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Politiker wie Möllemann braucht das deutche Volk! - 500 Beiträge pro Seite



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Die Regierung in Deutschland traut sich nichts mehr zu, die Grünen sind ein Jammerhaufen...

Nur weil wir Deutsche den 2.Weltkrieg zu verantworten haben, dürfen wir uns International und National nicht mehr aus dem Fenster lehnen, wie z.B. mehr Druck auf Israel und deren von Den Haag gesuchten Kriegsverbrecher als Regierungschef ausüben???

Nur weil das Israelische Volk eine grausame Zeit hinter sich haben, sollen wir für alle Zeit das Mundwerk halten??

Wir, die jüngere und teils auch die ältere Generation haben uns aufrecht und mannhaft für unsere Taten entschuldigt und auch finanziell gezahlt. Zahlen heute noch!

Der Zentralrat der Juden soll sich mit der Kritik in Deutschland zurückhalten, die sind hier nicht in Israel. Vorallem nicht unsere Politiker "mundtod" reden.

Was glauben die Israelis und deren Bulldog (Kriegsverbrecher, Zivilistentöter -> Frauen und Kinder) wer sie sind?

Dürfen die nun sich alles erlauben?

Die sollen mal nicht hoffen, dass die Araber die Juden wieder ins Meer verjagen wollen, wie sie es schon mal sagten!

Deutschland muss mutiger werden, mehr Druck auf Israel und deren unverschämten Botschafter ausüben!

Verlogenes Pack!

Jürgen Möllemann, hats auf den Punkt gebracht! Wenn einer mein Deutschland besetzt würde, würde auch ich kämpfen, bis zum letzten Blut!
Lange wird dieser Thread wohl nicht überleben, bei Deinen aufmüpfigen Fragen. Wirst wohl bald gesperrt werden, ist ja jatzt mode. Hast aber trotzdem Recht!
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ZIVILISTENTÖTER SIND DIE MOSELMISCHEN SELBSTMORDATTENTÄTER

GUT DASS SCHARON DAMIT SCHLUSS MACHT!!!!

OFFENSICHTLICH MIT ERFOLG !!!!


Scharon kann sich bei Osama bedanken.
Durch ihn haben die USA eingesehen, wozu Moslems fähig sind!
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@James....

Ich würde in der jetzigen Lage nicht unbedingt bis zum letzten Blutstropfen für dieses Land Kämpfen !!

Sogar wenn die Rußen hier einmaschieren haben wir wohl eine Bessere Regierung und Zukunft !!
Möllemann bringts immer auf den Punkt - immer dann und das was an den Stammtischen aktuell ist. Der Mann ist ein Blender mit überzogenem Geltungsbedürfnis.

Damit soll aber nicht gesagt sein, daß er manchmal nicht recht hat.
Da sieht man ja schon, wie ängstlich man in Deutschland ist!

Wehe die sperren mich!

Scharon ist ein Kriegverbrecher! Das ein Volk ein Kriegsverbrecher zum Regierungschef Nr. 1 wählt, zeigt sein Niveau.

Das israelische Militär provoziert vor dem Gottes Haus, haben die keinen Gott?

Warum hält man sich nicht an internationale Gesetze? z.B. Ärzte und Krankenwagen nciht anschiessen, Journalisten und Kinder nicht anschiessen.
Warum sollte man für Deutschland kämpfen
Die Invasion läuft doch schon länger
@James_B

Du hast Recht. Es reicht wirklich.

Deutschland braucht sich nicht mehr von gewissen Kreisen
seine Meinung diktieren zu lassen.
Die Israelis benehmen sich kaum besser als die Nazis und
gerade Deutschland, wer sonst, darf das sagen !!

Auch wird es Zeit, diese widerliche pro-israelische
Bild-Zeitung (was Wunder !!), einzustampfen.
Dieses miese Schmierenblatt ist kaum noch zu ertragen.

Allen voran diese Dreckschleudern Wagner und Loewe ...

Marikka
@Schluss mit dir!

Kannst du bitte nur einmal dein Thread hier rein klicken.

Vorallem darf Scharon jetzt nicht Selbstjustiz spielen.

Stellt euch mal vor, dass israelische Truppen deutsches teritorium besetzt? ich würde kämpfen, wenn ihr abhaut, ist mir das egal, aber ich würde mein Vaterland verteidigen, wie es die Palästinenser tuen. Die Israelis sollen froh sein, dass die Steinewerfer keine Waffen haben.

Dreckspack!
Möllemann ist auch nur ein Blindgänger wie alle anderen !
Bis heute hat der noch nichts fertiggebracht, außer den Steuerzahlern
auf der Tasche zu liegen.
Kommt Leute, verbünden wir unsere Geistige Resolution und rufen jeden Tag einen Anit-Pro-Israel-Militär Thread ins Leben rufen.

Ich bin nicht Rechtsradikal, wenn die Palästinenser sich so verhalten würden, müssten wir dann gegen die Araber wenden.

Mich interessiert in erster Linie nicht was die Araber für ein Unfug anstellen.

Fakt ist, dass der JudenRat hier uns wie in den USA beeinflussen möchte. Sollen sie es in Israel machen.

Lasst uns unsere eigene Politik machen!
Scharon hat Monatelang den Selbstmordattentaten zugesehen
Arafat hatte lange genug Zeit
Jetzt ist SCHLUSS
Endlich wird das Palästinensische Terrorregime zerschlagen!

Was würdet ihr machen, wenn in Luxemburg Bomben hergstellt würden, die dann in Köln auf dem Domplatz oder in der Wartehalle des Hauptbahnhofs gezündet würden ??!!!
Thorsten K

Wenn Köln besetztes Land wäre, würd ich auch Steine werfen.

Das kannst du nicht sagen, Scharon ist ein Hardliner, erweitert durch die Siedlung den Lebensraum für Israelis auf Kosten der Araber.

Scharon ist ein blutrünstiger Mann. Lässt Krieg mit unfairen Mittel zu.

Ich glaube nciht, dass Bundeswehr Soldaten auf Journalisten, Ärzte, Kinder und Frauen schiessen würden.

Die Israelis erlauben sich viel zu viel.
Ja MÖLLEMANN !!

das Nonplusultra an Größenwahn und Selbstüberschätzung.
Armes Deutschland.............
zu #14
du scheinst ein kleines "träumerle" zu sein oder täusche ich mich? das allerbeste ist allerdings deine äusserung " ...Scharon ist ein blutrünstiger Mann. Lässt Krieg mit unfairen Mittel zu. ..." . mal eine kleine frage - was ist ein fairer krieg?
vielleicht hast du es noch nicht geschnallt, krieg ist die zielgerichtete anwendung von gewalt.
auch wenn`s dir nicht passt, sharon ist ein gestandener soldat mit kriegserfahrung. der typ hat schon selber an der front gekämpft, was man ja nicht unbedingt von jedem "heldenhaften" araber-häuptling, inklusive arafat, hussein und dem rest, behaupten kann.
Was regt Ihr euch eigentlich so auf?
Auge um Auge, Zahn um Zahn!!!!
Mölleman hat, glaube ich, eine hohe Position in einer deutsch-arabischmuslemischen Gesellschaft.

Da macht sich Israelfreundlichkeit nicht gut.

Zudem, glaube ich auch, wissen wohl die Meisten, die hier den Thread lesen, garnicht was denn Mölleman eigentlich gesagt hat.


Ich stell einfach mal einen betreffenden Artikel aus der
"www.spiegel.de"-Site rein und unterstreiche den Abschnitt mit seiner Aussage.





.......



STREIT ÜBER NAHOST-POLITIK

B u h m a n n M ö l l e m a n n

Mit seiner verständnisvollen Haltung zu den Terrorakten der Palästinenser in Israel hat sich FDP-Vizechef Jürgen Möllemann kräftig Schelte eingehandelt. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, mahnte zu mehr Objektivität und Sachkenntnis.


DPA
FDP-Vizechef Möllemann: Terror gegen Israel legitimiert



Berlin/Hamburg - Spiegel kritisierte Möllemanns Äußerungen aufs Schärfste: "Anstatt gegen Antisemitismus zu mobilisieren - was hier zu Lande tatsächlich etwas Neues wäre -, wird in Sachen Feindmarkierung eher der Schulterschluss mit den Antisemiten praktiziert."
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland forderte deutsche Politiker zu mehr Objektivität bei der Beurteilung des israelischen Vorgehens in den Palästinensergebieten auf. "Kritik an der israelischen Regierung ist kein Sakrileg, aber sie muss fundiert sein", sagte Spiegel der Tageszeitung "Die Welt". Er vermisse bei vielen Kritikern Objektivität und Sachkenntnis. Als Beispiele nannte Spiegel den CDU-Politiker Norbert Blüm und den FDP-Politiker Jürgen Möllemann.

Öl ins Feuer



REUTERS
Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Spiegel: "Moralischer Bankrott" Möllemanns



Auch SPD-Generalsekretär Franz Müntefering kritisierte Möllemann. In der "Financial Times Deutschland" warf er dem Liberalen vor, "Öl ins Feuer zu gießen". Angesichts der Gewalteskalation im Nahen Osten sei es "besser, intensiv diplomatisch zu arbeiten, als in Möllemannscher Manier anzuheizen", sagte der SPD-Politiker.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Reinhard Bütikofer schimpfte, Möllemann habe den Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung legitimiert. Er forderte Westerwelle auf, sich für die Äußerungen "eines offensichtlich politisch unzurechnungsfähigen Stellvertreters umgehend beim israelischen Botschafter zu entschuldigen".

FDP-Chef Westerwelle wies Bütikofers Stellungnahme am Abend jedoch als "unverschämte Verleumdung" zurück und stellte sich vor seinen Vize. Er verwahre sich gegen "ehrenrührige Unterstellungen", sagte Westerwelle. "Wer die israelische Regierungspolitik kritisiert, ist deswegen noch lange kein Antisemit."

FDP auf Isolationskurs


Die Vize-Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, wandte sich darauf in einer Rede an FDP-Chef Westerwelle und sagte: "Ich würde auch gern Herrn Westerwelle fragen, wie die Tatsache der Ermordung Unschuldiger in Cafés und Restaurants von einem führenden Mitglied der liberalen Partei gut geheißen werden kann."

Möllemann hatte indirekt Verständnis für den gewaltsamen Widerstand der Palästinenser auch auf Israels Territorium geäußert. Der FDP-Vize hatte der in Berlin erscheinenden "Tageszeitung" gesagt, Israels Politik fördere den Terrorismus. "Was würde man denn selber tun, wenn Deutschland besetzt würde? Ich würde mich auch wehren, und zwar mit Gewalt. Ich bin Fallschirmjäger-Offizier der Reserve. Es wäre dann meine Aufgabe, mich zu wehren. Und ich würde das nicht nur im eigenen Land tun, sondern auch im Land des Aggressors.







..............



#13 von Thorsten K 05.04.02 13:07:23 Beitrag Nr.: 6.014.189 6014189
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Scharon hat Monatelang den Selbstmordattentaten zugesehen
Arafat hatte lange genug Zeit
Jetzt ist SCHLUSS
Endlich wird das Palästinensische Terrorregime zerschlagen!

Was würdet ihr machen, wenn in Luxemburg Bomben hergstellt würden, die dann in Köln auf dem Domplatz oder in der Wartehalle des Hauptbahnhofs gezündet würden ??!!!





Eine interessante, nachdenkenswerte Frage.

Es ist aber nunmal so, daß Deutschland kein luxemburgisches Terretorium militärisch besetzt hält.Insofern ist die Fragestellung mehr als hypothetisch, da es keine signifikanten Gründe für luxemburger Staatsbürger gibt, auf dem Domplatz in Köln Bomben zu zünden.Es sei denn, der deutsche Staat zwingt Luxemburg dazu, sein Steuergeheimnis für BRD-Bürger aufzuheben.
Nun ja.Verzeih mir.Ein kleiner Scherz.

Wenn es aber denn aber doch so wäre, daß Deutschland dem kleinen, schwachen Luxemburg eine Besatzung aufzwingt, dann würde ich mich dafür einsetzen, daß unsere Regierung das Land räumt und es wieder unter die souveräne Selbstbestimmung der Luxemburger stellt.Denn dann braucht man keine Bomben mehr bauen und es klappt auch wieder mit dem Nachbarn.


Bist du anderer Meinung, Thorsten ???:)






H_S
Warum führt keiner von euch Krieg gegen Polen und Tschechien???? Wenn mich nicht alles teuscht halten die deutsches Territorium besetzt?!?!?
In einem halben Jahr sind Wahlen. Dumm nur für Möllemann, daß er die FDP auf mind. 18% gebracht hat, aber keiner etwas von ihm wissen will. So bringt er sich in die Schlagzeilen. Je größer das Thema desto besser. Offenbar hat nach dem 11.9. nun der Nahost-Konflikt die Möllemann-kritische-Spektakularität erreicht.

Übrigens klebt Arafat noch mehr am Sessel als damals Kohl, aber Hauptsache er ist kein Schwarzer.

Die Attentäter würden bei jeder Gelegenheit jeden Israeli töten. Wenn das Israel wollte, gäbe es keine Palästinenser mehr. Die Israelis haben bisher aber lediglich als Reaktion auf Terror gehandelt. Jetzt reicht es ihnen und sie wollen der palästinensischen Attentatswelle ein Ende bereiten. Richtig so.
@james-brown: ich dachte, dich stören eher der "blutrünstige Schlächter" Sharon und seine Soldaten-"Schergen"? Was lese ich da? Auf einmal stört dich jedoch jede politische Willensäusserung des Zentralrats der juden in D....
Steckt hinter dem "Kämpfer für gerechtigkeit für Palästina"
J.Brown doch eher ein kleiner poppeliger billiger Antisemit James Brown?!
Der Möllemann ist einer der wenigen deutschen Politikern,
die auch den Mut haben, diesen Schlappschwänzen von Politikern
wie Schröder, Jochka Fischer ordentlich die Leviten zu
lesen !! Wenn ich mir da den Bla Bla Kanzler Schröder so anschaue,
der sich hinter der uneingeschänkten Solidarität zu USA versteckt, kann man nur den Kopf schütteln, von welchen
Dödels wir zur Zeit regiert werden !!!!
@LauraGerhard

wenn der Möllemann an der Position von Schöder wäre gäbs auch nur Bla Bla von ihm.

gruss
Ja, ja, das deutche Volk ...

Was soll das sein?

Wenn Leute, die noch nicht einmal Deutch können, sich für Deutchland einsetzen...

kann ich nur sagen:

1. Deutche Sprack swierig Sprack!
2. weißnichmär.
3. Wenn sich sprecken Ausländer deutch besser als Deutche.
Als ich den Thread-Titel überflog las ich
"Möllemann missbraucht das deutsche Volk". - Endlich mal jemand hier der wirklich tief und ganz die Wahrheit erfasst. Glückwunsch ! -- aber was sehe ich
beim Nachlesen..? Totale Pleite, wieder nichts. Der Tag
fängt ja gut an.
....Der Rest ist auch nicht schlecht. Durch den ersten Beitrag hatte ich gleich wieder heimische Gefühle.
Ahhhh, ich bin zu Hause, da wird eine echte und ehrliche
Sprache gesprochen. Statements wie diese lernt man wohl im
Deutschunterricht, weil sie dauernd, gern und oft auch
unaufgefordert repetiert werden. Am besten wäre noch der
einführende Satz,--- "also auf gut Deutsch gesagt....."
... warum sollten wir nicht blablabla ?!!
nur weil wir blablabla, müssen wir blablabla. Aber jetzt reicht es. Wir lassen uns nicht länger blablabla !!!
...und wir können jetz auf unsere blablabla stolz sein,
wie andere Staaten auch . Jawoll und das lass ich mir von
keinem hergelaufenen blablabla verbieten. Schliesslich sind
wir genauso blablabla wie alle anderen auch.


Ich finde von solch tiefen Weisheiten kann man nicht genug bekommen. Deshalb werden diese Werke sicher tapfer
noch weiter 1000 mal geschrieben werden.
Diese Starktexte zeigen doch allen, wie sehr es sich
gelohnt hat die 10.Klasse für alle einzuführen.
Der Unterschied zu einem der nur 6 Klassen besuchte ist
bemerkenswert. Bildung für alle. Man sieht, wir sind der
Hort der Dichter und Denker.
Möllemanns arabisches Netzwerk



29.10.2001
Autoren: Klaus Wiendl, Rudolf Lambrecht


Alles Gute kommt von oben, so Mister 18 Prozent über sich selbst, denn ein Politiker muß den freien Fall beherrschen. Und Möllemann landet gerne bei den Regierenden in Deutschland. Aber auch im arabischen Raum ist er zuhause, ganz besonders bei den Saudis. Er hat auch keine Berührungsängste gegenüber den Mullahs im Iran, Revolutionsführer Gadafi in Libyen, oder den Mächtigen im Irak. Oft ist Möllemann an der Seite von Arafat zu finden und wenn er es für opportun hält, betätigt er sich auch als sein Sprachrohr.

Jürgen Möllemann, FDP-Vorsitzender NRW, im Deutschlandfunk am 2.8.01:
"Das, was die Regierung Sharon derzeit betreibt ist aus meiner Sicht eindeutig ein erklärter Staatsterrorismus, der durch nichts zu rechtfertigen ist."

Rechtfertigen muß sich jetzt wohl auch Möllemann, daß er im Düsseldorfer Landtag den "Liberalen Arbeitskreis Muslime" mit initiierte. Denn das Innenministerium in Nordrhein-Westfalen informierte die FDP, daß in diesem Gremium auch Organisationen mitarbeiten würden, die unter Beobachtung stehen, laut Anwesenheitsliste vom 2. Juli z.B. der Islamrat, der wiederum von Milli Görus dominiert wird. Milli Görus, kurz: IGMG, ist die größte in Deutschland tätige islamistische Organisation, so der Verfassungsschutz. Sie hat, erstaunlich genug, mit mehreren Personen Sitz und Stimme im FDP-Arbeitskreis

Für die intensive Kontaktpflege hält sich Möllemann wiederum die Deutsch-Arabische-Gesellschaft. Ein Schwerpunkt dieses gemeinnützigen und steuerbegünstigten Vereins, dessen langjähriger Präsident er ist, ist der Ausbau von wirtschaftlichen Beziehungen im arabischen Raum. Die Liste der Beiräte gleicht einem who is who der Arabischen Liga, samt ihren sogenannten Schurkenstaaten, wie dem Irak.

Es sind politische und geschäftliche Interessen, die das Präsidentenamt bei der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft, mit Sitz in Berlin, für Möllemann so interessant machen. Trotz Warnungen der Bundesregierung vor Geschäften mit Libyen, ließ sich Möllemann im vergangenen Jahr nicht abschrecken, eine Aquisitionsreise mit Firmenvertretern ins Land von Gadafi anzuführen.

So überrascht auch nicht mehr, daß Herbert Brenke als Mitglied in der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft auftaucht. Brenke, ein alter Fuchs mit Arabien-Kontakten, war Geschäftsführer von Thyssen-Rheinstahl. Der Name des Konzerns Thyssen steht für das ominöse Fuchs-Panzergeschäft mit den Saudis. Dafür flossen 220 Millionen Mark Schmiergeld. Ein entscheidender Förderer dieses Panzer-Deals war Möllemann, kaum wurde er Bundeswirtschaftsminister. Und so ist es nur logisch, daß das brisante Rüstungsgeschäft, statt in der zuständigen Abteilung für Außenwirtschaft, merkwürdigerweise, so dieser Aktenvermerk, in der Abteilung für Industrieförderung des Hauses Möllemann lief und dann den Bundessicherheitsrat passierte.

Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90 / Die Grünen, Spenden-Untersuchungsausschuß:
"Wir wissen nur, daß dann der Bundessicherheitsrat sich damals einvernehmlich auf diese Lieferung geeinigt hat, auf der Vorlage von dem damaligen Bundeswirtschaftsminister Möllemann hin."

Von Möllemann führen Spuren direkt zu Rolf Wegener. Der in Monaco residierende Geschäftsmann wird von Möllemann wegen seiner exzellenten Verbindungen zu den Saudis geschätzt. Wegener kassierte von Thyssen fast 9 Millionen Mark Schmiergeld über seine Briefkastenfirma in Panama, der "Great Aziz".

Spurensuche: In Düsseldorf finden wir zwar Firmenschilder aber nicht Rolf Wegener. Bis heute hat sich weder ein Staatsanwalt noch der Berliner Parteispenden-Untersuchungsausschuß intensiv mit dem Fall beschäftigt. Dabei gibt es Fragen über Fragen zu dem Gespann Möllemann und Wegener. Gemeinsam besitzen sie die MS-Air Fluggesellschaft in Münster.

Frage "Report aus München":
"Sie kennen seit vielen Jahren Rolf Wegener. Was hat Sie zusammengeführt?"


Jürgen Möllemann:"Gespräche"
"Geschäfte?"
"Gespräche"
"Sie sind beide beteiligt an einer Firma..."
"Wir betreiben zusammen ein Flugzeug, zum Absetzen von Fallschirmspringern, das ist wahr."

Wahr ist auch, daß nach dem Schmiergeldfluß die FDP in Nordrhein-Westfalen eine hohe Spende von Möllemanns Geschäftspartner Wegener bekam. Die 300 000 Mark Spende sei nicht zu beanstanden, wie Möllemann in einem Interview Ende 1997 bestätigt, denn Wegener habe ihm versichert, "daß er nicht im Waffenhandel tätig ist und alle seine Firmen im zivilen Bereich aktiv sind."

Zwei Jahre später erscheint der Fall in einem anderen Licht: das gigantische Schmiergeldgeschäft fliegt auf und dabei auch Wegeners Rolle.

Frage "Report aus München":
"Ist Herr Wegener im Waffengeschäft tätig?"

Jürgen Möllemann:"Nach meinem Kenntnisstand nicht"
"Und die Graet Aziz ist nicht seine Firma?"
"Das weiß ich nicht. Entschuldigen Sie bitte, wir haben hier ein Gespräch über Jürgen Möllemann und seine Politik. Sie haben mich mit diesem Vorzeichen für ein Interview gewinnen wollen. Und Sie fangen jetzt an, in der Sprache einer Polizeivernehmung mit mir zu reden. Das Interview ist hiermit beendet."
"Es ist keine Vernehmung"
"Das Interview ist hiermit beendet. Nein, nein. Das ist der miese Trick, ein ganz mieser Trick, den Sie bitte mit den Leuten machen mögen, die auf Ihre Tricks hereinfallen. Auf Wiedersehen."

Wir wollten Herrn Möllemann auch nach anderen Ämtern fragen, denn von der Deutsch-Arabischen Vereinigung geht es direkt zur Ghorfa. Möllemann war zwei Jahre Präsident dieser Arabisch-Deutschen-Vereinigung für Handel und Industrie, noch ein gemeinnütziger Verein. An der Ghorfa kommt keiner vorbei, der in die arabischen Länder exportiert. Die Ghorfa nimmt im Auftrag der Arabischen Liga eine Vorprüfung der notwendigen Exportpapiere vor und kassiert dafür kräftig ab. Nichts als Beutelschneiderei, beklagen die Firmen.

Schlimmer noch ist für Oswald Gregor bei seinen Geschäften mit arabischen Partnern, daß damit Unbefugte Einblicke in Geschäftsgeheimnisse bekommen.

Oswald Gregor, Unternehmer:
"In dem Moment, wie Sie dann über einen eingetragenen Verein, wie die Ghorfa, gehen, kriegt zusätzlich noch jemand ausser dem ausländischen Land Einblick hier in Deutschland in sämtliche Geschäftsunterlagen."

Möllemann kennt die Usancen und tanzt auf allen Hochzeiten. Über seine Düsseldorfer Firma WebTec profitiert er kräftig am deutsch-arabischen Handel, zu dessen Förderung er die Firma 1993 gegründet hat. Und der Web Tec geht es gut, sagte er uns.



© Bayerischer Rundfunk 2001



.........
Hi James Brown,
ich hoffe, dass Du uns noch lange erhalten bleibst und
wir noch viiiiieeel von Dir zu hören bekommen. Du sagst haargenau das, was ich auch immer sagen wollte, aber mir fallen einfach nicht so viele Wörter ein wie Dir.
Deshalb: immer ran. Dieser Thread ist ja eine echte
Goldgrube für mich. Ich hoffe, wenn Du das nächste mal wieder Ausgang hast, dass Du Dich dann wieder meldest.
Dein Wölfchen

@ich weiss nicht so recht, ob "das deutsche Volk" Politiker wie Möllemann "braucht", ich bin jedoch absolut überzeugt, dass "das deutsche Volk" auf Idioten wie den "zweiten James Brown" ruhigen gewissens verzichten kann...
ich habe natürlich vergessen, das "deutsche Volk" wie im Threadtitel richtigerweise "das deutche(?!) Volk" zu schreiben...
Aber das kann man einem "Braunem Jakob" (sinngemässe Übersetzung des Namens) ja nicht verdenken.
wolaufensie ... #25

dasselbe ist mir auch passiert ... :laugh:
komisch, nicht ...? :eek:
hallo,
man sollte sharon vielleicht zu gute halten, dass er einen möglichen angriff der usa auf irak verhindert hat.
bush wird wohl nach diesen ereignissen die arabische welt nicht auf eine allianz gegen den irak einschwören können.

ich glaube auch das es schwer sein wird den menschen in der übrigen welt zu erklären, wo der unterschied im handeln eines hussei und sharon liegt.
okay, das israelische volk hat sich sharon gewählt, hussein ist den irakern aufgezwungen.
aber sonst? beide kämpfen gegen terroristen, sharon gegen palästinensische, hussein gegen kurdische (wie auch die türkei)
israel wie auch der irak hat massenvernichtungswaffen.
israel wie auch der irak haben andere länder besetzt o. es versucht.
der irak verhält sich seit 10 jahren ruhig, israel .......?
@#34 von Dursum

Na ja, da gibt es schon Differenzen zwischen dem Verhalten von Saddam Hussein und Ariel Scharon.

Unter der Regierung Scharons wurden noch nie Giftgasbomben auf die palästinensische Zivilbevölkerung geworfen und auch sonst ist man bis jetzt noch nie gezielt gegen zivile Ziele vorgegangen, um Unbeteiligte zu töten.
Das musst du schon bei allem, was dort unten geschied, konsternieren, oder ???:)

Ja, der Irak verhält sich "ruhig".
Das liegt aber weniger am "Friedenswillen" des irakischen Diktators, sondern mehr an der Präsens der amerikanisch/britischen Truppen.Durch die Flugverbotszone
am soundsovielten Breitengrad wird der irakischen Luftwaffe verwehrt, Ziele im irakischen Kurdengebiet anzugreifen.Die Amerikaner beschützen die Kurden, um mit ihnen ein Faustpfand/militärische Verbündete gegen Saddam Hussein in einer möglichen militärischen Auseinandersetzung gegen den Irak zu haben.
Als der Golfkrieg so gut wie zu Ende war, hat Bush Senior die Kurden aufgefordert gegen Hussein einen Aufstand
zu proben.Der ist dann ja, wie bekannt, niedergeschlagen worden.Daher war der damalige amerikanische Präsident gegenüber den Kurden, seinen Landsleuten und der Weltöffentlichkeit gewissermaßen verpflichtet die irakischen Kurden nicht im Stich zu lassen.Das hätte ja auch letztendlich den Ruf Amerikas als zuverlässiger Verbündeter ruiniert.Und das konnte nicht die Absicht der USA sein.




H_S
hi harry,
das mit dem giftgas mag stimmen, wobei es den opfern wohl egal sein dürfte ob sich durch granaten o. giftgas getötet werden.
mit der zivilbevölkerung bin ich mir nicht so sicher.
warum will israel keine zuschauer bei seinem treiben?
gas haben sie übrigens gegen reporter und leuten der friedensbewegung eingesetzt, wenn auch nur tränengas.
ich denke es werden von den israelis massaker verübt derzeit, darum keine zuschauer!

klar wenn man alle die man umbringt als terroristen bezeichnet, dann hat man natürlich die zivilbevölkerung geschont.
nur gingen gestern bilder durchs fernsehen, wo ein mann seine von israelis getötete 80 jährige mutter nicht aus der wohnung bringen durfte.
ob die auch terroristen war? ich habe da zweifel.



ich denke das diese israelischen soldaten den kleinen jungen
nicht in den kindergarten bringen wollen.
Na ja, die Soldaten könnten den Jungen ja aus der Feuerlinie bringen.
Mit der toten Mutter könnte man im Fahrzeug Waffen trasportieren.Diese Praxis, in zivilen Fahrzeugen/Krankenwagen militärisches Gerät zu bewegen, ist allgemein übliche Praxis in bis jetzt allen Kriegen der Neuzeit.


Aber zwinge mich bitte nicht, Handlungen und Taten von Israelis, Palästinensern, oder sonstwen zu rechtfertigen.
Ich habe hier, aus mehreren 1000 Kilometern Luftlinie entfernt, schlicht und einfach keine Ahnung, was dort unten passiert.


H_S:)
hallo Freunde!

nun muss ich unter diesem Nick meine Beiträge absenden. James Brown haben sie gesperrt. Als hätte sich jetzt die Welt verbessert. tze tze tze.

Wie auch immer, ich find das von euch superscheiße, dass ihr mich als einen Braunen abstempelt.

Nur weil ich Israelis (Regierung und deren Befürworter der Operation Schutzwall) nicht leiden kann, bin ich für euch gleich ein NeoNazi!?!

Genau das ist es, durch den Holoc. im 2. Weltkrieg haben die Israelis nun ein Sonderrecht, welches Ihnen erlaubt, das zu tun was ihnen passt. Und wird man laut, haut der Zentralrat der Juden mit dem Kochlöffel einem auf die Mütze!

Mich kotzt dieser Kriegsverbrecher Scharon an (Arafat ebenfalls, falls ich das nicht erwähnt haben sollte).

Hört mit euren Vorurteilen bitte auf. Wenn ich kein Pasta esse, bin ich doch nicht gleich ein Anti-Italiener!
OK, es hört sich echt nationalistisch an, wenn man schreibt "....das deutsche Volk", kann ich aber was dafür?

Wie hört sich das an:

das indische Volk,
das amerikanische Volk.
die amerikansiche Nation
die deutsche Nation

Ich habe mit diesem Thread ein sensibles TabuThema ins Leben gerufen und der hat wie eine BOMBE eingeschlagen.

Immerhin haben fast alle W:O Mitglieder ihren Senf dazu abgeben müssen.
Dass solch ein Politiker wie Scharon als Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört - und dies wegen des Massakers von Sabra und Chatila eigentlich schon seit 19 Jahren - wäre eine ziemlich verständliche und mehrheitlich wohl leicht durchzusetzende Forderung, käme er aus Afghanistan , Jugoslawien, Irak oder sonst woher.

Weil er aber aus Israel kommt, braucht er nur die "wildcard" Antisemitismus zu zücken - und schon hat er Ruhe.
Bitte nimmt euch die Zeit und liest euch diese unglaubliche Meinung durch.

Teil 1.

