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Prokon-Anleihe A2AASM


83,30
19.10.18
Berlin
-0,44 %
-0,37 EUR

Neuigkeiten zu PROKON Regenerative Energien Unternehmensanleihe 3,50 % bis 06/30


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Am Montag wird die Prokon-Anleihe ex 1. Tilgungszahlung gehandelt werden. Dadurch wird die Renditeberechnung nicht leichter. Ich habe deswegen einen Renditerechner aufgesetzt, der es potenziellen Investoren etwas erleichtern soll.

https://www.zinsen-berechnen.de/renditerechner.php?paramid=0…

Die Beträge berücksichtigen die folgenden Zahlungen:

Tilgungsraten: 6 x 7,2% + 8 x 7,1% >>> Poolfaktor nach der 1. Tilgung = 1 - 7,2% = 0,928
Einzahlung: 1K x 76% x Poolfaktor 0,928 = 705,28
Auszahlungen: jeweils 1K x (Poolfaktor x 3,5% + Tilgungsrate)

Bei Kursveränderungen muss man also den Einzahlungsbetrag entsprechend korrigieren und später natürlich auch die gezahlten Stückzinsen berücksichtigen.

Die Angaben auf den gängigen Börsenportalen sind alle falsch, weil deren Renditerechner die Tilgungsstruktur nicht verarbeitet bekommen.

Nicht berücksichtigt habe ich natürlich die möglichen Kündigungen.

Anleihe kündbar zum 25.06.2018 zu 105,0% zum 25.06.2019 zu 104,5%, zum 25.06.2020 zu 104,0%, zum 25.06.2021 zu 103,5%, zum 25.06.2022 zu 103,0%, zum 25.06.2023 zu 102,0%, zum 25.06.2024 zu 102,0% zum 25.06.2025 zu 101,5%, zum 25.06.2026 zu 101,0%, zum 25.06.2027 zu 100,5%, zum 25.06.2028 zu 100,0%, zum 25.06.2029 zu 100,0%.

Bei aktuell 8,5% Rendite ist die Anleihe außergewöhnlich hoch rentierlich. Zum Teil ist dies nach meiner Meinung der fast 12 Monate andauernden Unsicherheit geschuldet, wann und wie Prokon eine Position von 90 Mio. € nominal der Anleihe platziert, die ehemalige Prokon-Gläubiger nicht in ihre Depots geliefert bekommen wollten. Erst Mitte Juli wurde diese Position zu einem Kurs von 65% an ausgewählte Interessenten verkauft. Zusätzlich belastete den Anleihekurs die Gewinnwarnung im November 2016, das außergewöhnlich schlechte Windjahr 2016 und die Abschreibungen auf Windparks und Projekte in Polen, Finnland und Deutschland. Alles zusammen ergab schließlich einen Verlust von 75 Mio. €, einem Drittel des Eigenkapitals von Prokon. Außerdem war die Informationspolitik von Prokon in den letzten 12 Monaten katastrophal und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern wird. Deswegen halte ich es für sinnvoll, wenn wir uns an dieser Stelle über die Entwicklungen bei Prokon auf dem Laufenden halten.

Für Diskussionen über die Vergangenheit von Prokon, den Insolvenzverwalter usw. gibt es bereits einen sehr aktiven Thread. Dieser hier soll übersichtlich bleiben und dem Leser die Möglichkeit geben, sich einen Überblick über diese exotische, aber interessante Anleihe zu verschaffen.

Ich selbst habe knapp 4% meines Depots in die Anleihe investiert, weil mir die Tilgungsstruktur der Anleihe gefällt.
!
Dieser Beitrag wurde von MODelfin moderiert. Grund: Korrespondierendes Posting wurde entfernt
nnz,
du hast einen Rechner erstellt. Alle Achtung! Für mich ist er allerdings etwas unübersichtlich. Anscheinend kann man ihn auch für die Renditeberechnungen mit zwischenzeitlichen Teilverkäufen und Zukäufen benutzen. Das erweitert den Rechner, macht ihn aber unübersichtlich.

