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EADS, Insidergeschäfte - 500 Beiträge pro Seite



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EADS-Manager wegen Aktiengeschäften unter Druck

Verdacht auf Insiderhandel, Streit in der Führung, Lieferprobleme beim Airbus-Großraumjet A380 - im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS herrscht helle Aufregung. Großaktionär Lagardère spricht von einer ernsten Krise.

Hamburg - Politiker in Frankreich fordern nun eine Untersuchung zu Anteilsverkäufen durch EADS-Manager. Die Finanzmarktaufsicht und der französische Staat müssten Angaben prüfen, ob die Manager schon \"über die Schwierigkeiten des Unternehmens auf dem Laufenden waren\" und \"finanzielle Vorteile daraus gezogen haben\". Laut der französischen Finanzmarktaufsicht AMF hatten im März EADS-Co-Chef Noël Forgeard, drei seiner Kinder sowie weitere leitenden Mitarbeiter Aktien verkauft und teilweise Millionengewinne erzielt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,421632,00.html

Das hat gerade noch gefehlt....
Was erwartet Ihr eigentlich von diesen "Chefs" ? :D

Mitarbeiter ohne Ende unbezahlte Überstunden schieben lassen, selber aber auf den Golfplatz gehen.... :laugh:

Hoffe hier wird mal gründlich sauber gemacht: Strafverfahren, Untersuchungshaft... Zwar sehr unwahrscheinlich, aber nötig wär`s !
(dpa-AFX) - Der teure "Kabelsalat" beim Airbus A380 hat das Vertrauen der Investoren in Europas führenden Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Company erschüttert. Der Verdacht von Insidergeschäften geht um und Vorwürfe über eine Vertuschung der Produktionsprobleme bis zum Rummel der Fußball-WM. Haben Manager und Großaktionäre der Airbus-Muttergesellschaft zynisch Kasse gemacht, bevor sie die Märkte über das Ausmaß der Milliarden teuren Probleme informierten und der Absturz der EADS-Aktie unvermeidlich wurde? Vielleicht hatten sie einfach Glück bei der Zeitwahl. Politiker und Öffentlichkeit verlangen Aufklärung.

"Wir haben eine ganz neue Situation", sagt EADS-Sprecher Christian Poppe. "Bisher ging es bei der A380-Zeitplanung um die Verschiebung des Startermins" (wegen Retuschen am Flugzeugkonzept). "Der wird eingehalten. Jetzt haben wir ein industrielles Fertigungsproblem. Das ist neu." Immerhin betritt Airbus nicht nur technologisch mit dem A380 Neuland, sondern auch beim hoch komplexen Produktionsprozess.

MÄRKTE SCHOCKIERT

Luftfahrtexperte Sasha Tusa von Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) sieht allerdings "die Glaubwürdigkeit des Managements von EADS und den Ruf von Airbus stark beschädigt". Und die Analysten von Exane (BNP-Paribas) meinen, die Milliarden teuren Lieferprobleme dürften schon vorher voraussehbar gewesen sein, "vielleicht vor dem teilweisen Ausstieg von Lagardère und DaimlerChrysler" aus dem EADS-Kapital.

Wie schockiert die Märke sind, zeigte sich am Mittwoch mit dem Rutsch der EADS-Aktie um 26,32 Prozent auf 18,73 Euro. Damit lag die Aktie sogar unter ihrem Ausgabekurs von 19 Euro im Juli 2000. 5,5 Milliarden Euro lösten sich in Luft auf. Investmentbanken stuften EADS von "Kauf" auf "Verkaufen". Ein Drama ist der Absturz der Aktie auch für BAE Systems. Die Briten wollen ihren 20-Prozent-Anteil bei Airbus an EADS verkaufen. Es geht nur noch um den Preis. Doch nach dem A380-Debakel nahmen dieExperten von Morgan Stanley (ASQ: MS - Nachrichten) ihre Bewertung des Anteils von 4,4 auf 3,5 Milliarden Euro zurück.