Die Kosher Conspiracy

Mathias Bröckers 02.03.2002
The WTC Conspiracy XXXVII

Nachdem das linksliberale politische Magazin [1]The New Statesman Anfang Februar unter der Schlagzeile "The Kosher Conspiracy" eine Titelgeschichte über die unkritische Unterstützung der Politik Sharons durch die britische Regierung veröffentlicht hatte, hagelte ein Sturm von Antisemitismus-Vorwürfen auf das Blatt. Dass einer der Autoren, der renommierte australische Journalist John Pilger, für seine investigativen Reportagen über Menschenrechtsverletzungen wie den Genozid in Ost-Timor mehrfach ausgezeichnet wurde, rettete ihn nicht vor der Holocaust-Keule. Die trifft derzeit jeden Nicht-Juden, der Israel und seine Unterstützer öffentlich kritisiert - die 20.000 jüdischen Demonstranten dagegen, die kürzlich in New York gegen Sharons Terrorpolitik protestierten, tauchten in den Mainstream-Nachrichten kaum auf...


"Cui bono?" - bezieht man knapp ein halbes Jahr nach den Anschlägen diese Frage auf die Länder und Regierungen, denen sie genützt haben, bleiben nur zwei: USA und George Bush sowie Israel und Ariel Sharon. Nun wäre es wahrlich ein zu kurzer Schluss , diesen beiden schon deswegen eine Mittäterschaft zu unterstellen, weil sie die Hauptprofiteure sind. Bei der Frage nach einem Motiv für die Tat jedoch, die für jeden Kriminalisten bei der Erstellung von Täterprofilen zentral ist, müssten Bush und Sharon auf der Liste der Verdächtigen mittlerweile ziemlich oben stehen.

Wenn in einem Krimi jemand ermordet wird und der (unschuldige) Gärtner, als Haupterbe, in strengen Verdacht gerät, hätte er das allergrößte Interesse an einer zügigen und umfassenden Ermittlung des eigentlichen Täters. Was wäre da von einem Gärtner zu halten, der die Polizei auffordert, ihre Fahndung einzustellen und sich lieber auf die Verhinderung weiterer Morde zu konzentrieren ? Eben dies haben Präsident Bush und sein Vize Cheney Ende Januar getan: Sie forderten den demokratischen Fraktionschef Tom Daschle auf, keine tiefgehende Kogress-Untersuchung der Vorgänge vom 11.9. anzustellen. Dies würde, so Cheney, "Ressourcen und Personal von den Anstrengungen im "war on terror" abziehen.

Somit liegt nunmehr auch eine offizielle Bestätigung für die Vertuschung und Vernebelung der Hintergründe des 11.9. durch die US-Regierung vor. Die Einrichtung eines Desinformations- und Propagandabüros ( [2]Rumsfeld: Pentagon lügt nicht), das mittlerweile allerdings wieder geschlossen werden soll, zur Fortsetzung dieser Vernebelung scheint da ebenso konsequent, wie mit Admiral Pointdexter einen der [3]Top-Verschwörer des Iran-Contra-Deals zum Leiter einer neuen Schnüffelbehörde, dem "Information Awarness Office", zu bestellen. Wenn Sie wissen wollen, was diese Behörde tut, dann denken Sie einfach an "Big Brother", meint der Kolumnist des britischen "Guardian", und fügt hinzu: "Schicken Sie einfach mal eine Email an einen amerikanischen Freund: `Bmb ok, Allah gr8`."
Teil 2.

Bei soviel Offensive im Überwachungs- und Propagandasektor dürfte auch der brisante Spionagefall weiter unter der Decke bleiben, der von den amerikanischen Medien seit Monaten wie eine heiße Kartoffel behandelt wird, obwohl es sich um den größten Abhörskandal der US-Geschichte handelt. Diese Nichtbeachtung hat zwei Gründe: Zum einen werden die knapp hundert inhaftierten Verdächtigen mit den Vorgängen um den 11.9. in Verbindung gebracht, und zum anderen handelt sich um [4]Israelis. Aufgebracht wurde der Fall Ende Dezember durch den bush-freundlichen Murdoch-Sender [5]Fox News ("We report - you decide") , der das Skript der vierteiligen Serie mittlerweile aber von seiner Website [6]verbannt hat (Kopien u.a. [7]hier).



"Es stellt sich heraus, dass Israel seit Jahren über eine potenzielle Abhörmöglichkeit für jedes amerikanische Telefon verfügt, sowie die Möglichkeit besitzt festzustellen und aufzuzeichnen, wen irgendeine Person irgendwo in Amerika anruft. Informationen von großem Wert, selbst wenn man die Gespräche selbst nicht mithört. Amdocs Inc., die Rechnungsstellungs - und Verbindungsdienste für Telefongesellschaften rund um die Welt ausführt, darunter 90% der US-Telefongesellschaften, gehört israelischen Besitzern. Eine andere israelische Firma, Comverse Infosys (sie liefert nahezu die gesamte Abhörtechnik für US-Behörden und Geheimdienste), wird verdächtigt, eine Hintertür in die installierten Abhöranlagen eingebaut zu haben, die es ihr erlaubt, jedes Telefongespräch in den USA mitzuhören."




Aus FBI-Kreisen erfuhr Fox-Reporter Carl Cameron, dass es sich bei den verhafteten Spionageverdächtigen zum Teil um Angehörige dieser Telefonfirmen handelt - die freilich jeden [8]Verdacht von sich weisen. Weiter heißt es in Camerons Bericht:



"Die Fahnder haben den Verdacht, dass die Israelis Informationen über die Attacken gesammelt und nicht weitergegeben haben. Ein hochrangiger Untersuchungsbeamter sagte, dass es `Verbindungen` gäbe. Aber gefragt nach Einzelheiten verweigerte er weitere Auskünfte und sagte, `die Beweise über die Verbindung dieser Israelis zum 11.9. seien klassifiziert. Ich kann über die Beweise die zusammengetragen wurden keine Auskunft geben, das sind geheime Informationen.`"




Kaum geheim sind freilich die engen Verbindungen der Abhörspezialisten von "Comverse Infosys" zu israelischen Behörden und dem Geheimdienst Mossad, der so möglicherweise seit Jahren Zugang zu jedem US-Telefon hatte - [9]auch zu dem im Oval Office des Weißen Hauses. In den Vernehmungen zu Clintons "Monicagate" hatte Frau Lewinsky eine Bemerkung des Präsidenten erwähnt, dass ihre Gespräche möglicherweise von einem "fremden Dienst" abgehört würden. Nachdem seine Affäre mit Lewinsky aufgeflogen war, ließ Clinton die auf Hochtouren laufende Fahndung nach dem Lauscher im Weißen Haus merkwürdigerweise einstellen. Der kleine Warnschuss hat offenbar gereicht, denn man kann sich unschwer vorstellen, was dieser "fremde Dienst" dank langjähriger, flächendeckender Horchaktionen an kompromittierendem Material ansonsten noch im Köcher haben dürfte. Unerwünschte Nachrichten aus den Medien zu halten ist da ein Kinderspiel, selbst wenn es sich um einen Spionageskandal von enron-ähnlichem Ausmaß handelt.

Auf diesem Hintergrund wird auch eine [10]Äußerung von Ministerpräsidenten Sharon gegenüber seinem Außenminister Peres verständlich, der ihn Anfang Oktober wegen seiner aggressiven Politik kritisiert hatte:



"Jedes Mal wenn wir etwas tun, erzählst Du mir Amerika wird dies oder das tun ... Ich will Dir etwas sehr klar sagen: Mach dir keine Sorgen über amerikanischen Druck auf Israel. Wir, die jüdischen Leute, kontrollieren Amerika, und die Amerikaner wissen es."




Dieses, von Sharons Sprecher später im Wortlaut nicht bestätigte [11]Zitat, das in einer Radiodebatte am 8.Oktober gefallen sein soll, gibt Wasser auf die klassische Mühle der "jüdischen Weltverschwörung" und der im muslimischem wie im westlich-rechtsradikalen Spektrum nach wie vor laufenden Propaganda der "Protokolle der Weisen von Zion".

Doch eingedenk des Hinweises von Hannah Arendt, dass Hitler letztlich zu einem "Schüler" der von ihm als Propagandainstrument eingesetzten Verschwörungstheorie wurde - "Die Nazis begannen mit einer ideologischen Fiktion einer Weltverschwörung und organisierten sich mehr oder weniger bewusst nach dem Modell der fiktiven Geheimgesellschaft der Weisen von Zion. (siehe dazu: [12]Alles unter Kontrolle) - können wir auch die Politik Sharons besser verstehen, die er "mehr oder weniger bewusst" nach dem Modell von Hitler durchzuziehen scheint.

Als Präsident Bush Sharon Ende September ermahnte, die Offensive gegen die Palästinenser einzustellen, verglich er ihn mit Chamberlain, der Hitlers Einvernahme der Tschecholowakei tatenlos zugesehen hätte - als ob die Okkupation des hochgerüsteten Israel durch palästinensische Demonstranten mit Steinen und Molotowcocktails unmittelbar bevorstünde. De facto behandelt Sharon das Osloer Abkommen nicht anders als Adolf das von Versailles:: Es ist für ihn ein "Schandvertrag", der nur mit Krieg aus der Welt geschafft werden kann.
Teil 3.


Dass solch ein Politiker als [13]Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört - und dies wegen des [14]Massakers von Sabra und Chatila eigentlich schon seit 19 Jahren - wäre eine ziemlich verständliche und mehrheitlich wohl leicht durchzusetzende Forderung, käme er aus Afghanistan , Jugoslawien, Irak oder sonst woher. Weil er aber aus Israel kommt, braucht er nur die "wildcard" Antisemitismus zu zücken - und schon hat er Ruhe.

In der Folge über die braune Vergangenheit der Präsidenten-Familie ( [15]Skulls, Bones & Bush) hatte ich es auf die tendenziell antijüdischen Traditionen des Bush-Clans zurückgeführt, dass Sharon sich nach den Anschlägen einen Teufel um die strengen Friedensermahnungen aus Amerika scherte. Der im Untergrund schlummernde Abhörskandal könnte allerdings nicht nur das Vorauswissen der Anschläge erklären - und hängt möglicherweise auch mit den unaufgeklärt begrabenen Spekulationsgeschäften um den 11.9. zusammen -, er verdeutlicht auch, woher Sharon die Chuzpe für seine Aggressivität nimmt. Er verfügt offenbar tatsächlich über geeignete Daumenschrauben, den großen Bruder USA jederzeit beizubiegen.

Sollte man Überlegungen wie diese besser nicht anstellen, weil sie dem Feind - Neo-Faschisten und dem fundamentalistischen Islam, denen die Theorie der jüdischen Weltverschwörung als wichtiges Propagandainstrument dient - in die Hände zu spielen? Ich denke, das Gegenteil ist richtig - solange Verschwörungen wie dieser Abhörskandal vernebelt und vertuscht werden, nährt das den Verdacht eine "Kosher Conspiracy" eher, als dass es ihn ausräumt - denn das Schweigen darüber bringt die Gerüchte nicht zum Verstummen.

Eine Debatte darüber ist freilich nicht zu erwarten. Wer heute auf die faschistischen Tendenzen der USA aufmerksam macht, wird als "Anti-Amerikaner" ins Abseits gestellt wird, und wer Israels Bruch des Völkerrechts kritisiert, erhält als "Antisemit" umgehend die rote Karte. Das Meinungsklima, es ist ganz ähnlich wie in Deutschland nach 1933, als Kritiker des Faschismus wegen "undeutscher Umtriebe" aus dem Verkehr gezogen wurden. Solange diese Nazi-Spielregeln gelten - und die neu eingerichteten US-Büros für Propaganda und "Information Awarness" werden sie eher verschärfen und als abschaffen -, solange verkommen Prinzipien wie "Meinungsfreiheit", "Mediendemokratie" oder "politische Willensbildung" weiter zu traurigen Floskeln.
"Wenn es um Meinungsfreiheit geht, dann geht es um die Freiheit des Andersdenkenden" Karl Marx


no comment? Thread: no comment?


Schlom_qed
@Schalom

Dein Thread ist gut,

ich habe mich ekeln müssen, als ich die Bilder sah.

Oh mein Gott, sind wir Menschen (ich wollte Schweine sagen, aber Schweine sind friedliebende Tiere) mir fehlen die Worte.

Wir Menschen sind abartig hässlich!
An den NixpassiertBenno


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Dein Thread ist gut,
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Danke... ich wünschte es gäbe keinen Anlass einen solchen Thread zu eröffnen :(


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ich habe mich ekeln müssen, als ich die Bilder sah.
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Und so etwas passiert dort täglich :(



Schalom_qed
#18
Möllemann ist Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft und
#1 ich brauche diesen Selbstdarsteller nicht.
zu #41
zu deiner info: sharon war zu dieser zeit nicht im libanon.
das massaker wurde von christlichen falangisten verübt. deren chef der die aktion befehligte und persönlich leitete, ist im libanon ein sehr angesehener geschäftsmann.
und die umstände kennt dort jeder moslem. die falange hatte mit der plo u. den palästinensern noch eine dicke rechung offen. das killen von zivilisten ist im orient ein alter und bewährter brauch. letzte woche kam übrigens auf phönix oder ndr ein aufgewärmter tv-bericht dazu. übe also noch ein wenig , bevor du zur flammenden propaganda greifst.
ausserdem reg dich ab, in 2 bis 3 wochen
zu #45
wenn du schon nette phrasen von kommunisten zitierst, dann bitte mit richtiger quellenangabe. der spruch ist von der roten rosa luxemburg und bezog ausschliesslich auf die "abweichlerischen" genossen in der kpd, und nicht auf die politischen gegner, dem sogenannten klassenfeind. da vertrat die dame sehr stringente ansichten, welche die physische liquidierung beinhaltete.
zu #46
da du so gern das heise telepolis forum zitierst, die spinner die sich da äussern, also da dürfte ja selbst ein spd genosse oder ein grüner "friedensfreund" als rechtsradikal eingstuft werden.
hi Dursum #36
Ja,ja,.. die Welt ist schlecht, Argumente oft schwach und Bilder sind stark.
Der Vorfall mit dem 80 jährigen Mütterchen lässt aber eindeutig den militärischen Kleinkonflikt zum echten Weltrkieg mutieren.

Die Grünen haben vor ein paar Monaten noch entschieden, unbedingt mit den Taliban-Moslems eine politische Lösung in dem Konflikt zu finden. Und zwar auch weil Opfer in
der Zivielbevölkerung nicht auszuschliessen wären.

Jetzt ist es dort aber zu Opfern gekommen, genauso wie in
Palästina . Ein 80jähriges Mütterchen, konnte nicht
ihre verdiente Bestattung erhalten. Das ist tragisch
und schlimm. Man sollte dabei nicht ganz aus den Augen
verlieren, dass die militärischen Einheiten nicht dazu
ausgebildet und beordert wurden um insbesonders 80jährige
Mütterchen zu bekämpfen.
Die israelischen Militäreinsätze zeichnen sich gerade durch effektive Ziele aus. Und 80jährige Mütterchen stehen
in der militärischen Zielliste sicher nicht ganz oben an.
Es ist überhaupt eine Eigenschaft der Israelis effektiv
Gewaltaktionen durchzuführen. Im Gegensatz dazu sind moslemische Gewaltakte genau durch das Gegenteil gekennzeichnet. Schon 1972 in München als der Terror begann und die Moslems die Olympiade versenkten, war das ein Akt der gezielt gegen Harmlose gerichtet war. Noch wahlloser töten Sprengstoffgürtelträger
die beliebig auf Mütterchen, Hausfrauen usw. lostöten.
Egal und wenns Kindergärten sind....
Durch das Opfer des 80jährigen Mütterchens beim Einsatz
gegen die Sprengstoffgürteltäter werden viel mehr andere
80järige Mütterchen und Hausfrauen gerettet, die sonst Opfer eines Sprengstoffgürtelanschlages geworden wären.





G
@wolaufensie: #53
das war zu hoch für ihn.

Ich befürchte, ein Gehirn, dessen einziges geistiges Training nur aus dem täglichen 5-maligen Rezitieren der Koransuren besteht, kann diese doch so einfache christlich-westliche Logik nicht ganz aufnehmen und verarbeiten.

Du musst versuchen, es einfacher zu erlären, so nach dem Motto:

"alte Oma leider tot. War nicht beabsichtigt. Kann im Krieg schon mal passieren. Ihr sprengstoffgürteltragender Sohn
(rechts im Bild) auch tot. War beabsichtigt. Besser er tot, als viele andere alte Omas und kleine Kinder...")
Hallo Genya, :laugh:
nicht schlecht, genauso wollte ich es eigentlich ausdrücken,
aber dann ist es leider nicht rund geworden.
Deine Darstellung gefällt mir wirklich gut, ...das mit der Oma... :cool:
na da haben wir ja ein paar super kenner der szene im nahenosten,
dann erklärt doch mal jemanden der weit weg ist wo nun wirklich der unterschied zwischen saddam o. milloesevic ist?
beide haben gegen terroristen gekämpft.
millosevitc hat nie ein anderes land besetzt.
der kosovo ist ureigens serbisches gebiet, die uck somit pure terrorristen.
warum steht jetzt millosevic in den haag vor gericht? warum muss der irak nach jüngsten äusserungen von bush weiter mit einem militärschlag rechnen?
das argument massenvernichtungswaffen kann ja wohl nicht gelten, die hat israel auch und unter der derzeitigen regierung sharon ist dem land auch nicht zu trauen.

was nun die alte frau angeht, sie ist zivilistin und von israelis getötet worden, ich verurteile das genauso wie die sprengstoff anschläge.
nur das eine machen verbrecher und das andere ein staat, da ist der unterschied.

was möllemann angeht, ich sehe euer problem nicht.
man kann den mann mögen oder nicht, auch wenn man seine politischen ansichten sonst nicht teilt, hat er nunmal recht.
ich stimme ihm genauso zu wie gysi von der PDS der vor monaten schon gesagt hat:" wie soll arafat die terroristen bekampfen, wenn israel seine polizisten und polizeistationen eleminiert?"
gysi und möllemann habe kluges gesprochen, egal was sie für eine partei vertreten.

ich habe vor ein paar wochen auch eine veranstaltung von michael friedman besucht, der hat gegen gewalt und terrorismus in der welt geredet.
er hat das attentat in new york verurteilt, den konflikt in nordirland und natürlich das neonazitum in deutschland verurteilt.
sein beispiel:" was soll aus kindern werden, die jeden abend im fernsehen rechtsextreme äusserungen hören und die eltern sprechen sich nicht dagegen aus"?

israel und den nahen osten hat er übrigens mit keinem wort erwähnt.
was sollen eltern denn den ihren kindern sagen, wenn sie sehen wie die israelische armee immer wieder mit bulldozern häusern einreißt, wie sie kinder erschiessen und menschen foltern?

bei den palästinensischen selbstmordattentätern, nenne ich diese verbrecher und mörder die ihrem volk nichts gutes tun.
h Dursum
Jetzt halt Dich doch nicht schon wieder mit den
Kinkerlitzchen auf. Dein Diskussionsstil ist ziemlich
stereotyp. Ich könnte ein Programm schreiben, dass in
Deiner Art die Diskussion betreibt. Gar nicht mal so schwer zu machen. Und ich bin es jetzt auch langsam Leid eine Sache zu betreiben für die ich auch eine Maschine einsetzen kann. Immer und immerwieder die gleichen Suaden. Es fehlt noch nicht mal das alte Mütterchen, welches Opfer wurde, und uns alle, alle betroffen macht. Noch fix ein Bild mit nem blutbesudelten Was-auch-immer dazu und schon haben wir die Welt wieder ein Stückchen öder gemacht.
Mann lass Dir jetzt mal selber was zu Millosevic einfallen.
Oder greif Dir einfach einen Staatslenker aus dem
Kleinen-Buch-der-Schurkenstaaten heraus und schnitz Dir
Deine Unterschiede so zurecht, wie Du sie haben willst. Diese Art des Rumgenörgels in Diskussionen macht mich aber jetzt langsam ungeduldig. Geh und langweile andere.
hi wolaufensie,

ich weiß das man die wahrheit nicht gerne hört. einfach dann den diskussionstil zu kritisieren, weil dir die argumente fehlen, finde ich nun langweilig.

fakt ist, dass in deutschland nur zwei politiker von rang und namen den mut hatten die agression des israelischen staates beim namen zu nennen, gysi und möllemann.
weder CDU,SPD noch Grüne haben jemanden der den mut hatte.

was das sterotype angeht, so kann das vielleicht daher kommen, dass ich in der art diskutiere wie die israelis.
sharon hat auf auf vorsichtige kritik die aus deutschland kam mit den worten "das sind stimmen aus dem land der mörder" geantwortet.
also auch immer das gleiche, "dumme deutschfeindlichkeit"
Die Heuchler Schröder und Fischer befinden sich in
Sachen Nahostkonflikt auf Tauchstation !!! Eine wahre
Schande für Deutschland !!!!!!
@dursum: ich weiss, warum geade du den Mölli und den Gysi
gut findest - beide sind Antisemiten, einer aus monetären
(Mölli), der andere aus psychologischen (Selbsverleugnung, da judischer Abstammung)
Gründen. mein Tipp - nemmt sie euch doch! wenn euer grosser Führer Arafat in die ewigen Jagdgründe übersiedelt, braucht ihr neue starken Männer, da eigene anscheinend fehlen
(jedenfalls war von euren ruhmreichen Kämpfern in den letzten tagen kaum was zu sehen - na klar, es ging ja auch gegen die Armee, ihr könnt ja nur heldenhaft gegen Kinder und Frauen kämpfen!)
Also , der gysi, der baut bei euch den Sozialismus auf und wird auch der erste palästinensische talkmaster, der Mölli bringt euren Helden das Fallschirmspringen bei (falls ihr doch eines tages in einer nacht und nebel Aktion nach
Iraq springen müsst), ausserdem kann er euch mit den von ihm eingeheimsten saudischen geldern "blühende Landschaften"
aufbauen. Vergesst jedoch nicht, auch den Nobby Blum mitzunehmen - der hat zwar das manko eines judischen Nachnamens, kann aber tolle Rentenreformen durchführen...
hallo,
du verstehst das was vollkommen falsch, es geht mir nicht um palästina freundlich o. gar israel feindlich.
ich bin der festen überzeugung, in israel gibt es genügend menschen die das treiben ihrer regierung genauso verabscheuen.
aber in der jetzigen situation versteht ihr das sowieso nicht.
herr sharon hat mit dieser aktion glaube ich seinen vermeindlichen feinden und gegnern mehr genutzt als geschadet.
schau in die medien, die westliche welt wechselt in scharen auf die seite der palästineser mit ihrer sympathie.
herr arafat ist ein held in der arabischen welt geworden, kommt er ums leben wird er auch im westen ein held werden wie che seiner zeit.
und dann die oft zitierten neonazis und rechten stammtischparolen schreier in ganz europa.
die reiben sich doch das fäustchen, die kommen mit sprüchen wie "das haben wir doch schon immer gewusst" wer wird ihnen ernsthaft widersprechen?

aber jeder so wie er es mag.
Hi genya :laugh: , ja schön geschrieben, Zucker.
Mölli als Fallschirmspringer-Lehrer im Nahen Osten. Der muss
wahrscheinlich den Schülern erstmal den Sprengstoffgürtel
wegnehmen, da es dauernd zu Verwechselungen mit dem Fallschirm kommt. Reissleine ziehen,--- und Päng ...in der Luft.
Anschliessend heisst es wieder, dass seltsame Lichterscheinungen in der Nacht aufgetaucht sind. Nun
vielleicht trainiert er schon heimlich in Deutschland,
(Phänomene am Himmel).

@Dursum
nun die Politik nach der Stammtischhoheit auszurichten wäre
schon abenteuerlich. Könnte man dann nicht gleich die
Regierungsverantwortung den Stammtischen überlassen ?
Würd ne Menge ersparen. Und den Rest,siehe Genya : Mölli,
Gregor und Nobbi könnte man als Entwicklungshelfer einsetzen. :D
Es zeigt sich immer mehr ,unsere Jüdischen Mitbürger
Deutscher Nationalität sind scheinbar zu Grossen Teilen
einem Kollektiven Wahn verfallen.Nun ja,einen durchsetzungs-
fähigen Führer braucht es dazu schon.
Montag, 8. April 2002
Friedman für Fairness
"Möllemann, zieh Leine!"

Michel Friedman, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat eine faire Auseinandersetzung mit dem israelischen Vorgehen gegen die Palästinenser gefordert. Er könne die deutsche Kritik an Israel dann verstehen, wenn genauso offensiv der Terrorismus der Palästinenser verurteilt würde, sagte er am Montag im Deutschlandfunk. "Was für New York und Afghanistan galt, muss auch für Tel Aviv und Jerusalem gelten: Kritik ja, Einseitigkeit nein."

Zugleich attackierte Friedmann den stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Jürgen Möllemann, der indirekt Verständnis für die palästinensische Gewalt geäußert hatte. Möllemann kenne sich vielleicht in der Lokalpolitik aus. "International kann ich aber nur sagen: Zieh` Leine!"

Dagegen seien die rot-grüne Regierung und speziell Außenminister Joschka Fischer (Grüne) bislang ein positives Beispiel für einen fairen Diskurs. Friedman stellte sich in der n-tv Sendung "Grüner Salon" hinter die Militäroffensive Israels, die im Kampf gegen den Terrorismus notwendig sei. Über Umfang und Art des Einsatzes ließe sich jedoch diskutieren.

In der Sendung "Maischberger" bei n-tv bekräftigte Möllemann seine Kritik an Israel. Die Politik des israelischen Ministerpräsidenten sei "kriegstreiberisch". Israel müsse deshalb mit Sanktionen belegt werden. Zugleich wiederholte er seine Ansicht, wonach jedes Land das Recht habe sich zu verteidigen. An den Zentralrat der Juden in Deutschland gerichtet sagte er: "Es ist schon gefährlich, wenn der Zentralrat jeden Scharon-Kritiker gleich zum Antisemiten erklärt."

Möllemann hatte der "tageszeitung" gesagt: "Ich würde mich auch wehren, und zwar mit Gewalt. Ich bin Fallschirmjäger-Offizier der Reserve. Es wäre dann meine Aufgabe, mich zu wehren. Und ich würde das nicht nur im eigenen Land tun, sondern auch im Land des Aggressors." Kritiker werteten diese Äußerung als Legitimierung palästinensischer Terroranschläge gegen die israelische Zivilbevölkerung.

Mehrere tausend Menschen hatten am Samstag in verschiedenen deutschen Städten gegen den Einmarsch Israels in die Palästinenser-Gebiete demonstriert. In Berlin hatte die palästinensische Gemeinde zu einem Schweigemarsch aufgerufen. Für den kommenden Mittwoch plant der Zentralrat der Juden eine Kundgebung in Frankfurt am Main.

Adresse:
http://www.n-tv.de/3002914.html
Da siehts du es!

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden kritisiert in scharfem Ton unseren Jürgen Möllemann.

Was soll das? Friedmann halt die Klappe und kümmer dich um dein Kulturverein.

Ausserdem hat der Jürgen total Recht, deswegen muss er nicht gleich rechts oder ein Terroristenunterstützer sein.
@nixbenno...: Friedmann kann und darf nicht nur als Mensch, Bürger, Jude usw. den Mölli kritisieren, sondern muss es sogar, da der ZdJ in D. keine religiöse, sondern eine politische Vereinigung darstellt.
Wenn du die Sendung gesehen hättest, würdest du mitkriegen, dass Friemann sich eindeutig zu einer offenen Diskussion über den Konflikt, einem unabhäng. paläst. Staat, Friedensverhandlungen und einem Ende der gewalt aufgerufen hat. Er sagte jedoch, dass die israel. Regierung nicht die alleinige Schuld an der jetzigen Eskalation trage, und hat dazu die allen wohl bekannten Fakten wiederholt.
Den Mölli hat er insofern kritisiert, da er als Politiker in einer führenden Position zu einseitige Meinungen vertritt, und das sei in einer Demokratie nicht korrekt.
@Kenya!

