Zeitenwende
Buffett-Aktie BYD schließt zu Tesla auf, während VW verliert
Deutsche Hersteller dominierten lange Zeit den Automarkt. Diese Vormachtstellung geht nun wahrscheinlich zu Ende.
- BYD überholt VW und Tesla im Umsatz im Q3 2024.
- VW verliert Marktanteile und plant drastische Einschnitte.
- BYD profitiert von starkem Wachstum und Subventionen.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

„Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte.“ So spiegelt ein einfacher Chartvergleich zwischen BYD und VW die gesamte aktuelle Stimmung am Automarkt wider. Während BYD-Aktien innerhalb der vergangenen fünf Jahre etwa 728 Prozent zugelegt haben, verloren VW-Vorzugsaktien mehr als 47 Prozent an Wert (30.10.2024).
Die aktuellen Quartalszahlen sprechen eine ähnlich deutliche Sprache.
Quelle: wallstreet-online.de
BYD im dritten Quartal 2024 mit neuem Absatzrekord
So berichtet BYD für sein drittes Quartal 2024 über einen Umsatzzuwachs in Höhe von 24,04 Prozent auf etwa 201,1 Milliarden chinesische Yuan (28,26 Milliarden US-Dollar) und einen Gewinnanstieg um 11,47 Prozent auf 11,61 Milliarden chinesische Yuan (1,63 Milliarden US-Dollar).
Damit lag BYD auf Quartalsbasis mit 28,26 Milliarden US-Dollar erstmals vor Tesla, dass 25,18 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftete. Darüber hinaus entwickelt sich BYD dynamischer als Tesla, das derzeit Marktanteile an die aufkommende E-Auto-Konkurrenz verliert.
BYD profitiert vor allem von seiner Produktpalette (Hybrid- und reine E-Autos) als auch der starken Marktstellung im derzeit wichtigen Automarkt China. Der chinesische Konzern erwirtschaftet hier weiterhin mehr als 90 Prozent seiner Umsätze, verbucht mehr als ein Drittel der dortigen E- und Hybridauto-Gesamtverkäufe für sich und profitiert von Subventionen, die allerdings am Jahresende 2024 auslaufen.
So haben sich Ende Oktober 1,57 Millionen Chinesen für einen Alt-gegen-neu-Zuschuss in Höhe von 2.800 US-Dollar registriert. Lokale Regierungen geben zusätzlich umrechnet etwa 2.810 US-Dollar hinzu.
BYD verkaufte im dritten Quartal 1.134.892 E- und Hybridwagen, was gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs um 37,73 Prozent darstellt. Der Absatz reiner E-Wagen verlief dabei mit einem Plus von nur 2,74 Prozent auf 443.426 Einheiten eher schleppend, während Hybridautos um 75,63 Prozent auf 685.830 Verkäufe zulegten. Tesla verkaufte mit 462.890 reinen E-Autos (+6,4 Prozent) immer noch leicht mehr, aber BYD schließt auf.









Seit Jahresbeginn 2024 verbucht BYD einen Umsatzzuwachs von 18,94 Prozent auf 502,25 Milliarden chinesische Yuan (70,58 Milliarden US-Dollar), während der Gewinn um 18,12 Prozent auf 25,24 Milliarden chinesische Yuan (3,55 Milliarden US-Dollar) stieg.
BYD wächst auch im Ausland
Im Ausland muss BYD seine aggressiven Verkaufspläne im Gesamtjahr 2024 allerdings von 500.000 auf 450.000 Einheiten zurückschrauben. Im dritten Quartal 2024 stieg der Absatz außerhalb Chinas um 32,6 Prozent auf 94.477 Fahrzeuge. Zwar planen die USA und Europa hohe Zölle auf Wagen chinesischer Hersteller. Doch dies wird dazu führen, dass diese noch stärker vor Ort produzieren, was VW und weitere heimische Hersteller noch mehr unter Druck setzen wird.
VW verliert
Der deutsche Hersteller VW, sitzt hingegen in einer Zwickmühle und wird deshalb gegenüber BYD und Tesla langfristig wahrscheinlich weiter verlieren. So haben sich die Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa verschlechtert und in China verliert Volkswagen Marktanteile.
Allein im dritten Quartal 2024 sank der operative Gewinn um 42 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro, während der Umsatz um 0,5 Prozent nachgab. Der Absatz und die operative Marge fielen ebenfalls um 8,3 Prozent beziehungsweise von 6,2 auf 3,6 Prozent. In China verringerte sich der Umsatz sogar um zwölf Prozent.
VW steht deshalb vor einer Rosskur, die harte Einschnitte mit sich bringt. So plant das Management Kosteneinsparungen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar und die Schließung von drei deutschen Werken.
*zzgl. marktüblicher Spreads und Fremdkosten
Fazit BYD, Tesla und VW
Im Vergleich der drei Autohersteller besitzt BYD derzeit die besten Karten, gefolgt von Tesla, während VW in einer ernst zu nehmenden Krise steckt. Warren Buffett hat seit 2008 wieder einmal auf das richtige Pferd gesetzt.
Autor: Christof Welzel, wallstreetONLINE Redaktion

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