Im März kostete die EADS-Aktie mit bis zu 35,42 Euro noch fast doppelt so viel wie heute. In dieser Hochphase verkaufte der EADS-Co- Chef Noël Forgeard Aktien für 2,5 Millionen Euro. Forgeard war bis vor einem Jahr Airbus-Chef und ist bei EADS für Airbus zuständig. Auch drei andere EADS-Manager machten Kasse. Wussten sie nichts von den Produktionsproblemen? Bei EADS zeigt man sich dessen sicher:Noch im Mai habe Airbus-Chef Gustav Humbert signalisiert, es gebe keine Verzögerung beim A380. Die Produktionsmanager glaubten, die Probleme mit Hilfsteams aus Deutschland und Spanien zu lösen. Die Leute "treten sich auf den Füßen rum", klagte die Gewerkschaft CGT.

'UNEHRLICH ODER INKOMPETENT'

Anfang April warfen die Großaktionäre DaimlerChrysler und Lagardere 122 Millionen EADS-Aktien auf den Markt und gaben je 7,5 Prozent Anteile ab. Seit April sind auch die Konvois mit den A380- Rümpfen nach Toulouse ausgesetzt. Erst im September soll es weitergehen. Bloßer Zufall? Die Verkaufsentscheidung sei schon im Herbst 2005 gefallen und der Kursverfall so nicht erwartet worden, sagt EADS-Co-Präsident Arnaud Lagardère. "Ich habe die Wahl, als unehrlich oder jemand Inkompetentes angesehen zu werden, der nicht weiß, was in seinen Werken passiert. Ich nehme die zweite Version an."

Ein starkes Argument spricht gegen die Insiderthese: Wenn EADS und Lagardère von den Milliardenkosten der Verschiebung wussten, dann auch der Airbus-Aktionär BAE Systems. Doch die Briten wurden von der Verzögerung kalt erwischt. Sichtlich verärgert erklärte BAE (London: BA.L - Nachrichten) , die Airbus-Aktionäre hätten "niemals einen veränderten Budget- oder Geschäftsplan" wegen A380-Verzögerungen vorgelegt bekommen.

Ist also der neue Airbus-Chef Humbert schuld, weil er die Probleme zu lange verschwiegen hat? Lagardère nimmt den Manager vorerst in Schutz: "Ich will kein Köpfe rollen lassen, um den Märkten zu gefallen." Erst müsse man klären, wo die Probleme liegen. Forgeard äußert sich da ganz anders. "Es tut mir schrecklich Leid für die Investoren, die ihr Vertrauen in die EADS- Gruppe gesetzt haben", sagt er. "Als ich bei Airbus war, haben wir niemals unsere eigenen Prognosen verfehlt."/hn/PD/mw

--- Von Hans-Hermann Nikolei, dpa ---
http://de.biz.yahoo.com/15062006/36/hintergrund-eads-investo…
Am besten gefällt mir dieser Satz:

"Ich habe die Wahl, als unehrlich oder jemand Inkompetentes angesehen zu werden, der nicht weiß, was in seinen Werken passiert. Ich nehme die zweite Version an."

Kann man sich ein größeres Armutszeugnis ausstellen?
Antwort auf Beitrag Nr.: 22.133.547 von MFC500 am 15.06.06 19:46:28Schon die Alternative ist Unsinn. Er ist beides.
Der Mann ist schon deswegen inkompetent weil er als Manager einer börsennotierten Gesellschaft eklatante Probleme so lang ignorierte und nicht für ihre Bereinigung kämpfte.
Unehrlich ist er, weil er nicht zugibt vor seinen Aktienverkäufen davon gewusst zu haben.
Ich hab das schon am Freitag vermutet. Zu prüfen wäre allerdings auch, inwieweit Lafrage und Daimlerchrysler intern von den Problemen bereits wußten.

Vor allem würde mich interessieren, ob Daimlerchrysler schon mit dem Aberverkauf begonnen hat. Angekündigt war die Beteiligungsveräusserung für den Herbst.