Ach so!, hab die Sendung nicht gesehen. Interessant.
Sorry
nun ja friedmann hat wohl sein letztes fünkchen glaubwürdigkeit verspielt...

einseitig, verlogen, arrogant, pervers (in deutschland rumheucheln und abkassieren und die grausamen taten seiner eigenen leute untern tisch kehren) Fazit: pfui
´jüdischer Abstammung´
Huch ?
:confused:
Ich dachte soetwas gibt es nicht ?
hey ray 006
Als Deutscher auf die Israelis zu zeigen und sie grausamer
Taten zu bezichtigen ist schon ziemlich 2-schneidig und tollkühn. Da sollte man durchaus die Verhältnisse im Blick behalten. Nun, wenn man die beiden grausame Tatenkonten vergleicht, dann ist es extrem unsymmetrisch . Da sind wir noch die ungeschlagenen Meister hier in Deutschland. Ausser, Du bist kein Deutscher und deshalb sehr unbefangen in der Schuldzuweisung. Wenn man die Blutkonten der Arabs noch dazunimmt, stellt man fest, dass die auch keine Heiligen sind. Aber wenn die Israelis
irgendwas aus ihrer Geschichte zwingend gelernt haben, dann dass sie sich wehren müssen. Hier in Deutschland bei der
Holokaustdiskussion kam sogar die Meinungen auf, die besagte, dass die Juden am Holokaust selber Mitschuld
hätten, weil sie sich nicht gewehrt hätten.
Den Fehler sollte man auch nicht 2 mal machen.
wolaufensie
Du siehst selber ein ,dass es ein Fehler wäre sich nicht zu
wehren,warum sollen sich die Palästinenser von den Israelis
abschlachten lassen?.Zum schluss spricht die Israelische
Probaganda noch von freudiger begrüssung der besatzer.
Hi Okto,
als ich das schrieb, hatte ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, was die Araber aus dem Vorwurf der Nichtwehrhaftigkeit der Juden gegen "uns" zu Zeiten des Holokaust für sich ableiten könnten. Ich kann Dir jetzt detailiert nicht darauf antworten, da ich noch ein bis.chen damit beschäftigt bin, aber so "aus dem Bauch" heraus sehe
ich doch sehr grosse Unterschiede der gegenwärtigen
Araber mit den Juden zur Zeit des Holokausts in Deutschland.
z.B. in der Art wie Moslems gegen Israelis vorgehen, sind die Juden in Deutschland nie tätig geworden.
Hört sich sicher für Dich blöd an, aber es ist eine komplett andere Situation gewesen.
Witz der Woche
Seit der Schweizer Botschafter in Berlin mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet wurde, wird das Personal für Ordensverleihungen langsam knapp. Jetzt kommen Kandidaten aus der Etappe zum Einsatz, die bislang bei AIDS- und UNICEF-Galas rumwirbelten und hinterher in der Gala und der Bunten befragt wurden, wie viel sie gespendet hatten. Anfang März wird Sabine Christiansen zum Ritter der Französischen Ehrenlegion geschlagen. Sie kann einen Dom Perignon von einem Veuve Clicquot unterscheiden und besucht häufig die Paris-Bar in der Kantstraße, wo sich die Ritter der frankophilen Lebensart gerne treffen. Das reicht allemal, um in den 18o2 von Napoleon gestifteten Club aufgenommen zu werden. Ritter Sabine wird zu der Feier ihren Knecht Udo mitnehmen, der seit langem darüber wacht, dass ihr kein Haar gekrümmt wird und dafür demnächst den Grimme-Preis für besondere Leistungen im Grenzbereich des Machbaren bekommen soll. Vorher aber muss noch Iris Berben geehrt werden, die seit Jahrzehnten in Schönheit und Würde alt wird, ohne dass es ihr etwas ausmacht. Sie bekommt den Leo-Baeck-Preis des Zentralrates der Juden in Deutschland für ihr "Engagement im christlich-jüdischen und deutsch-israelischen Dialog" beziehungsweise für ihr "aktives Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in der Gegenwart." Leo Baeck war ein Philosoph und Rabbiner, Vorsitzender der Reichsvertretung der deutschen Juden nach 1933, Mitglied des Ältestenrates in Theresienstadt, wohin er 1943 deportiert wurde, eine tragische Gestalt der deutsch-jüdischen Geschichte. Offenbar hat Iris Berben einiges mit dem großen Gelehrten gemeinsam. Ihr Beitrag zum christlich-jüdischen und deutsch-israelischen Dialog besteht darin, dass sie seit vielen Jahren mit einem Israeli zusammen lebt, ihr aktives Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus kommt darin zum Ausdruck, dass sie jeden Aufruf gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus eigenhändig unterschreibt und zwischendurch erklärt, sie würde zum Judentum übertreten, wenn die Existenz Israels gefährdet wäre - eine Drohung, die offenbar bis jetzt gewirkt und die Araber davon abgehalten hat, Israel von der Landkarte zu wischen. So viel Engagement zwischen zwei Werbespots für schleimlösende Hustentabletten und einem Auftritt in der Treptower Arena bei den Vagina-Monologen muss natürlich belohnt werden. Inoffiziell hört man aus den Kreisen des Zentralrates, dass die Herren maßlos von jenem Spot für "Premiere World" angetan waren, in dem Iris Berben mit Slip zu sehen war, und seitdem nur nach einem Anlass suchten, sie in natura und ganz aus der Nähe zu erleben. Jetzt geht der Wunsch in Erfüllung. Die Laudatio auf die große Kämpferin gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus wird wahrscheinlich Michel Friedman halten, wie Iris Berben auch er ein großer Kämpfer gegen alles, was den einfachen Menschen Spaß macht, und ebenfalls ein prominentes Mitglied der gesamtdeutschen Bussi- und Pussy-Gesellschaft, in der sinnlose Umtriebigkeit und Party-Hopping bereits als Engagement gelten. Jetzt heißt es, die Nerven behalten und engagiert bleiben. Weitere Kandidaten stehen bereit, Orden und Auszeichnungen anzunehmen: Wolfgang Joop zum Beispiel wäre ein prima Anwärter für den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Naddel wartet nur darauf, von amnesty international gehuldigt zu werden. Und Uschi Glas würde sich schon über eine Aufmerksamkeit von der deutschen Vegetarier-Union riesig freuen. Es muss nicht immer ein ganzer Ritter sein. Eine kleine Ritter-Sport tut es auch.
Die wichtigsten Irrtümer in der Terrordebatte

von Dirk Maxeiner, Michael Miersch und Matthias Horx (Zukunftsinstitut)

Die Armen der Welt werden immer ärmer

Ein weit verbreitetes mediales Gerücht, das sich nun als - unbewusste - Legitimation des Terrors in vielen Köpfen verfestigt hat. Aber die Wirklichkeit ist weitaus komplexer - und unter dem Strich positiver. Von den 190 Ländern der Erde galten vor zwanzig Jahren noch mehr als zwei Drittel als "Entwicklungsregionen mit ungesicherter Nahrungs- und Medizinversorgung". Heute sind es weit weniger als ein Drittel. Björn Lomborg weist in seinem Buch "The Sceptical Environmentalist" nach, dass der Hunger auf der Welt sich reduziert hat: 1970 hungerten noch 35 Prozent aller Menschen in den Entwicklungsländern, 1996 waren es 18 Prozent, die UN erwartet, das die Zahl bis 2010 auf 12 Prozent fällt. Die Zahl der unterernährten Menschen sinkt seit Jahren nicht nur in relativen sondern auch in absoluten Zahlen. Allerdings existierten in ca. 20 Ländern der Erde lang andauernde Bürgerkriege und unstabile, diktatorische Regime, die zu Flüchtlingswellen und großem Elend führen - die Zahl dieser Krisenländer hat sich in den letzten Jahren nicht verringert.

Die Terroristen sind eine Stimme
der Armen auf dieser Welt

Für einen Zusammenhang zwischen Armut und Terrorismus gibt es keine historischen oder soziologischen Belege. Im Gegenteil: Schon die Prototypen des modernen Terrorismus, die russischen Attentäter des späten 19. Jahrhunderts, waren Bürgersöhne und junge Adlige. Auch die deutsche RAF und ihre Genossen in Italien, Japan und anderswo kamen weder aus der Arbeiterklasse, noch kannten sie soziales Elend aus ihrer Umgebung. Bin Laden wuchs in saudischen Millionärskreisen auf, nicht in afghanischen Flüchtlingslagern. Soziale Motive spielen in der Propaganda islamischer Fundamentalisten kaum eine Rolle. Gottlosigkeit, Sittenlosigkeit, moralische Verkommenheit, lauten ihre Anklagepunkte gegen den Westen. Die Terroristen betrachten sich nicht als Noble Robin Hoods, sondern als Kreuzzügler (diesmal in umgekehrter Richtung). Die Fanatiker ersehnen geradezu eine Existenz in freudloser Armut. Die Taliban haben seit dem Beginn ihrer Herrschaft in Afghanistan keine einzige Schule und kein einziges Krankenhaus gebaut. Nach dem Grund dafür gefragt antwortete einer ihrer Vertreter mit einem Gleichnis: Nach einem Flugzeugabsturz würden sie doch auch keine Schulen für ihre Kinder bauen. Sie würden einfach dasitzen und auf die Erlösung warten. Das tiefere Ziel des neuen Terrors ist die Erlösung von allem irdischen - und der Tod.

Internationale Sozialhilfe
entzieht dem Terror den Boden

Es wird häufig der Eindruck erweckt, die beste Hilfe gegen den Terror sei jetzt so eine Art internationale Sozialhilfe. Doch auch Wohlstand für alle wäre - siehe oben - keine Versicherung gegen Terrorismus. Das ändert natürlich nichts daran, dass die Ursachen von Hunger und Elend bekämpft werden müssen. Dies funktioniert aber nicht mit internationaler Umverteilung nach Art eines Welt-Sozialstaates. Die Milliarden der Entwicklungshilfe sind vergangenen Jahrzehnten fast überall auf der Welt fruchtlos versickert. Nur die Ausbreitung von Freiheit und Marktwirtschaft kann den armen Ländern zu eigenem Wohlstand verhelfen. Solidarität mit der dritten Welt heißt heute deshalb, ihre Konkurrenz auf den Märkten zu ertragen. So sollten wir beispielsweise unsere Grenzen für Agrarprodukte aus armen Ländern endlich öffnen und protektionistische Zölle abschaffen.

Globalisierung und die Amerikaner
sind schuld am Terror

Viele linke und "kritische" Intellektuelle haben diesen Zirkelschluss mehr oder minder offen gezogen - bis hin zur kaum versteckten "Die-Amerikaner-sind-selbst-Schuld"-Behauptung. Aber die Wirklichkeit zeugt vom Gegenteil: Keimzellen terroristischer Aktivitäten wuchern stets von Ländern aus, in denen Globalisierung eben nicht funktioniert hat. Abgesehen davon: Die Amerikaner sind nämlich sowieso schuld - egal was sie tun. Fakt ist, dass sich die USA in den arabischen Ländern seit vielen Jahren immer weniger engagiert. Steigende Investitionen verzeichnet hingegen die EU, die sich auch humanitär stark in Palästina engagiert hat. Bis auf wenige Basen ist sowohl das politische als auch militärische Engagement der USA im Nahen Osten nach dem Geiselbefreiungs-Destaster im Iran gering. Die USA haben auch niemals Kolonien in Nahost unterhalten (Wie die Franzosen in Algerien). Die Vorstellung aber, das korrupte Regimes, leichte Öldollars und eine frauenfeindliche Männerkultur selbst einen massiven Anteil an der Armut dieser Länder haben könnte, ist natürlich nicht so leicht verkraftbar wie die Schuldzuweisung an einen Starken.

Die gemäßigten islamischen Länder haben
nichts mit dem Terror zu tun

Das Problem mit vielen Regimes in der arabischen Welt ist ihre Verflechtung und Abhängigkeit von terroristischen oder semiterroristischen Organisationen. So, wie die Saudis dem Großclan Bin Laden gegenüber gewisse Verpflichtungen haben, kann auch Arafat ohne die Dschihad-Krieger kaum politischen Bewegungsspielraum erringen. Hier zeigt sich die verhängnisvolle Komplexität der Terrorbekämpfung in den islamischen Ländern.

Die westliche Spaßgesellschaft hat
den Terroristen nichts entgegenzusetzen

Der Westen sei schwach und verletzbar, weil ihm die Werte abhanden gekommen sind, beklagen viele Kommentatoren. Durch die Verlockungen des Individualismus und Hedonismus seien wir zu Naivlingen geworden, zu Riesenbabys, die sich nicht mehr wehren können. Mit dem denunziatorischen Kampfbegriff "Spaßgesellschaft" gehen Konservative von links und rechts in Stellung und fordern eine Rückkehr nationaler, religiöser und ideologischer Verbindlichkeiten. Jetzt - so die Tadler der "Spaßgesellschaft" - sollten wir uns alle wieder hinter Kreuz und Fahne versammeln, denn nur so könnten wir der terroristischen Internationale die Stirn bieten. Doch auf so einem Marsch nach Rückwärts tappen wir genau in die Falle der Terroristen und laufen Gefahr, ein Stück weit wie sie zu werden: Zwangsverpflichtet auf eine Sinn stiftende Weltanschauung für alle.

Doch die Vertreter der Spaßgesellschaft wissen sehr wohl, wo der Spaß aufhört. Die Bewohner von New York machen es gerade vor. Der glitzernden Big Apple, das Anti-Mekka, ein Mittelpunkt des diesseits, des Dollars und der lockeren Sitten lässt sich nicht unterkriegen. Millionen von Menschen aus aller Welt werden auch weiterhin nach USA einwandern - niemand will nach Afghanistan. Auch unpolitisch zu sein, das Recht sein Leben einfach genießen zu wollen, sind erhabene Menschenrechte. Die Spaßgesellschaft wird sich deshalb nicht vor dem Terror wegducken. Das ist viel eher von einigen christlichen Kirchenvertretern oder traditionell Friedensbewegten zu erwarten.

Mehr von Maxeiner & Miersch:
www.maxeiner-miersch.de
Antisemitismus in der Friedensbewegung

"Antisemitismus ist Sozialismus für Dumme" - Karl Liebknecht

Wir sahen uns gezwungen, diesen Artikel zu schreiben, nachdem wir erfuhren, was während einer Freiburger Friedensdemo vorgefallen ist. Als eine Gruppe mit Transparenten mit der Aufschrift "Solidarität mit Israel" sich an der Demo beteiligen wollte, wurden sie von Teilen der Demonstrierenden massiv angepöbelt. Es war die Rede von Israelis als "Rassisten", den "Nazis von heute" und von einer "jüdisch dominierten Presse". Einzelne Demonstranten haben sogar versucht, die Transparente der Gruppe niederzureißen oder zu verdecken. So ist es kein Wunder, dass ein Passant sich ermuntert fühlte, die Gruppe als "Judenknechte" zu beschimpfen. Kein einziger der in der Nähe stehenden Demonstranten besaß die Zivilcourage einzugreifen. Einige meinten: "Wir würden das so nicht formulieren, aber..."

Wie Teile der Freiburger Friedensbewegung dies formulieren, konnte man deutlich bei der nächsten Demo am Tag X nach Beginn der Bombardierung hören und lesen. Der erste Redner Christian Möller begann seine Rede, indem er von allen möglichen in Betracht kommenden "Kriegsverbrechern" von Truman bis Bush unmissverständlich zwei mit jüdischer Herkunft zitierend hervorhob: Henry Kissinger und Madeleine Albright. Dieses antisemitische Instrumentarium, ausgewählte Zitate von Personen jüdischer Herkunft an erster Stelle anzuführen, ist ein bei Bedarf immer wiederkehrendes Mittel.

Schon vor Jahren wurde derselbe Christian Möller, als er bei Radio Dreyeckland Freiburg die Redaktionen von "Radio International" koordiniert hat, von mehreren Radio Dreyeckland-Redakteuren mit dem Vorwurf des Antisemitismus konfrontiert. Auch spart er nicht mit Vorträgen über die Gruppe "2. Juni", einer Berliner Organisation, die sich öffentlich gerühmt hat, Molotow-Cocktails gerade am 9. November auf eine Synagoge geworfen zu haben und die bei der Flugzeug-Entführung in Entebbe die Selektion von jüdischen Passagieren vorgenommen zu haben.

Standing Ovations sind anderen Rednern garantiert, sobald sie über "alttestamentarische" Rache schwätzen oder den angeblich "terroristischen" Staat Israel als Entlastungsmaterial für mordende und zerstörende Attentäter ins Feld führen. Peinlichst wird ausgespart, dass Israel seit langem Selbstmordattentaten auf zivile Einrichtungen und die gesamte Bevölkerung ausgesetzt ist.

Der erste Redner der Stuttgarter Friedensdemo, Jürgen Grässlin, begann seine Rede mit nichts Originellerem als der Frage, ob es zufällig sei, dass die Symbole des Kapitalismus und der Militärmacht getroffen wurden, um dann das gesamte Weltgeschehen seit Hiroshima in einer wirren Rede, gespickt mit antiamerikanischen Platitüden, durcheinander zu bringen, ferner den betroffenen Amerikanern Beileid zu bekunden und Israel "terroristische Angriffe" auf palästinensisches Territorium vorzuwerfen. Die nachfolgende Vertreterin der Gewerkschaft DAG / verdi beklagte in weinerlichem Ton, dass man in den arabischen Länder nun anfängt, die deutsche Flagge zusammen mit der amerikanischen und britischen zu verbrennen. Ein neuerlicher Beweis dafür, dass Teile der Friedensbewegung darauf aus sind, beste Beziehungen mit Diktaturen zu pflegen und zu erhalten, um bloß nicht in ihre Schusslinie zu geraten. Wo in dieser Frage der Unterschied zwischen Teilen der Friedensbewegung und den Positionen eines Jürgen W. Möllemann oder Horst Mahler liegt, ist nicht ersichtlich.

Und wie sieht es in anderen Städten aus? In Duisburg wurde ein proisraelischer Antifa-Linker von einem Mitglied der Gruppe "Rote Aktion" ins Gesicht geschlagen, angespuckt und mit den Worten bedroht: "Wir kriegen dich noch!", in einem Info-Laden in Berlin-Friedrichshain wurde ein junger Mann von einem der örtlichen Hausbesetzerszene Angehörenden ebenfalls ins Gesicht geschlagen und als "Zionistenschwein" beschimpft. Er hatte im Kiez Plakate geklebt, die den Slogan "Lang lebe Israel!" trugen. Während einer Demo in Düssel-dorf wurde eine Gruppe angegriffen, die proisraelische Transparente mitgebracht hatte. Die Friedensdemonstranten haben die Transparente weggenommen, um sie dann am Rande der Demo öffentlich zu verbrennen. Von wem wohl haben sie solche Methoden abgeguckt?

Die Freiburger Gruppe SOFA schreibt: "Antiamerikanismus und Antisemitismus sind aufs Engste verschwistert. Der islamische Fundamentalismus kämpft gegen den "großen und den kleinen Satan", gegen USA und Israel gleichermaßen. Linke und Friedensbewegte bringen für beides herzlich viel Verständnis auf. "Ist es Zufall, dass Amerika getroffen wurde und nicht Deutschland?" fragt ein nationalistisches Freiburger Friedensflugblatt und verweist unter anderem auf einen "Krieg", den die USA in Palästina führten. "Linksruck" verweist unisono auf die Unterstützung der USA für Israel, dessen Verteidigung gegen Selbstmordattentäter und andere bewaffnete Palästinenser als Massaker aus Jux und Dollerei dargestellt werden. Den gehobenen Bedarf bedient der Freiburger Soziologe Klaus Theweleit in der Zeitung zum Sonntag: Die Kräfte hinter den Anschlägen mag er nicht "völlig wahnsinnig" finden, da es "Gründe für ihr Handeln gibt" - das "Versagen" der amerikanischen Nahost-Politik: "Der Gewaltseite der Israelis wurde freie Hand gelassen." Nach Theweleit sind die Israelis an ihren toten Zivilisten selbst schuld, und ebenso die USA an den ihrigen, da sie ihrer Aufsichtspflicht über die Juden nicht nachgekommen sind. Die Anschläge in den USA könnten sich daher noch als friedensstiftende Maßnahme erweisen: "Wird der Anschlag auf die Twin Towers und das Pentagon den Westen dazu bewegen, seine Politik zu ändern? Werden die USA Israel jetzt dazu zwingen (!), die besiedelten Gebiete freizugeben, um dort einen palästinensischen Staat einzurichten?"

Weil in Israel ein Bürgerkrieg herrscht, der maßgeblich von der palästinensischen Seite mit dem Abbruch der Friedensverhandlungen angezettelt wurde; weil palästinensische Selbstmordattentäter aus der Mitte der Gesellschaft unzählige Israelis umbrachten und dafür ganz genau einen "Grund" haben: Hass auf alle Juden; weil es dem arabischen Antisemitismus nicht um eine andere Grenzziehung des israelischen Staates, sondern um seine Auslöschung geht - darum sind die Statements von Theweleit, Linksruck und Konsorten üble Rationalisierungen."

An dieser Stelle seien ein paar historische Eckpunkte für diejenigen genannt, die schon lange etwas über Israel wissen wollten, aber nie zu fragen wagten:

Die jüdische Emigration nach Palästina hat schon Ende des 19. Jahrhunderts angefangen, nachdem im zaristischen Russland etliche Pogrome durchgeführt wurden. Die Idee eines Judenstaates, die ursprünglich der jüdisch-deutsche Sozialist Moses Hess proklamierte, hat der Wiener Journalist Theodor Herzl weiterentwickelt. Er begann, sich diesem Thema zu widmen, nachdem er die Dreyfus-Affäre und antisemitische Ausschreitungen in Frankreich als Korrespondent verfolgte.

Die jüdischen Emigranten erwarben Land von arabischen Besitzern oder von den Behörden des Osmanischen Reiches, gründeten landwirtschaftliche Kooperativen, Kibbuzim, die weitgehend nach sozialistischen Grundsätzen geführt wurden. Die jüdischen Pioniere fanden meistens ein Stück Sumpfwüste vor, das sie mühsam in Ackerland verwandelten. Pogrome in Palästina fanden schon Mitte der 20er Jahre statt und haben zu mehreren hundert jüdischen Opfern geführt, worauf sich eine jüdische Selbstverteidigungsgruppe "Hagana" bildete.

Während des II. Weltkriegs kollaborierte die arabische Führung mit den Nazis. Der Groß-mufti von Jerusalem verbündete sich mit Hitler, begrüßte die "Endlösung der Judenfrage" und stellte eine muslimische SS-Division in Bosnien zusammen.

Einige Überlebende des Holocaust fanden mit Müh und Not ein Exil in Palästina. Nach dem II. Weltkrieg und angesichts der Shoa beschloß die UNO mit Stimmen der UdSSR, der USA und weiteren 30 Staaten die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Am Tag der Unabhängigkeitserklärung Israels fielen fünf reguläre Armeen der arabischen Staaten in den jüdischen Teil unter der Parole "Alle Juden ins Meer werfen!" ein. Dieses Motto gilt bis heute!!!

Der Neffe jenes germanophilen Großmuftis, nämlicher Jasser Arafat, verinnerlichte diese Philosophie in seinem antiisraelischen Kampf.

Es grenzt an ein Wunder, dass Israel angesichts der Überlegenheit des Feindes überlebte und die einzige Demokratie im Nahen Osten ist. "Nie wieder" heißt die Losung, die Israel schon mehr als 50 Jahre auf seine Fahnen geschrieben hat. "Nie wieder Vernichtung des jüdischen Volkes".

Man kann die gegenwärtige Politik der israelischen Regierung unterschiedlich bewerten, das Existenzrecht Israels jedoch zu verneinen und palästinensischen Terror zu rechtfertigen, ist hier in Deutschland geradezu pervers.

Selbst Radio Dreyeckland Freiburg wurde von antisemitischen Zwischenfällen nicht verschont. Die Redaktion "Knastfunk" verlas unkommentiert und unreflektiert einen antisemitischen Artikel von Mumia Abu-Jamal, der auf der Parallelisierung von Israelis und Nazis basierte.

Die Redaktion Radio Shalom protestiert entschieden gegen antisemitische Auswüchse in der gegenwärtigen Friedensbewegung und möchte ihr folgende Fragen stellen:

Warum lebt die Friedensbewegung nicht auch, wenn Diktaturen im Namen des Islam ihr eigenes Volk und andere Staaten unterdrücken und angreifen? Z.B. Giftgaseinsätze Saddam Husseins gegen die kurdische Bevölkerung, Annexion Kuwaits und Abschuß von Scud-Raketen auf Israel, Verbrechen der Taliban an Frauen und ethnischen und religiösen Minderheiten, Verbrechen im Sudan, und und und.

Warum hat die Friedensbewegung kein Mitleid mit den Menschen, die unter diktatorischen und fundamentalistischen Regimen leben und ihre politische Meinung nicht frei äußern können?

Warum lebt die Friedensbewegung nur, wenn sie sieht, dass diese verbrecherischen Regimes von der restlichen Welt angeklagt werden?

Warum erkennt die Friedensbewegung nicht an, dass Deutschland leider nur durch Krieg von einem fanatischen, verbrecherischen und nach Welteroberung strebenden Diktator und seinen Anhängern befreit werden konnte?

Warum distanziert sich die Friedensbewegung nicht von Antisemitismus und seinen Trägern?

Bert Kilstein und Redaktion Radio Shalom
bei Radio Dreyeckland Freiburg
Muslimisches Arabien und die Angriffe auf die USA
Eine Bestandsaufnahme von Motiven



Vorwort


Da ich als deutscher Auslandstätiger in Arabien zahlreiche Anfragen zu den Angriffen auf die USA und zur Rolle islamistischer Staaten erhalten habe, will ich diese Gelegenheit nutzen, um einige der möglichen Motive zu beleuchten.

Vorab ist anzuführen, dass, aufgrund der historischen Verflechtung und der gesellschaftlichen Integration muslimisch religiöser Bürger, die USA und UK die Gefahr eines derartigen Anschlags wesentlich intensiver in der Vergangenheit wahrgenommen haben, als dies im Provinzdeutschland der Fall war und ist. Folglich ist die Berichterstattung bei BBC, CNN, WABC, etc. wesentlich ruhiger, sachlicher und differenzierter verlaufen als die in der BRD veröffentlichte Informationsflut.

In den nachfolgenden Zeilen orientiere ich mich ebenfalls an Sachlichkeit und Besonnenheit. Hier widerspiegeln sich Literaturauswertungen und Eindrücke aus meinen Erfahrungen in Türkei, Saudi-Arabien, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman. Auch Gespräche mit muslimischen Kollegen reflektiert dieser TextMuslimisches Arabien und die Angriffe auf die USA
Eine Bestandsaufnahme von Motiven



Determinierung, sowohl
linguistisch als auch geographisch


Der Grund des Anschlags vom vergangenen Dienstag wird durch die USA auf islamistische Motive zurückgeführt. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Islam als gespenstischer Despot keine andere Religion als die eigene akzeptiert. Als Beispiel dient, dass religiös Andersorientierte von "moderaten" Muslimen als misguided (dt.: fehlgeleitet), von "konservativen" als not worth living (dt.: lebensunwürdig) bezeichnet werden.

Die US-Regierung suchte nach einem geeigneten Begriff für die Beschreibung der Angriffe. Es ist der Term "muslimisch-arabischer Terror" gefallen. Der Grund für diese Benennung ist die territoriale Begrenzung des Horts dieses Wahnsinns: Arabien. Bei 200 Millionen Muslimen in Nordamerika, Asien, Nordafrika, Europa und Arabien hat die US-Regierung damit den geographischen Raum für den anstehenden Krieg bestimmt. Mit der begrifflichen Determinierung wird im multikulturellen Arabien der Islam eindeutig und sehr wohl begründbar in die Pflicht für diesen Horror genommen.

An dieser Stelle ist wichtig zu verdeutlichen, dass die islamische Religion eine Gesetzesreligion ist. Sie basiert auf dem Bemühen, mit Hilfe von Erlassen (ar.: Fahtwa, eigentliche Übersetzung: Todesbann) Regeln, Auffassungen, Zusammenleben, etc. zu normieren und vorzuschreiben.

Beispiel: Ende der 90er Jahre gab es den folgenden Erlass: "Jeder US-Amerikaner ist zu töten. Sein Geld ist zu stehlen. Egal, wo es sich befindet."

Derartige Erlasse werden durch einen Muezzin verkündet, der fünfmal täglich zum Gebet ruft. Mit einem blinden Fanatismus werden sie den Gläubigen eingeschärft. Die Rechtmäßigkeit derartiger Erlasse wird auf wissenschaftliche Arbeiten, die spezielle Interpretationen des Korans sein können, zurückgeführt.

Damit begründet sich die territoriale und kulturelle Determinierung der Hauptverdächtigen: Wer als geistiger Brandstifter gegen Andersdenkende und Andersfühlende hetzt und nach Aktionen gegen diese ruft, der ist für die Konsequenzen in die Pflicht zu nehmen.
Muslimisches Arabien und die Angriffe auf die USA
Eine Bestandsaufnahme von Motiven



Das Heilige Land Saudi-Arabien
und der Heilige Krieg dagegen


Noch heute wird die Herrschaft über ganz Arabien (= hier symbolisch und nicht geographisch aufzufassen) an der Inhabe des Titels "Beherrscher der Gläubigen und Beschützer der Heiligen Städte Mekka und Medina" gemessen. Lange wurde diese Herrschaft mit der Inhabe von Riyadh verbunden.

Prinzipiell haben sich seit Jahrhunderten die Sippen des Hauses ar-Rashid und as-Saud einen sportlichen Wettstreit um die Inhabe der Stadt Riyadh geliefert. Dass heute die Familie des Hauses as-Saud Beschützer der Heiligen Städte ist, ist Ergebnis einer verklärten Saga.

Wichtig erscheint mir der Fakt, dass der heutige Inhaber eines Titels, der eine Religion im Sinne Wahhabs verkörpert, die Andersglaubende ganz selbstverständlich als Feinde des Muslime definiert, auch der Inhaber eines westlichen Titels ist: Seine Königliche Hoheit. Dieser Fakt beschreibt gerade für den amtierenden Inhaber, King Fahd, eine zum Verdammnis bestimmte Orientierung an den Westen. King Fahd, durch seine Alkoholexzesse unfähig die Regierungsgeschäfte zu führen, überließ diese seinem Bruder Abdullah, Kronprinz von Saudia. Abdullah, durch seine Distanz zu den USA in der muslimisch-arabischen Öffentlichkeit wesentlich beliebter als Fahd, sollte aufgrund seiner US-Abstinenz auch von der vorgeschriebenen Erbfolge ausgeschlossen werden. Der Versuch von Fahd wurde jedoch vereitelt.

Von seinen Nachbarn und eigenen Brüdern hat Saudia allerdings nichts Gutes zu erwarten. Irak, Iran, Ägypten, Afghanistan, etc., erheben Anspruch auf die Beherrschung der beiden Heiligen Städte. Ihre Hauptmotive sind Neid auf Profite aus dem Ölgeschäft und der Vorwurf der Materialisierung des Islams. Als ein weiterer Grund dient selbst die bloße Anwesenheit Ungläubiger (bspw. US-Ingenieure in Damman, UK-Architekten in Dubai, etc.). Sie, die bloße Anwesenheit, entweihe den einzig wahren Glauben.

Das Heilige Land Saudi-Arabien als Beschützer des Islams, das die Regeln Wahhabs praktiziert, wird also durch den Heiligen Krieg seiner eigenen Brüdern gegen ihn bedroht.

Dies ist der Bezug zu den Angriffen aus der vergangenen Woche: In ihrem Fanatismus gehen sie mit aller Macht gegen interne und externe "Feinde" (i.S.v. Abweichlern) innerhalb der muslimischen Welt - selbst gegen den Heiligen Beschützer des Islams - mit Krieg und Mord vor (siehe Saddams Heiliger Krieg, 1991). Die eigentlichen Motive verklären sich dabei. Sie missbrauchen einander. Das macht die Analyse und Diskussion kompliziert.

Auch herrscht - von einem Außenseiter betrachtet - ein völliges Wirrwarr in dieser arabischen Welt: Warum dürfen beispielsweise in dem einen islamischen Staat Frauen arbeiten, am öffentlichen Leben teilnehmen, und im anderen nicht einmal das Haus ohne Begleitung eines erstgradigen Verwandten verlassen? Warum, wenn sich beide auf die selbe Gesetzesreligion berufen?

Man wird keinen einzigen Muslimen finden, der eine klare Antwort zu geben bereit ist. Sie desavouieren. Sie belügen sich, denken im Kreis. Bauen Argumentationstaktiken auf, die Geschichtenschreiber nicht besser haben formulieren können.

Selbst emanzipierte muslimische Araberinnen, organisiert in deutschen Frauennetzwerken, beginnen beispielsweise ihre Ausführungen über Frauen im Islam damit, dass nur und ausschließlich nur im Islam die Stellung der Frau zu deren Gunsten spezifiziert wurde und dass nur im Islam die Frau ein wahres, erfülltes Leben führen kann. Und das natürlich schon seit ca. 1500 Jahren. Spätestens nach 5-7 Minuten wird im gleichen Zusammenhang (aber diesmal mit entsetzten Gesichtszügen) darauf aufmerksam gemacht, wie furchtbar doch das Leben der Frauen in islamischen Staaten ist - als Beweis gilt die Verätzung von Frauen in Malaysia, Saudia, etc. (ca. 500-700 registrierte Fälle pro Jahr). Ja, was denn nun?
Muslimisches Arabien und die Angriffe auf die USA
Eine Bestandsaufnahme von Motiven



Wie interpretieren muslimische
Araber die Geschehnisse in den USA?


"Allah vergisst nichts! Allah zahlt heim. Nicht sofort, aber im rechten Moment!"

Dies ist eine aus dem Koran zitierbare Interpretation. Sie wird von den meisten hier geteilt. Es wird also nicht wirklich getrauert, Anteil genommen. Es wird Rechtschaffenheit und Befriedigung gefühlt.

