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Deutsche Post bestätigt Gewinnziel

Deutsche Post bestätigt Gewinnziel

Gastautor: Hussam Masri
25.04.2019, 09:42  |  1336   |   |   

Nach dem Problemjahr 2018 will die Deutsche Post auf die Überholspur zurückkehren und hält nach wie vor an ihrem mittelfristigen Ziel fest: 2020 soll der operative Gewinn fünf Milliarden Euro erreichen. Dabei ist dieses Niveau zuletzt weiter in die Ferne gerückt. Nach einer Gewinnwarnung musste der Logistik-Weltmarktführer im vergangenen Geschäftsjahr einen 16-prozentigen Rückgang seines Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf knapp 3,2 Mrd. Euro verkraften. Der Vorstand steht aber nach wie vor hinter den Zielen. Im laufenden Jahr wird erst einmal ein EBIT zwischen 3,9 und 4,3 Mrd. Euro angestrebt. Analysten betonen, dass möglichst das obere Ende dieser Spanne erreicht werden sollte und 2019 ein Schlüsseljahr sei. Risiken zusätzlich zu den laufenden Restrukturierungen bestünden im Zusammenhang mit dem Brexit, etwaigen Handelskriegen und einer konjunkturellen Abkühlung. Die Wachstumstreiber seien aber grundsätzlich intakt.

Kostensteigerungen oberhalb des Erlöswachstums hatten dazu geführt, dass es trotz des Paketbooms überhaupt zu Problemen gekommen ist. Die größten Schwierigkeiten bereite die teure Paketzustellung auf den letzten Metern bis an die Haustür, so der Vorstandsvorsitzende Frank Appel. Gleichzeitig sinken im Briefversand die Beförderungsmengen bei steigenden Personalkosten. Deshalb brach das operative Ergebnis 2018 im Brief- und Paketgeschäft um 56 Prozent zum Vorjahr auf nur noch 656 Mio. Euro ein. Frank Appel hat Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und ist überzeugt, dass man nun besser aufgestellt sei. Bis sich Fortschritte in der Bilanz zeigen, werde es allerdings noch einige Monate dauern. "2019 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen", erklärt der Post-Chef und übergibt die Problemsparte PeP (Post e-commerce Parcel) an den neuen Bereichsvorstand Tobias Meyer. Im Konzern hat sich Meyer bereits als Krisenmanager bewährt. Außerdem soll eine Portoerhöhung dem Briefversand auf die Sprünge helfen. Bis spätestens Ende Juni hofft die Deutsche Post hier auf eine Entscheidung des Regulierers. Eventuell könnte die Standard-Briefmarke zukünftig sogar teurer als 80 Cent werden.

Auf das heimische Brief- und Paketgeschäft sollte man die Deutsche Post aber ohnehin nicht reduzieren. Der größere Gewinnbringer ist die Sparte Express mit ihren zeitgenauen internationalen Sendungen. In diesem Bereich kletterte das operative Ergebnis 2018 um 12,7 Prozent zum Vorjahr auf fast zwei Mrd. Euro. Und nach überwundenen Problemen schaffte die globale Frachtsparte einen fast 50-prozentigen EBIT-Sprung auf 442 Mio. Euro. Konzernweit blieb es jedoch bei Rückgängen. Der Nettogewinn knickte im Vorjahresvergleich um rund ein Viertel auf 2,1 Mrd. Euro ein. Auf der Hauptversammlung am 15. Mai soll dennoch eine stabile Dividende von 1,15 Euro je Aktie beschlossen werden und für die kommenden beiden Jahre prognostizieren Analysten wieder moderate Dividendensteigerungen.

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Hussam Masri
Managing Director Produktmanagement, Product Sales und Produktmarketing, DekaBank

Hussam Masri verantwortet als Bereichsleiter das Produkt- und Marktmanagement der Deka-Gruppe. Er zeichnet in dieser Funktion für die Produktentwicklung und das Produktmanagement der Wertpapier-Publikumsfonds, Vermögensverwaltungs- und Altersvorsorgeprodukte und Zertifikate sowie für die Vertriebsunterstützung verantwortlich. Hussam Masri hat maßgeblich dazu beigetragen, das Fondsgeschäft der DekaBank erfolgreich auszubauen und das Zertifikategeschäft der Deka in wenigen Jahren auf eine marktführende Position zu entwickeln. Der Diplom-Betriebswirt und Finanzökonom (ebs) verfügt insgesamt über fast 20 Jahre Produkt- und Vertriebserfahrung.

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