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Das Laufband-Desaster bei Peloton und die Folgen

Nachrichtenquelle: marktEINBLICKE
07.05.2021, 10:22  |  224   |   |   

Das Laufband-Fiasko kratzt erheblich am Glanz von Peloton - die finanziellen Folgen sind noch nicht abschätzbar. Ist die Zukunft des Fitness-Konzerns gefährdet?

Im vergangenen Jahr wurde Peloton Interactive (WKN: A2PR0M / ISIN: US70614W1009) als großer Profiteur der Corona-Pandemie gehandelt. Denn in der Corona-Krise verbringen die Menschen mehr Zeit zu Hause und nutzen dabei auch immer öfters die Trainingsgeräte und Online-Sport-Angebote des US-Unternehmens, um sich auch in den häuslichen vier Wänden fit zu halten.

Das schlug sich auch an der Börse nieder. Der Aktienkurs hatte sich 2020 mehr als verfünffacht (+420 Prozent). Doch nach der beeindruckenden Kurs-Rallye, die im Januar dieses Jahres in einem neuen Rekordhoch bei 140 Euro gipfelte, gingen die Notierungen in den Sinkflug über.

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Viele Anleger dürften das zuvor sehr ambitionierte Kursniveau für Gewinnmitnahmen genutzt haben. Auch die Befürchtung, dass sich die hohe Nachfragedynamik von 2020 in den Zeiten nach der Corona-Krise nicht aufrechterhalten lässt, hatte für Verkaufsdruck gesorgt.

Laufbänder sorgen für Hiobsbotschaft

Hinzu kam im März eine regelrechte Hiobsbotschaft. Das rund 4.300 US-Dollar teure Laufband-Modell „Tread+“ war in die Schlagzeilen geraten, als der Tod eines sechsjährigen Kindes publik wurde, das unter den Teppich des Laufbandes gezogen worden war.

Wenige Wochen später berichtete die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC von 72 Unfällen, 29 davon bei Kindern, bei denen es unter anderem zu Schürfwunden, Knochenbrüchen und offenen Verletzungen gekommen sei.

Peloton startet großen Produkt-Rückruf

Peloton Interactive stritt noch vor wenigen Wochen die Probleme mit seinen Laufbändern ab, doch nun gab es die Kehrtwende. Insgesamt rund 125.000 Geräte des Modells Tread+ und 1.050 des etwas günstigeren Modells „Tread“ werden vom Unternehmen zurückgerufen.

Peloton und die CPSC riefen die Nutzer dazu auf, die Nutzung beider Geräte sofort einzustellen. Peloton-CEO John Foley entschuldigte sich dafür, dass der Konzern Mitte April zunächst die Warnung der Verbraucherschützer zurückgewiesen hatte. Laut Foley hat Peloton einen Fehler gemacht.

Peloton musste eine große Laufband-Rückrufaktion starten. Es droht zudem eine Klagewelle. (Bildquelle: Pressefoto Peloton Interactive)

Eine Klagewelle droht

Wegen den betroffenen Laufbändern, die in Deutschland nicht vertrieben werden, droht dem Unternehmen jetzt eine Klagewelle. Die ersten Sammelklagen wurden bereits bei US-Gerichten eingereicht. Anwaltskanzleien rufen neben den betroffenen Kunden auch Peloton-Aktionäre auf, sich an den Verfahren zu beteiligen, um Schadenersatz für angeblich wegen der Sicherheitsmängel verbuchte Kursverluste einzuklagen.

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