(Soeben habe ich ein Memorandum des Vorstands der Universität erhalten, an der ich lehre. Mir wird darin mitgeteilt, dass es zu Übergriffen und Demonstrationen kommen kann. Das Memorandum ist diesem Text beigefügt.)

Weiterhin ist anzuführen, dass sich die muslimisch-arabische Welt vor allem von den demokratischen Innovationen (gewählte Regierung, zweifach kontrolliertes Parlament, Emanzipation der Frau, etc.) bedroht fühlt. Denn neben den Religionen stoßen auch zwei Gesellschaftstypen aufeinander, die in ihrer Entwicklung mehr als tausend Jahre auseinander liegen: Stammesgesellschaft und funktional differenzierte Gesellschaft (= Moderne).

Merkmale der Stammesgesellschaft sind Einschränkung der weiblichen Souveränität, Sippenkultur, simples Familiengrundmuster des gesamten Lebens (1 Frau - 3 Männer: Vater, Mann, Sohn). Status wird vererbt. Religion ist Gesetz. Regierung ist nicht justitiabel. Etc.

Merkmale der Moderne sind Aufhebung der Sippengesellschaft (Adlige und Bürgerliche), Arbeitsteilung (Justiz, Verwaltung, Wissenschaft). Der Mensch integriert sich über seine Werte, Bildung und Engagement in die Gesellschaft (= Freiheit). Seinen Status (i.S.v. Stellung, Ansehen) muss er sich neu erarbeiten und verteidigen. Religion ist Bestandteil der Kultur, zu dem nur eine geringe Minderheit Zugang findet. Religion ist von Wissenschaft und Administration entkoppelt. Gesetz ist eine demokratisch legitimierte Verfassung. Regierung ist justitiabel. Etc.

Die muslimisch-arabische Gesellschaft sieht die Moderne ausnahmslos als eine Bedrohung an (es fällt auch gelegentlich der Begriff: "exotische Absonderlichkeit"). Gleichzeitig ist sie an ihren technologischen Innovationen sehr interessiert. Beispiele sind Medizin, Kraftfahrzeugtechnik, landschaftliche Bewirtschaftung, etc. Aber sie ist nicht daran interessiert, um ihre Kultur zu entwickeln und technologischen Fortschritt selbst zu vollziehen. Sie ist daran interessiert, den technologischen Stand anzuwenden, um ihn zur Vernichtung der Moderne zu benutzen.

(VAE-Bildungsminister Sheikh Nahyan hat vor einigen Tagen gesagt "The protection of our culture is the world’s greatest challenge!")

Hier widerspiegelt sich auch ein Grundkonflikt in den Denkmustern zwischen Clangesellschaft und Moderne: In der muslimisch-arabischen Welt werden alle Innovationen auf Interpretationen des Korans zurückgeführt. So wird durch Gelehrte ausführlich dargestellt, dass Darwins Erkenntnisse, Einsteins Aussagen, von Brauns Nukleararbeiten, etc. bereits im Koran geschrieben sind. Es geht sogar soweit, dass Definitionen von Algorithmen (z.B. das Fahren eines Autos) aus dem Koran zitiert werden.

Dabei bieten (Bibel und) Koran bestenfalls Bilder. Und immer ist es so, dass zunächst die Innovation erarbeitet (gefunden) und dann ein passendes Bild gesucht werden musste. Auch sind (Bibel und) Koran keine Wissenschaften, sondern Geschichten gewesen. Dass sie zur Wissenschaft verpfuscht worden sind, motivierte sich durch den eigenen Missbrauch. Sie ermöglichen Bilder wie z.B. das Ertragen von Schmerz, die Gewissheit auf Linderung, die Notwendigkeit des Selbstzweifels. Und glücklich ist der, der in Interpretation dieser Bilder zu einem glücklichen, friedlichen Leben findet. Nach eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Streben.

Das Grundmuster muslimisch-arabischen Denkens ist es, alles so zu belassen wie es Prophet Mohammed bei seiner Abreise vorgefunden hat. Die Veränderungen, die durch die Moderne "aufgezwungen" worden sind, sind durch Studium der Technologien zu vernichten.

Jedoch ist Arabien heute mehr als je zuvor der Moderne ausgeliefert. Arabien ist von der Moderne vollständig technologisch, intellektuell und finanziell abhängig. "We have everyone proven wrong. But in fact we can even not protect us and our brothers", hat Malaysias PM, Dr. Mohammed, erst vor einigen Wochen auf einem Kongress in Dubai gesagt.

Dies bedeutet also, dass die einzig wahren Gläubigen total von den Fehlgeleiteten und Nichtlebenswürdigen abhängig sind. Das schmerzt und facht den Hass gegen die Moderne um so mehr an.

Somit ist auch ein weiteres Grundmotiv des Angriffs zu verstehen, wenn Arabien sagt, dass es sich um einen Kampf der Unterdrückten gegen die Unterdrücker handelt. Es handelt sich im eigentlichen Sinne aber um den Kampf der Gläubigen gegen die Ungläubigen.

Es ist ableitbar, dass es sich bei dem Anschlag gegen die USA nicht um einen Terroranschlag á la carte, sondern um eine Kriegshandlung der muslimisch-arabischen Welt gegen die Moderne handelt. Es handelt sich um die aktive Ausführungen eines bisher mental geführten Krieges.
Muslimisches Arabien und die Angriffe auf die USA
Eine Bestandsaufnahme von Motiven



Kooperation und Dialog der Kulturen: Deutschland


Gibt also das Kabinett der gegenwärtigen Bundesregierung einen öffentlichen Empfang für Kronprinz Abdullah und schwärmt von ausgebauten Kooperationen mit Saudia, dann haben sich - prosaisch formuliert - die Kälber ihren Schlächter selber gewählt und das Fleischermesser überreicht.

Die angewärmte Schwärmerpolitik "Austausch und Dialog der Kulturen" (Welcher Kulturen in diesem Zusammenhang?) unseres Außenministers ist mit diesem Hintergrund (Hass, Stammesgesellschaft, etc.) nicht nachvollziehbar.

Viele Intellektuelle weltweit rufen dazu auf, den in Arabien praktizierten Islam nicht zu unterschätzen und diesen beim Namen zu nennen: gespenstischer Despot.

Mario Kupries, 18. September 2001
Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate
Kinderleben
Von Renée Zucker

Kinderbilder, die wir nicht so schnell vergessen.

Bild 1, Nordirland: Zu Tode erschrockene und weinende Mädchen, die - von ihren protestantischen Nachbarn, beschimpft, bespuckt, bedroht - durch einen schwerbewaffneten Polizeikordon geschützt werden müssen, um die katholische Schule durch den Haupteingang zu betreten, der in einer protestantische bewohnten Straße liegt. Ihre Mütter und Väter haben so entschieden. Der Hintereingang liegt in einer katholisch bewohnten Straße. Vielleicht würden die Kinder ihn viel lieber benutzen. Bild 2, Florida: Brav und aufmerksam schauen die sauber gekämmten Schüler aus Florida hinter George Bush in die Kamera. Eben noch hatte der Präsident ihnen aus einem Buch vorgelesen. Vielleicht hatte er ihnen, wie zuvor einer anderen Schulklasse auch, erklärt, warum die Raketenabwehr für Amerika so lebenswichtig ist. Minuten später haben die brennenden Tower des World Trade Center in New York gezeigt, dass der amerikanische Präsident aufs falsche Pferd gesetzt hat. Vielleicht sah er deshalb so leer und ratlos aus, als er sein erstes Statement hielt. Bild 3, Ostjerusalem: Begeisterte Kinder tanzen, johlen und freuen sich über den Treffer ins Herz der ökonomischen Macht Amerika - so wie ihre älteren Geschwister, ihre Mütter und Väter getanzt haben, als die ersten Scuds auf Tel Aviv abgefeuert wurden... Der Feind ist empfindlich getroffen worden. Die Börse macht weiter, sie weiß, wie herzlos der Kapitalismus sein kann.

Das Bedrückende an diesen Bildern: Sie zeigen uns unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder. Die Zukunft der nordirischen, der palästinensischen, der amerikanischen Kinder wird von den Erwachsenen von heute bestimmt. Sie werden zu unserem Bild von den Verhältnissen erzogen. "Geschlagen ziehen wir nach haus, die Enkel fechten`s besser aus?" Nein: Sie werden`s schlimmer ausfechten. Ob sie wollen oder nicht. Die katholischen Kinder aus Irland können vermutlich während ihrer ganzen Schulzeit nicht selbst entscheiden, ob sie ihre Schule durch den Haupt- oder Nebeneingang betreten wollen, ob sie später mal Buddhist sein möchten oder einen Protestanten lieben möchten. So wenig, wie die palästinensischen Kinder eine freie Wahl haben werden auf ein zufriedenes, gemütliches und angstfreies Erwachsenenleben.

Die Zukunft hat ihre Unschuld verloren. Sie ist vorhersehbar geworden, oder wie es bei Jan Delay heißt: Alles ist vergiftet.

Als die Mauer fiel, haben wir in Westberlin freudig gehofft und ein bißchen befürchtet, dass es nun mit dem Leben auf der Insel vorbei sein würde. Jetzt stellen wir fest, dass die Insel inzwischen nur voller geworden, das Meer drumherum unruhiger geworden ist und größere Wellen wirft. Und die Kinder in Florida, die vom Präsidenten etwas vorgelesen bekamen, haben sie eine bessere Wahl? Oder lernen sie jetzt, dass nur dort wo sie sind, Zivilisation herrscht? Ihr Präsident hat darauf schon eine Antwort gegeben: "Wir werden nicht unser Leben verändern noch unsere Freiheiten einschränken."
77 Hi genya,
auf den Antisemitismus in der Generation der Nachkriegsgeborenen kann ich mir überhaupt keinen rechten Reim machen. Ich konnte es auch früher nicht, da es keinen
Grund dafür gibt. Mittlerweile führe ich es auf die Dummheit
des deutschen Schulsystems zurück, das Höchstleistungen
der Kultur wie zB. die Relativitätstheorie nicht richtig
verstehen und vermitteln konnte/kann. Auf diesem Boden
konnte man dann den Anisemitismus weiter vorantreiben. Ein Volk, das die damals neue und verblüffende Welterklärung begriffen hätte, wäre eigentlich nicht zu solchen Bestialitäten fähig gewesen gegenüber den Entdeckern dieser neuen Weltsicht. Man sprach sogar abfällig von "jüdischer Physik und Chemie". Selbst Heisenberg musste sich den Vorwurf gefallen lassen sich zu sehr mit "jüdischer Physik" zu beschäftigen. Es ist wirklich ein Trauerspiel. Das alte verblödete Landjunkertum in Deutschland konnte nochmal so richtig in all seiner Dummheit vom Leder ziehen und Dünnpfiff verbreiten. Auch den Antisemitismus in der
heutigen Zeit führe ich auf ein Versagen unseres Bildungssystems zurück. Es ist anscheinend nie zu einer
intellektuellen Durchdringung dessen gekommen, was jüdische
Wissenschaftler und Künstler leisteten/leisten.
Sondern man blieb anscheinend ständig an Phänomenen wie dem Akt der blanken Vernichtung hängen. Aus diesem verunglückten Amalgam an schlechtem Gewissen, Frohsein um Gnade des Spätgeborenen (nach 1940) und Nichtwissen um jüdischen Leistungen in Kunst und Wissenschaft kommt es auch ständig zu Fehleinschätzung der israelischen Lage. Wieso ausgerechnet "unsere" Intellektuellen hierbei so versagten ist mir immer noch schleierhaft. Aber da sie darin schon eine regelmässige Tradition haben ist es eigentlich Gewohnheit.
Genya,

was zitierst Du da nur für eine gequirlte Scheisse? Dröhnst Du dich den ganzen Tag mit so einem dummen Gelaber zu? Mann, Du arme Sau!

Wer soll das den sein:

Mario Kupries, 18. September 2001
Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate

Also, wie hier bereits erwähnt, ich komme gerade aus Abu Dhabi, aber so geschwollen hat mich dort keiner zugequatscht. Also kein Araber würde sich in der "Bestandsaufnahme" dieses Herrn Kupries wiedererkennen.

Oh Mann, Du brauchst dringend Urlaub! Oder Sex. Oder beides.
wolaufensie hat die Relativitätstheorie als voraussetzung zum Erkenntnisstand, für alle fragen erklärt.Kein wunder
das ich ihn so schwer verstehen kann.Dümmliches Lachen
meinerseits :laugh:
Leute, bitte nicht versäumen !!! Heute abend
bei Christiansen im 1. Programm wird über die
Nahost-Krise diskutiert. Und natürlich ist
bei dieser Diskussion der kompetenteste deutsche
Politiker in Sachen Nahost dabei und zwar Möllemann !!!!!
#83LauraGerhard,Danke für den hinweis,war echt gut die
Diskusion.
Möllemann hatte doch die richtigen Antworten.
Daniel B. ist für mich der Ehrlichste gegenüber den
meisten verlogenen Politikern.
Und wieder sind die Juden schuld

Wie mit der Eskalation des Nahost-Konflikts der Antisemitismus auch in Deutschland erstarkt


Von Heribert Prantl

Gäbe es Scharon nicht – der Antisemitismus müsste ihn erfinden. Schon lange nicht mehr war Judenhass, derzeit als Antizionismus verkleidet, in Deutschland so salonfähig wie heute. Bei den Palästina- Demonstrationen am vergangenen Wochenende durften sogar die Slogans gebrüllt werden, deretwegen ansonsten Neonazi-Aufmärsche untersagt werden und deretwegen die NPD verboten werden soll: „Judenschweine“, „Sieg Heil“ und so weiter. Es ist so: Ariel Scharon taugt, weil er leibt und lebt und wütet, viel besser als Anlass für antijüdische Affekte als einst die erfundenen „Protokolle der Weisen von Zion“.

Es gibt merkwürdige Allianzen. Die Demo-Plakate der Hisbollah mit den darauf abgebildeten Maschinengewehren stehen neben den Plakaten mit den Friedenstauben der Ostermarschierer. Postsozialisten, Neonazis und Antirassisten sieht man Seit an Seit. Täuscht der Eindruck, dass etliche Werber für die palästinensische Sache, die fürwahr ehrliche Unterstützung verdient, in Wahrheit weniger für die Palästinenser, als gegen die Juden sind? Viele Redner, jüngst auch die Herren Westerwelle und Möllemann von der FDP, betonen daher beschwörend, dass es doch nicht antisemitisch sei, die Wahrheit zu sagen.

Die Wahrheit ist in der Tat, dass Israel Terror auch mit terroristischen Mitteln bekämpft. Die Wahrheit ist, dass im Nahen Osten der gewalttätige Fanatismus der einen Seite den anderen entzündet, immer und immer wieder. Die Wahrheit ist aber auch, dass es in Deutschland die Neigung gibt, den Nahost-Konflikt zu Zwecken der Vergangenheitsbewältigung zu instrumentalisieren. Früher wurde deswegen mit Kritik an Israel gespart. Heute wird Israel mit Kritik zugeschüttet. Weil viele die Vergangenheit für bewältigt halten, dürfen auch „die Juden“ wieder kräftig schuld sein. Die Heftigkeit der Kritik an Israel dient – weil Unrecht doch überall Unrecht ist – auch als Beleg dafür, dass wieder Normalität herrsche. Das täuscht. Der Topf mit alten Ressentiments kocht jetzt auf neuen Flammen. Und die berechtigte Kritik an Israel kommt bisweilen so selbstgerecht und belehrend daher, dass man sich wundern muss. Deutschland ist ein Land, das vor 25 Jahren auf den Terror der RAF mit Hysterie und Ausnahmezuständen reagiert hat. Im Terror- Gebirge, das sich in Israel auftürmt, wäre dieser RAF-Terror nur eine kleine Zacke. Der RAF-Terror hat sich, was ihn nicht besser macht, nicht gegen die breite Bevölkerung gerichtet; aber gleichwohl wurde auch die breite Bevölkerung von Panik erfasst.

Man verfrachte in einem Gedankenexperiment die deutsche Bevölkerung nach Israel. Das Land Hessen ist, von Größe und Einwohnerzahl, mit Israel vergleichbar. Man umstelle also das Land Hessen mit Feinden und setze die Bevölkerung täglich neuen Attentaten aus – überall: Marktplatz, Omnibus, Straßencafé, Schule, Kindergarten, Einkaufszentrum. Wie würde dann reagiert werden? Die Antwort darauf macht die israelische Politik nicht besser, sie hilft auch nicht, den Nahost-Konflikt zu lösen. Sie hilft aber gegen neue deutsche Präpotenz.

http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel140968.php

Möllemanns Beitrag bei Christiansen war selbstherrlich, dumm und eine Demonstration diplomatischen Ungeschicks.
Möllemann eben.
MM
Westerwelle attackiert israelischen Botschafter Stein

Der FDP-Chef Westerwelle fordert den israelischen Botschafter in Deutschland zur Zurückhaltung auf. Stein habe auf einer Pro-Israel-Demonstration eine "scharfmacherische Rede" gehalten.


DPA

Guido Westerwelle: Deutliche Worte an Israels Botschafter.


Köln - Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat den israelischen Botschafter Shimon Stein zu Zurückhaltung bei öffentlichen Auftritten in Deutschland gemahnt.
Westerwelle sagte in einem zur Ausstrahlung am Sonntag vorgesehenen Gespräch mit dem Deutschlandfunk, Stein habe am Mittwoch in Frankfurt am Main bei der Kundgebung des Zentralrats der Juden in Deutschland eine "scharfmacherische Rede" gehalten. Er sei irritiert, dass sich der Botschafter eines ausländischen Staates in dieser Weise äußere. Stein hatte gerügt, es gebe bei deutschen Politikern keine wirkliche Bereitschaft die "Fratze des palästinensischen Terrors" zu entlarven.

Westerwelle wandte sich gegen die Ansicht, dass es in Deutschland an Solidarität mit Israel mangele. Er verwahre sich dagegen, "dass Kritik an der israelischen Regierung, die jetzt wirklich notwendig ist, in Deutschland von einigen als Antisemitismus bezeichnet wird".

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"Kritik an Scharon für viele unmöglich"

Die Juden in Deutschland fühlen sich und ihre Angehörigen in Israel bedroht. Daher werde Kritik an der Politik Scharons immer schwerer, meint der Deutschlandkorrespondent der israelischen Zeitung "Maariv", Igal Avidan, im Interview mit SPIEGEL ONLINE.


Igal Avidan, 39, ist Deutschlandkorrespondent der zweitgrößten isrealischen Tageszeitung "Maariv".


SPIEGEL ONLINE: Herr Avidan, schotten sich die Jüdischen Gemeinden in Deutschland angesichts des Nahost-Konflikts zunehmend ab?

Igal Avidan: Der Eindruck ist nicht falsch. Sogar Menschen, die mit der israelischen Friedensbewegung sympathisieren, fühlen sich mehr und mehr missverstanden von ihren deutschen Mitstreitern.

SPIEGEL ONLINE: Woran liegt das?

Avidan: Häufig ist der Grund ein menschlicher. Viele Juden hier zu Lande haben verwandtschaftliche Beziehungen zu Israel, haben Kinder, die in der Armee dienen oder im Kibbuz arbeiten. Das derzeitige Drama ist ja, dass die gesamte Bevölkerung sich bedroht fühlt. Die emotionale Bindung macht es vielen sogar unmöglich, Kritik in der Öffentlichkeit an der Politik Ariel Scharons zu äußern.

SPIEGEL ONLINE: Trügt der Eindruck, dass die israelische Botschaft Einfluss auf die Jüdischen Gemeinden nimmt, um ein möglichst einheitliches Bild herzustellen? Immerhin sprach ja auf der vom Zentralrat der Juden in Frankfurt am Main organisierten Kundgebung auch Israels Botschafter Shimon Stein.

Avidan: Ich glaube nicht, dass sie wirklich Druck ausüben. Sie informieren natürlich über die Lage im Lande. Aber dass sie nun Direktiven ausgeben, halte ich für abwegig. Nein, die Stimmung in den Gemeinden ist so, dass in diesen Wochen kaum jemand von den prominenteren Stimmen Kritik an Scharons Politik äußern wird.

SPIEGEL ONLINE: Kürzlich hat eine so genannte Arbeitsgruppe Nahost, die von Berliner Juden mit getragen wird, aber sehr scharfe Worte gefunden. Fritz Teppich, 83 Jahre alt und Holocaust-Überlebender, sprach gar von einer Pflicht der Juden, Israel zu kritisieren.

Avidan: Diese Gruppe besteht nach eigenen Angaben aus nicht mehr als zwei Dutzend Mitgliedern, die Jüdische Gemeinde in Berlin hat aber rund 12.000 Mitglieder. Dass diese Gruppe in den deutschen Medien eine so große Bedeutung erlangte, zeigt, wie wenig sich manche Journalisten im Innenleben der Jüdischen Gemeinden auskennen. Nein, die Mehrheit Juden in Deutschland solidarisiert sich mit Israel.


AP

Schröder mit dem Präsidenten des Zentralrats, Spiegel (r.): "Viele haben Angehörige in Israel."


SPIEGEL ONLINE: Der Zentralratsvorsitzende Paul Spiegel hat vielen Nicht-Juden vorgehalten, sie würden einseitig Partei für die Palästinenser nehmen. Sind die Deutschen auf Grund ihrer Geschichte dafür besonders anfällig?

Avidan: Kürzlich hat eine jüdische Frau mir gegenüber gesagt: `Die Deutschen haben diesen Komplex wegen der Nazizeit, sie wollen nie wieder Täter sein. Daher solidarisieren sie sich mit allen Opfern der Welt, merken aber nicht, dass sie sich auch mit Menschen solidarisieren, die sich als Opfer darstellen, obwohl sie zugleich auch Täter sind.` Das ist ein sehr interessanter Gedanke.

SPIEGEL ONLINE: Israelische Vertreter werfen auch den deutschen Medien vor, einseitig zu berichten. Ist das auch Ihr Eindruck?

Avidan: Das ist mir zu pauschal. Was sicherlich für Israel ein Problem ist, ist das Fernsehen. Es braucht starke, emotionale Bilder. Dem Fernsehen kommt dabei das Verhalten der Palästinenser entgegen. Sie stellen ihre Toten, ihre Verwundeten, ihre Trauer öffentlich aus. Das tut die israelische Bevölkerung kaum. Auffallend ist schon, dass es wenige Artikel oder Fernsehberichte über das Leiden der israelischen Bevölkerung gibt. Vielleicht gibt es eine gewisse Scheu, hier nachzufragen.

SPIEGEL ONLINE: Auf Grund des Sparkurses israelischer Medien gibt es nur noch drei Korrespondenten in Deutschland. Interessieren sich israelische Medien nicht mehr für Deutschland?

Avidan: Die Medien wollen schon wissen, wie weit die Solidarität in Deutschland reicht, was es mit dem Plan von Außenminister Joschka Fischer auf sich hat, was der Kanzler über den angedachten Einsatz der Bundeswehr in einer Uno-Friedenstruppe im Nahen Osten sagt.

SPIEGEL ONLINE: Wie werden die Ideenspiele über einen Einsatz der Bundeswehr aufgenommen?

Avidan: So weit ich es überblicken kann, war es bislang kein großes Thema.

"Absurd, deutsche Soldaten zu entsenden"

SPIEGEL ONLINE: Was halten Sie denn von dem Vorschlag, deutsche Soldaten sollten im Rahmen einer Uno-Friedenstruppe einen Waffenstillstand zwischen Palästinensern und Israelis überwachen?

Avidan: Ich finde das absurd. Stellen Sie sich einmal vor, ein deutscher Soldat verletzt aus Versehen auch nur einen israelischen Soldaten. Das würde sofort ein Politikum. Nein, von einem solchen Einsatz sollte die Bundeswehr die Finger lassen.

SPIEGEL ONLINE: Ist der Fischer-Friedensplan nicht Ausdruck deutscher Hybris, wonach auch der Nahost-Konflikt am besten durch Deutsche gelöst werden kann?


DPA

Joschka Fischer: "Was ist schlecht an einem Friedensplan?"


Avidan: Was ist schlecht daran, wenn sich ein Außenminister eines großen europäischen Landes Gedanken über eine Friedenslösung macht? Wichtig ist doch auch, dass Fischer eine Demokratisierung Palästinas vorschlägt. Das ist einer der Punkte, der für ein friedliches Nebeneinander zwischen Israel und Palästina in Zukunft unabdingbar ist.

SPIEGEL ONLINE: Deutschland und Europa spielen aber im Nahost-Konflikt keine große Rolle.

Avidan: Natürlich gibt es diese Ängste in Israel, dass die Europäer sie eigentlich nicht verstünden. Meldungen über angedachte Boykottmaßnahmen tragen auf jeden Fall dazu bei, dass das vorhandene Misstrauen wächst.

Das Interview führte Severin Weiland

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DIE ZEIT

Politik 16/2002

"Israel darf keine Schwäche zeigen"


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Außenminister Joschka Fischer über Terror, Antisemitismus und seinen neuen Friedensplan Ein ZEIT-Gespräch

von Josef Joffe (Gesprächsführung)

DIE ZEIT: Herr Fischer, der Weg zum Krieg in Nahost wurde mit Vermittlungs- und Friedensvorschlägen gepflastert: von A wie Abdallah bis Z wie Zinni. Jetzt haben Sie mit Ihrem Siebenpunktepapier einen neuen Vorstoß gemacht. Aktionismus oder Mut der Verzweiflung?

Joschka Fischer: Weder noch. Es ist der ge-fährlichste Konflikt in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, der den ganzen Nahen Osten in Brand setzen könnte. Zudem haben wir Israel gegenüber besondere Beziehungen, die sich aus unserer Geschichte ergeben. Als Europäer, als Deutsche haben wir ein Interesse daran, dass der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nicht eskaliert, sondern zumindest zu einer Koexistenz, wenn nicht gar zu einem Miteinander der beiden Völker führt.

Der 11. September hat die Notwendigkeit der Lösung dieses Konfliktes noch verstärkt. Das ist der Ausgangspunkt, von dem aus wir anfangen weiterzudenken: Was folgt am Ende der israelischen Militäroperation? An erster Stelle geht es um den Erfolg der Powell-Mission: Waffenstillstand, Rückzug der Armee, Umsetzung der einschlägigen Sicherheitsratsresolutionen müssen der erste Schritt sein.

ZEIT: Noch im Februar haben Sie gesagt, alle weiter gehenden Pläne würden das "Stadium des bedruckten Papieres nie verlassen". Warum denken Sie im April 2002 anders?

Fischer: Weil sich die Lage dramatisch verändert hat. Im Februar stellte sich die Frage, ob die beiden an der Spitze ...

ZEIT: ... Scharon und Arafat ...

Fischer: ... in der Lage sind, den notwendigen politischen Willen zu mobilisieren, aufeinander zuzugehen. Dann kam eine erneute schreckliche Anschlagsserie. Der Ausstieg aus der Spirale der Gewalt ist nicht gelungen. Und es ist völlig klar: Das israelische Volk war und ist nicht bereit, die Gewalt hinzunehmen. Keine Regierung würde das hinnehmen können. Jetzt stellt sich die Frage: Schaffen es die beiden Parteien noch aus sich selbst heraus? Das sieht nicht so aus. Wir brauchen das Engagement einer dritten Partei. An erster Stelle die USA, aber auch die Europäer und andere Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft wie Russland und der UN-Generalsekretär.

ZEIT: Wieweit ist Ihr Siebenpunktepapier mit jenen "anderen Mitgliedern der Staatengemeinschaft" abgesprochen worden?

Fischer: Es ist ein Ideenpapier. Wir haben einen Prozess der Diskussion in der EU. Dafür ist das Papier der Versuch eines weiteren Anstoßes. Selbstverständlich haben wir alle wichtigen Partner informiert.

ZEIT: Welche Reaktionen gab es? Nach der De-vise: Es ist alles schon probiert worden, da kann ein neuer Plan nichts schaden?

Fischer: Darum geht es nicht. Von allen denkbaren Optionen ist nur eine akzeptabel. Das ist die Koexistenz der beiden Völker. Koexistenz bedeutet zwei Staaten, verbunden in gemeinsamer Sicherheit. Die Frage ist: Wie kommen wir dorthin? Rein bilateral werden sie die Kraft dazu nicht haben. Zu dritt, mit einem "ehrlichen Makler"? Das ist auch fraglich.

ZEIT: Siehe Camp David im Sommer 2000.

Fischer: Es ist notwendig, dass sich die internationale Staatengemeinschaft, an erster Stelle die USA, auf eine gemeinsame Position einigt und sich dann auch voll engagiert. Das ist unser Ansatz. Er geht in die Richtung einer Trennung, einer Staatsgründung, dann Verhandlungen über einen Endstatus.

ZEIT: Kern Ihres Vorschlags ist auch die "uneingeschränkte Waffenruhe". Eine solche ist aber nie eingehalten worden. Henry Kissinger hat vor kurzem erklärt, warum: Die Palästinenser werden einen Waffenstillstand nicht akzeptieren, weil das Momentum auf ihrer Seite ist. Und die Israelis nicht, weil sie um ihre Existenz fürchten. Wird damit nicht jedem "weiter gehenden Plan" das Fundament entrissen?

Fischer: Umgekehrt, obwohl ich Kissinger in der Analyse nicht widerspreche. Nur die Perspektive einer dauerhaften Friedenslösung kann einen haltbaren Waffenstillstand herbeiführen. Man muss freilich immer wieder betonen, und da geht mir die Einseitigkeit bei manchem in unserer Öffentlichkeit völlig gegen den Strich, dass sich Israel nicht eine einzige Niederlage erlauben darf. Israel ist der einzige Staat, dessen Existenz bei einer einzigen strategischen Niederlage sofort infrage gestellt ist. Das darf man nie vergessen, ich zumindest vergesse das nie. Deswegen ist auch völlig klar: Israel wird niemals eine Situation der Schwäche akzeptieren, weil dieses eine existenzielle Gefahr für Staat und Bürger bedeutet.

ZEIT: Und die Palästinenser?

Fischer: Die tun sich schwer, einen Waffenstillstand zu akzeptieren, solange sie nicht das Endziel vor Augen haben, wohin der Prozess sich entwickeln wird und wann. Sie brauchen einen Wege- und einen Zeitplan. Denn ohne Zeitplan fürchten sie, dass die Umsetzung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird.

ZEIT: Das Endziel lag doch schon im Sommer 2000 in Camp David auf dem Tisch.

Fischer: Richtig. Und nicht zugegriffen zu haben, halte ich für einen riesigen Fehler. Dennoch glaube ich, dass wir einen neuen Anlauf machen müssen. Die Krise ist hoch gefährlich. Vielleicht aber bietet gerade die jetzige furchtbare Situation Chancen, die genutzt werden sollten. Für Israel ist der Terror die entscheidende Frage. Um den zu besiegen, bedarf es aber nicht nur der Festigkeit im Abwehrkampf, sondern auch eines politischen Friedens. Beide Elemente gehören zusammen. Ich weiß, das ist sehr schwer. Aber was ist die Alternative?