Viel zu hoch war der Handel bei Euronext am Freitag.
HANDELSBLATT, Freitag, 16. Juni 2006, 07:43 Uhr


Desaster um A380

Schlammschlacht bei Airbus


Das Desaster um die verspätete Auslieferung des A380 hat Airbus und den Mutterkonzern EADS in eine schwere Krise gestürzt. Die Großaktionäre – darunter Daimler-Chrysler – sind mehr als verärgert. Einer fordert sogar eine Sonderuntersuchung. Die Führungsriege beim Luft- und Raumfahrtkonzern muss bangen, zumal Aktionärsschützer kriminelle Energie vermuten.






Erst gefeiert, jetzt die Ursache aller Probleme: der doppelstöckige A380, das größte Passagierflugzeug der Welt. Foto: ap


fas/ali/ben/dih PARIS/LONDON. Großaktionär Arnaud Lagardère, der gleichzeitig EADS-Aufsichtratschef ist, kündigte im Interview mit der Zeitung „Le Monde“ eine unabhängige Sonderuntersuchung an, die Versäumnisse des Airbus-Managements klären soll. „Die entscheidende Frage ist, ob der Airbus-Chef über die interne Situation informiert war“, sagte Lagardère. Allerdings richtet sich seine Kritik nicht nur gegen den amtierenden Airbus-Chef Gustav Humbert, sondern auch gegen dessen Vorgänger und jetzigen EADS-Co-Chef Noël Forgeard, über dessen Zukunft sich Lagardère auffallend ausweichend äußerte.

Der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat turbulente Tage hinter sich. Am Dienstagabend schockte das Unternehmen die Märkte mit der Mitteilung, dass sich die Produktion des Großraumflugzeugs A380 um mindestens sechs bis sieben Monate verzögern werde. Die EADS-Aktie brach zeitweise um ein Drittel ein, der Konzernwert verringerte sich um fünf Mrd. Euro. Gestern konnte die Aktie dann einen kleinen Teil der Verluste wieder aufholen. Mehrere Fluggesellschaften kündigten Schadensersatzforderungen an. Airbus hat derzeit 159 feste Bestellungen für das Flugzeug von 16 Kunden. Die verminderte Produktion wird das EADS-Ergebnis bis 2010 mit 2 Mrd. Euro belasten.


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» Interaktive Grafik: A380 im Detail
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EUROP.AERON.DEF.+SP. EADS
Intraday 3 Monate 1 Jahr



Weitere Kursdaten:

LAGARDERE NOM. EO 6,10


DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N

Lagardère kündigte an, sich mit dem zweiten Großaktionär, dem Autokonzern Daimler-Chrysler, zu beraten. Beide seien von der Situation bei Airbus „sehr überrascht worden“, sagte der französische Industrielle. Noch im Mai habe Airbus-Chef Humbert der EADS-Führung signalisiert, es gebe keine Probleme bei der A380. Auch ein Daimler-Sprecher betonte, dass die deutsche Seite von den Problemen nichts gewusst hätte. Bei Airbus klingt das indes anders: „Mitte April gab es erste Anzeichen für neue Probleme, die zu möglichen Verzögerungen bei der Auslieferung führen könnten“, sagte ein Airbus-Sprecher. Humbert habe daraufhin sofort eine Untersuchung eingeleitet, über die Vorgänge sei auch das Aktionärskomitee von Airbus informiert worden.

Für den Zeitpunkt der Information interessieren sich nun Aktionärsschützer. Anfang April verkauften Daimler-Chrysler und Lagardère jeweils 7,5 Prozent der EADS-Anteile. Auch andere machten Kasse: Am Donnerstag wurde bekannt, dass EADS-Chef Forgeard Mitte März Aktienoptionen verkauft und damit 2,5 Mill. Euro erlöst hat. „Gerade im Fall EADS liegt da die Vermutung nahe, dass auf Basis von Insiderinformationen gehandelt wurde“, sagte die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz dem Handelsblatt. Colette Neuville, Präsidentin des französischen Aktionärsschützervereins Adam, forderte eine Untersuchung durch die Börsenaufsicht. „Es hat nicht den Anschein, als sei dies ein Zufall.“

EUROP.AERON.DEF.+SP. EADS
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Weitere Kursdaten:

