checkAd

Trading Exkurs Zonenwechsel im Trading: Unterstützung wird Widerstand et vice versa

11.11.2014, 15:04  |  6356   |   |   

Im Trading kommt es häufig zu einem Wechsel von Unterstützung zu Widerstand. Mittels Zonen identifiziert ein Trader relevante Chartmarken und verbessert seine Tradingergebnisse.

Ich werde immer wieder gefragt, was der Unterschied zwischen einer Unterstützungszone und einer Widerstandszone ist und lese aus anderen Beiträgen hier heraus, dass es dazu auch gerne Verwirrung gibt. Besonders wenn diese gleichbleibenden Zonen wechseln, entstehen Fragen dazu. Anhand des aktuellen Charts möchte ich dies hier nun beantworten und damit eine kleine Mitarbeits-Exkursion außerhalb der Foren Daytrading und Charttechnik anregen.
 
Was ist eine Unterstützung?
 
Laut Definition ist eine Unterstützung immer ein Tiefpunkt eines Kursverlaufs. Sie ist damit unter dem aktuellen Kurs angesiedelt. Ist dieser Unterstützungspunkt ein sehr markanter Punkt, wie beispielsweise ein Tagestief, dann hat er auch in den Folgetagen eine charttechnische Relevanz. Woraus ergibt sich diese? Nun, weil dort bzw. kurz darunter viele Orders platziert sind. Einerseits Stopp-Orders für Long-Positionen und andererseits auch Short-Sell-Orders für Marktteilnehmer, die auf weitere Tiefpunkte im Kursverlauf setzen. Diese Orderhäufung kann genau an dem Punkt einer Unterstützung noch einmal zusätzliches Gewicht verleihen. Denn auch direkt vor dem Punkt werden Orders aufgegeben. Nämlich von genau den Marktteilnehmern, die auf ein Halten dieser Unterstützung spekulieren.
 
Eine solche punktuelle Unterstützung kann man sich somit mit einer horizontalen Linie einzeichnen, wie bspw. aktuell das Tagestief vom Montag im Deutschen Aktienindex:
 
 
Als Ableitung für den Handel gilt dann: vor diesem Punkt auf das Halten der Unterstützung setzen = long und bei Bruch dieses Punktes auf weiteres Abwärtspotenzial setzen = short.
 
Somit bildet die Identifikation eines solchen Punktes für charttechnisch orientierte Trader immer eine Orientierung. Je größer die Zeiteinheit der Analyse ist, desto wichtiger und damit hochwertiger werden solche Verlaufspunkte. Ein Tagestief ist daher nicht so hochwertig wie ein Wochentief und dieses widerum nicht so hochwertig wie ein Monatstief. Denn je höher die Zeiteinheit, desto mehr Marktteilnehmer sind an solchen Punkten aktiv – von Daytradern im Minutenchart bis zu Hedgefonds im Monatschart. So verwundert es auch nicht, wenn teilweise sehr heftige Bewegungen eingeleitet werden. Als Daytrader staunt man vielleicht „warum 100 Punkte in einem Rutsch?“, aber zoomt man den Chart etwas zurück, erkennt man oft: „Ach da lag ein Wochentief und dort wurden andere Marktteilnehmer aktiv“ – wichtige Einsicht und damit einen Blick wert, sich solche Punkte einzuzeichnen.
 
Was ist ein Widerstand?
 
Dieser Absatz leitet sich logischerweise aus dem vorherigen Absatz ab. Denn ein Widerstand ist die „andere Seite“ – wenn ein Hochpunkt über dem aktuellen Kursverlauf angesiedelt ist. Auch dies kann ein Verlaufs-, Tages- oder auch Monatshoch sein. Zur Visualisierung zeichnen wir auch hier im aktuellen Chart das Monatshoch vom Deutschen Aktienindex ein:
 
 
Synonym zum Absatz Unterstützung gilt auch hier die Häufung von Orders anderer Marktteilnehmer. Und natürlich auch deren Intention, bei einem Durchbruch bestehende Short-Positionen zu verringern und Long-Positionen prozyklisch einzugehen.
 
Vom Punkt zur Zone
 
Treten nun mehrere Punkte (ob Unterstützung oder Widerstand ist hierbei egal) auf einer horizontalen Linie oder in einem horizontalen Bereich auf, dann nenne ich diese Häufung Widerstandszone oder Unterstützungszone. Sie ist wie der jeweilige Punkt durch die Definition als über dem Kurs bzw. unter dem Kurs liegend charakterisiert und steht für eine Häufung der Orders anderer Marktteilnehmer. Wie stark diese Häufung sein kann, sodass sie genau die Tagesrange definiert, hatten wir gestern (Montag 10.11.) gesehen. Zur Erinnerung folgt der Chart des DAX an dieser Stelle mit den entsprechenden Markierungen der Zonengrenze des Handelstages (komplett nachlesbar in der Abendanalyse der Tages-Trading-Chancen).
 