„Erst Mitte Juli wurde diese Position zu einem Kurs von 65% …....“
Kleiner, völlig unwichtiger Flüchtigkeitsfehler.
Muß natürlich heißen: „Erst Mitte Juni 2017 wurde diese Position zu einem Kurs von 65% …....“

Eine Faustformel zur Renditeberechnung der Prokon-Anleihe A2AASM möchte ich noch anbieten:

R = 350 / Kurs + (100 – Kurs) * 2 / RL

R = Rendite p.a.
Kurs = Kaufkurs in %
RL = Restlaufzeit in Jahren

Beispiel: 350 / 76 + (100 – 76) * 2 / 13 = 8,3
Das kommt der genauen Rendite von 8,51% ziemlich nahe und bessert sich mit Kursen nahe 100% und kürzerer Restlaufzeit.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.196.397 von alzwo am 24.06.17 09:05:26Ich habe keinen Rechner erstellt, sondern einen im Netz vorhandenen genutzt.

Da es sich um eine Tilgungsanleihe handelt, ist die Renditeberechnung etwas "unübersichtlich" und ich habe deswegen die einzelnen Zins- und Tilgungszahlungen berechnet und abgespeichert. Diese Unübersichtlichkeit ist imho auch ein Grund für die hohe Rendite, denn viele Anleger wissen gar nicht, wie hoch diese ist. Die FvP arbeiten immer nur mit der laufenden Verzinsung, also Kupon/Kurs, was völliger Unsinn ist. Die Börsenportale gehen von der Gesamtfälligkeit 2030 aus und unterschlagen die einzelnen Tilgungen. Außerdem dient die Tilgungsstruktur der Risikominderung des Investments und ist für Anleger sehr gut, die hohe, regelmäßige Cash-Flows suchen. Zum Ende hin wird das mit den alten Windparks eng und ob Prokon die Projekte und das Geld hat, um langfristig neue Windparks errichten zu können, muss sich erst noch zeigen.

Danke für den Hinweis auf den Tippfehler. Deine Renditeformel habe ich nicht überprüft, es würde mich wundern, wenn die nachhaltig passt. Alleine der Effekt aus dem zeitlichen Abstabd zur nächsten Teiltilgung ist so groß, dass man ihn nicht vernachlässigen sollte.

Bei dem Wetter könnte der Juni ja endlich mal einen positiven Ausreißer bei der Energieproduktion bringen und den schwachen Jahresbeginn ausgleichen. Prokon muss 2 Jahre nach dem Neustart endlich mal zeigen, dass wenigstens das Kerngeschäft funktioniert.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.196.916 von noch-n-zocker am 24.06.17 11:25:31
Nennwertreduktion statt Poolfaktor
Die HypoVereinsbank hat in der vergangenen Nacht meinen Anleihebestand von nominal 3750 auf 3480 reduziert. Das entspricht den Anleihebedingungen.

Es gibt somit keinen Poolfaktor zu berücksichtigen wie bei anderen Tilgungsanleihen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 55.197.111 von Churgast am 24.06.17 12:31:58
Zitat von Churgast: Die HypoVereinsbank hat in der vergangenen Nacht meinen Anleihebestand von nominal 3750 auf 3480 reduziert. Das entspricht den Anleihebedingungen.

Es gibt somit keinen Poolfaktor zu berücksichtigen wie bei anderen Tilgungsanleihen.


Och nee, nicht das auch noch :cry: Dann sitzen die ganzen Kleingläubiger jetzt auf nicht mehr vollständig handelbaren Positionen, oder wird die kleinste handelbare Einheit auch angepasst? Immer wenn man denkt, es kann bei Prokon nicht noch schlimmer kommen, setzen die noch einen drauf.

Was haben denn die anderen Depotbanken so gemacht? Bei Flatex ist noch gar nix passiert.
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