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Digitalisierungsoffensive Indien: Die Billionen-Dollar-Chance

17.11.2017, 14:53  |  26421   |   |   

Die Digitalisierungsoffensive des indischen Premierminister Narendra Modi führt zu positiven Veränderungen der indischen Wirtschaft, so Morgan Stanley. In den nächsten zehn Jahren könnte Indien zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Und Moody‘s stuft Indiens Kreditwürdigkeit erstmals seit 14 Jahren hoch, womit Indien so kreditwürdig wie Italien ist.

Die Digitalisierungsoffensive in der Indischen Union führt zu tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen in dem südasiatischen Land. Die Digitalisierung ermöglicht einerseits einen verbesserten Kreditzugang, andererseits bekämpft sie Steuervermeidung und Korruption. Deshalb könnte Indien eine Multi-Billionen-Dollar-Investmentchance bieten, so Anil Agarwal, Asienspezialist bei Morgan Stanley, gegenüber CNBC.

Indiens hindu-nationalistischer Premierminister Narendra Modi setzt sich schon seit Jahren für die Digitalisierung der indischen Wirtschaft und Gesellschaft ein. Unter seiner Regierung wurde erstmals für alle 1,2 Milliarden Inderinnen und Inder eine Identifikationsnummer – verknüpft mit biometrischen und persönlichen Daten – verpflichtend eingeführt. Die zwölfstellige Nummer wird Aadhaar (Hindi= Basis) genannt. Sie ist in einer zentralen Datenbank gespeichert und wird für sämtliche Staatsleistungen benötigt.

Modi setzt sich auch für eine Abkehr vom Bargeld und für eine Förderung des digitalen Zahlungsverkehrs ein. Erst im November 2016 hatte der indische Premierminister eine hoch umstrittene Bargeldreform zur Korruptionsbekämpfung durchgesetzt. Im Oktober diesen Jahres sagte er dann gegenüber der Hindustan Times: „eine neue Ära der digitalen Währungen hat begonnen und Indien darf hier nicht zurückfallen“. Die Digitalisierung bringe zudem mehr Rückverfolgbarkeit, während Bargeld soziale Probleme wie Korruption fördere, so Modi.

Bisher werden Kredite hauptsächlich an große Unternehmen vergeben, denn Banken haben kaum Zugang zu Bonitätsdaten von Bürgern oder kleinen und mittleren Unternehmen (SMEs). Durch Modis Digitalisierungsoffensive könnte sich dies ändern. „Dies wird Banken ermöglichen Kredite effektiver zu vergeben, sodass Darlehen in den richtigen Teil der Wirtschaft fließen können“, so Agarwal von Morgan Stanley. Die Investmentbank geht davon aus, dass Indiens Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufgrund der Digitalisierung bis 2027 auf sechs Billionen US-Dollar steigt. Damit wäre Indiens Wirtschaft die drittgrößte der Welt. Die folgende Statistik zeigt die zehn Länder mit dem größten BIP im Jahr 2016:

Auch der indische Aktienmarkt profitiert von der Digitalisierungsoffensive. Er könnte mit einer Marktkapitalisierung von 6,1 Billionen Dollar zum fünftgrößten der Welt werden. Erst kürzlich knackte Indiens wichtigster Aktienindex, der BSE Sensex (ISIN‎: ‎XC0009698199; WKN‎: ‎969819 ), die historische Marke von 33.000 Punkten:

Die Bank Morgan Stanley ist mit ihrer positiven Indien-Prognose nicht alleine. Die Ratingagentur Moody‘s stufte heute Indiens Kreditwürdigkeit, wegen der wirtschaftsfreundlichen Reformen, hoch. Es ist die erste Hochstufung seit 14 Jahren: Indiens Bonitätsnote wurde von „Baa3“ auf „Baa2“ heraufgestuft, so Reuters. Damit hat das Land Ghandis eine genauso gute Kreditwürdigkeit wie Italien, wobei Moody‘s die Prognose für Italien negativ einschätzt, für Indien positiv.

Quellen:
Hindustan Times: „PM Modi says India cannot lag behind, takes on ‘stalwarts’ who mocked his govt’s digital transaction push“
CNBC: „There could be a multi-trillion dollar opportunity waiting in India, Morgan Stanley says“
Reuters: „Moody's stuft Indien hoch - erstmals seit fast 14 Jahren“
Statista: „Größte Volkswirtschaften: Länder mit dem größten BIP im Jahr 2016 (in Milliarden US-Dollar)“

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USD/INR


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