Die Zukunft des ungedeckten Papiergelds Steht das Ende der ‚fiat money‘-Währungen bevor?

Gastautor: Markus Ross
02.01.2020, 11:18  |  13519   |   |   

Seit im Jahr 1971 die Golddeckung in USA endgültig abgeschafft wurde, leben wir in einer reinen ungedeckten Papiergeldwelt (‚fiat money‘) und die Staaten haben ihr Monopol auf das Geld seitdem weidlich ausgenutzt. Darauf aufbauend hat sich die globale Verschuldung in den letzten Jahren massiv erhöht, auf inzwischen über 250 Billionen US-Dollar (gegenüber 173 Billionen zur Zeit der Lehman-Krise im Jahr 2007).

Die Ursache der aktuellen Boom-Phase, der Schuldenexzesse und der Gelddruckorgien liegt darin, dass die Staaten sich das Geldmonopol gesichert haben und dieses Monopol hemmungslos und weitestgehend unkontrolliert ausnutzen.

Wenn man sich die Geschichte anschaut, geht das mit Gewissheit nicht dauerhaft gut – und das ist auch letztlich ‚gut so‘, denn das Gelddrucken und die Geldschöpfung des Bankensystems kommt einem Betrugssystem nahe, dessen Schaden immer größer wird, je länger es läuft. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Gretchenfrage (Millionen-Dollar-Frage) ist, wann und wie die aktuelle Blase bereinigt werden wird und ob das aktuelle ‚fiat money‘ System mittelfristig überhaupt überleben wird. Hierzu später.

Als Erstes muss man verstehen, was „Geld“ ist, wie „Geld“ entstanden ist.

In den ersten Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte, als die Menschen Jäger und Sammler waren, gab es keine nennenswerte „Arbeitsteilung“: alle ‚jagten und sammelten‘ und es gab nur kleine sich selbst versorgende Einheiten, Familien, kleine Stämme.

Als die Menschen dann in größeren Gruppen zusammenlebten, Dörfern oder kleinen Städten, bildeten sich Spezialisierungen heraus, Berufe wie Schuhmacher, Schreiner, Schmiede. Diese Arbeitsteilung erhöhte die Effizienz stark, die Produktivität nahm zu.

Aus der arbeitsteiligen Wirtschaft ergab sich die Notwendigkeit, die jeweils produzierten Waren gegen andere zu tauschen, der Tauschhandel begann; zunächst wurden Waren direkt gegen andere Waren getauscht.

Um den Tauschhandel effizienter zu gestalten, wurden mit der Zeit manche Waren als ‚Geld‘, als Tauschmedium allgemein anerkannt. Dies war ein gesellschaftlicher Konsens, niemand wurde gezwungen, das zu akzeptieren, das ergab sich im Laufe der Zeit allein aus den Handlungen der Individuen.

Das erste solche „Geld“ kam vor etwa 5000 Jahren in Gebrauch, und zwar bei den Sumerern, es war „Gerstengeld“. Dem Gerstengeld vertrauten die Leute, denn es war real und man konnte es essen. Weniger praktisch war, dass es recht schwer zu transportieren war. Auch Kühe wurden in manchen Regionen als Geld eingesetzt. Auch das war aber eher ‚unhandlich‘. Es war ein großer Durchbruch der Wirtschaftsgeschichte und erleichterte den Tauschhandel ungemein, als vor etwa 4500 Jahren in Mesopotamien die erste Silberwährung eingeführt wurde, der Silberschekel. Der Silberschekel war ein silbernes Gewicht (8,3 Gramm).

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