 
 
Im Ergebnis konnte man hierbei im ersten Ziel 30 Punkte und danach bis zu 50 Punkte zum nächsten Widerstand generieren. Dies kann im Daytrading-Forum bei meinem Update nachgelesen werden: zum Update der Abendanalyse.
 
Aber nicht jeden Tag finden wir so eine Zone, aber einmal gefunden hat sie meist über mehrere Tage Bestand. Bis sie bricht...und dann? Dann wechseln wir die Zone einfach.
 
Wechsel einer Zone
 
Dann kann aus einer Unterstützungszone ganz schnell eine Widerstandszone werden. Ohne Veränderung der Zone selbst. Für mich ist daher ein Durchschreiten der Zone mit anschließendem Ausbruch kein Grund, diese Zone aus dem Chart des DAX zu entfernen. Und auf genau dies möchte ich hier aufmerksam machen.
 
So geschehen am Freitag dem 07.11. mit erneutem Überschreiten der Widerstandszone, welche sich demzufolge in eine Unterstützungszone wandelt und in folgendem Chartbild von grün auf rot wechseln muss. Grün ist die allgemein anerkannte Signalfarbe für steigende Kurse (über eine Unterstützung sind Kurse somit tendenziell steigend und rot die anerkannte Signalfarbe für fallende Kurse).
 
 
Die Zone wird somit nur versetzt, behält aber ihre Präsenz im Chart bei:
 
 
Es drängt sich sicherlich folgende Frage auf:
 
 
Gibt es dies auch außerhalb des Daytrading?
 
Selbstverständlich kann man solche Zonen in allen Zeiteinheiten identifizieren und auch handeln. Wie bereits geschrieben sind unterschiedliche Marktteilnehmer auf unterschiedlichen Zeiteinheiten aktiv. An den Zonen und dem Chart ändert sich aber dadurch nichts. So kann man den Chart auch jederzeit erweitern und weitere Zonen entdecken. Diese helfen einem Trader, den großen Überblick zu bewahren. Und schon ist er nicht mehr erschrocken, wenn eine schnelle und starke Bewegung einsetzt!
 
 
Ebenso wechseln hier die Zonen gelegentlich und als Trader muss man umdenken, wenn eine Unterstützung zu einem Widerstand wird oder umgekehrt. Auch wenn es kompliziert aussieht, habe ich dies mit Pfeilen einmal in diesem Zeitraum verbildlicht:
 
 
Diese Zonen dienen somit letztlich der Orientierung im Chart, ob als Indikator für die Frage „wo entsteht Bewegung“ oder als Einstiege in eine Positionierung oder aber auch bei erfolgter Positionierung als Ziel für einen Teil(verkauf).
 
Soweit mein kleiner Exkurs aus dem Alltag des Tradings heraus zum Thema Zonen im DAX. Gerne gehe ich in einem weiteren Artikel spezieller darauf ein, wie sich ein Zonenwechsel andeutet und wo hierbei die genauen Stopps und Einstiege liegen sollten. Dies mache ich aber von der Anzahl der Leser und dem Feedback abhängig. Denn normalerweise gibt es solche Artikel nur für alle Premiummitglieder (für Premium-Mitgliedschaft hier klicken).
 
Viel Erfolg im Handel,
Bernecker1977 – Andreas Mueller


DAX jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Anzeige


Broker-Tipp*

Über Smartbroker, ein Partnerunternehmen der wallstreet:online AG, können Anleger ab null Euro pro Order Wertpapiere handeln: Aktien, Anleihen, 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Beim Smartbroker fallen keine Depotgebühren an. Der Anmeldeprozess für ein Smartbroker-Depot dauert nur fünf Minuten.

* Wir möchten unsere Leser ehrlich informieren und aufklären sowie zu mehr finanzieller Freiheit beitragen: Wenn Sie über unseren Smartbroker handeln oder auf einen Werbe-Link klicken, wird uns das vergütet.


Anzeige


Wertpapier



8 Kommentare

Disclaimer

Trading Exkurs Zonenwechsel im Trading: Unterstützung wird Widerstand et vice versa Die Identifikation von Zonen im Chart generiert eine wichtige Orientierung für alle charttechnischen Trader. Dies gilt nicht nur für das Daytrading. Wie diese Zonen in der Anwendung genutzt werden und warum es wichtig ist, deren Wechsel zu identifizieren, zeigt folgender Fachartikel.

Community

Anzeige

Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel