Profitabilität rückt näher
Peloton: Aktienkurs explodiert um 35 Prozent – aber Zukunft bleibt unsicher
Der Fitness-Konzern Peloton ist mit seinen jüngsten Zahlen der Profitabilität deutlich näher gerückt. Die Aktie hebt ab. Aber ist damit die Trendwende erreicht?
- Peloton erzielt überraschend starke Quartalszahlen.
- Aktie steigt um 35 %, größter Gewinn seit 2019.
- Zukunft ungewiss, Analysten bleiben skeptisch.
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Die Aktien von Peloton Interactive erlebten am Donnerstag im US-Handel einen historischen Kurssprung, nachdem das Fitnessunternehmen überraschend starke Quartalsergebnisse vorlegte, die die Erwartungen der Analysten übertrafen. Die Aktie stieg um beeindruckende 35 Prozent auf 4,55 US-Dollar, was den größten Tagesgewinn seit dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2019 darstellt. Trotz dieses Erfolgs bleibt die Zukunft des Unternehmens angesichts eines schwierigen Marktumfelds ungewiss.
Peloton erzielte im vierten Geschäftsquartal einen Umsatz von 644 Millionen US-Dollar, was einem minimalen Anstieg von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, aber die Analystenerwartungen von 630,1 Millionen US-Dollar übertrifft. Der Verlust pro Aktie konnte auf 8 Cent reduziert werden, während die Wall Street mit einem Verlust von 17 Cent gerechnet hatte. Im Vergleich dazu hatte Peloton im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch einen Verlust von 68 Cent pro Aktie verzeichnet.
Das Unternehmen, das während der Pandemie einen enormen Aufschwung erlebte, kämpft seit dem Ende der Lockdowns mit einer nachlassenden Nachfrage nach Heimfitnessgeräten. Dennoch konnte Peloton seine Verluste erheblich reduzieren, was auf Kostensenkungen und eine striktere Ausgabenkontrolle zurückzuführen ist. "Wir sind besonders stolz auf unsere Fortschritte in Richtung Profitabilität", erklärte das Unternehmen in einem Brief an die Aktionäre.
Trotz des positiven Quartalsergebnisses bleibt der Ausblick für das Geschäftsjahr 2025 gedämpft. Peloton prognostiziert einen Jahresumsatz von 2,4 bis 2,5 Milliarden US-Dollar, was unter den Erwartungen von 2,7 Milliarden US-Dollar liegt. Das Unternehmen geht zudem davon aus, dass die Zahl der zahlenden Abonnenten für vernetzte Fitnessangebote auf 2,68 bis 2,75 Millionen sinken wird, weit entfernt von den 2,98 Millionen, die von Analysten erwartet wurden.









Die Schwierigkeiten von Peloton, in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu wachsen, haben das Unternehmen dazu veranlasst, sich stärker auf die Profitabilität zu konzentrieren. Dies zeigt sich in einer Reduzierung der Marketingausgaben um 19 Prozent und in einer Verschiebung der Strategie hin zu profitableren Geschäftsbereichen, wie dem Verkauf von gebrauchten Fitnessgeräten und dem Tread-Programm, das im letzten Quartal ein Wachstum von 42 Prozent verzeichnete.
*ab 500 Euro Ordervolumen über gettex, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Interim-CEO Karen Boone erklärte, dass die Suche nach einem neuen CEO im Gange sei und die Ernennung voraussichtlich bis zur nächsten Ergebnisveröffentlichung im Herbst erfolgen werde. "Wir haben einige sehr qualifizierte Kandidaten im Auge und sind weit fortgeschritten im Auswahlprozess", sagte Boone.
Experten skeptisch
Obwohl die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass Peloton auf einem guten Weg ist, bleibt die Herausforderung bestehen, das Unternehmen langfristig auf stabile finanzielle Füße zu stellen. Analysten bleiben skeptisch: Von den 22 Analysten, die die Aktie abdecken, empfehlen nur drei einen Kauf, während 16 eine Halteempfehlung aussprechen und drei zum Verkauf raten.
Peloton steht vor der Aufgabe, sich in einem postpandemischen Markt neu zu positionieren, in dem sich das Verbraucherverhalten grundlegend verändert hat. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob das Unternehmen seinen Turnaround fortsetzen kann oder ob weitere Herausforderungen auf dem Weg zur nachhaltigen Profitabilität warten.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

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