ZEIT: Nach der Waffenruhe ist der nächste Schritt in Ihrem Papier die "vollständige Trennung". Aber wie? Als sich die Israelis Anfang 2000 "trennten", sich aus dem Südlibanon zurückzogen, war das die Einladung zu weiterer Gewalt durch die Hizbullah. Der Rückzug hat außerdem, wie palästinensische Stimmen erkennen ließen, die Intifada II mit ausgelöst ...

Fischer: ... ich teile voll Ihre Meinung.

ZEIT: ... in dem Sinne: "Die Israelis sind demoralisiert." Wenn sich die Israelis also unter Beschuss zurückziehen - wird das nicht eher die Extremissten anstacheln, statt sie zu besänftigen?

Fischer: Ein einseitiger Rückzug à la Libanon hätte in der Tat diese Wirkungen. Nur geht es hier nicht um einen einseitigen Rückzug, bei dem die Territorien und die Palästinenser sich selbst überlassen werden; das wäre nicht ein Mehr an Stabilität.

ZEIT: Wie zwingt man 200 000 Siedler zur Aufgabe? Müsste in letzter Konsequenz die israelische Armee Krieg gegen die eigenen Leute führen?

Fischer: Dieses Problem wird die israelische Demokratie selbst lösen. Israel hat auch in der Vergangenheit schon sehr schwierige Fragen im Rahmen seiner demokratischen Verfassung gelöst.

ZEIT: Bei der Räumung des Sinai wurden aus der Kleinstadt Jamit 2000 Leute mit Gewalt entfernt. Hier ginge es um 200 000.

Fischer: Das ist eine Entscheidung, die von der Regierung und dem Parlament Israels zu treffen ist.

ZEIT: Sie haben keine Sorge vor einem israelischen Bürgerkrieg?

Fischer: Israel ist eine starke Demokratie, die sich bisher jeder Situation gewachsen gezeigt hat.

ZEIT: Ein weiterer Kernpunkt Ihres Plans sind die internationalen Garantien, eine "Sicherheitskomponente", die bereitgestellt werden soll durch die USA, die EU, Russland und die UN. Konkret heißt das?

Fischer: Bevor wir zur Sicherheitskomponente kommen, möchte ich einen anderen entscheidenden Punkt nennen: Bislang haben alle Beteiligten zu wenig Wert gelegt auf den demokratischen Charakter der Institutionen, die in den Autonomiegebieten aufgebaut werden müssten, also Gewaltenteilung, unabhängige Justiz, eine Polizei, und zwar eine und nicht fünf oder sechs. Demokratien sind oft unbequemer, aber auch berechenbarer, gerade, wenn es um gemeinsame Sicherheit geht. Das ist das erste Element.

ZEIT: Und das zweite, die "Sicherheitskomponente"? Wer stellt sie? Eine Armee? Wie groß? Mit welchem Auftrag?

Fischer: Das muss aus der konkreten Situation heraus entwickelt werden.

ZEIT: In einer Situation, wo beide Seiten das Gefühl haben, es gehe um ihre Sicherheit, ist doch das Wie und Was dieser Sicherheitskomponente das A und O aller Überlegungen. Sie kommt auch vor der Frage nach der Demokratie. Soll das eine richtige Kampftruppe sein? Können Sie sich vorstellen, dass die Deutschen, die Amerikaner Truppen an den gefährlichsten Ort der Welt schicken?

Fischer: Das sind nachvollziehbare, gegenwärtig aber abstrakte Fragen.

ZEIT: Nein, sehr konkrete.

Fischer: Sie sind deswegen abstrakter Natur, weil wir uns jetzt in einen Bereich zwar notwendiger, aber gleichwohl abstrakter Spekulationen begeben würden. Es muss eine effektive Sicherheitskomponente sein. Dabei aber will ich es belassen und nicht weiter öffentlich spekulieren.

ZEIT: Bei Ihrem Lieblingsthema, der demokratischen Entwicklung, gibt es ein Problem. Die Autonomiebehörde ist keine demokratische Organi-sation, sondern eine Mischung aus Einparteien-staat und Warlord-Verbund. Wie kann die Außenwelt hier Demokratie schaffen?Durch re-education unter geladenen Kanonen, wie weiland in Deutschland nach 1945?

Fischer: Die demokratische Institutionenbildung ist ein sehr mühseliges, aber notwendiges Geschäft. Das müssen die Betroffenen an erster Stelle selbst machen. Aber die internationale Gemeinschaft kann und muss assistieren, dazu gibt es international genügend Erfahrungen.

ZEIT: Wie schafft man demokratische Institutionen?

Fischer: Das ist vor allem eine Frage der palästinensischen Verfassung. Unterschätzen Sie die demokratischen Kräfte gerade im palästinensischen Volk nicht! Die Bereitschaft ist groß, auch wegen der Nähe zu Israel. Dazu gehört auch, dass Hasspropaganda auf beiden Seiten eingestellt wird, Vorurteile abgebaut werden. Deswegen schlagen wir ja auch die Bildung von Historikerkommissionen, Schulbuchkommissionen und Medienkommissionen vor.

ZEIT: Die Prinzipien sind alle richtig. Nur: Wie kommt man in dieser Situation von A nach B?

Fischer: Genau das versuchen wir zu skizzieren.

ZEIT: Bedeutet die Beendigung von Hasspropaganda EU-Zensoren in allen Redaktionen, Schulen und Verlagen?

Fischer: Aber nein. Die Palästinenser schauen sich sehr genau an, was in Israel stattfindet. Viele sprechen hebräisch, in Israel auch viele arabisch. Beide Nachbarn bekommen also mit, was der jeweils andere tut. Und exakt darüber wird man dann zu sprechen haben.

ZEIT: Ein weiterer Kernpunkt ist die "Unterdrückung aller terroristischen Organisationen". Doch scheint Jassir Arafat dazu weder willens noch in der Lage zu sein.

Fischer: Von entscheidender Bedeutung ist die Staatsbildung. Gibt es erst mal einen Staat und einen überschaubaren Zeitplan für eine abschließende Lösung im Rahmen einer internationalen Konferenz, wie wir das vorschlagen, entsteht eine völlig andere Perspektive. Dann ist die Zuordnung der Unterdrückung von Terror und Gewalt und des Verbots der Organisationen eine völlig andere als heute.

ZEIT: Wie überzeugt man die Al-Aksa-Brigaden, Hamas und Dschihad, den Terror aufzugeben, zumal es ihnen nicht nur um Hebron, sondern auch um Haifa geht, also um eine "Einstaatenlösung"?

Fischer: Hamas hat das erklärte Ziel, Israel zu zerstören. Der Islamische Dschihad verfolgt dasselbe Ziel. Das sind die Herausforderungen, mit denen eine palästinensische Demokratie wird fertig werden müssen. Terror und Frieden schließen sich aus. Eine Politik, die darauf hinausläuft, Israel zu zerstören, würde unseren entschiedensten Widerstand herausfordern. Das gilt für die Staatengemeinschaft insgesamt.

ZEIT: In Deutschland kippt die öffentlich artikulierte Meinung der politischen Klasse. Wenn zum Beispiel der Vizevorsitzende der FDP Möllemann Israel als "Aggressor" bezeichnet und kaum verbrämt den Terror gegen Israel rechtfertigt ...

Fischer: ... billigt ...

ZEIT: ... und Sie des "lahmen Gelabers" bezichtigt und der "liebedienerischen Politik" gegenüber Israel. Dieser Mann könnte im kommenden Herbst Regierungsmitglied sein.

Fischer: Ich möchte auf diese Polemik nicht eingehen. Möllemann disqualifiziert sich damit selbst. Andererseits empfinde ich auch einen gewissen Schmerz darüber, dass die Partei Walter Scheels und Hans-Dietrich Genschers solche Positionen heute akzeptiert und nicht aufschreit. Israel ist ein Staat, der in seiner Existenz nach wie vor bedroht ist. Es gibt gegenwärtig kein Land, auf das so viel Katjuschas und Raketen gerichtet sind, wie auf Israel. Und ich wiederhole nochmals: Israel darf sich nicht eine militärische Niederlage erlauben.

Deswegen muss man aber nicht alles richtig finden, was die israelischen Entscheidungsträger tun. Israel weiß, dass es sich auf Deutschland verlassen kann. Mit uns wird es hier kein Wackeln geben. Allerdings: In der Verengung der israelischen Sicherheit auf die militärische Auseinandersetzung sehe ich ein Risiko. Sicherheit gründet sich auf Frieden und den Ausgleich von Interessen.

ZEIT: Es ist nicht nur der nationale Flügel der Liberalen, der so redet wie Möllemann. Der außenpolitische Sprecher der Union, Karl Lamers, sagt über Fischer: "Manchmal meint man, man hört die Israelis sprechen."

Fischer: Ich wollte, das wäre so. Wenn die Ideen, die ich gerade erläutert habe, die Position Israels wären, hätte ich Lamers nicht zu kritisieren.

ZEIT: Was geht hier vor? Ist das Wahlkampf oder schon rechter Antiisraelismus?

Fischer: Israel ist eine Demokratie, und selbstverständlich kann seine Politik kritisiert werden. Manchmal ist das sogar unabweisbar. Ich wehre mich nur gegen die Einseitigkeit.

Man muss sich vorstellen, was es hieße, wenn bei uns eine Weihnachtsfeier durch einen Terrorakt in die Luft gesprengt würde, wenn innerhalb einer Woche 50 unschuldige Menschen in Stücke gerissen worden wären. Das muss man sich vorstellen, um Israels Situation zu begreifen. Die Menschen in Israel fragen zu Recht: Warum ist auf Baraks Vorschlag in Camp David nicht positiv reagiert worden? Warum der Griff zum Terror? Ich habe Arafat mehrfach gesagt: Der Weg von Ramallah nach Jerusalem wird nur auf dem Weg der Verhandlungen, nicht mit Gewalt geöffnet werden.

ZEIT: Was hat er geantwortet?

Fischer: Das war eine schwierige Diskussion.

ZEIT: Und Herr Lamers?

Fischer: Der entscheidende Punkt ist, dass sich im politischen Milieu jetzt Dinge artikulieren, die man vielleicht früher so, gerade auf der rechten Seite, nicht gesagt hat. In diesem Konflikt gibt es nicht nur eine Wahrheit. Es ist ein tragischer Konflikt.

ZEIT: Wo ist die Grenze zwischen legitimer Kritik und Antiisraelismus oder sogar Antisemitismus?

Fischer: Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, wie Antizionismus in Antisemitismus weggekippt ist. Das hat mich geprägt. Ich bin durch diese Erfahrung zum Westler geworden. Das heißt: Das Verhältnis zu den USA, zu Israel ist für mich immer der Lackmustest, woran man nicht so sehr antisemitische Positionen als antiwestliche Positionen und Emotionen in der deutschen Innenpolitik erkennt, nationale Positionen, die im linken wie im rechten Gewande daherkommen.

ZEIT: Ist Antiisraelismus verwandt mit Antiamerikanismus?

Fischer: Hinter beidem steht ein starkes antiwestliches Element. Es ist essenziell, dass wir Antiisraelismus keinen Raum geben, nicht nur aufgrund unserer besonderen historischen Verpflichtungen. Wir würden auch ganz aktuell einen eminenten politischen Fehler begehen.

ZEIT: In welchem Sinne?

Fischer: Wer Frieden will, muss mit beiden Seiten sprechen können. Er muss offene Türen hier wie dort finden. Es nützt überhaupt nichts, wenn man einseitig wird. Deshalb auch unser Bemühen in der Europäischen Union, beständig auf eine Position hinzuarbeiten, die beiden Seiten genügt, um Ansprechpartner für beide Seiten zu sein.

ZEIT: In den achtziger Jahren war der Antiisraelismus eine linke Spezialität. Jetzt scheint sich das nach rechts zu verlagern. Eine historische Wasserscheide? Was treibt Möllemann und Co?

Fischer: Möllemann ist interessegesteuert. Er ist Vorsitzender der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Ansonsten weiß ich nicht, was ihn treibt. Ich finde auch weniger Möllemann das Problem als vielmehr Westerwelle, der das in diese Richtung treiben lässt. Er trägt die Verantwortung.

ZEIT: Auch Herr Lamers von der CDU hat Sie als Lakai der Israelis attackiert.

Fischer: Dieser Vorwurf hat mich nicht eine Sekunde Nachtschlaf gekostet. Das ist einfach Blödsinn. Das weiß auch Lamers. Insofern will ich mich damit nicht weiter aufhalten.

Mich treibt etwas anderes um. Ich fürchte, dass das Vertrauen Israels in seine militärische Stärke zur Isolierung führen könnte. Das besorgt mich als wirklicher Freund Israels. Umgekehrt muss man auch Verständnis haben, dass in Israel viele die Existenz ihres Landes auf dem Spiel sehen. Das Fatale an den Lamers und Möllemanns ist, dass sie diese sehr verständlichen Sorgen noch verstärken. Das macht den Weg zum Frieden nicht einfacher.


DIE ZEIT

Politik 16/2002

Der deutsche Tonfall


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Vom Opportunismus der Israel-Kritik

von Michael Naumann

Vor 14 Jahren, im März 1988, verübte Saddam Husseins Armee einen Gasangriff auf kurdische Dörfer und Städte im Nordosten des Irak, gefolgt von Massenerschießungen. Nach neueren Schätzungen starben damals mindestens 50 000 Menschen auf grausamste Weise. Zum Einsatz kamen Senfgas, Sarin und andere Gifte - auch solche, die mithilfe deutscher Chemieexporte produziert worden waren. Seit Auschwitz hatte es ein ähnliches Morden mit Giftgas in der ganzen Welt nicht gegeben.

"Der Westen", auch die Bundesrepublik, reagierte nur mit routiniertem Protest; denn der Irak führte gerade Krieg gegen den neuen Todfeind der Vereinigten Staaten, Khomeinis Iran. Dass Saddam Massenvernichtungswaffen entwickelte - mit dem niemals verschwiegenen Angriffsziel Israel - legitimierte später, nachdem der Irak Kuweit überfallen hatte, Hans Magnus Enzensbergers Vergleich des Diktators mit Adolf Hitler. Die öffentliche Empörung in Deutschland war gewaltig: Der größte Schurke der Weltgeschichte, "unser Schurke", wurde dem Essayisten entgegengehalten, sei einfach unvergleichbar. Derweil suchten die Israelis während des Golfkriegs, als irakische Raketen in ihrem Land einschlugen, Schutz vor dem "deutschen Gas".

Nachsicht mit Diktaturen

Ungezählte Tote, mehrere palästinensische Aufstände und zahlreiche Attentate später ist Israels Existenz so ungesichert wie eh und je. Und es fragt sich in der größten Krise seit Jahrzehnten - ist auf den Partner Deutschland Verlass?

Die Vorstellung des Bundeskanzlers, deutsche Soldaten könnten als Teil einer internationalen Schutztruppe in diesem hasserfüllten, hoch bewaffneten politischen Milieu Frieden stiften, ist erstaunlich. Was würden Israelis angesichts deutscher Soldaten im Westjordanland oder gar in Jerusalem empfinden? Hinter Schröders Bemerkung steckt die schöne Hoffnung, die kurze deutsch-israelische Geschichte sei abzutrennen von der wesentlich älteren des deutschen Antisemitismus. Doch das Gewicht unserer Vergangenheit ist viel zu schwer für deutsches Marschgepäck an den Grenzen Israels.

Die Idee einer Friedenstruppe entspricht dem traditonellen Opportunismus Europas vis-à-vis der Krisenregion. Wer könnte schon vergessen, woher das Erdöl stammt? Die Opec hat uns immer wieder daran erinnert. Jener Opportunismus schwankt seit Jahrzehnten zwischen Solidarität mit Israel, der einzigen Demokratie in Nahost, und Hinnahme der Israel gefährdenden, diktatorischen Machtverhältnisse in seinen Nachbarstaaten. Syriens Okkupation des Libanon, die Abwesenheit zivilisierter Rechtsstaatlichkeit und der flagrante Antisemitismus in den meisten arabischen Ländern gelten im Westen weiterhin als Begleiterscheinungen der islamischen Verspätung auf dem Weg in die Moderne. Mit ihnen heißt es für die Europäer zu leben - im Namen von geopolitischer Friedenssicherung. Aber es herrscht kein Frieden.

Dass Arafat zwei arabische Regierungen, die von Amman und Beirut, mit Gewalt zu stürzen versuchte, scheint genauso vergessen wie seine Solidarisierung mit Saddam Hussein, während es Scudraketen auf Israel regnete. Mehr noch, kapitalismuskritischer Selbstzweifel verführte nach dem ersten Schock des 11. September noch manchen Kommentator zu der These, Israel sei mitverantwortlich für die Toten von New York.

Entschieden lautstärker klingt inzwischen die moralische Empörung deutscher Politiker angesichts Israels Krieg gegen Jassir Arafats politische und terroristische Organisationen. Nicht die Kritik an der demütigenden Siedlungs- und Kontrollpolitik oder am rücksichtslosen Vorgehen der israelischen Armee ist das Problem; denn sie ist berechtigt und wird von besonnenen Israelis geteilt - selbst in Scharons Kabinett. Vielmehr lässt der neue deutsche Tonfall aufhorchen: Norbert Blüm wirft Israel einen "hemmungslosen Vernichtungskrieg" vor, als gehe es um die Wehrmacht und ihr Unternehmen Barbarossa. Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Rolf Koppe, spricht von einem "Tabubruch ersten Ranges" - weil Scharons Soldaten die Geburtskirche Christi in Bethlehem belagerten, aus der sie beschossen wurden. Was schlägt der fromme Mann stattdessen vor?

Der FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann chargiert Mannesmut: "Was würde man denn selber tun, wenn Deutschland besetzt würde? Ich würde mich auch wehren, und zwar mit Gewalt. Und ich würde das nicht nur im eigenen Land tun, sondern auch im Land des Aggressors." Einig weiß sich Möllemann mit dem CDU-Außenpolitiker Karl Lamers, der keinen Zweifel daran hegt, "dass Israel die größere Verantwortung" trägt.

Neu an diesem Tonfall ist sein Ursprung im bürgerlichen Lager. So wie einst bei der antiimperialistischen Linken der Glaube vorherrschte, mit einem antifaschistischen Rhetorikkurs den Obolus an die deutsche Geschichte entrichtet zu haben, um sich fortan um die antisemitischen Elemente des eigenen Antizionismus nicht kümmern zu müssen, so regt sich heute auf der Rechten ein ähnliches Ressentiment. Genug der Rücksichtnahme auf deutsche historische Verantwortung. Mehr noch, Israels Krieg gegen den palästinensischen Terrorismus bietet manchen die lang ersehnte Chance der moralischen Selbstentlastung: "Die sind ja genauso schlimm wie unsere Väter ..."

Saddams Atombombe

Deutsche Politiker müssen auch die kritische Presse Israels nicht ersetzen; denn es gibt sie genauso wie die Opposition gegen Scharon im eigenen Land. Seine Abwahl ist, im Gegensatz zu der Arafats oder Mubaraks, eine ganz normale Möglichkeit.

Ambivalenz ist der heimliche Name der deutsch-israelischen Beziehungen. Es ist ein Verhältnis mit wechselnden moralischen und realpolitischen Vorzeichen. Nach Abschluss der Wiedergutmachungsverträge mit "den Israelen" - so Konrad Adenauers Berater Hermann Abs - und nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 entwickelte sich erst unter Druck der arabischen Ölproduzenten eine neue deutsche Nahostpolitik: Die moralisch geprägte, stark proisraelische Linie der frühen Bundesregierungen endete mit der deutschen Forderung nach dem "Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes" im November 1974. Dieser Wechsel wurde in Israel als Schock empfunden, doch er blieb bis heute Bestandteil der deutschen Politik - wenngleich die PLO in Deutschland niemals den diplomatischen Rang einnahm, der ihr in Frankreich oder Italien eingeräumt wurde. Über alle größeren und kleineren Konflikte mit Israel hinweg herrschte jedoch die Einsicht vor, dass die Erinnerung an den deutschen Völkermord die prägende Konstante der besonderen zwischenstaatlichen Beziehungen bleiben sollte. Mögen andere Staaten eine Haltung moralischer Äquidistanz zwischen Israel und den Palästinensern suchen - wir werden sie niemals übernehmen können.

Es stellt sich auch die Frage, worin ihr realpolitischer Vorteil läge. Bisweilen ist es in der Politik vernünftiger, die unangenehmsten Dinge beim Namen zu nennen. Saddam Hussein, der Mann, der seit geraumer Zeit Arabien von Israel "befreien" will, könne in wenigen Jahren, so glaubt der Chef des Bundesnachrichtendienstes, über Atombomben verfügen. Wer soll ihm beizeiten in die Arme fallen? Eine internationale Friedenstruppe? Sie kann noch nicht mal die Verwandlung des Kosovo in einen Mafia-Staat aufhalten.
Arafat, mon amour


Warum Europas Linke - und nicht nur sie - eine spezifische Blindheit pflegen

Von Mariam Lau


Für das kommende Wochenende sind in Berlin zwei Demonstrationen angekündigt; eine für die Sache der Palästinenser, eine für das Existenzrecht Israels. Man braucht kein Politbarometer, um sich auszurechnen, welche besser besucht sein wird. Ein beunruhigendes Bild von Europa stellt sich dar, wenn man die brennenden Synagogen Frankreichs zu den Boykottüberlegungen der EU gegen Israel, der Osterbotschaft des Papstes mit seiner Gleichsetzung der Selbstmordattentate und der israelischen Besatzung, zur Renaissance des Begriffs "Zionisten", der wieder entflammten Verehrung für den Vorsitzenden Arafat und den haarsträubenden Auslassungen der Möllemann und Blüm addiert.

Die Rechnung ergibt nicht einfach einen neuen Antisemitismus. Hier schießen die verschiedensten Motive, Projektionen und Deckerinnerungen zusammen. In Frankreich reckt sich die koloniale Vergangenheit und kitzelt das schlechte Gewissen wach, das man gegenüber den ehemaligen Unterlingen aus dem Maghreb noch immer spürt (die sich mit ihren vier Millionen auch stärker bemerkbar machen können als die 700.000 Juden), die auch als Franzosen marginalisiert geblieben sind. Die Juden hingegen, assimiliert, französisiert, erinnern einen an die große historische Schmach, sich nicht nur nicht erfolgreich gegen die Nazis gewehrt, sondern sich streckenweise sogar mit ihnen gemein gemacht zu haben, so dass ausgerechnet die Amerikaner einen befreien mussten. Ähnliches gilt für andere europäische Staaten. Vor diesem Hintergrund muss es niemanden wundern, wenn Plakate mit Aufschriften wie "US-Zionismus" durch London oder Paris getragen werden, wenn der Schriftsteller Harold Pinter gegen die "Schurkenstaaten" Amerika und Israel wettert, während sein Kollege José Saramago Ramallah mit Auschwitz vergleicht. ("Und wo sind die Gaskammern?", wurde er gefragt. Antwort: "Die kommen noch.")

Die Verehrung für Arafat hat eine lange Tradition auf der Linken (und bei angelernten Arabern wie Jürgen Möllemann), die in der Regel ohne Kenntnisse des tatsächlichen Werdegangs und Weltbilds dieses Generals ausgekommen ist. Das war bei Stalin, Mao oder Castro auch nicht anders, nur gab es in diesen Fällen wenigstens den brutalen Idealismus, an dem man sich festhalten konnte, wenn man die Killing Fields nicht sehen wollte. Arafat hat nichts dergleichen zu bieten. Er gründete die PLO lange vor dem Sechstagekrieg, also lange bevor auch nur ein Israeli den Fuß in die Westbank oder den Gazastreifen gesetzt hatte. Schon damals wollte er nicht nur Nablus oder Gaza befreien (die waren damals in arabischer Hand), sondern Haifa und Tel Aviv. Schon damals waren seine Taktiken kühn: Passagierflugzeuge in der Luft abschießen, Kinder in Schulen als Geiseln nehmen, Busse entführen, Märkte, Hochzeitsgesellschaften, Restaurants oder Badestrände überfallen. Besonders feiern ließ er sich für den "Schwarzen September" 1972, als elf jüdische Sportler bei der Münchener Olympiade sterben mussten. Er hat keine politische Vision außer, wenn man so will, der eines Nazis.

Die Sympathien auf der Linken waren ihm in den sechziger Jahren zugewachsen, weil man einer "Faschismustheorie" anhing, die den Antisemitismus für einen Nebenkriegsschauplatz hielt, und für zentral die Verbindung mit dem Kapital. Man hatte Angst, er werde jederzeit eine moderne Maske aufsetzen und einem wieder begegnen, womöglich in Gestalt eines jüdischen Staates. Als die "Bild"-Zeitung 1967 Mosche Dayan als "jüdischen Rommel" feierte, sah man sich bestätigt. Man wollte ein für alle Mal auf der richtigen Seite stehen und sich nicht vom Holocaust blenden lassen.

Das "Nie wieder" stand auf den Flaggen Europas - geflissentlich übersehend, dass ohne den Schutz Amerikas und seiner Bereitschaft, die alten Machtspiele zu spielen, der Aufbau zivilisierter Staaten undenkbar gewesen wäre. "Israel", so schrieb Ian Buruma kürzlich im "Guardian", "ist gezwungen, Methoden anzuwenden, die uns zu sehr an unsere eigene koloniale Vergangenheit erinnern. Es besteht die Befürchtung, dass Israel und Amerika uns aus unserem Wolkenkuckucksheim wieder in den Albtraum zurückholen, dem wir ein für alle Mal entkommen zu sein gehofft hatten. Und dafür werden sie gehasst."

Ein ähnlicher Impuls hat offenbar heute auch auf Teile des konservativen Lagers übergegriffen. Um jede Verbindung mit Nazi-Deutschland zu kappen, spricht man vom israelischen "Vernichtungskrieg", weil man das Wort zuletzt über der "Wehrmachtausstellung" stehen sah. Hinzu kommt, dass die Nachkriegstriade Deutschland-USA-Israel langsam, aber stetig erodiert. Die Bundesrepublik braucht sich nicht mehr durch ein besonders gutes Verhältnis zu Israel vor der westlichen Welt zu legitimieren. Und Amerika braucht die Bundesrepublik nicht mehr als Bollwerk gegen den Kommunismus. Wenn es deshalb heißt, man könne meinen, aus Fischer spräche nur noch Israel, dann ist das nicht nur ein Klischee des Antisemitismus (die Juden lassen in aller Welt bauchreden), sondern auch Eingeständnis oder Wunsch, dass man fürderhin getrennte Wege geht. Das muss nicht ein Desaster sein. Aber wenn ein Vertreter der Al-Aksa-Brigaden (über deren Verbindungen mit Arafat in Ramallah Belege aufgetaucht sind) sagt: "Die Juden lieben das Leben mehr als andere Menschen", und dies als fundamentale Schwäche charakterisiert, dann muss hier zu Lande klar sein, wo wir stehen.

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Terror-Äußerungen: Westerwelle nimmt Möllemann in Schutz
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe indirekt Terrorakte der Palästinenser gerechtfertigt

Von Arne Delfs


Berlin – Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe indirekt Terrorakte der Palästinenser gerechtfertigt. „Das ist eine absurde Behauptung. Ich habe zu keinem Zeitpunkt irgendeine Sympathie für Terror oder Aktionen gegen die Zivilbevölkerung geäußert, ganz gleich von welcher Seite sie kommen“, sagte Möllemann gestern. Die Palästinenser hätten allerdings „das legitime Recht, sich gegen die Aggression Israels zu wehren“.

Möllemann hatte zuvor in einem Interview der Berliner „Tageszeitung“ erklärt: „Ich würde mich auch wehren, und zwar mit Gewalt. Und ich würde das nicht nur im eigenen Land tun, sondern auch im Land des Aggressors.“ Die Äußerungen des FDP-Vizes, der zugleich Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft ist, hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sprach in der WELT von einem „moralischen Bankrott“ Möllemanns. SPD und Grüne reagierten ebenfalls empört. FDP-Chef Guido Westerwelle stellte sich dagegen schützend vor seinen Stellvertreter. Er verwahre sich gegen „ehrenrührige Unterstellungen“, sagte Westerwelle. „Wer die israelische Regierungspolitik kritisiert, ist deswegen noch lange kein Antisemit.“

Der frühere Außenminister Klaus Kinkel übte dagegen vorsichtige Kritik an seinem Parteikollegen. „Wenn Möllemann so verstanden werden könnte, dass Terroranschläge der Palästinenser in Israel zu rechtfertigen wären, dann wäre das sicher eine Äußerung, die man zurückweisen muss“, sagte Kinkel der WELT. Israel müsse aber auch bereit sein, sich von Deutschland kritisieren zu lassen. Dies müsse allerdings „im richtigen Ton“ stattfinden. Generell bezeichnete es Kinkel als bedauerlich, „dass die Kritik gegenüber Israel immer mehr zunimmt.“

Der FDP-Abgeordnete Dirk Niebel, der zugleich Vizepräsident der deutsch-israelischen Gesellschaft ist, übte ebenfalls leise Kritik. „Jürgen Möllemann sieht die Situation einseitig propalästinensisch. Seine Äußerungen sind sehr unglücklich“, sagte Niebel. „Klar ist aber auch: Möllemann steht mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes und würde Terroranschläge nicht gutheißen.“

Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, der im Falle einer Regierungsbeteiligung seiner Partei für den Posten des Außenministers im Gespräch ist, wollte Möllemanns Äußerungen nicht kommentieren. Im Auswärtigen Amt zeigte man sich verwundert über die verhaltene Reaktion der Liberalen. Die Vorsitzenden von CDU und CSU, Angela Merkel und Edmund Stoiber, meldeten sich gestern mit einer gemeinsamen Erklärung zu Wort. Darin wird Palästinenserpräsident Jassir Arafat eine „besondere Verantwortung“ für die Serie von Terroranschlägen in Israel zugewiesen. „Das Existenzrecht Israels ist unantastbar. Dazu gehört auch ein Leben ohne Terror.“ Zugleich wird aber auch das Vorgehen von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon kritisiert. Scharon habe mit der von ihm verfolgten Politik seine Ankündigung, mehr Sicherheit und Frieden zu schaffen, nicht einhalten können.

Die Union sprach sich dafür aus, im Falle einer weiteren Eskalation des Konflikts die Hilfe der Europäischen Union für die Konfliktparteien zu überprüfen. Kanzlerkandidat Stoiber reist in der kommenden Woche zu politischen Gesprächen nach Washington und will dort auch den Nahost-Konflikt ansprechen.

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Ziehen Sie die Leine, Herr Möllemann!


