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Dividendensaison 2021 Langweilig? Von wegen – Dividendenaktien sind alles andere als spießig!

23.03.2021, 15:02  |  14010   |   |   

Dividendentitel gelten als Spießer unter den Aktien. Vor allem in volatilen Zeiten können sie ihre Stärken jedoch voll ausspielen. Worauf sollte man bei der Auswahl achten, um sich ein Zusatzeinkommen zusammenzustellen?

Es geht wieder los: Die ersten Konzerne starten ihre Hauptversammlungen, die Corona-bedingt in diesem Jahr wieder virtuell durchgeführt werden. Für Aktionäre besonders interessant ist dabei immer der Beschluss der Dividende, also wenn man so möchte: Die Gewinnbeteiligung, die man für seine Unternehmensanteile erhält. Wie die diesjährige Studie der DZ Bank nahelegt, dürfte die Dividendensaison 2021 erneut für ansehnliche Zuwächse im Depot sorgen. Für die Unternehmen aus dem Dax, MDax und TecDax erwarten die Analysten für das abgelaufene Geschäftsjahr Dividendenzahlungen von insgesamt 40 Milliarden Euro.

Damit werden die stetig gestiegenen Rekordergebnisse der Vor-Corona-Zeit zwar noch nicht wieder erreicht. Denn 2020 waren viele Konzerne in Folge der Pandemie schlicht gezwungen, ihre Dividenden zu kürzen oder – sofern Staatshilfen in Anspruch genommen wurden – sogar ganz zu streichen.

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„Zwar hat die Pandemie die Unternehmen im laufenden Geschäft 2020 unter Druck gesetzt, die aktuelle Berichtssaison zeigt jedoch, dass die Belastungen weniger stark ausfallen als erwartet. Da zudem viele Unternehmen die Dividenden bereits im Vorjahr reduziert haben, sollte der Rückgang der Ausschüttungen deutlich geringer ausfallen als bei den Gewinnen. Nach einem Dividendenrückgang von 16 Prozent im vergangenen Jahr erwarten wir nur noch einen leichten Rückgang von drei Prozent“, schreibt die DZ Bank, die sich in ihren weiteren Ausführungen zuversichtlich zeigt: „Der Blick nach vorn bleibt positiv. Die Gewinne der Unternehmen sollten sich in den folgenden Jahren deutlich erholen. Die Ausschüttungsrekorde von 2018 sollten mit den Bilanzen von 2022, also in zwei Jahren, wieder erreicht werden.“

Langweiliges Image, in volatilen Zeiten aber gut für die Nerven

Diese grundsätzlichen Prognosen wecken nicht nur bei Börseneinsteigern das Interessen, sich entsprechende Titel ins Depot zu legen. Kurz zur Einschätzung: Dividendenaktien galten während des ersten großen Börsenbooms um die Jahrtausendwende geradezu als Langweiler – am damals gehypten Neuen Markt war mit Tech-Werten um ein Vielfaches mehr zu holen.

Als die Dotcom-Blase dann Anfang des Jahres 2000 platzte, besannen sich viele Anleger aber auf die kontinuierlichen Ertragsbringer zurück. Denn Dividendentitel können das Depot stabilisieren, indem sie Kursschwankungen abpuffern. Sie verhelfen damit zu mehr Gelassenheit in turbulenten Zeiten. Auch die Tatsache, dass klassische Sparformen und Festzinsanlagen aufgrund des Nullzinsumfelds mittlerweile ausgedient haben, hat das Thema Dividenden befeuert. Diese seien sogar „der neue Zins“, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder propagiert. Nimmt man als Beleg die Regelmäßigkeit der erwartbaren Ausschüttungen – die international betrachtet im Turnus variieren können – mag diese Zuschreibung zutreffen.

Unterm Strich handelt es sich dennoch um Aktien mit der für diese Anlageklasse typischen Volatilität. Und auch wenn ein Unternehmen jahrelang zuverlässig Dividenden ausgeschüttet hat: Entwicklungen aus der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft – sowohl das Unternehmensumfeld als auch die gesamtwirtschaftliche Situation, aktuell etwa bedingt durch Corona, können sich ändern. Bei aller Vorfreude auf die Ausschüttungen sollte man bedenken, dass das Finanzamt ebenfalls zulangt. Beispielsweise für Dividenden-Erträge, die in Deutschland anfallen, werden 25 Prozent Abgeltungssteuer sowie Soli und eventuell Kirchensteuer fällig.

Ich möchte Dividendentitel kaufen – worauf sollte ich achten?

Macht man sich all dies bewusst und nutzt Dividendentitel im Sinne der Risikostreuung, ist eine Beimischung durchaus sinnvoll und bringt Cash ins Depot. Worauf sollte man also bei der Titelwahl achten? Als Faustregel gilt: Lassen Sie sich nicht von der absoluten Dividende blenden, sondern schauen Sie auf die Dividendenrendite. Diese Kennzahl setzt die ausgeschüttete Dividende zum aktuellen Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis und wird in Prozent angegeben.

Doch auch hier sollte man nicht ausschließlich auf die Höhe schielen. Denn eine hohe Dividendenrendite kann einerseits die großzügige Beteiligung der Aktionäre an einem guten Geschäftsjahr sein, andererseits können vergleichsweise hohe Dividendenrenditen aus einem niedrigen Aktienkurs, sprich: einem geringem Marktinteresse, resultieren. Interessant ist auch, ob die Dividende tatsächlich aus erwirtschafteten Gewinnen erfolgt oder das Unternehmen Kapital aus seiner Substanz entnimmt. Umgekehrt ist eine niedrige Dividendenrendite nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Unternehmen, die aktuell zum Beispiel unter der Pandemie leiden und weniger Gewinne gemacht haben, könnten nach überstandener Krise je nach Branche von erwartbaren Nachholeffekten profitieren.

