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    Kohle und Kohle-Aktien  6186  0 Kommentare Kohlepreis im Rallye-Modus: Kommt jetzt die Kohle-Renaissance?

    Fossile Energieträger sind gerade die Outperformer des Marktes. Wir haben Rohstoffexperte Tobias Tretter um eine Einschätzung und Prognose zum aktuell haussierenden Kohlepreis und Kohle-Aktien gebeten: Geht da noch was?

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    Ironischerweise sind fossile Energieträger aktuell DIE Renditebringer: Laut Financial Times wird der Kohlepreis sowohl die Renditen von Immobilien- als auch von Finanzaktien übertreffen. Wir haben bei Rohstoff- und Minenexperte Tobias Tretter nachgefragt, was beim Kohlepreis noch gehen könnte und ob Kohle-Aktien bereits überkauft sind.

    Grundsätzlich müsse man zwischen der Entwicklung der Aktien und dem Kohlepreis unterscheiden, meint Tobis Tretter, Rohstoff- und Minenexperte der Commodity Capital AG: "Die Kohle-Aktien konnten seit Mai mit einer herausragenden Performance glänzen und profitierten hier eindeutig von der mehr als Verdreifachung des Kohlepreises. Wir sehen aktuell allerdings auch einen gewissen Anteil an Vorschusslorbeeren, welcher bereits in den Kursen enthalten ist und würden derzeit eher von einem Investment abraten, beziehungsweise dazu raten, die gesamte Position in Tranchen zu investieren. Die Aktien sind dem Kohlepreis ein Stück weit vorausgeeilt und wir erwarten eine gewisse Konsolidierung bei den Kohle-Aktien in den kommenden Monaten."

    Kohlepreis

    Beim Kohlepreis selbst sei aber weiterhin Potenzial und Risikofaktoren, die einen weiteren Kohlepreisanstieg nach sich ziehen könnten, so Tretter. Obwohl wir erst Herbst haben, steigen die Öl- und Gaspreise in Europa. In Kombination mit halbvollen Gasspeichern sei dies keine positive Situation, weder für die Energiewende noch für die Energie- und Stromversorger, die vom teuren Gas- auf die billigere Kohle umsteigen müssten. Allerdings sei dies lediglich die europäische Seite und der Kohlepreis würde auf dem Weltmarkt festgelegt, betont der Rohstoff-Experte.

    Chinas Rolle

    In erster Linie geschehe dies in China. Das Reich der Mitte verbrauche mehr als die Hälfte des gesamten weltweiten Kohlebedarfs, müsse allerdings aufgrund des Handelskrieges mit Australien seit diesem Jahr mit geringeren Importen auskommen, welche zu Stromausfällen geführt hätten. Insgesamt werde von einer Unterversorgung von 10 bis 20 Prozent der gesamten Stromkapazität gesprochen. Insbesondere in der Region Liaoning – der größten Provinz zur Stahlherstellung – komme es laut Tretter derzeit zu erheblichen Problemen. Bis zu 70 Prozent der Stromerzeugung in Liaoning entstamme aus Kohlekraftwerken und so dürfte es lediglich eine Frage der Zeit sein, bis es zu ersten Produktionsausfällen aufgrund von Stromausfällen käme. Die Ankündigung der chinesischen Regierung die Strompreise deutlich zu erhöhen, werde zwar für etwas Entspannung sorgen, die gestiegenen Preise für Strom würden sich allerdings direkt in steigenden Preisen für andere Rohstoffe wie Zink, Nickel, Lithium oder auch Stahl niederschlagen.

    Energiewende? Nicht so bald…

    "Grundsätzlich glauben wir, dass das Hauptproblem in einer zu geringen Exploration neuer Projekte liegt. Seit Jahren wird den Minenbetreibern erzählt, dass aufgrund der weltweiten Energiewende kein neues Öl, Gas oder Kohle mehr benötigt wird. Die Energiewende, welche sicherlich stattfinden muss, wird allerdings nicht so schnell stattfinden können, wie es sich Politiker weltweit vorstellen", sagt Tretter. Die Energiewende sei vielmehr eine Mammutaufgabe und werde eine generationsübergreifende Problemstellung darstellen.

    Bestes Beispiel hierfür sei China. Zwar würden keine neuen Kohlekraftwerke mehr exportiert, China habe aber selbst aktuell noch über 40 neue Kraftwerke im Bau: "Wir werden also noch eine lange Zeit auf Kohle angewiesen sein und wir erwarten, dass der Kohlepreis in den kommenden Monaten und Jahren noch deutlich weiter ansteigen wird. Die Kohle-Aktien sind aktuell etwas heiß gelaufen, nach einer Konsolidierung sehen wir allerdings hier gute Chancen für mittelfristig orientierte Anleger", schließt der Rohstoff- und Minenexperte.

    Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion




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