Lob & Tadel

Von Heimo Schwilk



Dieses Mal sind Sie, werter Jürgen Möllemann, als Fallschirmspringer der Nation über vermintem Gelände abgesprungen. Ihre Forderung, die internationale Gemeinschaft möge rasch Sanktionen gegen Israel beschließen, entbehrt jeden Fingerspitzengefühls. Angesichts der Tatsache, dass Tag für Tag unschuldige jüdische Bürger von Mörderhand sterben, ist Ihre blinde Parteinahme für die palästinensische Seite nicht nur unklug, sie beschädigt auch Ihre Glaubwürdigkeit als Möchtegern-Außenminister. Gerade deutsche Politiker sollten sich ihrer Verantwortung für Israel immer bewusst bleiben.

Ich frage Sie: Wie weit darf der Lobbyismus des Präsidenten der Deutsch-Arabischen Gesellschaft gehen, wenn das Schicksal Israels auf dem Spiel steht? Das israelische Militär jetzt als "Aggressor" zu bezeichnen, ohne die zentrale Verantwortung Arafats für die Selbstmordanschläge auch nur zu erwähnen, ist skandalös. Schon vergessen, dass gerade der von Ihnen zum Freiheitskämpfer stilisierte PLO-Chef das großzügige Friedensangebot von Barak und Clinton zynisch ausgeschlagen hat, um sofort zur zweiten Intifada aufzurufen?

Als ehemaliger Fallschirmjäger sollten Sie wissen, dass es eine Reißleine gibt, um den freien Fall in die politische Frivolität zu stoppen. Lassen Sie ab von Ihrer aufgeregten Nebendiplomatie und - ziehen Sie!
Sabin Christiansen Ausschnitte der vergangenen Sendung


Krieg und Frieden in Nahost - was geht uns das an?
Sendung vom 14.4.2002



Hintergrund

Joschka Fischer hat am Mittwoch einen Friedensplan für den Nahen Osten vorgelegt. US-Außenminister Colin Powell versucht an diesem Wochenende zu vermitteln. Doch seine Chancen sind gering. Israels Regierung ist nicht gewillt, ihren Krieg gegen Arafat und die palästinensischen Terroristen aufzugeben - und die palästinensischen Attentäter morden weiter. Im Umfeld von US-Präsident George W. Bush sprechen sich einflussreiche Berater für eine knallharte Linie aus: Eliminierung von Jassir Arafat und Saddam Hussein, Kampf gegen den Terrorismus ohne Wenn und Aber. Derweil hält es der Bundeskanzler für möglich, deutsche Soldaten im Rahmen einer Friedensmission im Nahen Osten zu stationieren. Ist ein Szenario denkbar, bei dem Deutsche auf Juden schießen müssten? Oder verbietet sich das angesichts unserer Geschichte? Ist jeder Deutsche, der sich vehement gegen den Kurs der Scharon-Regierung ausspricht, ein latenter Antisemit? Welche Chancen gibt es überhaupt für eine friedliche Lösung im Nahen Osten? Oder reißt dieser Konflikt weite Teile der Welt in einen Krieg? Diese und andere Fragen diskutiert Sabine Christiansen am Sonntag mit ihren Gästen.




Die Gäste waren

· Salman Rushdie
· Daniel Barenboim
· Hans-Ulrich Klose
· Jürgen W. Möllemann
· Shimon Stein
· Jeffrey Gedmin
· Richard Perle




Zugeschaltet war

· Richard Perle





Salman Rushdie

[Schriftsteller]


Wir leben in einer Welt, in der nichts mehr unmöglich ist.

Der Terrorismus ist jetzt ein Hauptfaktor in der zeitgenössischen Welt geworden. Er ist strukturiert, organisiert, internationalisiert wie noch nie in der Vergangenheit, und wir alle, die wir in New York leben, kennen die Konsequenzen davon. Wir werden dies also äußerst ernst nehmen müssen als schwere Bedrohung - mehr denn je zuvor.

Ich glaube, wir sehen hier das exponentielle Wachstum einer fürchterlich tödlichen Entwicklung in ihrer Eskalation.

Im Nahen Osten passiert etwas ganz anderes: Eine ganze Generation wird dort im Nahen Osten hinein gedrängt in ein solches hasserfülltes Handeln und Denken, das ist ein anderes Problem. Das hat nichts mit dem Terror zu tun im Sinne dieses Krieges gegen die USA, der da durch den Terror geführt wird, und das erfordert einen anderen Ansatz. [...] Wir müssen uns auch pragmatisch, ganz praktisch ansehen, was klappt und was geht nicht? Natürlich können die alles kaputt hauen, Israel, dort die Infrastruktur zerstören. Nur sie werden den Wunsch dieser jungen Menschen nicht zerstören, sich selbst in die Luft zu jagen. Sie werden das nur noch schlimmer machen. Vielleicht kann man das mal beiseite lassen, diese emotionale Diskussion, wer hat Recht und wer hat Unrecht. Da hat doch jeder Blut an den Fingern.

Sie haben einen Wildwuchs in der Bevölkerung, sich zu opfern, ihr leben zu geben in einem Terroranschlag. Die schießen wie Pilze aus dem Boden.

Die Emotionen raus und mal fragen, was da möglich wäre, was da klappen könnte! Was Israel im Moment tut, klappt nicht, das weiß jeder. Ich bin natürlich dagegen gegen diese Selbstmordattentate mit Bomben, ich habe immer die Auffassung vertreten, dass es einen Palästina-Staat geben muss. Aber ich möchte auch hören, dass die Unterstützer einer solchen Idee explizit sagen, wie sehr sie gegen Selbstmordattentate sind. Nicht nur, weil das Massenmord ist. Sondern auch wegen der brutalisierenden Wirkung auf die Menschen, auf die Kultur, die so etwas hervorbringt. Gandhi hat sich aus der Unabhängigkeitsbewegung zurückgezogen, weil er sie zu gewalttätig fand.








Daniel Barenboim

[Generalmusikdirektor Staatsoper Berlin]


Es gibt keine militärische Option, weder moralisch noch strategisch, meine ich, auch von Israels Seite.

Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass wir alle, die Bevölkerung, mehr und mehr Statisten auf einer Bühne sind, auf der die zwei da spielen. Ich glaube, das ist das Schlimmste. Wir müssen neue Wege finden.

Ich glaube nicht an kollektive Schuld. [...] Aber die jungen Leute von heute müssen ihre Geschichte kennen, so dass jeder wirklich sein Möglichstes tut, dass das, was einmal war, nicht wieder passiert. [...] Ich glaube, deswegen könnte Deutschland sehr viel helfen. Vielleicht nicht unbedingt mit Soldaten. Ich glaube, Deutschland könnte politisch und diplomatisch sehr viel helfen. Und ich glaube, Deutschland hat, wenn ich das so hier in Berlin sagen darf, auch eine Verantwortung dafür. [...] In einem gewissen Sinn wäre es auch eine Wiedergutmachung, wenn Deutschland uns politisch und diplomatisch jetzt helfen würde in unserer Problematik dort.

Ich glaube, es ist jetzt unsere Pflicht, [...], auf israelischer oder auf palästinensischer Seite, nicht auf Arafat zu warten und nicht auf Herrn Sharon zu warten, und zu versuchen, das, was wir gemeinsam machen können, sei es Kultur oder andere Aktivitäten, damit anzufangen. Irgendwann werden die schon kommen. [...] Ich möchte auch alle Israelis und alle Araber von allen arabischen Ländern und von Palästina auch, bitten, anzufangen, Kontakte auf Ebenen, die nicht politisch sind, [aufzubauen] und zu sehen, wie weit wir kommen. [...] Was wir machen müssen, ist anfangen, gemeinsame kulturelle und andere Projekte zu machen.








Hans-Ulrich Klose

[Vors. Auswärtiger Bundestagsausschuss, SPD]


Ich glaube, dass die Gesamtumstände eher für ein Attentat sprechen, das Äußere lässt nicht erkennen, dass es ein Unfall gewesen sein könnte. Aber ich glaube auch, man sollte abwarten, bis es endgültig feststeht. Man muss wissen, dass die Tunesier ein Interesse daran haben zu sagen, es war kein Attentat, weil das enorme Konsequenzen für die Tourismusströme nach Tunesien hätte, und Tunesien lebt davon.

Erstens ist es gut, die Besonderheiten der deutschen Geschichte immer im Kopf zu haben - und wir sollen sie nicht beiseite schieben. Zweitens aber ist es vernünftig nachzudenken, was man erreichen will, und was man erreicht, wenn man sich äußert, und zwar öffentlich. [...] Ich finde, jeder Politiker muss bedenken, was seine Worte in der Öffentlichkeit auslösen und welche Gefühle dort neu geweckt werden. Das ist ein Punkt, der muss höchst sensibel behandelt werden. [...] Wenn man eine Lösung finden will, muss man mit den jeweiligen Partnern, den Kontrahenten, intern offen reden. Da muss man seine Meinung sagen, sagen, was man für richtig, was man für falsch hält. Aber öffentlich Partei ergreifen und den einen unter Druck setzen, den einen in die Ecke setzen und dem anderen einen Heiligenschein aufsetzen, bringt überhaupt nichts.

Das Elend bei dem ganzen Konflikt ist doch: Alle, die Stellung nehmen, sind parteiisch. Die Wahrheit ist, dass beide Seiten zugleich Angreifer und Angegriffene sind.

Ich glaube, dass es eine politische Lösung nur geben könnte, [...] wenn in der Tat fünf äußere Akteure zusammenwirken würden: die Vereinigten Staaten von Amerika zentral, die Russen sollten dabei sein, die Vereinten Nationen, die Europäische Union und wahrscheinlich die beiden Partner, die beiden Nachbarn Israels, die diplomatische Beziehungen zu dem Land unterhalten. Wenn diese fünf Parteien sich über eine politische Lösung einig wären, hätte eine solche vielleicht eine Chance. Eine Chance aber nur dann, wenn wir alle miteinander lernen, den Konflikt, der da stattfindet, immer mit den Augen des jeweils anderen Beteiligten zu sehen und nicht nur mit den eigenen.

Ich glaube nicht, dass wir dort eine militärische Aufgabe haben. Was wir Europäer insgesamt beitragen könnten, ist, was wir aus der NATO-Philosophie von Festigkeit und politischer Entspannungspolitik gemacht haben. Wir haben den größten gefährlichsten Konflikt, den es gegeben hat, den Konflikt zwischen Ost und West, aufgelöst mit diplomatischen, politischen Mitteln, und haben ihn gewonnen, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern, einfach mit Worten. Es gibt ein wunderbares kleines Gedicht von Benn, wenn ich das sagen darf, das ist meine Philosophie. Es heißt: Kommt, reden wir zusammen, wer redet, ist nicht tot. Das ist eine sehr gute Devise.

Diese ewige Lust an Sanktionen und es müsse Druck ausgeübt werden - Entschuldigung! Es gibt kein Beispiel dafür, dass irgendein Friedensprozess zustande gekommen ist mit Hilfe von Sanktionen. Wann haben Sanktionen in der Welt irgendwann mal etwas Gutes bewirkt? [...] Es bewirkt überhaupt nichts. Es schadet in der Regel den Leuten und hilft den Regierenden. Nein, es muss mit politischen und diplomatischen Mitteln gemacht werden. Die einzige Möglichkeit ist, eine Strategie zu entwickeln, um Vertrauen zu schaffen. Man kann keinen Frieden schaffen auf der Basis von absolutem Misstrauen.








Jürgen W. Möllemann

[Stellv. FDP-Vorsitzender]


Wenn die Politik Sharons weitergeht, wird eine der Konsequenzen sein, so fürchte ich, dass die Bürgerinnen und Bürger in den gemäßigten arabischen Ländern ihre Regierungen vor die Alternative stellen. Und wenn die das dann nicht befolgen und wenn dann noch gar ein arabischer Khomeini käme, könnten wir eine ganz schnelle Destabilisierung aller Staaten von Ägypten über Jordanien bis zum Golf haben mit einer unabsehbaren Konsequenz für die Radikalisierung der arabischen Welt als Ganzes.

Ich sehe als einer der fünf Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die nach dem Abkommen von Oslo den damaligen Premier Rabin, seinen Außenminister und Präsident Arafat für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen haben, weil wir dachten, das ist das Zeichen der Hoffnung, in der Gestalt und im Agieren des jetzigen Premierministers Sharon seit seinem Besuch auf dem Tempelberg und seit allem, was er zwischendurch gemacht hat, den eigentlichen Grund dafür, dass wir zu einer unglaublichen Radikalisierung dort kommen. Der Mann trampelt auf dem Lebenswerk von Rabin mit den Füßen herum. Er verhöhnt die Staatengemeinschaft, er bricht das Völkerrecht, er verletzt die simpelsten Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts und er ist eine Tag für Tag sich selbst präsentierende Provokation für den Friedensprozess gewesen - ich behaupte, er wollte diesen Frieden, ein gleichberechtigtes Palästina neben Israel, eben nie. Und jetzt stehen wir vor einem Desaster. Der Sicherheitsrat macht sich zu einer Witzfigur, wenn er innerhalb von wenigen Wochen mehrfach Entschließungen fasst, die sagen, er muss sich verhalten nach den Regeln des Völkerrechts, er muss sich Verhalten nach den Regeln der Beschlüsse der Vereinten Nationen - er lehnt das ab, und dann tut man nichts dagegen.

Rabin hat gezeigt, wie man Frieden macht.

Wer anderer Leute Länder besetzt, muss wissen, dass die sich wehren. Es stehen nicht palästinensische Panzer in Tel Aviv und Jerusalem, es stehen israelische in Palästina - und Palästina wird seine Zukunft verwehrt.

Die Ursache ist der Bruch des Gedankens von Oslo durch Sharon. Von Anfang an. [...] Europa hat lange genug zugesehen, hat den Mann machen lassen. Jetzt kann der fast gar nicht mehr zurück. Wir müssen ihn zurück holen. Die Vereinten Nationen müssen ihn zwingen, zu den Prinzipien des Völkerrechts zurückzukehren, sonst gibt es im Nahen Osten ein Desaster, und dann hängen wir mit drin.

Wenn man ihm seine ganze zivile Infrastruktur, seine ganze Polizei, alles zerschlägt - wie will der Mann denn überhaupt noch etwas machen? Man sperrt ihn ein, man demütigt ihn, behandelt ihn wie einen Idioten, man darf nicht mal Kontakt haben. So geht mit einem Präsidenten nicht um, wenn man mit ihm anschließend Frieden machen will. So geht man doch nicht vor, das ist doch kein Standard.

Der deutsche Bundeskanzler fantasiert im Moment über die Entsendung deutscher Truppen dorthin. Das ist ja furchtbar.

Dieses Thema muss öffentlich erörtert werden. Es treibt kaum ein außenpolitisches Thema die Menschen in Deutschland im Moment mehr um [...]. Die Menschen erwarten von uns, dass wir Farbe bekennen. Ich glaube, nach allem, was war in der Geschichte, dass die Vorstellung nicht klug ist, in UNO-Friedenstruppen, die möglicherweise nach einem Friedensvertrag oder Waffenstillstands-Abkommen dorthin entsandt werden könnten, deutsche Soldaten zu schicken. Friedenstruppen müssen notfalls auch Waffen einsetzen. Und die Vorstellung, dass bei einem Feuerwechsel zwischen Kombattanten auf der einen oder anderen Seite und deutschen Soldaten ein Israeli von deutschen Soldaten erschossen wird, ist menschlich und politisch eine Katastrophe. Es würde negativ alles übersteigen, was an Positivem zu gewinnen ist. Deswegen sage ich schon von daher nein. Ich sage es aber auch, weil ich sehe, dass die Bundeswehr doch so miserable dran ist, dass sie schon heute mit ihren vielen Auslandseinsätzen überfordert ist. Wir sollten nicht dauernd immer meinen, wir müssten uns jetzt überall einmischen in dieser Weise. Lasst uns doch politische Ideen einbringen.

Die Staatengemeinschaft, die sechs, von denen Herr Klose sprach, ich stimme ihm ausdrücklich zu, müssten in der Tat sagen, wir setzen das gesamte Sanktionsinstrumentarium, das verfügbar ist, dem gegenüber ein, der sich weigert, jetzt unmittelbar Friedensverhandlungen aufzunehmen. Auch die beiden Herren, beide, Arafat und Sharon, müssen an den Tisch. [...] Und dass dann der, wer nicht will, mit allen Sanktionen rechnen muss.








Shimon Stein

[Botschafter Israels in Deutschland]


Die große Frage ist, wird es dem Außenminister Powell gelingen, den Waffenstillstand zu erreichen.

Das ist das Tragische dabei: Wir wissen, was am Ende herauskommt. Aber wie brechen wir diesen Teufelskreis durch? [...] Die Israelis haben sich schon damit abgefunden, dass es letzten Endes zu einem palästinensischen Staat kommen wird. Das ist ja nicht die Frage heute. Also ich glaube, wir haben uns damit abgefunden. Die Frage ist, finden sich die Palästinenser eben auch damit ab?

Prinzipiell wird es zu einer internationalen Begleitung des eines Friedensabkommens kommen müssen. [...] Eine internationale Begleitung wird eben nicht nur eine militärische Sicherheit sein, sondern eine wirtschaftliche, eine kulturelle. Das sind, glaube ich, Dimensionen, die wir aus der europäischen Erfahrung KSZE- und OECD-Prozess lernen können.

Ich glaube, dass Deutschland zur Sicherung des Friedens beitragen wird - nicht unbedingt in diesem militärischen Sinn, sondern in politischem, wirtschaftlichem und kulturellem.

Es gibt eine gewisse Idealisierung des Oslo-Prozesses.








Jeffrey Gedmin

[Direktor Aspen-Institut Berlin]


Arafat ließ Sharon keine andere Wahl. Das mag brutal klingen. [...] Warum? Erstens: Arafat erlaubte und erlaubt heute noch Hamas und dem islamischen Dschihad zu operieren. Zweitens: Er hat die Mitglieder dieser Terror-Organisationen nicht verhaftet. Und drittens: Er ist ja selber direkt in den Terrorismus involviert. Also, die Ideen von Sharon mögen nicht die richtigen sein. Aber wenn man das alles ablehnt, müsste man wirklich ein klare und auch eine verantwortliche Alternative haben. Und bis jetzt haben wir keine gesehen.

Ich glaube, das ist ein Krieg gegen den Fanatismus.

Unsere Möglichkeiten sind und bleiben begrenzt.








Richard Perle

[Berater von US-Präsident Bush]


Ich bin nicht einmal gegen die Mission von Colin Powell und den Versuch, eine Waffenruhe herbeizuführen. Was ich jedoch absolut ablehne, ist jegliche Maßnahme, die in irgendwelcher Weise den Anschein erweckt, dass sie den Terrorismus unterstützt, und vor allem irgendeine Maßnahme, die einen politischen Vorteil diesen Selbstmordattentätern und ihren Hintermännern verleiht, bei denen ja Hunderte von unschuldigen Zivilisten getötet werden. Wir dürfen nichts tun, das diesen Aktivitäten und Selbstmordanschlägen auch noch irgendwelche Belohnungen ergreifbar, erreichbar scheinen lässt. Nicht nur im Westjordanland, nicht nur in Jerusalem und auch nicht in Tel Aviv und in Haifa, nein, in der ganzen Welt müssen wir diese Haltung verfolgen.

Saddam Hussein hat sehr bekannte Beziehungen zu Terror-Organisationen, er hat terroristische Anschläge selbst geplant, er hat Krieg geführt gegen seine Nachbarn, er missachtet die Resolutionen der Vereinten Nationen. Und was uns vielleicht am meisten beunruhigt, ist die Tatsache, dass er auch chemische Waffen hat. Wir wissen, dass er diese hat ebenso wie biologische Waffen, und wir wissen, dass er sehr hart daran arbeitet, auch Nuklearwaffen zu erwerben. Und irgendwann einmal wird es ihm auch gelingen, solche Waffen zu erwerben. Und Amerika steht deshalb vor der Frage, ob wir einfach nur zuschauen und ihm gestatten, sein Waffenarsenal auszubauen und einfach zu hoffen, dass er sie auch gar nie benutzen wird, oder ob wir vorbeugende Maßnahmen dagegen ergreifen. Und hier bin ich absolut für vorbeugende Maßnahmen.
Vortrag in München am 02.05.2002 um 19 Uhr
Im Pschorrkeller. Theresien Höhe 7

"Perspektiven für den Nahen Osten" - Die deutsch-arabischen Beziehungen. Vortrag von Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft "Jürgen W. Möllemann, FDP-Fraktionsvorsitzender Landtag NRW".
Fraktionswechsel Jamal Karsli:
Ein offener Brief zum
anti-israelischen Kurs der FDP
Noemi Staszewski an die pressestelle@fdp-bundestag.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Aufnahme des ehemaligen Landtagsabgeordneten Jamal Karsli von Bündnis90/die Grünen in die FDP-Fraktion des Düsseldorfer Landtages veranlaßt mich zu folgender Stellungnahme:

es ist nichts Außergewöhnliches, das ein gewählter Abgeordneter während der Legislaturperiode seine politische Richtung wechselt und in eine andere Partei eintritt bzw. sich einer anderen Fraktion anschließt. Dies entspricht dem Grundsatz der Meinungs- und Gewissensfreiheit und steht nicht zur Debatte.

Daß allerdings ein Politiker seine Partei verläßt, weil er von dieser dafür kritisiert worden ist, den israelischen Ministerpräsidenten Sharon mit Hitler verglichen zu haben und als Begründung für den Eintritt in die FDP-Fraktion angibt, in der Partei Möllemanns besser aufgehoben zu sein, mag den Tatsachen entsprechen. Hier wird der Eindruck verstärkt, das in der FDP die antiisraelischen Positionen mehr und mehr an Einfluß gewinnen.

Möllemann ist mit seinen außenpolitischen Äußerungen zum Nahostkonflikt schon jenseits der Grenze des Erträglichen. Sein Unwille, unparteiisch und vermittelnd an diesen Konflikt heranzugehen, bei dem Europa und damit auch die Deutsche Außerpolitik aus vielen Gründen nicht unbeteiligt beiseite stehen kann, wirft in diesem Zusammenhang die Frage auf, welche politische Richtung wohl eine Bundesregierung gehen würde, in der die FDP Koalitionspartner ist. Die Gefahr, daß Jürgen Möllemann eventuell der zukünftige Außenminister werden könnte, lässt mir und vielen meiner Freunde, viele von denen traditionell Wähler Ihrer Partei sind, nur eine Möglichkeit bei den nächsten Wahlen; zu verhindern, dass diese Partei eine Chance hat, an die Macht zu kommen.

Ein öffentlicher Aufruf, zu diesem Zweck diesmal Bündnis90/die Grünen zu wählen, ist sicher eine reelle Möglichkeit.

Mit freundlichen Grüßen
Noemi Staszewski
#89 menacher,vielen Dank für Deinem hinweis.Politikern wie
Möllemann von der FDP ist es zu Danken ,das Politische
Erpressungen wie in der Vergangenheit von seitens Israels
und der Diaspora endlich einer Abfuhr erteilt werden.Wir
sind hier nicht in Amerika ,wo durch Erpressungen selbst eine Untersuchung Israelischer Greueltaten, an Palästinensern erfolgreich verhindert werden kann.
Die jüdische Kultusgemeinde mischt sich immer dreister in die deutsche Politik ein. Nun glauben sie, sie könnten einen FDP-Außenminister verhindern, da er nicht ihr Empfehlungsschreiben bekäme und deswegen bei den Amis nicht gut ankäme! Ist das ein Geständnis der jüdischen Beherschung der amerikanischen Politik von berufener Seite? Auf jeden Fall ein guter Grund, FDP zu wählen.

Zitat aus der Jüdischen Wochenzeitung:

"Ein Bundesaußenminister, hieße er Westerwelle oder Möllemann, bekäme durch ein deutsch-jüdisches "Nein", besonders für Reisen in die USA, das denkbar schlechteste Empfehlungsschreiben auf seinen Weg. Trotz der gestiegenen weltpolitischen Bedeutung Deutschlands würde in Washington unter solchen Umständen kaum jemand einem FDP-Außenminister mehr als nur die unbedingt notwendigen Türen öffnen. Der deutschen Wirtschaft, der Möllemann und Westerwelle mit ihrem unausgewogenen pro-arabischen Kurs helfen wollen, entstünde auf dem amerikanischen Markt großer Schaden."
Der Krieg, die Juden, und die FDP

Wie Jürgen W. Möllemann die Nahost-Politik der Liberalen vorgibt

Israels "Operation Schutzwall" legt es an den Tag: Friedrich Schiller kannte seine Pappenheimer respektive "die Deutschen". Seine deutschen Zeitgenossen waren nicht viel anders als unsere es heute sind. Gleichwohl, es reicht nicht aus, seine Pappenheimer zu kennen, zum Krieg kommt es im Wallenstein dennoch.


Jedenfalls liebten schon zu Schillers und Goethes Zeiten eher selbstgenügsame als selbstkritische deutsche (Spieß-)Bürger Diskussionen über Nahost: "Nichts Bessers weiß ich mir am Sonn- und Feiertage/Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,/Wenn hinten, weit, in der Türkei,/ die Völker aufeinanderschlagen" (Faust I, Vor dem Tor).

Was damals die Türkei, ist heute Israel/"Palästina", was damals "Gespräch" ist heute "Talkshow", was damals Sonn- und Feiertag, ist heute Werk- und Alltag, doch nach wie vor ist der Sonntag unbestrittener Höhepunkt deutscher Nahostgespräche - weshalb wir den talkfreudigsten und nahosthingebungsvollsten Deutschen, den Freidemokraten Jürgen W. Möllemann, besonders in einer sonntäglich-abendlichen Runde genießen durften. Wie so oft und so gerne nahm er sich dabei Israels Botschafter Shimon Stein "zur Brust". Wie es sich für einen Mann mit Prinzipien gehört, meinte Möllemann weniger die Person Steins als den Staat, den er in Deutschland vertritt, Israel.

Israel-Kritik ist heute wieder, wie schon während des Libanonkrieges 1982 "in". Sie gehört zur politischen Mode. Moden kommen und gehen. Sie sind wie Konjunkturen, also zyklisch. Doch die gegenwärtige Anti-Israel-Kritik ist mehr als zyklisch, sie ist strukturell, also grundlegend.

Das heißt nicht, daß sie nicht auch konjunkturell und personell, also zum Beispiel ein Markenzeichen Jürgen W. Möllemanns wäre. Entscheidend, weil lange bleibend, sind jedoch die Strukturen, die langfristig wirksamen Faktoren.

Wir, die heute in Deutschland lebenden Juden, sollten sowohl auf die personellen als auch die zyklischen und strukturellen Faktoren achten. Sie bestimmen unsere deutsch-jüdische ebenso wie die israelisch-jüdische Gegenwart und Zukunft, und sie prägen auch die künftigen deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Was selten passiert, machte Möllemanns Israel-Schelte möglich: Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle bot Möllemann flugs Flankenschutz und attackierte seinerseits, ungewöhnlich heftig sowie ungewöhnlich unbürgerlich, auch im Ton ungewöhnlich ungezogen, Botschafter Stein und Israel.

Wer die bundesdeutsche Geschichte, die FDP und ihr Verhältnis zu Israel kennt, konnte von der Doppelattacke der FDP-Granden nicht überrascht sein, denn Israel-Schelte (nicht Kritik; Kritik ist demokratische Selbstverständlichkeit) gehört seit jeher zu Tradition und Selbstverständnis der FDP. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die Regel gilt und sie gilt nach dem Tod von Ignatz Bubis mehr denn je, zumal Bubis – natürlich – nicht nur eine Ausnahme war, sondern auch für zusätzliche Ausnahmen in der FDP sorgte. Die FDP wiederum hatte am charismatischen Ignatz Bubis größtes Interesse. Ihm verdankte sie viel, nicht zuletzt ungewöhnlich gute Wahlergebnisse in Frankfurt am Main.

Schon beim sogenannten Wiedergutmachungsabkommen Anfang der fünfziger Jahre konnte man das FDP-Muster erkennen. 44 Prozent der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung lehnten jene Vereinbarung ab, wobei 57 Prozent der FDP-Anhänger zur Ablehnungsfront gehörten. Bei den SPD-Nahen sagten 44 Prozent und bei den CDU-Sympathisanten 37 Prozent "nein".

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel lehnten 1963 und, als es so weit war, 1965, FDP-Wähler häufiger ab als Bundesbürger, die sich für andere Parteien entschieden. Seit den siebziger Jahren wurde das Israel-Bild der Israelbasis heller, doch auf der Führungsebene merkte man das zumindest 1973 nicht.

Knüppeldick kam es im Jahr des Jom-Kippur-Kriegs. Als Israel anfangs in die totale Defensive geraten war und die USA für den jüdischen Staat eine Luftbrücke mit Waffenlieferungen über Deutschland organisierten, wollte FDP-Chef und Außenminister Walter Scheel im Bundeskabinett die US-Aktionen auf deutschem Boden verbieten lassen. Der sozialdemokratische Koalitionspartner konnte unter Kanzler Brandt die FDP zähmen.

Unter Genscher, Scheels Nachfolger in Partei und Auswärtigem Amt, verbesserte sich das Verhältnis zu Israel, doch eine Doppelstrategie war unverkennbar: Genschers damaliger "Bauchredner", Jürgen W. Möllemann, betätigte sich unverzagt und ungebremst als Speerspitze arabischer Interessenpolitik.

Nach Genscher kam und ging mancher FDP-Vorsitzender, Klaus Kinkel war ein echter Freund Israels, und Möllemann blieb in jeder Hinsicht Möllemann, nicht zuletzt in seiner stramm antiisraelischen Haltung.

Israel-Kritik ist legal und legitim, auch wenn sie uns Juden, zumal in dieser Art, nicht gefällt. Israel-Kritik, selbst tagespolitische Anti-Israel-Tiraden sind nicht oder zumindest nicht automatisch "antisemitisch" und Möllemann kein Antisemit, so weit ich es wahrnehmen kann.

Jenseits seiner legitimen Haltung als Freund "der Araber" hofft Möllemann natürlich, die derzeitige Israel-Distanz der Deutschen im Wahljahr zugunsten des FDP-Projekts "18 Prozent" einsetzen zu können, zumal sich die Führung von SPD und Grünen (anders als die jeweilige Basis), abgesehen vom einstweiligen Lieferstopp für Waffenersatzteile, seiner Forderung nach einem weitgehenden Boykott Israels widersetzt, auch im Rahmen der Europäischen Union. Besonders von Joschka Fischer und den Grünen will und kann sich die FDP durch sichtbare Israel-Distanz abheben. Edmund Stoiber, der Kanzlerkandidat der Union, hat sich von den harschen, Israel verdammenden Äußerungen der CDU-Veteranen Blüm und Lamers deutlich abgegrenzt. Leicht kann sich somit die FDP als Anti-Israel-Partei profilieren, unter der bewährten Regie von Möllemann und - diesmal - assistiert von Westerwelle.

