Technicolor nach Re-Split 27:1 Kaptalherabsetzung und anschließender Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht



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Bei Technicolor steht am 23. März 2020 eine umfangreiche Kapitalmaßnahme an.

Zu diesem Zeitpunkt ist unter anderem eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen und es sollen folgende Punkte beschlossen werden (was zu einem Kursverfall von 0,70 auf 0,30 geführt hat).

Mal sehen, wie es danach weitergeht, denn der Kurs vor Re-Split liegt aktuell bei circa 0,30 Euro (nach Re-Split sind also 8,10 Euro zu erwarten).

Zeitplan des der außerordentlichen Hauptversammlung vorgeschlagenen Angebotsprozesses

Die Ausgabe von Rechten in Höhe von 300 Mio. EUR unterliegt der Genehmigung der außerordentlichen Hauptversammlung von Technicolor (EGM).

Die Hauptversammlung wird für den 23. März 2020 einberufen. Die auf der Hauptversammlung abzustimmenden Beschlüsse umfassen:

Ein umgekehrter Split: 27 bestehende Aktien (die "alten Aktien") werden in neue eine neue Aktie (die "neuen Nominalwertaktien") umgetauscht. );

Eine Herabsetzung des Grundkapitals aus anderen Gründen als aus Gründen des Verlusts durch Herabsetzung des Nennwerts der Aktien auf 0,01 €;

Eine Kapitalerhöhung mit einem Bezugsrecht, das von den neuen Nominalwertanteilen (die „Bezugsrechtsemission“) getrennt werden soll; Die in der Bezugsrechtsemission ausgegebenen neuen Aktien werden als „neue Aktien“ bezeichnet.
Technicolor | 0,308 €
Enteigung der Altaktionäre. Es steht ein Kapitalgeber bereit. Alles andere macht keinen Sinn.
Technicolor | 0,311 €
Ich habe mich das Wochenende mal mit der Aktie und den geplanten Kapitalmaßnahmen auseinandergesetzt.

300 Mio. € neues Kapital sollen ausgeben werden.

Ich schlüssle sämtliche Kenndaten mal auf.

RWC Partners and Bpifrance Participations, halten jeweils 10.13% and 5.27% der Aktien. Beide unterstützen die Kapitalmaßnahmen und haben die Zeichnung neuer Aktien bereits zugesagt.

Wells Fargo hat als Kreditgeber den Kapitalmaßnahmen zugestimmt, wenn die Kapitalerhöhung erfolgreich ist. Im Gegenzug werden die Konditionen der Kredite den geplanten Maßnahmen angepasst.

RWC hält 10,13 % der Aktien, also ca. 42 Mio. Stück. Durch die Zusage, die Kapitalmaßnahmen zu unterstützen werden sie also von den 300 Mio. € Anteilmäßig ca. 30,4 Mio € neues Kapital einbringen. Die Meldung zur Kapitalmaßnahme erfolgte am 13.02.2020. Zu dieser Zeit entsprach der Kurs ca. 70 Cent. Rechnet man die 30 Mio. Mio. € durch die 42 Mio. Aktien ist man eben bei diesen ca. 70 Cent.

Nach dem Aktiensplit 27:1 gibt es dann 15.350.414 neue Aktien. Zeichnet RWC anteilmäßig seine 10,13 % bekommen sie ca. 1.550.000 neue Aktien. Auf die 30,4 Mio. € frisches Kapital gerechnet ergibt sich ein Ausgabepreis der neuen Aktie von rund 19 €, oder ohne Split von 0,7 €.

Erfahrungsgemäß werden von den Kleinaktionären nur wenige die Kapitalmaßnahmen mitzeichnen. Bei einem noch offenen Volumen von 250 Mio. € sollten schon Kapitalgeber bereitstehen. Die Bezugsrechte werden handelbar sein.

JP Morgan und Natixis haben sich verpflichtet, die Kapitalmaßnahme komplett bei Investoren zu platzieren, wenn die Bezugsrechte nicht im vollen Umfang durch die Aktionäre angenommen werden.

Wenn ich davon ausgehe, dass die Bezugsrechte der neuen Aktien 1:1 betragen werden, und der Bezugspreis bei ca. 20,00 € liegt, müsste der Kurs je Aktie deutlich über 20 € gehen. Dies ist nach dem Aktiensplitt möglich, immerhin werden es nur noch 15 Mio. Aktien und davon rund 50 % im Freefloat sein. Es ist also eine Variante, dass nach der HV der Kurs entsprechend steigt, oder aber die (neu)Inverstoren haben in Interesse an einer deutlichen Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse, dann werden die neuen Aktien auch deutlich über dem aktuellen Aktienkurs ausgegeben. Wer kauft neue Aktien für 20 €, wenn ich diese an der Börse für die Hälfte bekomme?

Das derzeitige Risiko besteht darin, dass die Kapitalmaßnahme nicht im vollen Umfang gezeichnet wird. Wird die Kapitalmaßnahme jedoch umgesetzt ergeben sich absolut neue Perspektiven.

Da jedoch JP Morgan und Natixis für die Erfolgreiche Platzierung sorgen werden und Fells Fargo sich auf neue Kreditbedingungen eingelassen hat, bin ich voller Hoffnung, dass die neue Geschäftsführung einen ordentlichen Sanierungsplan hat und das Das jetzt etwas Nachhaltiges wird.

Von den genannten Eckdaten her, liegt der Wert der Aktie nach dem Split bei rund 20,00 €. Greifen die Kapitalmaßnahmen und Technicolor entwickelt sich entsprechend positiv, schon durch die Reduzierung der Schulden und der daraus wegfallenden Verbindlichkeiten, könnte der Wert für die nächsten 5 Jahre höchst interessant sein.

Aufgrund der Kursreaktion auf die Geschäftszahlen 2019 und den angekündigten Kapitalmaßnahmen scheint Technicolor kurz vor der Insolvenz zu stehen. Richard Moat scheint die Bilanz jetzt aufzuräumen um mit den Geschäftszahlen 21/22 deutlich trumpfen zu können.

Ich bin mit einer kleinen Position rein und warte mal ab. Bei derzeitigen Kursen von 0,25 € kann sich das Risiko durchaus lohnen. Eine erste positive Marktreaktion erwarte ich mit Beschlussfassung der Kapitalmaßnahmen auf der HV und der Bekanntgabe der Ausgabebedingungen für die neuen Aktien. Immerhin muss die Kapitalerhöhung auf der HV ebenfalls beschlossen werden und damit stehen auch die Eckdaten fest. JP Morgan begleitet die Kapitalmaßnahme und muss sich dabei an die Gesetzgebung für den Kapitalmarkt halten. Da auch die Bezugsrechte handelbar sein werden, wird bereits hier eine Tendenz erkennbar. Es entscheidet sich also bis spätestens Mai die Marschrichtung und ob die Aktie sich in Richtung 0,70 € bzw. 20,00 € bewegen wird. Wie der Markt so tickt, derzeit wollen alles aus, und wenn die Sanierung läuft und fette Gewinne winken, wollen alle wieder gleichzeitig rein.
Technicolor | 0,235 €


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