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Aktien Frankfurt: Moderate Verluste - Impulsgeber fehlen
Foto: Dimitry Anikin - unsplash

Aktien Frankfurt Moderate Verluste - Impulsgeber fehlen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat es am Dienstag keine Nikolaus-Geschenke gegeben. Um die Mittagszeit verlor der Leitindex Dax 0,20 Prozent auf 14 418,53 Punkte. Damit knüpfte er an seinen verhaltenen Wochenauftakt an, nachdem er am Freitag mit 14 584 Punkten einen weiteren Höchststand seit Juni erreicht hatte. Er hängt weiter in der seit Mitte November laufenden Konsolidierungsspanne fest.

Ähnlich sah es bei den anderen Indizes aus. Beim MDax der mittelgroßen Werte stand zuletzt ein Minus von 0,37 Prozent auf 25 808,28 Punkte zu Buche. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,18 Prozent auf 3949,38 Zähler.

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Rückenwind von den Übersee-Börsen gab es erneut nicht. Am US-Markt hatte es am Vortag einen deutlicheren Rücksetzer auf hohem Niveau gegeben, und aktuell zeichnet sich ein wenig bewegter Auftakt in New York ab. In Asien fehlte nach dem starken Wochenstart in China und Hongkong ein einheitlicher Trend.

Ebenfalls Mangelware waren wichtige Konjunkturdaten. Der Auftragseingang für die Industrie in Deutschland im Oktober - ein Hinweisgeber auf die am Mittwoch anstehenden Zahlen zur Industrieproduktion - legte gegenüber dem Vormonat deutlicher als erwartet zu.

Auch kursbewegende Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. In den wichtigen deutschen Aktienindizes stach Eckert & Ziegler mit einem Kursrutsch von zuletzt noch neun Prozent auf 50,30 Euro heraus - damit war er abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax . Der Strahlen- und Medizintechnikkonzern wurde durch eine Aktienplatzierung belastet. Ein institutioneller Investor bietet laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg bis zu 1,1 Millionen Aktien zum Preis von 47 Euro an. Im Streubesitz befinden sich gemäß Unternehmensangaben aktuell 11,8 Millionen Papiere.

Dagegen stabilisierten sich die Titel von Flatexdegiro nach dem Einbruch am Vortag mit einem Plus von einem halben Prozent ein wenig. Zwar gab mit der Investmentbank Keefe, Bruyette & Woods ein weiteres Finanzinstitut seine bisher positive Anlageempfehlung auf. Doch die gesenkten Kursziele der Analysten, die bisher auf die negativen Unternehmensnachrichten reagiert haben, liegen noch alle klar über dem aktuellen Bewertungsniveau. Zudem spricht bisher kein Haus eine explizit negative Empfehlung aus. Der Online-Broker hatte die Anleger mit einer erneuten Senkung der Jahresziele, einer deutlichen Kapitalerhöhung bei der hauseigenen Flatexdegiro Bank AG und der Einbehaltung des diesjährigen Überschusses geschockt.

Im Dax führten die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) mit minus 3,7 Prozent die Verliererliste an. Nach nur zwei Monaten gibt es beim kriselnden Dialysekonzern den nächsten Führungswechsel. Carla Kriwet hatte am Montagabend ihr Mandat als Vorsitzende und Mitglied des Vorstands niedergelegt. Helen Giza übernimmt die Unternehmensführung. Sie bleibt zudem Finanzchefin, bis ein Nachfolger gefunden ist. Jefferies-Analyst James Vane-Tempest sprach von einer Überraschung. Er verwies ebenso wie ein Börsianer auf strategische Differenzen zwischen Kriwet und dem seit Oktober amtierenden Fresenius-Chef Michael Sen über den richtigen Kurs für eine Trendwende. Mit einem Kursrückgang von 48 Prozent seit Jahresbeginn gehört FMC zu den größten Verlierern im Dax.

Die Talanx -Titel gewannen zum Kapitalmarkttag an der MDax-Spitze 2,8 Prozent. Die angekündigte Dividendenanhebung des Versicherungskonzerns fällt laut Händlern ebenso etwas deutlicher als am Markt erwartet aus wie die bis 2025 geplante Anhebung der Ausschüttung. Basis dafür ist die bis dahin avisierte deutliche Gewinnsteigerung.

Ansonsten sorgten Analystenkommentare für Kursbewegungen. Bester SDax-Wert mit fast zehn Prozent Plus war PVA Tepla . Die Investmentbank Oddo BHF stufte die Aktien gleich doppelt hoch und spricht nun eine positive Anlageempfehlung aus. Trotz eines komplizierten Umfeldes sollte 2023 ein Wachstumsjahr für das Hightech-Unternehmen werden, schrieb Analystin Melek Laabidi zur Begründung.

Eine wohlwollende Studie der Schweizer Bank Credit Suisse verhalf dem Versorger RWE mit plus 1,4 Prozent an die Dax-Spitze. Dagegen zählte Fraport mit einem Kursrückgang um zweieinhalb Prozent zu den größten Verlierern im MDax. Die US-Bank JPMorgan zieht derzeit andere Infrastrukturwerte dem Frankfurter Flughafenbetreiber vor./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---




Nachrichtenagentur: dpa-AFX
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