Auch das ist legitim. Genauso legitim ist es, wenn wir als jüdische Wähler und unsere Interessenvertreter Konsequenzen ziehen und, diesen entsprechend, handeln.
Die Juden Deutschlands sollten sich überlegen, ob sie nicht zu einem Wahlboykott der FDP aufrufen. Wenn wir Juden als winzige Minderheit in Deutschland "Nein!" zur FDP sagen wegen ihrer Israelpolitik, wird das den Ausgang der Bundestagswahlen gewiß nicht entscheiden. Man sollte aber nicht den langfristigen Imageschaden für die FDP übersehen, der entstünde, wenn sie an ihrer Anti-Israel-Politik festhält. Ganz abgesehen von den handfesten politischen Folgen: Die FDP strebt in jeder Koalition auf Bundesebene traditionell ins Auswärtige Amt. Ein Bundesaußenminister, hieße er Westerwelle oder Möllemann, bekäme durch ein deutsch-jüdisches "Nein", besonders für Reisen in die USA, das denkbar schlechteste Empfehlungsschreiben auf seinen Weg. Trotz der gestiegenen weltpolitischen Bedeutung Deutschlands würde in Washington unter solchen Umständen kaum jemand einem FDP-Außenminister mehr als nur die unbedingt notwendigen Türen öffnen. Der deutschen Wirtschaft, der Möllemann und Westerwelle mit ihrem unausgewogenen pro-arabischen Kurs helfen wollen, entstünde auf dem amerikanischen Markt großer Schaden. So mancher deutscher Unternehmer bekommt, wenn er von der "Lobby der US-Juden" nur hört, erst Zitter- und dann (heimlich!) Wutanfälle, jedenfalls Angst vor Exportnachteilen. Manch einer faselt dann von der "jüdischen Weltmacht". Das ist natürlich Unsinn, aber daß jüdische Organisationen im In- und Ausland ihre Interessen dies in einer globalisierten Welt sowohl national als auch international verflochten wahrnehmen, ist nicht nur legitim, es ist, im Sinne angewandter Demokratie, mustergültig.

Die Analyse ist objektiv, meine Empfehlung ganz und gar subjektiv. Ich hoffe, sie wird bis, bei und nach der Bundestagswahl weitgehend zur Haltung des jüdischen Kollektivs.




von Michael Wolffsohn , 24. April 2002
Daß die Juden weltweit ihre Lobbies haben und diese (schon aus geschichtlichen Apekten) effektiv einsetzen, ist absolut legitim, das wird auch kein Jude bestreiten. Das ist der Sinn einer Lobby. Schliesslich gibt es Lobbies für die Chemie-Industrie, für die Agrar-Industrie oder für jeden anderen Industriezweig.

Was im Moment wahrscheinlich viele Leute dazu führt, von der "geheimen Juden-Lobby" zu reden, ist wohl in erster Linie der Nahost-Konflikt.

Was aber bei jeder Lobby problematisch wird, ist die Tatsache, dass sie Einfluß auf die Politik der jeweiligen Regierung nimmt bzw. nehmen kann, wobei das bei industriellen Lobbies lediglich wirtschaftliche Interessen sind, die (langfristig gesehen) vielleicht sogar Arbeitsplätze, Kapital, etc. schaffen.

Was, um GOttes willen, denkt sich aber die "Juden-Lobby", offen Deutschland zu drohen, es werde wirtschaftliche Einbussen in den USA erleiden, falls es einen FDP-Aussenminister bekäme? Wie für eine Lobby üblich, sollten die Aktionen der Lobby eigentlich "unbeobachtet" von der grossen Öffentlichkeit und sozusagen "im Geheimen" stattfinden. Das hier bewirkt doch nur, dass noch mehr die "Juden" dämonisieren werden, womit sich dann erst die Befürchtungen der Lobby bewahrheiten werden.

Wenn dieser Wolffsohn -mit einem gewissen Stolz- von "erst Zitter- und dann (heimlich!) Wutanfälle" redet, dann macht er sich lächerlich, wenn er hinterher behauptet, seine Analyse sei objektiv.

PS: Wer ist dieser Wolffsohn überhaupt? Ist das ein Artikel aus einer Zeitung?
Wer glaubt die jetzige Generation wie in der Vergangenheit
weiterhin erpressen zu können, wird sich nicht gerade an
steigender beliebtheit erfreuen können.Die Verbrechen der
Israelis werden jetzt begangen und die Geschichte ladet
Dank der ewigen vorhaltungen eben nicht zum schweigen
dazu ein.
#92 #93

Ich hatte ja schon aus diesem Artikel zitiert. Er scheint auf jeden Fall die (Vor-)Urteile von Judenfeinden zu bestätigen. Man glaubt, der Einfluß der amerikanischen Juden sei so stark, einen FDP-Außenminister verhindern zu können. Wir werden sehen.

In Deutschland können sie den Aufstieg der FDP und Möllemanns allerdings nicht verhindern: 18%
@eretz:
1)Michael Wolfson ist ein sehr bekannter und anerkannter deutscher Historiker
2)ja, das ist aus einer Zeitung - nämlich der "Welt am Sonntag"


und nun zu weiteren FDP-"Ratschlägen":


Guter Rat vom Freund

Wenn es nach den Abgeordneten des Bundestages geht, darf Israel auch in Zukunft auf der Landkarte bleiben.

von thorsten fuchshuber

Wolfgang Gerhardt fasste das Problem auf seine Weise zusammen. Leider mache »die israelische Regierung es ihren Freunden auch verdammt schwer«.

Bei der Debatte zur Lage im Nahen Osten war Gerhardt am vergangenen Donnerstag im Parlament mit seinen Vorstellungen nicht allein. Wer einen offensiven Schlagabtausch der Parteien erwartet hatte, sah sich getäuscht. Angesichts der eskalierten Situation in Israel und den palästinensischen Gebieten bemühten sich vor allem die prominenten Parlamentarier um einen sachlich-moderaten Ton. Man musste an diesem Tag genauer hinhören, um mitzubekommen, wie es um das vielbeschworene besondere Verhältnis Deutschlands zu Israel bestellt ist.

Entscheidend für den Verlauf der Debatte war dabei auch das von den Medien mit Spannung erwartete Duell von Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Herausforderer Edmund Stoiber. Viele Pressevertreter beschäftigte das Aufeinandertreffen der beiden mehr als der eigentliche Gegenstand der Sitzung.

Sowohl Schröder als auch Stoiber gaben sich betont staatsmännisch. Die Situation im Nahen Osten - so das Signal - verbiete es, sich bei diesem Thema persönlich zu profilieren. Schröder tat es dennoch und vertrat in seiner Regierungserklärung konsequent den deutschen Standpunkt. Wie alle Rednerinnen und Redner setzte er sich für die Gründung eines palästinensischen Staates ein, verbunden mit der Forderung nach einem »tragfähigen Waffenstillstand« und dem Rückzug der israelischen Truppen gemäß der Uno-Resolutionen. Auch das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels durfte nicht fehlen. Aber da Israel und Deutschland »ein Grundkonsens über die Werte, die eine Demokratie ausmachen«, verbinde, habe Deutschland auch »das Recht und die Pflicht, die Stimme zu erheben«.

Hinsichtlich des Einsatzes militärischer Mittel müsse man sich davor hüten, »alte Tabus wieder zu errichten«. Und abweichend vom offiziellen Redetext sprach Schröder erneut davon, möglicherweise auch deutsche Soldaten in Israel einzusetzen. So sei »die Frage einer deutschen Beteiligung an einer internationalen Sicherheitskomponente heute nicht auf der Tagesordnung«. »Aber wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber der Region«, drohte der Kanzler.

Schröder machte überdies deutlich, warum Deutschland auch künftig ein großes Interesse am Nahen Osten zeigen wird. Er befürchte, dass eine Zuspitzung des Konflikts »nicht nur unsere politischen und wirtschaftlichen Interessen« gefährde, sondern »auch unsere eigene Sicherheit.«

Dem Herausforderer Edmund Stoiber, der in weiten Teilen mit Schröder einig war, oblag es dann, einen Einsatz deutscher Soldaten in Israel kategorisch abzulehnen. Dies sei keine Frage der Tagesordnung, sondern »vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte« völlig ausgeschlossen. Abschließend wandte sich der Kanzlerkandidat der Union »an die in Deutschland lebenden Juden: Sie sind loyale Bürger unseres Landes.« Es gibt auch Umarmungen, die Distanz erzeugen.

Anders als Außenminister Joseph Fischer, der sich im Wesentlichen damit begnügte, nochmals sein Ideenpapier zur Lösung des Nahost-Konflikts zu skizzieren (Jungle World, 17/02), hatte Wolfgang Gerhardt dann eine größere Aufgabe zu bewältigen. Galt es doch, nach den jüngsten Äußerungen von Jürgen Möllemann, der Verständnis für palästinensische Selbstmordattentäter aufgebracht hatte, heftig zurückzurudern. »Kein Widerstandsrecht der Welt legitimiert jemanden, Selbstmordattentäter auf die Straße zu schicken«, beteuerte Gerhardt.

Als Kerstin Müller von den Grünen seine Partei mit dem Vorwurf konfrontierte, den »Antisemitismus in Deutschland wieder salonfähig« zu machen, ging der Fraktionsvorsitzende sogar noch weiter. Niemand solle glauben, »er könnte in der FDP eine Heimstatt finden für antiisraelische Politik«.

Das war keine sehr glaubwürdige Versicherung. Meldeten doch am selben Tag die Zeitungen den Übertritt des nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten der Grünen, Jamal Karsli, zur FDP. Karsli, der den israelischen Streitkräften »Nazi-Methoden« vorgeworfen hatte, sagte, er wolle die »israelkritische Position« Möllemanns stärken (siehe Seite 9). Der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung war es vorbehalten, in ihrer jüngsten Ausgabe darauf hinzuweisen, dass antiisraelische Töne »seit jeher zu Tradition und Selbstverständnis der FDP« gehörten.

Die Redner der PDS sahen anders als Gerhardt keinen Grund, irgendetwas zurückzunehmen. Die Teilnahme Wolfgang Gehrckes, des außenpolitischen Sprechers der Partei, an der propalästinensischen Demonstration in Berlin vor zwei Wochen, bei der es zu heftigen antisemitischen Ausfällen gekommen war, hatte die demokratischen Sozialisten auch nicht nachdenklich gemacht. Ihr Fraktionsvorsitzender Roland Claus ließ keinen Zweifel daran, wer für ihn der Schuldige im Nahost-Konflikt ist. »Der Schlüssel für den Weg zum Frieden« liege bei Israels Regierung. Was in Jenin zu sehen gewesen sei, »ist nicht das Ergebnis einer intakten und funktionierenden Demokratie«.

Die Konsequenz einer Menschenrechtsrhetorik, die die Sozialisten früher an der rot-grünen Koalition kritisierten, lag auf der Hand. Wenn nötig, betonte Claus, müsse es eine UN-Mission geben. Wie alle anderen Parteien fordert auch die selbsternannte »Friedenspartei« ein militärisches Engagement des »Quartetts«: Neben der EU, den USA und der Uno sollen nach dem Willen der PDS die arabischen Nachbarstaaten mit ins Boot geholt werden, während die anderen Fraktionen Russland dabeihaben wollen.

Dabei soll es, wie Claus betonte, um die »Überwachung der Friedenspflicht beider Seiten« gehen. Damit schloss sich die PDS der Forderung nach einer Internationalisierung des Konflikts an, wie sie von den Palästinensern seit langem erhoben wird.

Die der PDS nahe stehende Zeitung Neues Deutschland kommentierte am Tag nach der Bundestagsdebatte: Der »moralische Impetus, mit dem die Union einen Blauhelmeinsatz in Nahost ablehnt, ist demagogisch, da Somalia, Afghanistan, das Horn von Afrika längst kein Problem mehr sind.« Die deutsche Vergangenheit stellt für dieses politische Milieu offensichtlich nur noch einen lästigen »moralischen Impetus« dar.

Karl Lamers, der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, ließ es sich schließlich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, »dass die Existenz Israels in Frage gestellt wird« durch die »Art und Weise, wie die Sharonsche Regierung« auf den palästinensischen Terror reagiere. Nicht die Selbstmordattentate, sondern die israelische Reaktion darauf bedrohen also das Land. Lamers stellte Jenin in eine Reihe mit den Massakern von Sabra und Shatila aus dem Jahre 1982, obwohl bisher noch gar keine verlässlichen Informationen über die Vorgänge in Jenin vorliegen.

Anders als Lamers bekannten sich die übrigen Rednerinnen und Redner in der Debatte mehrfach ausdrücklich zum Existenzrecht Israels. Doch gerade dieser Umstand zeigte, wie bedroht Israel momentan in seiner Existenz ist. Denn Selbstverständlichkeiten müssen nicht permanent wiederholt und betont werden.

In einem Punkt waren sich am Donnerstag im Plenarsaal nämlich alle Fraktionen einig: Die Einmischung eines »Dritten«, ein internationaler Militäreinsatz im Nahen Osten mit einem »robusten« Mandat sei nötig. Dabei zeigte man sich staatsmännisch, besorgt und friedenssehnsüchtig und traute sich auch mal, mahnende Worte an Israel zu richten. Von Freund zu Freund, versteht sich.

Indes überlegen sich in Israel immer mehr Menschen, der unerträglich gewordenen Situation durch Auswanderung zu entfliehen, und auch in Deutschland, wo mittlerweile in allen Städten jüdische Einrichtungen von der Polizei geschützt werden müssen, ist die antisemitische Bedrohung jüdischer Menschen zum Alltag geworden.
zu #97
mein lieber muslimischer freund, die fdp wird schon ihre stimme kriegen u. der neue aussenminister könnte durchaus einer von der fdp sein. allerdings einen aussenminister mümmelmann wird`s definitiv nach diesem "leichten" fauxpaus nicht geben.
und dann rate mal wer oder welche gruppen die richtlinien der deutschen aussenpolitik bestimmen. die deutsch-arabische gesellschaft mit ihrem ober-mullah u. lobbyisten mümmelmann mit sicherheit nicht. mümmelmann darf in germany als show- and kaspar-talent ein bisschen show & entertaiment betreiben, sich seine kohle als arabischer freund u. gönner verdienen, ein paar private deals mit diversen arabern durchziehen. das ist ganz ok, aber mit dem grossen karrieresprung ist es jetzt wohl vorbei!
@genya

Ich habe den Artikel in der Jüdischen Allgemeinen gelesen.

Ich hoffe, Du hast Deine neueste Anlieferung von Texten jetzt auf alle Threads verteilt und damit jede laufende Diskussion unterbunden.

@exit

Ich stimme zu, Außenminister wird er wahrscheinlich nicht, denn dazu ist er zu Araber-freundlich. Seine Karriere ist mit Sicherheit nicht vorbei, wenn sein Projekt 18 auch nur einigermaßen Erfolg hat. Ich wünsche ihm viel Erfolg, auch wenn er in der Vergangenheit so manchen Fehler gemacht hat.
@genya

Jetzt weiss ich, wer er ist. Er hat doch auch gesagt, dass Israeliten und Deutsche an ihrer geschichtlichen Altlast festhalten, um aktuelle Politik manipulieren zu können.

Aus seinem Buch: "Ewige Schuld" 1993
Prof. Dr. Michael Wolffsohn

Lebenslauf

Staatsangehörigkeit: Deutsch
Geburtsdatum: 17. Mai 1947
Geburtsort: Tel-Aviv
Religion: Jüdisch

Herbst 1953: Einschulung in Israel
Herbst 1954: Übersiedlung nach Berlin (West)
Frühjahr 1959-1966: Gymnasium
März 1966: Abitur
April 1966: Beginn des Studiums (FU Berlin)
November 1967 bis September 1970: Wehrpflicht in Israel
April 1968: (Zusätzliches) israelisches Abitur
Oktober 1970: Rückkehr nach Berlin (West)
Sommer 1975: Promotion (FU Berlin; Geschichte)
Herbst 1975 bis Herbst 1980: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes (Politikwissenschaft)
Wintersemester 1979: Habilitation in Politikwissenschaft an der Universität des Saarlandes (Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Oktober 1980 bis September 1981: Lehrstuhlvertretung Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen an der Universität der Bundeswehr Hamburg
Wintersemester 1980: Habilitation in Zeitgeschichte an der Universität des Saarlandes (Philosophische Fakultät) – Erweiterung der Venia Legendi
September 1981: Professor für Neuere Geschichte, insbesondere Geschichte der internationalen Beziehungen an der Universität der Bundeswehr München

Sprachkenntnisse: Englisch, Französisch, Hebräisch (Italienisch, Spanisch, Lateinisch)

Gastprofessur: Dartmouth College (New Hampshire, USA) 1993; andere Angebote abgelehnt.

Mitgliedschaften:
Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste (Salzburg) seit 1991, Collegium Europeum Jenensis (Jena) seit 1991, Chance für Alle - Initative neue soziale Marktwirtschaft

Auszeichnungen:
Alois-Mertes-Preis des Deutschen Historischen Instituts, Washington, DC, 1991 Konrad-Adenauer-Preis für Wissenschaft 1992
Medaille "Pro Humanitate" des West-Ost-Kuturwerks 1992
Deutscher Schulbuchpreis 1993
Preis des Deutschen Druiden Ordens 1998
Der Artikel stammt aus der Jüdischen Allgemeinen, nicht aus der Welt am Sonntag, der 24.4. ist nämlich ein Mittwoch, lieber @genya

Entweder hast Du uns belogen oder über Deine Texte völlig die Übersicht verloren, weil Du sie nämlich nicht selbst aus den Web-Seiten kopierst, sondern angeliefert bekommst.

Hier der Link

http://www.juedische-allgemeine.de/index.html
sorry - du hast recht. Aus der WamS stammte ein anderes Interview heute, das mit Barak. Habe verwechelt.
Auch in Österreich gibt es einen Fall "Möllemann". Der Wiener Landtagspräsident (SPÖ) kritisiert Scharon mit scharfen Worten.

aus Standard: (gekürzt) 6.5.2
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Hatzls Aussagen über "israelische Schandregierung" sowie "Staatsterrorismus" sorgen für Empörung.


Wien - Die scharfe Kritik des Wiener Landtagspräsidenten Johann Hatzl (S) an Israels Premier Ariel Sharon hat auch in Österreich eine Debatte darüber in Gang gesetzt, inwieweit es zulässig sei, jeder Distanzierung von der israelischen Politik mit dem Antisemitismus-Vorwurf entgegen zu treten. Während die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ am Montag heftige Angriffe gegen Hatzl richteten, erklärte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann im Nationalrat, Josef Cap, die Aussage des Landtagspräsidenten sei "nicht die offizielle Meinung der Sozialdemokratischen Partei", grundsätzlich aber müsse Kritik an der Politik des israelischen Regierungschefs erlaubt sein.
Hatzl hatte in einem Brief an eine israelische Wohlfahrtsorganisation, mit dem er die Nichtteilnahme an einem Benefizball begründete, der Regierung Sharon vorgeworfen, alle Grundsätze einer zivilisierten Gesellschaft über Bord zu werfen und einen gnadenlosen Kampf gegen ein anderes Volk zu führen. Er verwendete dabei auch den Ausdruck "Staatsterrorismus". Der geschäftsführende Landtags-Klubobmann der Wiener ÖVP, Matthias Tschirf, erklärte dazu: "Diese Wortwahl fügt der Stadt Wien und unserem Land schweren Schaden zu. Es ist unentschuldbar, dass einer der höchsten Repräsentanten dieser Stadt die israelische Regierung in dieser Art und Weise attackiert." Tschirf verlangte eine Sitzung der Präsidiale des Landtags, um diese "verbalen Entgleisungen" zu diskutieren.
...
FPÖ-Generalsekretär Karl Schweitzer meinte zu den Aussagen Hatzls wörtlich: "Die Aufarbeitung der braunen Flecken in der SPÖ will offenbar nicht gelingen". Er forderte Gusenbauer auf, "klar Stellung zu beziehen". Der Wiener FP-Chef Hilmar Kabas fand, Hatzl habe sich "offenbar nicht mehr unter Kontrolle".

Cap nannte es auf einer Pressekonferenz "unverständlich", dass Sharon die vom finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari geleitete UNO-Untersuchungskommission zu den Vorgängen im palästinensischen Flüchtlingslager von Jenin nicht zugelassen habe. Es gebe "seriöse Kommentatoren", die meinen würden, das tue man nur, wenn man etwas zu verbergen habe, so der geschäftsführende SPÖ-Fraktionschef. Insgesamt sei die Haltung Sharons gegenüber den Palästinensern "eine mehr als zu kritisierende". Das rechtfertige aber nicht, so wie es Hatzl getan habe, die Teilnahme an einer Wohltätigkeitsveranstaltung abzusagen, meinte Cap.

...
Die stellvertretende Klubchefin der Wiener Grünen, Monika Vana, bezeichnete Hatzls Israel-Kritik als dessen "Privatmeinung". Die Angelegenheit werde von ÖVP und FPÖ hochgespielt. Konsequenzen für Hatzl sollte es ihrer Meinung nach keine geben. Vana zur Position der Grünen: "Für uns ist es keinesfalls legitim, Kritik an der israelischen Regierung mit Kritik an allen jüdischen Organisationen und Vereinen gleichzusetzen."

In Deutschland war eine ähnliche Debatte durch den stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Jürgen Möllemann ausgelöst worden, der Sharon Staatsterrorismus vorgeworfen hatte. Als erstes deutsches Regierungsmitglied hatte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) Kritik an der Militärpolitik Israels gegenüber den Palästinensern geübt. (APA)
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Eine interessanten Kommentar habe ich mitkopiert:

Angela Glockenklang | 07.05.


Die ewige Aufarbeitung
wird trotz ihrer Ewigkeit nie genug sein. Die gnadenlosen Aufarbeiter haben sich schon längst entschlossen, nur völlige kritiklose Unterwerfung als ein, wenn auch ungenügendes, Ritual zu akzeptieren. Alles, was diese Qualität nicht erreicht, wird als ewig gestrig, frech, anmaßend, geistig minderwertig, moralisch verkommen, etc.....bezeichnet.
Da kann man halt nichts machen..........
Jeder, der die Politik Israels kritisiert und nicht genauso vehement gegen die chinesische Politik in Tibet, die türkische, irakische und iranische in Kurdistan, um nur einige wenige zu nennen; jeder, der nicht die völkerrechtswidrige Annektion der deutschen Ostgebiete und für das Rückkehrrecht der dt.Vertriebenen und Rückgabe des geraubten Landes samt völliger Entschädigung der Vertriebenen und Enteigneten eintritt, erweist sich letztenendes als schmutziger Antisemit.
Möllemann ist ein heuchlerischer Opportunist, wenn er sagt, dass er als Offizier der Reserve kämpfen würde wenn sein Land besetzt wäre und das auch im Lande des Agressors.
Warum ist er noch nicht mit Sprengstoffgürtel und Kalaschnikoff ausgestattet gen Osten aufgebrochen um dort eine Intifada der deutschen Heimatvertriebenen anzuleiten.
Das wäre die Konsequenz, die auf seinen Lautsprechereien entspräche.
PA
@PrincessAnne
Die "Deutschen Ostgebiete" dürften nicht Göttlich erforderlich sein und auch der Nachweis des deutschen
dürfte schwierig werden.Könnte es sich vieleicht um
Deutsche Siedlungsgebiete handeln?.
@oktopodius
auch die Palästinenser werden es schwer haben ihren Besitzanspruch auf das Land Palästina zu begründen.
Tatsächlich gab es noch nie einen palästinensischen Staat dort.
Worum es mir geht ist klarzustellen, dass wenn die Palästinenser das Recht auf einen eigenen Staat haben, das Recht auf Rückgabe von irgendwelchen Gebieten, die aufgrund von Kriegshandlungen verlorengingen, dann haben dasselbe Recht eben auch alle anderen.
Ich darf in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass es auf der Erde geschätzte 2500 grösser Ethnien, Völker gibt, aber nur ungefähr 180 Staaten.
Wer also staatliches Selbstbestimmungsrecht für ein Volk fordert, muss es gerechterweise auch für alle anderen fordern.
Sonst muss er sich den Vorwurf schmutziger Parteilichkeit machen lassen.
Der Antisemitismus scheint für viele immer noch ein Mittel der persönlichen Identitätsfindung und Standortbestimmung zu sein.
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Friedmann kritisiert erneut die FDP wegen angeblichem Anti-Semitismus. Besonders merkwürdig seine Aussage, die deutschen Juden seien keine Israelis und dürften nicht für die Vorkommnisse in Israel haftbar gemacht werden, sie hätten damit nichts zu tun. Dabei ist es doch immer wieder der Zentralrat der Juden, der Israel öffentlich verteidigt.

Die Frage die sich hier stellt ist doch folgende: Warum kritisiert Friedmann den Möllemann überhaupt, wenn seine angeblichen antisemitischen Äußerungen doch nur in einer Kritik Israels bestehen? Wo ist hier die Logik?


aus Spiegel Online 16.5.02

FRIEDMAN KRITISIERT FDP

"Platz für Antisemiten"

Der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, wirft der FDP vor, nichts gegen antisemitische Tendenzen innerhalb der Partei zu unternehmen. Zuvor war es in Berlin zu einem Eklat zwischen FDP-Politikern und Vertretern des Zentralrats der Juden gekommen.


Berlin - Die Aufnahme des syrischstämmigen Jamal Karsli in die FDP-Fraktion des nordrhein-westfälischen Landtags sei ein katastrophales politisches Signal, sagte Friedman am Donnerstag im ZDF. "Er hat die jüdische, zionistische Lobby und ihren Welteinfluss kritisiert, und da sind wir wirklich mitten im Dritten Reich." Wenn aber solche Leute in der FDP ihren Platz fänden, müsse sich die FDP damit auseinander setzen, dass sie damit identifiziert werde. Parteichef Guido Westerwelle müsse die Notbremse ziehen. Heute wollen sich Mitglieder des Zentralrates mit der FDP-Spitze treffen, um ihre Vorbehalte zu besprechen.
Friedman sagte weiter: "Man kann der Führung keinen Antisemitismus vorwerfen, aber wer Antisemitismus in seiner Partei duldet, der wird verantwortlich dafür gemacht." Deutsche jüdischen Glaubens würden generell häufig mit den Vorkommnissen in Israel identifiziert. "Wir sind nicht die israelischen Botschafter, wir sind deutsche Staatsbürger, wir sind Juden, und wenn man täglich feststellt, dass man haftbar gemacht wird für alles Gute wie Schlechte, was in Israel stattfindet, dann zeigt sich damit aber auch ganz deutlich, dass wir anscheinend nach wie vor nicht als Deutsche gesehen werden, sondern darauf reduziert werden, als Menschen jüdischen Glaubens eigentlich nach Israel zu gehören."

Gestern Abend war es bei einem Empfang des Zentralrats in Berlin zu einem heftigen öffentlichen Zusammenstoß zwischen den Vertretern des Zentralrats der Juden und führenden FDP-Politikern gekommen. Zentralrats-Vorsitzender Paul Spiegel hatte Westerwelle scharf angegriffen, weil dieser sich nicht deutlich genug vom Verhalten seines Stellvertreters Jürgen Möllemann distanziert habe. FDP-Politiker bei dem Empfang reagierten empört. Der frühere Bundestags-Vizepräsident Burkhard Hirsch ergriff außerhalb der Rednerliste das Wort und verwahrte sich für die FDP gegen die Antisemitismus-Vorwürfe.
"Wir sind nicht die israelischen Botschafter, wir sind deutsche Staatsbürger, wir sind Juden, und wenn man täglich feststellt, dass man haftbar gemacht wird für alles Gute wie Schlechte, was in Israel stattfindet, dann zeigt sich damit aber auch ganz deutlich, dass wir anscheinend nach wie vor nicht als Deutsche gesehen werden, sondern darauf reduziert werden, als Menschen jüdischen Glaubens eigentlich nach Israel zu gehören."

Genau dies ist der Knackpunkt. Warum gibt es den Zentralrat der Juden, Herr Friedmann ?

Das Verhalten dieser Klientel trägt dazu bei, dass Wunden nie heilen und dass ein Widerstand in der Bevölkerung wächst.

Ich rufe den hier lebenden Juden zu: Verhaltet euch wie Deutsche und kämpft für die deutschen Interessen. Haltet euch aus der Politik Israels zurück und verteidigt sie nicht immer. Seht es mit neutralen Augen und kämpft um die Wahrheit und für den Frieden. Ihr habt nicht das "Gute" gepachtet und dürft somit alles. Macht uns nicht täglich verantwortlich für etwas, was einfache Bürger nicht zu verantworten haben.

Dann wird alles gut !

Gruß WKY
Herr Möllemann hat doch nur die verbrecherische Politik von
Herrn Sharon kritisiert und keine judenfeindliche Äußerungen
getan !!! Aber das kann Herr Friemann und Politiker anderer Parteien, die Möllemann und nun die FDP insgesamt kritisieren , offenbar nicht mehr unterscheiden !!
@WKY
@menacher
Hat dich eigentlich jemals jemand persönlich für irgendetwas verantwortlich gemacht?
Dauernd dieses lamoryante Geflenne über die bösen Juden, die die armen unschuldigen Deutschen für ihre Missetaten der Vergangenheit verantwortlich machen.
Ausserdem: Warum sollten deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens Israel kritisieren?
Ich bin kein Jude und kritisiere Israel trotzdem nicht.
Ich bin der Meinung, dass die Deutschen sich besser um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern sollten, anstatt sich dauernd mit der Attitüde des besserwisserischen Gutmenschen in die Belange anderer einzumischen.
Der Staat Israel ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich und agiert dementsprechend.
Ob das alles wirklich immer 100% richtig ist bleibt dahingestellt, aber wer weiss das schon?
Die palästinensischen Politqliquen scheinen mir um keinen Deut besser zu sein als die anderer Völker.
Warum sollten die unterstützt werden?
Damit noch eine korruptes, totalitäres Regime entsteht wie all die anderen arabischen `Staatswesen`?
Was hat das mit unseren Interessen hier in Deutschland zu tun?
Israelische Terroristen haben noch keine deutschen Flugzeuge entführt oder sonstige Terrorakte gegen Deutsche
verübt.
Arafats PLO schon.
Ich brauch nicht lange darüber nachzudenken auf wessen Seite ich stehe.
Ich wünsche den Palästinensern Frieden und Wohlstand um ihre Kinder zu friedlichen Menschen zu erziehen, aber wenn sie einen eigenen Staat wollen, hört meine Unterstützung auf.
Ohnehin wäre so ein Staatswesen niemals wirklich souverän, sondern würde zum Satelliten einer der umliegenden Diktaturen werden, so wie der Libanon völlig von Syrien abhängig ist.
Ob das wirklich dem Frieden in der Region dienlich wäre darf zumindest angezweifelt werden.
Ich schlage den hier sich äussernden Gutmenschen vor sich ein neues Objekt ihrer Zuneigung unter den vielen Völkern dieser Erde auszusuchen, die bis jetzt noch unbestaatet sind.
Wie wär´s z.B. damit den Kampf der edlen Rothäute in den USA zu unterstützen?
So wie weiland der edle Old Shatterhand?
Das ist doch mal ´ne echt unbelastete deutsche Tradition an die man anknüpfen könnte.
Oder die Tibeter?
Die hatten sogar schon mal ´nen eigenen Staat, im Gegensatz zu den Palis.
Kurz gesagt, die Welt ist voller Ungerechtigkeiten und der edle Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit wird immer ´ne Windmühle finden gegen die er anreiten kann.
Don Quixote lässt grüssen.
Nach einem Treffen mit der FDP:

Zentralrats präsident Paul Spiegel sagte am Donnerstag in Berlin, er habe FDP Chef Guido Westwelle und wieteren Liberalen seine Position verdeutlicht und klar gestellt, daß der Zentralrat die FDP nie als anitsemitische oder neonazistische Partei bezeichnet habe.
Quelle: Reuters 16.5.02 12:07

1:0 für die FDP. Man muß sich nicht alles gefallen lassen. Wann gab es das, daß der Zentralrat einen Rückzieher macht.