LAGARDERE NOM. EO 6,10


DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N

Forgeard macht indirekt seinen Nachfolger auf dem Airbus-Chefsessel, Gustav Humbert, für die Probleme verantwortlich: „Als ich bei Airbus war, haben wir niemals unsere eigenen Prognosen verfehlt“, sagte Forgeard auf einer Analystenkonferenz. Der Franzose, der bis vor einem Jahr Airbus-Chef war, gilt als Vater der A380. Kritiker werfen ihm vor, die übrige Modellentwicklung bei Airbus vernachlässigt zu haben. So verkauft Airbus fast nur noch Kurzstreckenflugzeuge, während Konkurrent Boeing über 400 Aufträge für das Langstreckenflugzeug 787 in den Büchern hat. Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete Forgeard am Mittwoch ausweichend: „Ich denke, das ist eine Entscheidung der Anteilseigner.“


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Bildergalerie: Der Jungfernflug des A380
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Derweil macht der britische Airbus-Partner, BAE-Systems, keinen Hehl aus seinem Ärger. Man sei erst Dienstagnachmittag über die Probleme informiert worden, sagte ein BAE-Sprecher in London. Die Briten verhandeln derzeit mit EADS über den 20-Prozent-Anteil, den BAE-Systems immer noch an Airbus hält. Firmenkreisen zufolge bezichtigen die Briten das EADS-Management nun, die schlechten Nachrichten absichtlich in der heißen Phase der Verkaufsverhandlungen veröffentlicht zu haben. Die Briten fordern Verhandlungskreisen zufolge über fünf Mrd Euro für ihr Airbus-Paket.


HANDELSBLATT, Freitag, 16. Juni 2006, 07:43 Uhr
Das ganze ist doch nur inszeniert um BAE den 20% Anteil an Airbus billig abzuluchsen ... (meine Vermutung)
Antwort auf Beitrag Nr.: 22.174.912 von jerobeam am 19.06.06 19:29:30Mit Verlaub, das ist Unsinn.
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Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) gab heute seine Neun-Monats-Zahlen bekannt. Von Januar bis September 2006 nahm der Umsatz über alle Geschäftsbereiche hinweg um insgesamt 17 Prozent auf 27,5 Mrd. Euro zu. Der Konzern verzeichnete ein EBIT (vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten) von 1,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd. Euro). Dieser Rückgang ist auf Verzögerungen im A380-Programm und auf die Kursschwäche des US-Dollar gegenüber dem Euro zurückzuführen. Die Überarbeitung des A380-Auslieferungszeitplans Anfang Oktober überschattete die Fortschritte bei der Musterzulassung der A380 und die Rekordzahl von 320 ausgelieferten Flugzeugen in den ersten neun Monaten. Der Free Cash-Flow einschlie&szl ig;lich Kundenfinanzierungen betrug -153 Mio. Euro (Vorjahr: 1,50 Mrd. Euro). Darin schlug sich der substanzielle Aufbau von Nettoumlaufvermögen (Working Capital) nieder. Vor Kundenfinanzierungen stand der Free Cash-Flow bei -695 Mio. Euro (Vorjahr: 1,42 Mrd. Euro). Der Auftragseingang des Konzerns betrug in den ersten neun Monaten 25,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 38,8 Mrd. Euro). Ende September belief sich der Auftragsbestand auf 236,5 Mrd. Euro (Ende 2005: 253,2 Mrd. Euro). Die Nettoliquidität lag Ende September bei 4,8 Mrd. Euro (Ende 2005: 5,5 Mrd. Euro). Die im Oktober erfolgte Übernahme des 20 Prozent-Anteils von BAE Systems an Airbus durch die EADS wird erst im vierten Quartal bilanziert und wird die Nettoliquidität um 2,75 Mrd. Euro verringern. Basierend auf der Erwartung von 430 Airbus-Auslieferungen im Jahr 2006 und einem starken Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft wird EADS für das Gesamtjahr 2006 voraussichtlich einen Umsatz von deutlich über 37 Mrd. Euro erzielen. Anfang Oktober hatte man die vorherige Prognose für EBIT und Free Cash-Flow zurückgezogen.


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