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Gastautor: Armin Brack M.A.
19.04.2021, 11:55  |  849   |   |   

Norbert Blüm war Arbeitsminister unter Helmut Kohl und in den 1990er Jahren zuständig für die Rente.

Er ging in die Geschichte ein mit seiner Aussage „die Rente ist sicher“. Im engeren Sinne hatte er damit völlig Recht, die Rente ist gesichert. Sie ist in Deutschland als Umlagesystem konzipiert, was bedeutet, dass die heute gezahlten Rentenbeiträge der Arbeitnehmer (und Arbeitgeber) für die heute fälligen Rentenzahlungen draufgehen.

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„Sicher“ im weiteren Sinne und so, wie es wohl der Normalbürger verstehen würde, meint aber auskömmlich. Und genau hier steuert Deutschland auf ein riesiges Problem zu, die Rentenlücke.

In Deutschland werden zu wenige Kinder geboren und die Zahl der Unter-60-jährigen nimmt immer stärker ab. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung immer weiter an, so dass sich hier die Schere immer weiter öffnet. Anders ausgedrückt: Immer weniger Berufstätige müssen für immer mehr Rentner aufkommen und dies auch noch für einen längeren Zeitraum.

Des Weiteren zahlen nur Arbeitnehmer in die gesetzliche Rente ein; es fließt ihr Arbeitnehmer-Anteil und oben drauf der Anteil ihres Arbeitgebers. Aber kein Beamter zahlt hier ein, kein Selbständiger oder Freiberufler, jedenfalls nicht verpflichtend, sondern allenfalls auf freiwilliger Basis. Und die Zahl derjenigen, die ihren Lebensunterhalt nicht durch Arbeitseinkommen bestreitet, sondern durch Renten, Dividenden, Zinsen, Mieten und Pachten, steigt.

Als wäre diese Perspektive nicht schon schlimm genug, werden immer neue „versicherungsfremde“ Leistungen über die Rentenkasse finanziert und immer neue anrechenbare Zeiten kreiert. Ob es Zeiten für die Kinderbetreuung sind oder die Pflege von Angehörigen, dafür bekommt man nun Rentenansprüche gutgeschrieben. Und so sinnvoll es ist, diese Tätigkeiten einzubeziehen, so problematisch ist es auch unter dem finanziellen Aspekt. Denn die Rente wird immer unbezahlbarer. Auch deshalb wird heute bereits ein deutlich 3-stelliger Milliarden-Betrag aus dem Bundeshaushalt an die Rentenkasse überwiesen – jedes Jahr!

Das Umlagesystem krankt, denn es basiert auf Bevölkerungswachstum. Bei seiner Einführung, noch unter Reichskanzler Otto von Bismarck, war das kein Problem. Nicht nur, dass die Menschen oft genug vor Rentenantritt starben und somit trotz jahrelang erworbener Ansprüche dann keine Auszahlungen erfolgen mussten, sondern die Alterspyramide stand auf soliden Beinen: Mit jedem neuen Jahrgang gab es mehr Kinder als Ältere.

Die Zeiten sind vorbei und auch die von Helmut Kohl und Norbert Blüm. Die Probleme blieben und verschärften sich weiter. Unter Bundeskanzler Gerhard Schröder war es dann Arbeitsminister Walter Riester, der eine kapitalgedeckte private Rentenversicherung einführte. Sie trägt noch heute seinen Namen: Riester-Rente.

Ihr Anspruch war, sicher zu sein, unpfändbar und gute Renditen abzuwerfen, mit denen die Rentenlücke gefüllt werden sollte. Arbeitnehmer bekommen nämlich als Rentner nicht 100 Prozent ihres vorherigen Gehalts als Rente, sondern, je nach Renteneintrittsalter und erworbener Rentenansprüche, deutlich weniger. Die Lebenshaltungskosten verringern sich jedoch nicht schlagartig in gleichem Maß (wenn überhaupt) und so entsteht die Rentenlücke. Wer von heute auf morgen ein Drittel oder die Hälfte seines Einkommens verliert, sieht sich oft mit Existenznot konfrontiert. Altersarmut ist daher ein weiteres Schlagwort in diesem Zusammenhang. Kein schönes, aber leider ein sehr praxisnahes.

Das „Wunderding“ Riester-Rente ist leider Nepp. Die Schröder-Regierung hat sich von der Versicherungslobby über den Tisch ziehen lassen und heraus kam am Ende ein Produkt, an dem sich die Versicherungs-Konzerne eine goldene Nase verdienen, aber beim Versicherten am Ende kaum etwas ankommt. In vielen Fällen bleibt nach vielen Jahren des Sparens gerade mal das übrig, was selbst an Beiträgen eingezahlt worden ist. Ein Trauerspiel! Und doch ist es besser, wenn man zur mageren gesetzlichen Rente dann noch eine Zuzahlung aus der renditeschwachen Riester-Police erhält. Wenig ist eben besser als gar nichts.

„Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: Entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns.“
– Bernard Baruch –

*Dieser Text ist ein Auszug aus meinem kostenfreien Geldanlage-Report.*

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Hinweispflicht nach §34b WpHG: Der/die Verfasser ist/sind in ein oder mehreren der oben genannten Wertpapieren/Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels NICHT investiert. Es können daher KEINE Interessenskonflikte vorliegen. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

Ihr Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report

www.geldanlage-report.de

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