Grundsätzlich sollte man die Dividendenrendite daher immer im jeweiligen Umfeld betrachten: Wie steht es um die Dividendenhistorie des Unternehmens? Wurde über Jahre kontinuierlich ausgeschüttet und gab es vielleicht sogar nachvollziehbare Anhebungen? Wie ist das Geschäfts- und Marktumfeld? Ist das Unternehmen zukunftsfähig und wie sehen die weiteren Perspektiven aus?

Dividenden-Tipp: Interessante Titel jetzt noch vor den Hauptversammlungen kaufen

Möchte man im Heimatmarkt bleiben und sich ein Portfolio aus verschiedenen Einzeltiteln zusammenstellen, kann zum Beispiel der DivDax Anregungen geben. Dieser im Jahre 2005 ins Leben gerufene Ableger des deutschen Leitindex dient als Vergleichsmaßstab für Aktien mit hohen Dividendenrenditen. Darin findet sich etwa der Versicherungskonzern Allianz, mit 4,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr der größte Dividendenzahler in Deutschland. Für das Geschäftsjahr 2020 hat der Konzern wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von 9,60 Euro je Aktie vorgeschlagen. Um davon zu profitieren, müssen die Aktien immer am Tag der jeweiligen Hauptversammlung im Depot liegen – im Falle der Allianz ist dies der 5. Mai 2021.

Des Weiteren listet der Index weitere Dividendenaristokraten mit aktuell stabilen oder sogar deutlich höheren Dividenden-Plänen als im Vorjahr, darunter etwa BASF (WKN: BASF11), SAP (WKN: 716460), Linde (WKN: A2DSYC) oder auch zum Beispiel die Deutsche Post (WKN: 555200) und die Deutsche Telekom (WKN: 555750).

Wer gleich den ganzen Markt kaufen möchte, kann auch auf entsprechende ETFs zurückgreifen, sie bilden den Index nach. Beispiele wären etwa der iShares DivDAX (WKN: 263527) oder der Lyxor DivDAX (DR) UCITS ETF (WKN: ETF003).

Dividenden sind der neue Zins. Mit Divizend zum Zweiteinkommen. Hier finden Sie auf einem Blick die anstehenden Dividendenausschüttungen unterschiedlichster Unternehmen: https://www.wallstreet-online.de/divizend

Autorin: KS, Redaktion FondsDISCOUNT.de


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Kommentare

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31.03.21 22:07:18
Vielen Dank für deine Infos! 👍
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27.03.21 00:13:58
Eines sollte man auch noch wissen.
Die Dividende wird mit dem Dividendenabschlag vom Kurs abgezogen.
Der Kurs merkt den Abschlag und der Aktionär damit auch.
Nur einer bemerkt den Abschlag nicht.
Das ist der DAX selbst.
Bei der Berechnung des DAX Standes am Tag des Dividendenabschlags wird bei der Berechnung des DAX Standes so getan, als ob es diesen Abschlag nicht gegeben habe.
Deshalb kann der DAX über die Jahre stetig steigen, ohne dass man Kursgewinne der einzelnen Aktien bemerkt.
Der täglich veröffentlichte DAX ist deshalb ein sogenannter Performance Index, der die ausgezahlten Dividenden geisterhaft mit sich weiter schleppt.
Der DAX, der sich nur auf die gegenwärtigen Kurse bezieht, der Kurs-Index, den gibt es auch. Den muss man aber suchen, der eignet sich nicht so sehr zum Prahlen.
Denn der steht deutlich niedriger.
Es hat Jahre gedauert, bis ich das begriff.
Habe es auch nur begriffen, weil ich es in einem Börsenforum von einem Foristen aufschnappen konnte.
Anfangs mochte ich die Geschichte so gar nicht glauben. Fing dann selbst an zu recherchieren und es bestätigte sich so.
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26.03.21 23:57:36
Der einzige, der von Dividenden wirklich profitiert, ist der Staat.
Für den Aktionär sind Dividenden wie Umfüllen von Geld von der linken in die rechte Tasche, wobei einem 26 % verloren gehen, die auf den Boden fallen, um vom Staat eingesammelt zu werden.Freibetrag rd 800 E.
Das Ärgerliche ist auch noch, dass Dividenden als Einkommen der Abgeltungssteuer zwar unterliegen, dies Einkommen aber nicht mit Verlusten aus Verkäufen von Aktien verrechnet werden kann.
Diese Steuergestaltung geht zu Gunsten des Staates aus.
Nicht jeder Aktionär ist Gewinner der Börsengeschäfte. Eine Verrechnungsmöglichkeit würde der Besteuerung der wahren Gesamtgewinne
entstanden aus Dividende und Verlusten aus Verkäufen dienen.
Aber da hat der Geldbedarf des Staates wohl Priorirät.
Ganz zum Schluss etwas, was man als Neuling an der Börse erstmal verstehen lernen muss.
Zahlt z.B Münchener Rück 10 E Dividende, kann man man am Tag vor der HV die Aktie in der Regel 10 E teurer verkaufen als am Tag danach.
Denn die Dividende wird am Tag mit dem sogenannten Dividendenabschlag vom Eröffnungskurs grundsätzlich abgezogen und manchmal fällt der Abschlag dann im Laufe des Tages und der Folgetage noch größer aus.
Steuerlich kann es von Vorteil sein, Aktien mit Gewinn vor der HV abzustoßen, wenn sich Verluste im Verlusttopf befinden.
Der Veräußerunfsgewinn wird mit Verlust aus dem Verlusttopf verrechnet, die Dividende nicht, von der wird die Abgeltungssteuer abgezogen, obwohl sich im Verlusttopf vielleicht Verluste befinden.

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