuellen Programm, das die jährlichen Kosten ab 2022 um 2,6 Milliarden Euro drücken soll, sollen ab 2024 mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr wegfallen. Womöglich bedeutet das auch weitere Stellenstreichungen über den bereits laufenden Abbau von 12 000 Jobs bis Ende 2021 hinaus. Zumindest in Deutschland will Bayer aber bis Ende 2025 weiter auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

Erst einmal muss der Konzern aber hohe Aufwendungen schultern. Wegen des "eingetrübten Ausblicks im Agrarmarkt" kündigte Baumann Ende September eine Wertberichtigung in der Crop-Science-Sparte im mittleren bis oberen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich an.

Unter dem Strich dürfte damit im dritten Quartal erneut ein dicker Verlust anfallen, nach einem Minus von 9,5 Milliarden Euro im zweiten Jahresviertel. Da hatte Bayer Geld für die Lösung des US-Rechtsstreits über angebliche Gesundheitsschäden durch die Verhütungsspirale Essure, vor allem aber für die Beilegung des Glyphosat-Streits beiseite gelegt. Die Causa Glyphosat mit mittlerweile zehntausenden Klagen hatte Bayer sich mit der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto ins Haus geholt.

Seite 1 von 4
Bayer Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

BAYER IM FOKUS Warten auf das Licht am Ende des Tunnels Die dunklen Wolken über Leverkusen ziehen sich weiter zusammen: Zusätzlich zum milliardenteuren Glyphosat-Streit wächst in der Agrarsparte von Bayer auch der Druck im Tagesgeschäft. Corona-Krise und harter Wettbewerb belasten. Weitere Milliarden …

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel