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Auf dem Weg zur DDR light Auch die SPD ist für eine Auto-Planwirtschaft

Gastautor: Rainer Zitelmann
11.08.2017, 10:04  |  1123   |   |   

Nachdem Cem Özdemir unlängst planwirtschaftliche Vorgaben für die Autoindustrie gefordert hatte, legt SPD-Kanzlerkandidat Schulz jetzt nach. Nicht mehr die Unternehmen, sondern der Staat soll entscheiden, welche Autos produziert werden.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet heute: "SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verlangt als Konsequenz aus der Diesel-Affäre die Einführung einer verbindlichen Quote für Elektroautos in Europa, um den Durchbruch für die Elektromobilität massiv zu beschleunigen. Diese Forderung ist Teil eines Fünf-Punkte-Plans zur Zukunft des Automobilstandortes Deutschland… Von der Industrie verlangt der Schulz-Plan Investitionen in eine eigene Batterie- und Zellproduktion in Deutschland, um von ausländischen Herstellern unabhängig zu werden. ‚Die deutsche Autoindustrie muss beim Thema Elektro-Autos deutlich besser werden' sagte Schulz. Der US-Hersteller Tesla sei hierzulande ‚viel zu lange belächelt' worden, diese ‚Hochnäsigkeit' könne sich die deutsche Autoindustrie nicht mehr leisten."

Wer ist höchnäsig?
Hochnäsig???? Wer ist hochnäsig? Die Manager der deutschen Automobilindustrie, die seit Jahrzehnten zusammen mit den Japanern führend in der ganzen Welt sind? Oder vielmehr der Schulabbrecher Schulz und der Erzieher Özdemir, die ständig besserwisserisch den Unternehmen in ihre Produktpolitik hereinreden und meinen, die Automobilindustrie wäre besser dran, wenn Politiker künftig festlegen, welche Autos produziert werden sollen?

Planwirtschaft
Was ist der Unterschied zwischen sozialistischer Planwirtschaft und Marktwirtschaft? In einer Marktwirtschaft entscheiden die Unternehmen, was sie produzieren. In einer Planwirtschaft entscheidet das der Staat. In einer Marktwirtschaft herrschen letztlich die Konsumenten, weil die Unternehmen sich nach deren Wünschen ausrichten müssen. In einer Planwirtschaft entscheiden Politiker und Beamte in Planungsbehörden, weil sie glauben, dass sie am besten wissen, was für die Menschen gut ist und was sie wollen sollen. Wenn Schulz den Automobilherstellern mit einer Quote vorschreiben will, wie viele Elektroautos sie produzieren und Vorschriften machen möchte, dass die Batterien für E-Autos in Deutschland produziert werden müssen, dann sind das planwirtschaftliche Ideen.

Ähnliche Vorstellungen hatte jüngst Cem Özdemir von den Grünen geäußert: "Lasst uns ne Zukunftskommission einsetzen mit Arbeitgebern, Gewerkschaften, Wissenschaft, Verbraucherverbänden. Und da diskutieren wir über das Auto von morgen. Unter Leitung im Kanzleramt. Und da legen wir fest, was wir brauchen für die Verkehrswende." Als Vorbild nannte er die Energiewirtschaft - die ja bekanntlich in Deutschland inzwischen ebenfalls planwirtschaftlich dirigiert wird.

DDR light
Deutschland auf dem Weg zur DDR light? Planwirtschaft in der Automobilproduktion ist nichts Neues in Deutschland. Das hatten wir schon einmal, nämlich in der DDR. Ergebnis am Ende der DDR (1989): 67,8 Prozent der Westdeutschen besaßen ein eigenes Auto, in der DDR waren es 54,3 Prozent. Davon waren über die Hälfte die sogenannten "Trabis". Lediglich 0,1 Prozent des Autobestandes kam aus dem Westen. Auf einen Neuwagen mussten DDR-Bürger zwischen 12,5 und 17 Jahre lang warten. Vorsorglich meldete sich fast jeder für ein Auto an, die Autoanmeldungen wurden dann zu 2.000 bis 40.000 Mark gehandelt. So konnte man sich in der Warteschlange für Autos nach vorne schieben. Zugleich bildete sich ein schwunghafter Schwarzhandel, bei dem Gebrauchtwagen für das Zwei- bis Dreifache des Neuwertes gehandelt wurden.

Ein Lied für Schulz, Özdemir und Wagenknecht
Hier habe ich ein Lied, das Politiker wie Schulz, Özdemir und Wagenknecht künftig gemeinsam singen könnten. Es stammt aus einem Liederbuch der "Jungen Pioniere" der DDR:

"Lieber Plan, lieber Plan, was hast du für uns getan?
Schuh und Kleider euch gebracht, schwarze Brötchen weiß gemacht,
das hab' ich getan.
Lieber Plan, lieber Plan, hast du nicht noch mehr getan?
Überall, wohin ihr schaut, Häuser, Schulen aufgebaut,
das hab' ich getan.
Lieber Plan, lieber Plan, und wo bleibt die Eisenbahn?
Züge sausen hin und her, Schiffe schick ich übers Meer,
das hab' ich getan.
Lieber Plan, lieber Plan, was willst du noch für uns tun?
Noch mehr Kohle, Stahl und Erz, und für euch ein frohes Herz -
das will ich noch tun.
Lieber Plan, können wir dabei tüchtig helfen dir?
Für den Frieden lernt und wacht,
Frieden alle glücklich macht. Ja, das wollen wir."

