Preisexplosion "Goldstandard der Goldstudien": Enormer Goldpreis-Anstieg voraus - die Gründe

21.07.2020, 13:15  |  57610   |   |   

Der Report „In Gold We Trust“ der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum ist weltweit renommiert und wurde vom Wall Street Journal zum „Goldstandard aller Goldstudien“ geadelt. Die jetzt erschienene neue Ausgabe steht unter dem Titel „Aufbruch in eine goldene Dekade“. Was steht drin? - Rainer Kromarek hat die Studie für den Smart Investor ausgewertet.

Rückblick und Ausblick
Die von Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek verfasste Studie war nach dem Einbruch des Goldpreises im Jahr 2013 zu früh zu optimistisch geworden (im Smart Investor mehrfach diskutiert). Sie lag aber – konträr zum Mainstream – goldrichtig mit der Annahme, dass die 2015 von der US-Notenbank begonnene geldpolitische Normalisierung grandios scheitern würde. Weihnachten 2018 kam als Reaktion auf den beginnenden Zusammenbruch der Finanzmärkte die abrupte Kehrtwende: fallende statt steigende Zinsen und ein neues Quantitative Easing. Angesichts der Coronavirus-Krise wird Geld gedruckt wie nie zuvor.


In der Besprechung der Studie vergangenes Jahr war noch gefragt worden, wann die psychologisch wichtige Hürde von 1.360 bis 1.380 US-Dollar beim Goldpreis fällt. Mittlerweile ist dies geschehen; der Preis des Edelmetalls pendelt um die 1.700 US-Dollar pro Feinunze (siehe hierzu auch die Tabelle unten). Das Bewertungsmodell der Autoren „weist bei konservativer Kalibrierung einen Goldpreis von 4.800 US-Dollar am Ende dieser Dekade aus. Sollte sich das Geldmengenwachstum ähnlich inflationär wie in den 1970er Jahren entwickeln, ist bis 2030 ein Goldpreis von ca. 8.900 US-Dollar denkbar.“ Die Aussage ist unmissverständlich: Geldmengenwachstum = Inflation; je mehr Geldmengenwachstum, desto höher der Goldpreis.

Die Realzinsen werden auf lange Sicht negativ bleiben – ein hervorragendes Argument für höhere Edelmetallpreise. In einem mittelfristig inflationären Umfeld werden auch Silber und Minenaktien reüssieren, wobei Ersterem von den Autoren sogar ein noch größeres Aufwertungspotenzial eingeräumt wird als Gold.

Gold als Ankerwährung für die 2020er-Jahre
Das exponentielle Schuldenwachstum sollte unweigerlich im Kollaps des Geldsystems enden. Stöferle und Valek erwarten deshalb in der angebrochenen Dekade nicht nur richtungsweisende währungs- und geopolitische Umbrüche: Sie diskutieren mit dem Makroökonomen Luke Gromen auch einem Plan für ein neues Währungssystem, der 1944 schon einmal in ähnlicher Form angedacht, aber damals von den USA verhindert worden war. Chinas Notenbank hat sich dazu schon mehrfach positiv geäußert: „Gold wird in der neuen währungspolitischen Ordnung als staatenlose Reservewährung wieder eine bedeutende Rolle spielen.“



Es wurde in zahllosen Artikeln darüber spekuliert, ob und wann der chinesische Yuan den US-Dollar als Weltleitwährung ablösen wird. Das US-Imperium bröckelt; wir leben in einer multipolaren Welt. China legt jedoch keinen Wert darauf, den Dollar durch den Yuan zu ersetzen. Die dortigen Verantwortlichen haben am Beispiel USA auch die mit dem Weltwährungsstatus verbundenen Nachteile studiert. Gold als staatenlose Reservewährung, mit hoher Wahrscheinlichkeit in digitaler Form handelbar, wäre die Alternative. Die Zeit der imperialen Willkür, in welcher eine Nation ihre Währung als Waffe für Sanktionen gegen andere Nationen benutzt, wäre dann jedenfalls vorbei.

Insofern denkt dieser In-Gold-We-Trust-Report weit über den Tellerrand des Hier und Heute hinaus. So eine internationale Währungsordnung ist nur mit einem, relativ zu den Papierwährungen, deutlich höheren Goldpreis vorstellbar.

Autor: Rainer Kromarek, Smart Investor

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