Herber Rückschlag für die Wirtschaft?
Vorgestern erst hatte ich berichtet, dass Bundesbank und ifo-Institut der Auffassung sind, die deutsche Wirtschaft würde ihren Erholungskurs fortsetzen und im zweiten Halbjahr stärker wachsen.
- DAX verlässt Aufwärtstrend
- Einkaufsmanagerindex deutlich gesunken
- Eurozone wächst weiterhin, aber Aktienkurse fallen
Herber Rückschlag für die Wirtschaft?
von Sven Weisenhaus
Vorgestern erst hatte ich berichtet, dass Bundesbank und ifo-Institut der Auffassung sind, die deutsche Wirtschaft würde ihren Erholungskurs fortsetzen und im zweiten Halbjahr stärker wachsen. „Vor diesem Hintergrund ist es kurios, dass der DAX ausgerechnet jetzt seinen Aufwärtstrend verlassen hat“, hieß es dazu. Doch gestern gab es Daten, die die Schwäche des DAX begründen und Zweifel am sowieso nur zaghaften Optimismus der beiden Institutionen aufkommen lassen können.
Herber Rückschlag für die deutsche Wirtschaft
Denn der Einkaufsmanagerindex, über den ich vorgestern auch berichtet hatte, ist laut vorläufigen Daten von S&P Global im Juni deutlich gesunken. Der auf die gesamte Privatwirtschaft bezogene Frühindikator – also Industrie und Dienstleister zusammen – gab um 1,8 auf 50,6 Zähler nach.
Im exakt gleichen Maße war der Index im Vormonat noch gestiegen. Doch dieser Anstieg ist nun hinfällig. Und so deutet der Stimmungsindikator wieder nur ein sehr moderates Wachstum an. Nun gut, es handelt sich um den Juni-Wert. Das zweite Halbjahr kann also immer noch besser werden. Aber es ist ein herber Dämpfer für die Optimisten.
Hoffnung, dass sich die Aufwärtstendenz fortsetzt
Der Hauptgrund dafür ist wieder einmal das verarbeitende Gewerbe, dessen Barometer im Juni um 2,0 auf 43,4 Zähler gesunken ist.
Lässt man die beiden Spikes vom Februar und Mai aber einmal außer Acht, so notiert der Industrie-Index immerhin auf dem höchsten Niveau seit April 2023. Und seit dem Tief vom Juli 2023 herrscht nach wie vor ein Aufwärtstrend. Es besteht also auch hier durchaus noch die Hoffnung, dass es im zweiten Halbjahr weiter aufwärts geht und sich die Industrie aus dem derzeitigen Schrumpfungskurs (der Industrie-Index notiert weiterhin deutlich unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten) kontinuierlich herausarbeitet.
Erfreulich ist auch, dass sich der Dienstleistungsbereich in Deutschland im Juni den dritten Monat in Folge auf Wachstumskurs befindet, auch wenn der entsprechende Einkaufsmanagerindex ebenfalls nachgegeben hat.
Dennoch: Mit Blick auf die gestrigen Einkaufsmanagerdaten gibt es nun einen guten Grund für die Schwäche der Aktienindizes in Deutschland, die seit Mitte Mai herrscht und seit Mitte Juni zugenommen hat.