Chartanalyse
ThyssenKrupp: Kann man diesen Boden bereits kaufen?
In der ThyssenKrupp-Aktie ist es in den vergangenen Tagen zu einer Bodenbildung gekommen. Ist diese bereits einen Kauf wert oder sollten Anleger weiter abwarten?
- ThyssenKrupp-Aktie zeigt Bodenbildung, aber unsicher.
- Abwärtstrend seit Jahren, keine ernsthaften Ausbrüche.
- Aktuell kein Kaufsignal, Stopp-Loss empfohlen.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Die Aktie des Metallerzeugers ThyssenKrupp hat sich seit dem Jahreswechsel halbiert. Die weltweite Stahlkrise infolge der schwachen Baukonjunktur sowie die gestiegenen Energiepreise haben die bereits seit Jahren anhaltenden Schwierigkeiten der Essener weiter verschärft.
Bisherige Bemühungen, die Geschäfte des Unternehmens wieder anzukurbeln schlugen mit Blick auf die Kursentwicklung ebenso fehl wie die Umstrukturierung und Verschlankung des Konzerns etwa durch die Abspaltung des Wasserstoffgeschäfts Nucera.
Kann man diesen Boden kaufen?
Trotz dieser Schwierigkeiten haben sich die Bullen in den vergangenen Tagen an einer Bodenbildung versucht, die Aktie konnte sich von ihren bisherigen Jahrestiefs im Bereich von 3,05 Euro lösen. Ist das bereits einen Einstieg in die Aktie wert?
Aktie bislang ohne Anstiegschance
Übergeordnet ist die Aktie fest in der Hand der Bären. Gegenüber dem Stand vor drei Jahren stehen bei ThyssenKrupp Verluste von zwei Dritteln zu Buche, nicht besser sieht die Bilanz der vergangenen 12 Monate mit Abgaben in Höhe von rund 57 Prozent aus. Damit liegt ein klarer Abwärtstrend vor.
Dieser verläuft seit dem Herbst letzten Jahres in einem Trendkanal mit einem Umfang von etwa einem Euro. Dieser ist mit Ausnahme einer Korrekturverschärfung zum Jahresbeginn respektiert worden. Ausbruchsversuche zur Oberseite gab es keine ernsthaften. Nur zeitweise konnte die Aktie die 50-Tage-Linie zurückerobern.
Kurzfristig neutral, übergeordnet bearish
Im Zuge der Gesamtmarktkorrektur Anfang August fiel auch ThyssenKrupp und erreichte so neue Mehrjahrestiefs, die in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale gelten. Im Bereich von 3,05 Euro gelang den Käufern jedoch ein Rebound, der bis zum Wochenauftakt anhielt. Am Dienstag kämpft die Aktie mit neuen Verlusten, noch ohne dabei aber die kurzfristige Aufwärtstrendlinie zu gefährden.
Eine strukturelle Verbesserung ist den Käufern der Aktie mit ihrem Bodenbildungsversuch aber noch nicht gelungen. Der MACD verharrt weiter tief im negativen Bereich und zeigt damit einen intakten Abwärtstrend an. Ein Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal, der sich aktuell zwischen 3,50 und 3,60 Euro ergeben würde, ist angesichts des keine Impulse liefernden Relative-Stärke-Index (RSI) nicht in Sicht. Damit ist ThyssenKrupp in der Mitte des Trendkanals liegend als neutral einzustufen.
Fazit: Aktuell kein Kaufsignal in Sicht
Damit besteht für Anleger keine Eile, sich bei der Aktie zu engagieren. Wenngleich die bullishen Divergenzen in RSI und MACD darauf hindeuten, dass es mittelfristig zu einer nachhaltigen Trendwende kommen könnte, ist diese aktuell noch nicht abzusehen.
Ein erstes prozyklisches Kaufsignal würde sich oberhalb des durch die 50-Tage-Linie und der Oberkante des Abwärtstrends gebildeten Widerstandsbereich ergeben. Mit einer weiteren Kursbewegung zur Unterkante müssten Anleger rechnen, wenn die kurzfristige Aufwärtstrendlinie aufgegeben werden sollte.
Ein Unterschreiten des Trendkanals dürfte wie bereits im Februar zu einer (zwischenzeitlichen) Abwärtstrendverschärfung führen. Wer sich also auf der Long-Seite engagieren und schon jetzt auf eine Trendwende wetten möchte, sollte sich mit Stopp-Losses absichern.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen

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