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DAX-Wochenplan: Jahresabschluss im DAX mit Hürden

DAX-Wochenplan Jahresabschluss im DAX mit Hürden

Gastautor: Andreas Mueller
30.12.2018, 09:02  |  9003   |   |   

Haushaltssperre in den USA und dennoch performte die Wall Street besser als unser DAX. Woran liegt dies und wo liegen die Marken, die den Deckel fliegen lassen?

Mit dem Shutdown vor einer Woche hielt die US-Regierung für alle Börsianer eine saftige Überraschung bereit. Eine direkte Reaktion war nicht möglich, da die Haushaltssperre erst nach dem Freitagsschluss in den USA veröffentlicht wurde. Die damit verbundene drastische Stoppung aller öffentlichen Haushaltsausgaben schockte die Märkte dennoch. Immerhin stand kurz darauf die DAX-Indikation rund 200 Punkte tiefer und damit auf einem potenziell neuen Zweijahrestief. Auch an der Wall Street drohten neue Verkaufsorders, welche dann auch direkt am Heiligabend einsetzten und im Dow Jones ein Minus von knapp drei Prozent sowie im S&P 500 ein Minus von 2,5 Prozent hinterließen. Eine unschöne Bescherung, wie schon meine Vorwochenanalyse titelte. Doch damit war der Abwärtstrend nicht besiegelt - im Gegenteil. Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag sagte US-Präsident Donald Trump zu Reportern:

 

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Damit drehte sich das Sentiment und der Marktverlauf umgehend. Der Dow Jones konnte den stärksten Punktgewinn seiner Geschichte feiern und nahm nicht mehr Kurs auf die 21.000, sondern auf die 23.000 Punkte-Marke:

 

 

Erst einen Tag darauf konnten DAX-Anleger reagieren und revidierten die Schätzung nach dem Shutdown komplett. Das Gegenteil war zum Handelsauftakt zu sehen - ein GAP auf der Ober-, statt auf der Unterseite. Ein Grund für eine verspätete Weihnachtsrallye stellte dies jedoch nicht dar, denn die US-Futures tendierten bereits wieder im Minus und zogen den DAX tiefer als auf das Startniveau zurück.

Im Abwärtssog wurde dann sogar ein neues Jahrestief zum Mittag erreicht und heftig im Forum diskutiert:

 

 

Die entsprechende Stabilisierung setzte am Nachmittag nach einem neuen Zweijahrestief bei 10.279 Punkten ein. Immerhin korrigierten die US-Futures um rund 500 Punkte:

 

 

Doch die Wall Street schaffte im Handelsverlauf ein starkes Reversal und damit den Grundstein für einen abermals positiven Start in Europa am Freitag hinlegte. Ohne weiteres "Störfeuer" konnte dieser gehalten werden und so zumindest nur ein kleines Minus von 0,7 Prozent im DAX für diese kurze Handelswoche generieren. Mehr war aus charttechnischer Sicht nicht möglich, da hier weiterhin der große Abwärtstrend auf dem Kursverlauf lastete - siehe Diskussion dazu:

 

 

Weitaus besser lief es an der Wall Street selbst. Der Dow Jones eroberte die 23.000er-Marke zurück und konnte damit im Wochenverlauf ein Plus von 2,75 Prozent erzeugen, welches nur vom Nasdaq mit 3,95 Prozent deutlich übertrumpft wurde. An beiden Handelstagen gab es eine enorme Volatilität von teilweise 200 Punkten in wenigen Minuten, welche dem dünnen Handelsvolumen zum Jahresausklang und dem teilweise unkoordinierten Orders institutioneller Anleger geschuldet waren. Hier stehen oftmals Ultimo-Aufträge und das bekannte "Windows Dressing" auf der Tagesordnung. Dazu folgendes Beispiel mit jeweils 400 Punkten Schwankungsbreite:

 

 

Es ist schwer, hierbei intraday ein spannendes Setup zu finden und unabdingbar, sein Risikomanagement entsprechend einzuhalten. Noch dazu, wo die Auswirkungen und die Dauer des Shutdown in den USA ungewiss sind. Die Redaktion von wallstreet-online hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht.

Immerhin gibt es noch ein paar Handelsstunden an der Wall Street in diesem Jahr. Grundlegend dürfte sich aber an diesem historisch schlechten Dezember nichts ändern. Er dominiert alle Monate des Jahres, wie man hier sehen kann:

 

 

Damit wird voraussichtlich auch das Börsenjahr im Dow Jones mit rund 6 Prozent Minus im roten Bereich enden. Viel schlechter sieht es im DAX aus. Er kommt auf rund 20 Prozent Minus im Kalenderjahr 2018 und ist damit klarer Underperformer im internationalen Vergleich. Sah es am Jahresanfang zumindest noch unentschlossen aus, so nahm der Verkaufsdruck mit Bruch des Aufwärtstrends vor allem im Sommer stetig zu:

 

 

Aktuell notieren wir auf dem Kursniveau des Sommers 2016 und damit in der großen Konsolidierungszone aus der Vorwochenanalyse (altes Chartbild):

 

 

Hieran hat sich an den wenigen Handelstagen nichts geändert. Von daher halte ich es beim Ausblick auf die ersten Handelstage des neuen Börsenjahres mit dem dritten Chartbild und den Widerständen:

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2 Kommentare

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Kommentare

ich stelle hier mal - mangels besserer Alternativen - die Prognose und Empfehlung für 2019 von Dyrk Scherff/FAZ rein:

Aktualisiert am 30.12.2018-11:38
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/kommentar-z…

=> am Schluss:
...So könnten sich einige wundern, dass die Aktienmärkte 2019 irgendwann wieder ins Plus drehen. Für Anleger heißt das: Vorsichtige warten noch ein bisschen, Mutige kaufen jetzt Aktien, die Kurse sind ziemlich billig...


...ich suche seine Prognose für 2018; finde aber bislang nichts... ;)

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