checkAd

Globale Lieferketten Gibt es eine Zukunft für das „Just-In-Time“-Handelsmodell?

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass das seit etwa 30 Jahren praktizierte Liefer- und Handelsmodell „Just-in Time“ nicht mehr wie gewohnt funktioniert, sobald es irgendwo beginnt zu haken.

Viele produzierende Unternehmen sind in Schwierigkeiten geraten, weil wichtige Bauteile wie Halbleiter plötzlich zu einer Mangelware werden und die Produktion zum Stillstand brachten. Viele Händler stehen vor dem Problem leerer regale, weil ihre Produkte auf einem Containerschiff oder in einem Hafen feststecken. Hier ist Umdenken und Neustrukturierung gefragt.

Definieren der schwächsten Lieferkettenglieder

Eines der Glieder, das zu Schwächen neigt, ist das der wenigen, weltmarktbeherrschenden Hauptzulieferern für wichtige Komponenten. Das lässt sich am Beispiel der Halbleiter sehr gut festmachen. Weltweit gibt mit dem taiwanischen Konzern tsmc, Samsung aus Südkorea und Intel aus den USA drei große Hersteller, die für einen Großteil der Halbleiterproduktion weltweit verantwortlich sind. Wie sehr sich eine Corona-bedingt verzögerte Produktion und Auslieferung bemerkbar machen, mussten unter anderem deutsche Autohersteller schmerzvoll erfahren, als sie wegen leerer Lager ihre Produktion drosseln mussten.

Globalisierung wird getragen von einer offenen, vorbehaltslosen Zusammenarbeit zwischen Staaten und Wirtschaftsräumen, die politisch unterstützt werden sollten. Sollen die Lieferketten weiterhin funktionieren, wird eine noch engere Abstimmung im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen Industrienationen unabdingbar sein.

Auch Thomas R. Mayer von der MR PLAN Group ist der Auffassung, dass die Probleme, die das produzierende Gewerbe im Zuge der Corona-Pandemie erfährt, häufig auch an den Gliedern der Lieferketten hängen und es in diesem Bereich Optimierungsbedarf gibt. Der Warenstrom wird sich seiner Meinung nach allerdings nur begrenztem Maße de-globalisieren. Vielmehr werden die Unternehmen dem Sicherheitsaspekt bei den Lieferketten der Zulieferer deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken.

Infrastrukturen als weitere Ursache gestörter Lieferketten

Alleine die Corona-Pandemie für die stockenden Lieferketten verantwortlich zu machen, genügt nicht. Es gab und gibt auch andere Gründe, warum dieses hochsensible Gefüge aus dem Takt geraten ist. Beispielsweise führte schon die mehr als einwöchige Sperrung des Suezkanals nach der Havarie eines Superfrachters zu monatelang nachwirkenden Engpässen.

Aber auch die zum Teil suboptimalen Infrastrukturen der großen Häfen an der US-Westküste haben dazu geführt, dass Schiffe wochenlang auf den Entladeprozess warten müssen und dass entladene Container nicht abtransportiert und ihren Empfängern zugestellt werden können. Es fehlt an Hafenarbeitern und auch an Lkw-Fahrern. Schlechte Arbeitsbedingungen und Entlohnung von Fachkräften tun das Ihrige, um die Krise zu verstärken.

Langfristig lässt sich das Problem nicht funktionierender Lieferketten nur durch ein globales Liefersystem lösen, das auf Störungen vorbereitet und dadurch nicht mehr so anfällig ist. In den Unternehmen muss es zu einer größeren Diversifikation der Zulieferstaaten, einer Erhöhung von Sicherheitsbeständen, zur Optimierung hinsichtlich der Steuerung von Zulieferprozessen sowie zu einer Verbesserung der Informationsflüsse, auch unter Zuhilfenahme der Digitalisierung und der Nutzung künstlicher Intelligenz kommen.

Es ist für Unternehmen von wesentlicher Bedeutung, noch genauer zu planen, gerade, wenn es um die Realisierung neuer Projekte, etwa den Bau einer neuen Produktionsstätte geht. Dabei kann die Digitalisierung und der Einsatz neuer Technologien einen wichtigen Beitrag leisten.



Industrie 4.0 - Die Digitalisierung und der Einsatz neuer Technologien ist in der heutigen Zeit unabdingbar.

Prozessoptimierung & ideale Wertschöpfung

Ein international agierendes Unternehmen ist die MR PLAN Group aus Donauwörth, die sich auf die Begleitung von Projekten im Bereich Strategisches und Operatives Engineering spezialisiert haben, Unterstützen große Konzerne und auch mittelständische Unternehmen dabei, ihre Geschäftsprozesse entlang der Bereiche Strategie (vor allem Produktions- und Logistikstrategie) und Digitalisierung (Industrie 4.0 bzw. Wertschöpfung 4.0) zu optimieren.

Zudem können Experten im Rahmen von Projekten die Bereiche Planung und Engineering sowie Architektur, Bau und TGA analysieren und so gestalten, sodass auch diese Unternehmenssegmente hinsichtlich des Workflows und der Materialversorgung Planungssicherheit und höchstmögliche Effizienz gewährleisten. Unternehmen wie die MR PLAN Group sind in der Lage, die gesamte Projektsteuerung zu verantworten sowie das Gesamt- oder Teilprojektmanagement zu übernehmen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit ausgewiesenen Fachleuten zur Optimierung in Sachen Qualitätsmanagement zu kooperieren.


Thomas R. Mayer von MR PLAN Group bietet umfangreiches Know-How für nationale und internationale Kunden wenn es um die Modifizierung des Liefermodells "Just-in Time" geht. Quelle: MR PLAN Group

Für Thomas R. Mayer, Mitglied des Management-Boards von MR PLAN Group, ist es wichtig zu betonen, dass effiziente Fertigungs- und Logistikprozesse das Fundament der sogenannten Produktionslayouts bilden. Für ihn gilt dies beispielsweise bei der Produktoptimierung im Hinblick auf fertigungsbezogene Features sowie das optimierte Einsteuern von Aufträgen innerhalb einer vernetzten und synchronisierten Lieferkette. Eine solche Optimierung kann nur durch ein hohes Maß an Flexibilität, Vernetzung und Automatisierung gelingen.

Liefermodell „Just in Time“ zukunftssicher gestalten

Wer als Unternehmen auch zukünftig am Markt bestehen möchte, der muss zwar das Modell „Just in Time“ nicht gänzlich über Bord werfen, sollte es aber modifizieren. Ein Weg kann dabei sein, sich stärker auf regionale Zulieferer zu fokussieren. Damit würde man nicht nur die Abhängigkeit von Weltmarktführern reduzieren, sondern könnte auch die Lieferketten vereinfachen, weil es keine Notwendigkeit mehr gibt, bestimmte Bauteile oder fertige Produkte aus weit entfernten Ländern oder sogar von anderen Kontinenten zu ordern, sondern sie vielmehr „direkt um die Ecke“ zu bestellen. Die Planungssicherheit würde sich deutlich erhöhen und das Risiko einer gedrosselten Produktion bzw. einer verzögerten Auslieferung würde sinken.



Wertpapier



0 Kommentare
Gastautor: Seyit Binbir
 |  1382   |   |   

Schreibe Deinen Kommentar

Disclaimer

Globale Lieferketten Gibt es eine Zukunft für das „Just-In-Time“-Handelsmodell? Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass das seit etwa 30 Jahren praktizierte Liefer- und Handelsmodell „Just-in Time“ nicht mehr wie gewohnt funktioniert, sobald es irgendwo beginnt zu haken.