Schon wieder fallende Kurse
Zu früh gefreut: AMD enttäuscht Anleger erneut – Aktie bricht ein!
Im regulären Handel hatten sich Anleger mit einem Plus von 4 Prozent in der Aktie von AMD noch auf gute Zahlen eingestellt. Doch daraus wurde nichts.
- AMD enttäuscht Anleger trotz Umsatzsteigerung von 17,6%
- KI-Hoffnungen nach schwachen Quartalen nicht erfüllt
- Gewinnprognosen nur erreicht, Aktie verliert nachbörslich
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Mit einem Plus von knapp 13 Prozent seit dem Jahreswechsel hinkte die Aktie von Halbleiterhersteller AMD trotz der am Dienstag erzielten Kursgewinne sowohl dem US-Gesamtmarktindex S&P 500 als auch Branchenprimus Nvidia deutlich hinterher.
Die mit dem Unternehmen verbundenen KI-Hoffnungen haben sich nach drei enttäuschend verlaufenen Quartalen in diesem Jahr bislang nicht erfüllt. Zwar entwickelte sich das Datencenter-Geschäft dank hoher Nachfrage auch von AMDs KI-Beschleunigern gut, umso schwächer jedoch verliefen jedoch die Entwicklungen in anderen Geschäftsbereichen.
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Gut ist nicht gut genug
Diesem Trend ist das Unternehmen im abgelaufenen Quartal erneut zum Opfer gefallen. AMD konnte mit seinen Zahlen nicht überzeugen, Anleger reagierten enttäuscht und verkauften in der US-Nachbörse kräftig.
Zwar gelang dem Konzern nach einem Umsatzanstieg um 17,6 Prozent auf 6,82 Milliarden US-Dollar das Schlagen der Analystenerwartungen, die vorab auf einen um 110 Millionen US-Dollar geringeren Erlös getippt hatten.
Dafür aber patzte AMD beim Gewinn, denn hier sind die Schätzungen mit 0,92 US-Dollar pro Anteilsschein "nur" getroffen worden. Damit hat sich das von CEO Lisa Su geführte Unternehmen gegenüber dem Vorjahresquartal zwar um 22 Cent und damit um über 30 Prozent steigern können, die hohe Bewertung der Aktie erlaubte aber keine Schwäche.
Insgesamt erzielte das Unternehmen einen bereinigten Nettogewinn in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht gegenüber dem Stand vor 12 Monaten einem Gewinnwachstum in Höhe von 33 Prozent. Im selben Quartal des Vorjahres hatte der Nettogewinn bei 1,14 Milliarden US-Dollar gelegen.
Datencenter-Geschäft sehr stark, Gaming und Embedded schwach
Mit Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche wurde im Datencenter-Geschäft die erhoffte Umsatzverdopplung erreicht. Hier gelang mit 3,5 Milliarden US-Dollar ein Wachstum von 122 Prozent – in diesem Segment sind auch die mit KI-Beschleunigern erzielten Erlöse enthalten.
Die anhaltende Erholung auf dem PC-Markt bescherte dem Client-Segment ebenfalls ein Plus. Hier kletterten die Erlöse um 29 Prozent auf 1,9 Milliarden US-Dollar. Erneut mit Verlusten hatte hingegen das Gaming-Geschäft zu kämpfen, wo der Umsatz um 69 Prozent auf 462 Millionen US-Dollar fiel. Auch das Embedded-Segment verzeichnte hohe Einbußen. Hier gaben die Erlöse um 25 Prozent auf 927 Millionen US-Dollar nach.
Fantasieloser Ausblick sorgt für Enttäuschung
Für das kommende Quartal erwartet AMD einen Umsatz in Höhe von 7,5 Milliarden US-Dollar (±300 Millionen US-Dollar), was gegenüber dem Vorjahresquartal einem Anstieg von 22 Prozent entsprechen würde. Die Marktprognose lag mit 7,55 Milliarden US-Dollar allerdings leicht darüber.
Ein konkretes Gewinnziel nannte der Konzern in seiner Pressemitteilung nicht, dafür jedoch ein Margenziel: Die bereinigte Bruttomarge soll sich auf 54 Prozent belaufen – und sich damit auf dem Niveau des zurückliegenden Quartals bewegen.









Aktie bricht ein, Unterstützung in Gefahr
Den Doppelschlag aus gerade so erreichten Gewinnerwartungen und einer vergleichsweise schwachen Guidance, gerade wenn man sich das Wachstum anderer Halbleiterunternehmen wie Nvidia ansieht, verzeihten Anleger der Aktie nicht.
Die verbilligte sich in der US-Nachbörse nach über 12 Millionen gehandelten Stücken (Stand: 22:10 Uhr MEZ) um knapp 7 Prozent und machte damit sämtliche in den vergangenen Handelstagen erzielten Gewinne wieder zunichte.
Haben die Abgaben am Mittwoch auch in dieser Höhe Bestand, gerät die bei etwa 155 US-Dollar verlaufende 50-Tage-Linie unter Druck. Deren Unterschreiten könnte in den kommenden Wochen angesichts der hohen Bewertung der Aktie zu noch höheren Verlusten führen.
Fazit: Für Enttäuschungen war kein Spielraum
AMD-Anleger müssen weiter auf den Zeitpunkt warten, an dem die Aktie die inzwischen gewaltige Performancelücke gegenüber Konkurrenten wie Broadcom und Nvidia schließen kann. Das starke Wachstum im Datencenter-Geschäft sind zwar gleich zwei Schritte in die richtige Richtung, die aber werden überschattet durch rückläufige Erlöse in anderen Geschäftsbereichen.
Dass allerdings auch das Wachstum im Geschäft mit KI-Beschleunigern und Serverprozessoren kein Selbstläufer wird, beweist die auch gegenüber den Analystenschätzungen zurückhaltende Umsatzprognose.
Angesichts eines für 2025 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 30 waren die am Dienstagabend präsentierten Zahlen schlicht zu unauffällig, um einen neuen Run auf die Aktie auszulösen oder die Bewertung wenigstens verteidigen zu können.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
*zzgl. marktüblicher Spreads und Fremdkosten

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