Ich weiß nicht, wie Euch geht, mir fallen all die Juden, die nicht in der Öffentlichkeit stehenden Juden gar nicht auf. Mit dem "normalen" Juden gibt es kein anecken oder Probleme. Die Friedhöfe werden meines Erachtens auch nur von Jugendlichen geschändet, weil es Aufmerksamkeit erregt. (Mutprobe) Ob man bei jeder Schändung Antisemitismus unterstellen kann, finde ich sehr fraglich.


www.spiegel.de/unispiegel/0,1518,,00.html

sehr interessant
Was hier wirklich läuft, das wird immer eindeutiger, ist Vergangenheitsbewältigung.
Es scheint immer noch massenhaft Zeitgenossen zu geben, die sich durch die Hitlerei und den Judenmord im Deutschland ihrer Eltern massiv belastet fühlen.
Das Bedürfnis diese Last auf die Opfer von damals abzuwälzen indem den heutigen Israelis und Juden nachgewiesen wird, dass sie ja auch Dreck am Stecken hätten, scheint überwältigend gross zu sein.
Es handelt sich um den Versuch der nachträglichen Rechtfertigung und Relativierung, um den Versuch die `verlorene Unschuld` wiederherzustellen, um mit B.Hellinger zu sprechen.
Die Leute, die sich von Friedmann, dem Zentralrat, den Juden oder wem auch immer angegriffen fühlen und meinen sich gegen diese Angriffe verteidigen zu müssen, sollten die Inanspruchnahme eines fähigen Psychotherapeuten in Erwägung ziehen.
Das `Familienstellen` nach B.Hellinger, eine Therapieform, die sich immer grösser werdender Beliebtheit erfreut, beschäftigt sich intensiv mit diesem Schuld- Verdrängungs- und Verleugnungssyndrom und kann wohl gute Erfolge aufweisen.
PA
@nunistSchlu:
das mit der Mutprobe auf den jüdischen Friedhöfen war doch nicht dein ernst?
wenn schon, warum werden denn nicht aus mutprobe denn katholische oder evangelische friedhöfe geschändet?
PrincessA hat es völlig ins Schwarze getroffen - Vergangenheitsbewältigung und Abwälzung eigener oder der Eltern/Grosseltern Schuld auf die nachfolger der Opfer!

Und das mit dem Rückzieher ist auch völliger Blödsinn - die Vorwürfe bleiben, und die kommen nicht nur aus der jüdischen ecke, sondern auch von I. Hamm-Brücher, Lambsdorff und Genscher - der Guido wird sich bei der nächsten Wahl noch umgucken, wenn er den Mölli und den Karsli weiterhin so gewähren lässt...

@WKY:
"Genau dies ist der Knackpunkt. Warum gibt es den Zentralrat der Juden, Herr Friedmann ? "

weil, lieber WKY, es auch den Zentralrat der Katholiken, der Moslems und anderer RELIGIONEN gibt.
Du willst doch "normale Verhältnisse"? Dann musst du den
Deutschen jüdischen Glaubens doch eine politische Vertretung als Minderheit doch zugestehen, oder?
Falls du die Juden jedoch als angehörige einer ethnischen Minderheit betrachtest, die zufällig einen deutschen Pass besitzt, dann wird mir deine Argumentation schon eher verständlich - dann hat dich PA auch völlig berechtigt zurechtgestutzt!

@Menacher: deine Polemik bleibt mir völlig unbegreifbar -
der Zentralrat verteidigt Israel erstens nicht immer, manchmal knallt es ganz schön zwischen der israel. Regierung
und dem Zentralrat (Bubis/Weizmann, Galinski/Begin).
Wenn du zu jung sein solltest, dich an diese öffentlich ausgetragen Skandale damals zu erinnern, dann kannst du es auch nachlesen (z.B. deutsche Pressearchive)
Dass die in D. lebenden Juden, und vor allem ihre gewählten politischen Vertreter (Spiegel, Friedman) eine besondere Beziehung zu Israel haben (als einziger jüdischer Staat auf der Welt), müsstest auch du verstehen.
Ich glaube eher, du hast ein Problem mit Friedman, aber das ist deine Sache...
@Menacher: Nachtrag:
und höre bitte auf alles zu verdrehen -
Frieman hat nicht die Kritik Israels seitens Möllemann als Antisemitismus bezeichnet, sondern seine öffentlich bekanntgemachte Legitimierung des Terrors gegen unschuldige israelische Zivilisten als legales Mittel des "Freiheitskampfes" der Palis. Dieser Terror in Israel richtet sich nicht gegen arabische oder andere Minderheiten in Israel, sondern primär gegen Juden (was bekanntermassen die meisten Israelis auch sind).
Wenn man diesen Terror gegen Juden als legales Mittel der Politik verkauft, muss man sich den Vorwurf des Antisemitismus doch schon gefallen lassen.
Und die Äusserungen von diesem arabischen Antisemiten Karsli
(von der zionistischen Beherrschung der Medien und so) waren ja ach nicht "ohne".
Friedman und Spiegel haben völlig recht, sonst würden die anderen FDP-Granden nicht so gegen den Mölli losziehen und mit eigenem Austritt drohen...
@genya
Das mit der Mutprobe ist mein Ernst. Logo. Welche Zeitung würde etwas über "geschändete" Friedhöfe von Katholiken schreiben. Oder meinst Du, daß die Schändungen, die ich auch nicht für gut heiße, von Mitbürgern älter als 30 gemacht werden. Die Täter sind Jungendliche!!! Am nächsten Tag steht es in der Zeitung. Kannst Du Dir vorstellen, das Rechtsradikale Nachts auf Friedhöfen rumschleichen und mit Farbdosen Gräber schänden oder Steine umwerfen?
Bleib auf dem Teppich.
Vergangenheitsabwälzung (könnte auch Unwort des Jahres werden) auf die Nachfolger der Opfer. Ich muß annehmen, das Du den Artikel im "Spiegel" nicht gelesen hast.
Lies! und sag woher die Meinung kommt. Oder sollen alle zum Kopfarzt.

Den Rückzieher kannst Du ja nachlesen.

Ich wünsche Dir und Kuehe ERleuchtung
@genya: ganz einfach, es werden wesentich mehr friedhöfe geschändet als du es denkst, alleine der bei mir um die ecke wurde schon dreimal in den letzten 12 jahren vollgesprüht, steine umgeschmissen etc.

es wird nur bei jüdischen fiedhöfen ein fass aufgemacht,
und so entsteht in der öffentlichkeit der glaube es passiere "nur" auf jüdischen friedhöfen

jedenfalls habe ich von dem friedhof hier bei mir nu einmal was in unserer lokalzeitung gefunden, im fernsehen oder so gar nichts, warum auch ????

gruss ray

rechtschreibfehler=geschenkt
Ich fühle mich nicht angesprochen, da einige in blanker Hysterie der Geschichte leben. Heute und morgen ist wichtig. Persönliche Vergangenheitsbewältigung gibt es bei mir nicht, weil ich nichts mit den direkt oder indirekt verantwortlichen Machthabern zu tun habe.

Übrigens sind mir andere Minderheiten mit ihren Zentralräten tatsächlich nicht aufgefallen.

Woran liegt es nur ????

Bestimmt nicht daran, dass ich nicht zuhören kann.
Vielleicht daran, dass bestimmte Zentralräte nicht die Politik in den Vordergrund ihrer Existenz schieben ? Und auch nicht ständig fordern und beschuldigen.

Übrigens waren meine Kritiker Juden ? Ich kann mir vorstellen, dass viele deutschstämmige Juden so denken wie ich.

Normalisiert das Verhältnis, ansonsten erleiden wir einen Schiffbruch, der sich gewaschen hat. Hektik, Angst und Hysterie sind die schlimmsten Ratgeber.

Ich kann jedenfalls bis dato nicht erkennen, dass sich etwas normalisiert hat.

Gruß WKY
Man muß auch deutlich unterscheiden zwischen der Öffentlichen Meinung und der veröffentlichten Meinung. Nach der veröffentlichten Meinung müßten wir ein riesen Problem mit den Juden haben. Die Öffentliche Meinung nimmt die Juden in ihrem Alltag garnicht wahr. Wir haben kein Problem! Die veröffentliche Meinung hält das Thema am Leben.





rechtschreibfehler=geschenkt (klasse Idee)

Viele Grüße von
Nun ist Schluß
Der Streit in der FDP nimmt an Schärfe zu. Hamm-Brücher kündigt den Parteiaustritt an, wenn Karsli nicht aus der Partei ausgeschlossen wird. Eine völlig überzogene Forderung scheint mir, mit der es der Grande Dame der FDP noch einmal gelingt, in die Öffentlichkeit zu treten. Hätte es hier nicht gereicht, Karsli die Möglichkeit zu einer Erläuterung zu geben?


aus Spiegel online 16.5.02
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ANTISEMITISMUSDEBATTE

Karsli oder ich

Die Grande Dame der FDP, Hildegard Hamm-Brücher, hat ihre Drohung, aus der FDP auszutreten, verschärft. Sie werde nicht in der Partei bleiben, wenn der umstrittene NRW-Landtagsabgeordnete Jamil Karsli nicht aus der Partei ausgeschlossen werde. Auch bei anderen Liberalen wächst der Unmut.

München - Hamm-Brücher sagte heute in München: "Wenn die Bundespartei jetzt nicht ein Ausschlussverfahren gegen Herrn Karsli einleitet, dann werden meine Konsequenzen aktuell, die ich in meinem Schreiben an den FDP-Bundesvorsitzenden (Guido) Westerwelle angekündigt habe."
In dem im SPIEGEL veröffentlichten Brief vom 6. Mai hatte die ehemalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt die Parteispitze der FDP vor neuen antisemitischen und antiisraelischen Tendenzen gewarnt und mit Parteiaustritt gedroht. Hamm-Brücher sagte am Donnerstag, es sei untragbar, dass ein Politiker mit "antiisraelischen und damit direkt oder indirekt antisemitischen Hasstiraden" der Partei angehöre. "Ich werde mich immer dafür einsetzen, dass jüdische Mitbürger in Deutschland nie mehr Angst vor Antisemitismus haben müssen."

Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Karsli war bei den Grünen ausgetreten, bei denen er wegen antiisraelischer Äußerungen unter heftigen Beschuss geraten war. Er hatte Israels Vorgehen gegen palästinensischen Terror als "Nazi-Methoden" bezeichnet und nach seinem Übertritt in die Düsseldorfer FDP-Fraktion in der ultrarechten Zeitschrift "Junge Freiheit" erklärt, eine "zionistische Lobby" diffamiere Kritik an Israel als antisemitisch. Am Mittwoch wurde Karsli vom Recklinghauser Kreisvorstand als Mitglied in die FDP aufgenommen.

FDP-Vize Walter Döring aus Baden-Württemberg erklärte, er sei entsetzt über den Aufnahmebeschluss, der überdies ein "verheerendes Signal für die Bundespartei" sei. Die Präsidiumsmitglieder Birgit Homburger und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wandten sich ebenfalls mit heftigen Worten gegen die Aufnahme. Mit Unverständnis reagierte der FDP-Bezirk Berlin-Charlottenburg. Der Vorsitzende Jürgen Dittberner erklärte, Karsli habe sich "für eine liberale Partei disqualifiziert".

Selbst der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff forderte am Donnerstag Karslis Ausschluss aus der Partei. Lambsdorff sagte der Tageszeitung "Die Welt", er erwarte, dass der nordrhein-westfälische Landesverband die Aufnahme Karslis rückgängig mache. "Dieser Mann gehört nicht in meine Partei", sagte Lambsdorff. "Deswegen erwarte ich, dass der von Jürgen Möllemann geführte Landesvorstand in seiner nächsten Sitzung diesen politisch unweisen Aufnahmebeschluss rückgängig macht."
@nunistschluss
Ich bin mir nicht so sicher, dass wir kein Problem haben.
M.M. nach besteht es in dem Nicht-Wahrhaben-Wollen der Tatsachen und der daraus resultierenden Gefühle.
Tatsache ist eben, dass vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland, im deutschen Namen und durch Deutsche Millionen von Menschen grausam umgebracht wurden und unermessliches Leid verursacht wurde.
Diese Tatsachen gilt es anzuerkennen und auch die damit einhergehenden Gefühle wie Trauer, Wut und Scham.
Wer das nicht aushält wird eben versuchen diese Last des Nicht-Angenommenen, Verdrängten abzuwälzen, indem jetzt versucht wird anhand der aktuellen Tagespolitik nachzuweisen, dass das `Opfer` von damals, die Juden, ja selbst keine Engel seien.
Der Judenmord der Nazis und ihrer Unterstützer ist zwar kein Freifahrtschein für die Israelis, aber es besteht eben auch nicht der geringste Anlass dazu von den Juden zu verlangen, dass sie aufgrund ihrer historischen Opferrolle zu besonderer Heiligkeit verpflichtet seien.
An diesem Punkt sollten die Deutschn in der Tat ganz zurückhaltend sein, dass sie nämlich von ihren ehemaligen Opfern nicht das verlangen, was sie selbst nicht in der Lage waren zu bringen.
Was Möllemann angeht, so bleibt es ihm natürlich unbenommen rauszuposaunen wozu immer er lustig ist, allerdings muss er sich dann eben auch auf entsprechende Resonanz gefasst machen.
Was er nämlich gesagt hat war, dass er nicht nur Verständnis für den Kampf der Palis und die Art wie sie ihn führen hat, sondern dass er als dt.Reserveoffizier dasselbe täte, wenn sein Land von einer anderen Macht besetzt wäre.
Ich habe ihn übrigens in einer E-Mail, die er mir persönlich innerhalb von 10 Minuten beantwortet hat, darauf hingewiesen, dass wenn es ihm mit dieser Aussage ernst wäre, er eigentlich mit Kalaschnikoff und Sprengstoffgürtel bewaffnet in den ehemaligen deutschen Ostgebieten eine Intifada der deutschen Heimatvertriebenen initiieren müsste, da die Annektion dieser Gebiete und die Ermordung und Vertreibung der deutschen Bevölkerung durch die UDSSR, Polen und die Tschechoslowakei durch keinerlei Völkerrecht gedeckt waren und sind.
Seine Aussagen sind also nicht weiter als Heuchelei und billigster Populismus.
Wer also eine Rückgabe der besetzten Gebiete an die Palästinenser fordert, dürfte sich eben auch nicht den Forderungen deutscher Vertriebenenverbände nach Rückgabe des Geraubten, Entschädigung und der Wiederherstellung der deutschen Souveränität in diesen Gebieten verschliessen.
Wenn ihr wirklich alle solche edlen Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit seid, warum dann nicht im eigenen Land anfangen?
Und wenn dann die Erkenntnis dämmern sollte, dass sich das Rad der Geschichte nicht so ohne weiteres zurückdrehen lässt, warum nicht still sein und sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern?
Jede andere Haltung wäre widersprüchlich und der Parteilichkeit und Voreingenommenheit verdächtig.
PA
Der folgende Kommentar aus der taz von morgen (17.5.02) stimmt zwar nicht unbedingt mit meiner Meinung überein. Er zeigt aber auf, um was es wirklich geht.


fdp und antisemitismus
Für eine Hand voll Stimmen

Jamal Karsli hat ausgerechnet der rechten Jungen Freiheit ein antisemitisches Interview gegeben. Die "zionistische Lobby", so Karsli, habe "den größten Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede noch so bedeutende Persönlichkeit kleinkriegen". Die Juden ziehen im Hintergrund die Fäden und vernichten ihre Gegner. Das und nichts anderes bedeutet dieser Satz. Von dort bis zu der Fantasie von der klandestinen jüdischen Weltverschwörung, die uns alle bedroht, ist es nur ein ganz kleiner Schritt.

Kommentar
von STEFAN REINECKE

Ist Karsli, wie der allwissende Michel Friedman meint, deswegen "ein Antisemit"? Oder ist Karslis Aussage in atemloser Empörung über die Lage in Palästina entstanden? Das ist schwer zu beurteilen - und nicht wichtig.

Jamal Karsli, den nun die FDP in Nordrhein-Westfalen an ihr weites Herz drückt, hat sich mit diesem Satz ins Abseits manövriert. Wohlgemerkt: Es geht nicht um Polemik gegen Scharon. Darüber muss man ohne Tabus und Verdächtigungsrhetorik debattieren. Hier geht es um ein antisemitisches Klischee - darüber kann man nicht streiten. Wer so redet, hat in den etablierten Parteien nichts zu suchen.

Durchgesetzt haben dieses Verbot die Alliierten in den 50ern - übrigens ausgerechnet gegen jene damals von Altnazis unterwanderte FDP in NRW, die Karsli nun aufnimmt. Seitdem wird dieser segensreiche Grundsatz einigermaßen befolgt. Er hat unter anderem dafür gesorgt, dass uns ein erfolgreicher Antisemitismus à la Haider und Le Pen erspart geblieben ist.

Die Liberalen wollen das offenbar ändern. Sie betreiben ein mieses Spiel - und haben alle Aussichten, damit erfolgreich sein. In Deutschland haben etwa 15 Prozent der Wähler ein rechtsextremes Weltbild, und noch mehr glauben, dass die Juden hierzulande sowieso zu viel zu sagen haben. Sie sollen FDP wählen - das ist die Botschaft von Westerwelle und Möllemann. Allen Dementis zum Trotz.

Nein, die FDP ist keine antisemitische Partei geworden. Sie verhält sich in vermintem Gelände so wie immer: opportunistisch. Sie möchte mit antisemitischen Stimmungen kokettieren. Und dabei ihre Reputierlichkeit bewahren.
#124 Prinzessin Anne

Bin auch der Meinung, dass wir hier erstmal unser Maul halten sollten, und nicht wie die blöden Oberdeppen so tun als gäbs für uns keine Geschichte. Der Möllemann hat die Attetüden von studentischen Nachkriegs-Verbindungen drauf. Ist Euch schon mal aufgefallen, aber das ist jetzt parteiübergreifend, dass Politiker aus NordrheinWestfalen
am besten dort bleiben sollten, weil sie ständig zur Peinlichkeit tendieren ? Ob das am Wasser liegt ? Oder am Wetter ? Der ständige Hang zur unreifen Querschläger-Renitenz ist mir dort besonders häufig aufgefallen.
Leute aus Brilon sind aber auch nicht zu vergessen .
@menacher:
mich würde es doch sehr interessieren, was aus dem von dir geposteten (meines Erachtens völlig richtigen!)
Artikel nicht DEINER Meinung ist...

@nunistSchlu: es gibt kein wie immer geartetes "Riesenproblem" mit den Juden, allerdings sollte das Verhältnis zwischen anderen Religionen bzw. Atheisten und ihnen doch etwas "entspannter" sein, was es aber leider nicht ist, und das ist nicht die Schuld der Juden, auch nicht bei ihrer, hier doch so kritisierter, politischer Präsenz, sondern ist wirklich auf hier und da unbewältigte Vergangenheit und den doch offenbar ziemlich stark verbreiteten latenten Antisemitismus zurückzuführen.
Dass ein Araber wie Karsli Judenhasser ist, steht für mich ausser Frage. Ob der Mölli wirklich einer ist, weiss ich nicht so recht - ich glaube, er ist mehr Populist und böser Demagoge mit der Vorliebe zum Proarabismus, was mit starken eigenen finanziellen Interessen zusammenhängt. Würde er eine ähnliche Position innerhalb der Deutsch-Israelischen gesellschaft innehaben, würde er höchstwahrscheinlich genau das Gegenteil von sich geben.
Allerdings steht er in der Verantwortung als Politiker erster Reihe, sich von solcher Art "Ressentiments" wie den Judenhass fernzuhalten, da man sowas in Deutschland wirklich nicht akzeptieren kann und darf. Meine Meinung.

Und zum Problem der Denkkal- und Friedhofschändungen -
ich finde nicht, dass es "Streiche" einiger kopfloser Jugendlicher sind - ich finde schon, dass hier ganz klare judenfeindliche Aspekte eine Rolle spielen - egal, ob für diese taten 16- oder 60jährige verantwortlich sind. Meistens stimmt es schon zu Hause nicht...
und @ray: klar werden auch andere steine vollgesprüht - aber mit welchen Sprüchen? Graffitis wie "Juden raus", aufgemalte Davidsterne und ähnliches deutet doch ganz klar auf einen politischen Hintergrund.

@WKY: auch andere Zentralräte rücken mit ihrer politischer Präsenz in den Vordergrung - siehe den Zentralrat der Muslime z.B. - aber nirgendwo reagiert man so zwiespältig und empfindlich und teilweise feindlich und bösartig wie bei den Juden. Für mich hat das etwas zu sagen - dass gewisse Vorurteile den Juden gegenüber latent vorhanden sind und bleiben.
Es liegt bei Gott nich an den Juden, ihr Verhältnis zu Anderen in diesem Land zu normalisieren, sondern es müssen die Vorurteile gegenüber den Juden ausgemerzt werden, dann wird sich das "Verhältnis" normalisieren.
Meine Meinung: Wer schon den Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden macht, egal, ob im negativen oder positiven sinne, begeht Ressentiments. Es muss nicht immer der blanke Judenhass sein, es gibt auch Abstufungen. Aber Vorurteile bleiben Vorurteile, und Rassismus bleibt Rassismus. Und beides ist zu verachten.
Wenn man also davo ausgeht...

das immer mehr Deutsche neben nationalistischen Sichtweisen auch die dazugehörigen Politiker favorisieren,

das die/der betr. Politiker (Sprachrohr) unisono mit der bisher herrschenden Staatsdoktrin(?), als persona non grata deklariert und in die s.g. Ecke gestellt werden,

stellt sich doch logischerweisedie Frage, wer räumt in der Ecke auf und was machen wir mit den "aufgeräumten" Leuten?

Bitte um Vorschläge!
@raila:
wo hast du rausgefunden, dass "immer mehr Deutsche nationalistische Sichtweise" haben bzw. solche Politiker "favorisieren"???
Ich finde, dass immer mehr Deutsche durchaus liberal-nicht-nationalistisch sind, was uns die anwachsende Anzahl der Wähler der "politischen Mitte" doch eindeutig beweist.
Und vom Favorisieren würde ich im Falle Möllemann schon gar nicht reden - mache aus ihm keinen "Helden", denn er ist beileibe keiner...
Und Karsli ist garantiert kein favorisierter Politiker, sondern ein bösartiger Idiot voller Vorurteiler und Hassparolen.
Dann weiss ich auch nicht, was du mit dem "aufräumen" bzw. den "aufgeräumten Leuten" meinst - oder bist du der Meinung, dass ein von Vorurteilen-geplagter-Hassparolen-verschiessender Karsli in die öffentliche Politik gehört?
Meiner Meinung gehört er ins Irrenhaus oder direkt zurück nach Syrien, back to the roots sozusagen, wobei Irrenhaus und Syrien durchaus Synonyme darstellen...
@raila
Worum sorgst du dich?
J.Möllemann z.B. hat sich durch seine einseitig geäusserte Parteinahme selbst in die Ecke gestellt.
Das sei ihm unbenommen.
Sollte er nun dazu gezwungen werden ob dieser seiner (veröffentlichten) Position den Abschied aus der Politik zu nehmen, was ich mir im Moment nicht vorstellen kann, so wird er es bestens pensioniert tun.
So ist das in Deutschland geregelt und
ich gönne ihm das.
PA
Heftige Kritik in FDP an Aufnahme Karslis (Reuters)

Donnerstag 16. Mai 2002, 20:23 Uhr

FDP-Landeschef Möllemann verteidigt Aufnahme Karslis
Frankfurt/Berlin (AP) Der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann hat die Aufnahme des wegen israelkritischer Äußerungen umstrittenen Landtagsabgeordneten Jamal Karsli in die Partei verteidigt. Karsli sei kein Antisemit, sondern für die Versöhnung und eine friedliche Entwicklung zwischen ANZEIGE

Juden und Arabern. Zudem habe sich der gebürtige Syrer für seine «missratenen Formulierungen» mehrfach entschuldigt, sagte Möllemann am Donnerstagabend in den ARD-»Tagesthemen». Nun solle er eine zweite Chance bekommen.

Zu der scharfen Kritik des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sagte Möllemann, Spiegel kenne Karsli gar nicht. «Man sollte über Menschen nicht den Stab brechen, wenn man sie nicht kennt.» Karsli behalte sich lediglich vor, die Politik des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon zu kritisieren, «von der er meint und ich meine, dass sie friedensgefährdend ist».

Möllemann forderte Spiegel dazu auf, «in aller Deutlichkeit» zu sagen, dass die jüngste Entscheidung von Scharons Likud-Partei, einen Palästinenser-Staat niemals zuzulassen, «den Nahen Osten in ein Flammenmeer verwandeln kann».

FDP-Chef Guido Westerwelle und Möllemann hatten am Donnerstag vereinbart, dass am 3. Juni eine Sondersitzung des Landesverbandes stattfinden soll. Die Kreisvorstand der FDP in Recklinghausen hatte am Mittwochabend mit zehn zu fünf Stimmen für die Aufnahme des früheren Grünen-Abgeordneten votiert.
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Meine Meinung: der Möllemännchen kann Scharon kritisieren so viel er will, aber einen Judenhasser wie Karsli in die FDP reinzuschmuggeln ist nicht konstruktiv im Verhältnis der FDP und den Juden in Deutschland und auch nicht "friedensfördernd".
Man muss den Karsli auch nicht unbedingt näher "kennenlernen", es reicht schon aus, wenn man sich einmal sein antisemitisches geschwätz anhören musste.
Von einer "zionistischen Beherrschung der Weltpresse" bis zu einer "zionistischen Weltverschwörung" ist es nicht weit - und wir sind ganz rasch bei Stürmer und Goebbels.

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Donnerstag 16. Mai 2002, 23:04 Uhr
Entspannung zwischen Zentralrat der Juden und FDP

Berlin (dpa) - Nach dem Eklat zwischen dem Zentralrat der Juden und der FDP hat sich die Atmosphäre entspannt. Zentralratspräsident Paul Spiegel und FDP-Chef Guido Westerwelle stellten nach einem Gespräch fest, dass man «Missverständnisse» ausgeräumt habe. Zugleich mehren sich unter den Liberalen die Forderungen, den ehemaligen Grünen Jamal Karsli umgehend wieder aus der FDP auszuschließen. Der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff und die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher forderten Karslis Ausschluss.
Artikel URL: http://de.news.yahoo.com/020516/12/2rpcc.html


Donnerstag 16. Mai 2002, 17:23 Uhr

Rau verweist auf Besorgnis wegen Antisemitismus
Berlin (AP)

Bundespräsident Johannes Rau hat auf Besorgnisse verwiesen, wonach die Schamgrenze in Deutschland für antisemitische Äußerungen sinke. Rau sagte in einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichen Interview der «Jüdischen Allgemeinen», er habe den Zentralrat der Juden in Deutschland im Berliner Leo-Baeck-Haus deshalb besucht, um seine Verbundenheit mit den Deutschen jüdischen Glaubens zu bekunden. Er fügte hinzu: «Das scheint mir mir in gegenwärtiger Zeit besonders wichtig und richtig.»

Rau sagte, viele hätten die Sorge, «dass die Hemmschwelle für antisemitische Äußerungen sehr viel niedriger liegt, als das angesichts der deutschen Geschichte sein dürfte». Diese Besorgnis sei verständlich. Vor Wahlerfolgen von Rechtspopulisten sei in Europa niemand gefeit, aber Deutsche wüssten aus ihrer Geschichte, wohin dies führen könne. Deshalb sei «besondere Sensibilität» erforderlich. Er forderte alle politischen Kräfte auf, «diese Sensibilität in Wort und Tat zu zeigen».

Rau zeigte sich überzeugt, dass sich die große Mehrheit in allen politischen Parteien der besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel bewusst sei. Er fügte hinzu: «Dabei setzen wir uns nicht nur für das Existenzrecht Israels ein - das ist eine Selbstverständlichkeit. Auch die Sicherheit der Menschen in Israel hat für uns Deutsche eine ganz besondere Bedeutung.»

Manchmal sei zu wenig deutlich geworden, dass «wir jeden Terroranschlag entschieden verurteilen». Man dürfe aber Kritik an der israelischen Regierung nicht mit Anti-Israelismus und Antisemitismus gleichsetzen. Gerade wenn man mit Israel freundschaftliche Beziehungen pflege, müsse nicht nur eine kritische Position erlaubt sein. Sie könne auch als Freundespflicht verstanden werden. Rau fügte hinzu: «Da gibt es Unterschiede in den Parteien - die halte ich für legitim», sagte Rau.
Artikel URL: http://de.news.yahoo.com/020516/3/2ro68.html


Donnerstag 16. Mai 2002, 12:25 Uhr
Westerwelle: Karsli distanziert sich von seinen Äußerungen


Berlin (dpa) - Der nordrhein-westfälische Ex-Grünen-Politiker Jamal Karsli hat sich nach Angaben von FDP-Parteichef Guido Westerwelle in einem Brief von seinen antisemitischen Äußerungen distanziert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland wiederholte unterdessen seine Kritik an der Aufnahme Karslis in die FDP und beharrte darauf, dass die Liberalen sich von Karsli trennen. Die Glaubwürdigkeit der FDP hänge davon ab, dass sie sich von Karsli trenne, sagte Zentralratspräsident Paul Spiegel am Donnerstag nach einem Gespräch mit der FDP-Spitze in Berlin.

Westerwelle sagte, er wolle den Brief Karslis prüfen und dann Kontakt mit dem Kreisverband Recklinghausen aufnehmen, der am Mittwochabend Karsli in die Partei aufgenommen hatte. Westerwelle kritisierte die früheren Äußerungen Karslis, in denen dieser unter anderem von einer zionistischen Lobby gesprochen hatte. «Das ist eine Wortwahl, die ich in keiner Weise akzeptiere», sagte der FDP-Chef.

Der Zentralrat der Juden und die FDP-Spitze hätten in dem Gespräch viele Widersprüche ausgeräumt, sagte Zentralratspräsident Paul Spiegel. Die FDP habe nichts zu tun mit einer neonazistischen Partei und könne auch nicht in die Nähe einer solchen gebracht werden. Karsli hatte das Vorgehen der israelischen Armee gegen die Palästinenser mit «Nazi-Methoden» verglichen und den Deutschen eine «verständliche Angst» vor einer weltweiten «zionistischen Lobby» attestiert.
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