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Aktien Frankfurt: Dax rutscht wieder unter 13 000 Punkte
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Dax rutscht wieder unter 13 000 Punkte

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
14.05.2018, 11:48  |  633   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Gute Vorgaben der Übersee-Börsen haben den Dax am Montag nicht dauerhaft über der viel beachteten Marke von 13 000 Punkten halten können. Er zollte damit auch der vorangegangenen, wochenlangen Kursrally Tribut. "Der Index hat Mühe, sich von dieser psychologisch wichtigen Marke nach oben abzusetzen. Man merkt, dass die Luft auf dem hohen Niveau langsam dünner wird", kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Zudem sorgten der wieder stärkere Euro und der Unsicherheitsfaktor Italien für Gegenwind.

Gegen Mittag stand der deutsche Leitindex 0,09 Prozent im Minus bei 12 989,50 Punkten. Am Freitag hatte er zwar moderat nachgegeben, unter dem Strich aber die siebte Handelswoche in Folge mit Gewinnen beendet. Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Montag um 0,39 Prozent auf 26 595,78 Zähler nach unten und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,25 Prozent auf 2772,42 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kam mit einem Minus von 0,02 Prozent auf 3564,91 Punkte kaum von der Stelle.

Für viele Marktteilnehmer muss der Dax in dieser Woche beweisen, ob er die 13 000-Punkte-Schwelle nachhaltig hinter sich lassen kann. Am vergangenen Donnerstag hatte er die Marke erstmals seit Anfang Februar wieder übersprungen und sie zum Wochenausklang knapp verteidigt. Die Umsätze waren wegen des Feiertages und des anschließenden Brückentages allerdings dünn. Das sollte sich in der neuen Woche wieder ändern, in der erneut die Berichtssaison Akzente setzt. Bereits an diesem Montag standen einige Unternehmen aus den hinteren Indizes der Dax-Familie mit Quartalszahlen im Fokus.

Beim Flugzeugbauer Airbus sorgte ein weiterer Abgang im Management für einen Kursrutsch von 1,55 Prozent, womit die Titel einer der größten Verlierer im MDax waren. Finanzchef Harald Wilhelm werde das Unternehmen im kommenden Jahr zusammen mit Konzernchef Tom Enders verlassen, teilte der Boeing-Rivale mit.

Die Anteilsscheine der Deutschen Pfandbriefbank , die dank deutlich gesunkener Refinanzierungskosten gut in das laufende Jahr gestartet ist, verloren marktkonforme 0,30 Prozent. Das erste Quartal habe die Erwartungen weitgehend erfüllt, schrieb Analyst Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan.

Die Aktien von K+S gewannen dagegen 0,50 Prozent. Der Dünger- und Salzproduzent verfehlte zu Jahresbeginn die Markterwartungen. Die dennoch bestätigten Jahresziele, die deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis vorsehen, konnten die Anleger aber offenbar etwas versöhnen.

Bei Innogy stand ein Kursplus von 0,28 Prozent zu Buche. Der vor der Zerschlagung stehende Energiekonzern berichtete für das erste Quartal rückläufige Gewinne, hielt aber an seinen Jahreszielen fest. Börsianer sahen die Resultate genau im Rahmen der Erwartungen. Doch der Fokus der Anleger liege ohnehin auf der geplanten Aufteilung des Unternehmens unter den beiden Energieriesen Eon und RWE .

Im TecDax setzten sich Medigene-Titel mit einem Plus von 8,42 Prozent an die Spitze. Das Biotechunternehmen erhält für den Ausbau der Partnerschaft mit dem Anbieter von Gen- und Zelltherapien Bluebird Bio in der Krebs-Immuntherapie eine zusätzliche Vorab-Zahlung von 8 Millionen US-Dollar. Zudem werden ihm zusätzliche Kosten für Forschung und Entwicklung proportional zum erweiterten Umfang der Zusammenarbeit erstattet. Deshalb geht Medigene auch davon aus, im laufenden Jahr weniger Barmittel zu verbrauchen als bisher gedacht. Die Meldung spreche für eine erfolgreiche Technologie von Medigene, schrieb Analyst Bruno Bulic von der Baader Bank. Er bestätigte seine Kaufempfehlung für die Aktie.

Dahinter ging es für Aumann um 3,81 Prozent hoch. Der auf Elektromobilität spezialisierte Maschinenhersteller steigerte im ersten Quartal den Umsatz und vor allem den Auftragseingang deutlich. Seine Tage im TecDax sind dennoch gezählt, was aber vor allem daran liegt, dass die Deutsche Börse das Unternehmen fortan nicht mehr dem Technologiesektor, sondern der klassischen Maschinenbaubranche zuordnen wird. Damit dürfte Aumann ab Juni vom TecDax in den MDax wechseln.

Derweil kamen die Quartalszahlen der Autozulieferer Grammer und Elringklinger am Markt unterschiedlich an: Während Grammer-Titel mit plus 0,56 Prozent im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen weiter vorne mitmischten, büßten die Anteilsscheine von Schlusslicht Elringklinger 4,13 Prozent ein.

Die Gewinnerliste im SDax führten die Aktien von Borussia Dortmund (BVB) mit plus 4,78 Prozent an. Das Erreichen des vierten Platzes in der Bundesliga sicherte Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballverein die Chance, sich für die Champions-League (CL) der kommenden Saison zu qualifizieren. Vor einer Woche waren die Aktien nach einer Überraschungsniederlage gegen Mainz 05 deutlich abgesackt, weil damit das Erreichen eines CL-Platzes vorübergehend in Gefahr geraten war./gl/she

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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