Vielleicht kann Angela Merkel ja mitsingen, nachdem sie in der deutschen Energiewirtschaft bereits eine Planwirtschaft eingeführt hat. Als ehemaliges Mitglied der Jungen Pioniere und spätere Sekretärin für Agitation und Propaganda der SED-Jugendorganisation FDJ hat sie das Lied bestimmt schon gesungen.

Kürzlich erschienen, überall besprochen und beachtet: www.zitelmann-autobiografie.de

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Kommentare

Früher haben sich Menschen mit Autoabgasen getötet, gibt es schon lange nicht mehr! Der Wahn vom dreckigen Auto deutet in meinen Augen auf psychische Problem hin. Wenn von irgendwo eine Gefahr ausgeht, dann von dreckigen Dieselloks, noch dreckigeren Hochseeschiffen und von Chemtrails der Flugzeuge, die ähnlich viel Dreck raushauen wie die Schwerölschiffe! Und Schätzungen zufolge liegt die Luftbelastung in jedem geschlossen Raum durch die Ausdünstungen, den Entgasungen und der Schuppung der Haut deutlich höher als die an hochfrequentierten Straßen! Einfach mal nach den Grenzwerten in Bürogebäuden googeln!
Toyota! Toyota hat sich schon vor 5 Jahren aus dem Dieselgeschäft in Europa verabschiedet mit der Begründung wir wären verrückt, wenn man Abgaswerte fordern würde, die nicht zu erreichen wären. Den Europäern unter den Herstellern blieb gar nichts anderes übrig, als den Phantasiewerten der unqualifizierten Politikern Paroli zu bieten! Toyota und Honda verkaufen auf der gesamten Erdkugel Autos in einer Vielfalt und Qualität, dass den Deutschen hören und sehen vergeht, wenn die Märkte hier auch frei werden von diesen unrealistischen Grenzwerten. Man siehe in die USA. Kaum Diesel, dafür Autos mit einer Ausstattung und Preisen, von denen wir hier nur träumen können! Und die Deutschen spielen Weltweit kaum eine Rolle! Warum? Weil sie seit Jahren von unserer politsichen "Elite" in ihrer Marktentwicklung gehemmt wurden, durch steuerliche Fehlanreize oder illusorischen Abgaswerten!
Auch die CDU liebäugeln mit der Planwirtschaft und sind Wegbereiter für die Fortsetzung der DDR 2.0
Und da sich Lindner bereits bereit erklärt hat, mit der Wegbereiterin der neuen DDR zu koalieren, werden meine Kreuzchen zukünftig ausnahmslos bei der AfD landen!
Also,ich finde das mit den Elektro-Autos,währe doch eine Sache,die man zunächst einmal in Frankreich zur Blüte führen sollte,dort gibt es einfach viel mehr Atom-Kraftwerke,mit denen man auch Co2-frei Strom erzeugen kann,hier werden die Dinger doch nur zur Dreckschleuder!
Ich finde diesen Vorstoß äußerst gewagt und ungeschickt,weil der geschröpfte Bürger einfach ahnt,dass mit der Verteufelung von Automobilen wieder ein Griff in seine Taschen vorbereitet wird!
Nach der deutlichen Verschlechterung,von Merkels Umfragewerten,legt Schulz pünktlich nach,um wieder ein wenig angelocktes Stimmvieh zu vertreiben,es scheint,er will die Verantwortung nicht,ein an den Haaren herbei gezogenes Thema,welches wieder einmal von dem kompletten Versagen in sozialen Bereichen ablenken soll,für das die Regierungsbeteiligung seiner Partei mitverantwortlich ist,mehr nicht!
Das ganze ist einfach nur noch abstoßend,wie ein Wettbewerb,wer Deutschland eher an den Rand des Zusammenbruchs treibt!
Jö jö, wör ist höchnäsig ??
Völlöicht der Bödybölder und Fönanzöxperte, Döktör, Döktör , Zöztelmann.
Körzlich erschienen und völbeachtet.
Finanzexperte und ökologischer Geisterfahrer. Es gibt bei der Automobilindustrie keine Probleme schon gar nicht bei VW , ist schließlich der größte Hersteller weltweit und hat sich nicht wie der ehemalig führende Konkurrent schon zwanzig Jahre mit solch irrwitzigen Entwicklungen wie Hybrid und anderen alternativen Antrieben vergeudet. Stattdessen hat man lieber innovative Betrugssoftware entwickelt und gemeinsam angemessene und gewinnerhaltende Prüf und Zulassungs vorschriften für vorgeblich „saubere , umweltverträgliche“ Drecksschleudern entwickelt..
Die ahnungslosen Ministerien Verkehr und Gesundheit musste man natürlich kräftig beraten und unterstützen . Auch Mutti musste schon mal ran um den Flottenverbrauch bei der EU zurechtzurücken.
Aber die wahren Feinde der heiligen Automobil Industrie sind ja Trabbi , DDR, die Linke, die Grünen , sogar auch Mutti , die Asylanten , Wirtschaftsflüchtlinge , kritische Verbraucher. Kurzum Alle die ungebremstes , sinnloses Wachstum von Industrie und Kapital behindern und bremsen wollen . Sowas ärgert den erfolgreichen Immobilen Experten , Journalisten und Selfmademillionär. Da muss der eingefleischte AfD Mann schon mal kritisch , sachlich , postfaktisch Stellung nehmen.

Quando

It is just a matter of time

Irgendwann werden auch die Gierigsten erkennen , dass man Geld nicht fressen kann

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