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Ölkatastrophe im Golf von Mexiko – Ökologisches und ökonomisches Desaster

Gastautor: Andreas Mueller
01.06.2010, 11:06  |  8534   |   |   
Der aktuelle Stand und die Entwicklung des Energiekonzerns BP stehen in diesem Trading-Gezwitscher im Mittelpunkt

Nachdem das Abdichten des Bohrlecks im Golf von Mexiko durch die „Top Kill” Methode am Samstag, den 30. Mai gescheitert ist, stellt sich die US-Regierung auf eine mehrere Monate andauernde Bekämpfung der Katastrophe ein, deren Ausmaß alle bisherigen Einschätzungen übertrifft.
Inzwischen soll das Öl fünfmal schneller als bislang bekannt in das Meer strömen. Der Versuch „Top Kill”, bei dem das Leck mit Schlamm und Geröll verschlossen und anschließend mit Zement versiegelt werden sollte, schlug fehl. Experten zufolge könnte das Öl bis Anfang August weiter ungehindert austreten. „Top Kill” – eine zumindest metaphorisch vielversprechend klingende Methode – kann die USA somit nicht von der größten Ölpest ihrer Geschichte retten.

Der britische Energiekonzern BP wird in wenigen Tagen einen neuen Versuch starten und eine Kuppel über dem Leck installieren. Auf diese Weise soll das Öl aufgefangen bzw. abgepumpt werden. Der Konzern gibt jedoch keine offizielle Stellungnahme zu den Erfolgschancen des Projekts, da die Vorgehensweise bislang noch nie in einer Meerestiefe von 1.500 Metern erprobt wurde.

Wie frühere Ölkatastrophen gezeigt haben, ist das Ökosystem auch Jahrzehnte nach dem Unfall nicht vollständig regeneriert. 1989 beispielsweise havarierte die 300 Meter lange Exxon Valdez vor Alaska und verlor 40.000 Tonnen Rohöl. Teure und aufwendige Reinigungsarbeiten haben zwar die oberflächlichen Spuren beseitigen können, die Schäden unter dem Meeresspiegel aber sind nach wie vor präsent.
Die erfolglosen Versuche die Umweltkatastrophe zu stoppen, wirken sich indessen auch auf den Konzern BP aus. Mit der Explosion der Ölplattform am 20. April brach auch der Aktienkurs dramatisch ein. Der Kurs fiel im Verlauf des Monats von 658 Pence auf unter 470 Pence.

BP als eines der größten Unternehmen an der britischen Börse, verlor durch die Katastrophe bislang rund 30 Prozent an Wert. Anleger werden angesichts der Rat- und Hilflosigkeit des Krisenmanagements wohl vorerst kaum zu einem Investment bewogen, denn gerade die Kosten, die für BP entstehen (werden), schrecken viele Anleger ab. So sank die Aktie am vergangenen Handelstag um sieben Prozent auf 5,37 Euro und notiert aktuell erneut im Minus bei 5,03 Euro (XETRA). Zum Vergleich: Vor der Katastrophe lag der Wert der Aktie bei 7.50 Euro.



Der Konzern selbst geht im Übrigen von einem Aufwand von rund einer Milliarde Dollar aus. Inwiefern diese Prognose glaubwürdig ist, ist auch vor dem Hintergrund der von BP angegebenen Ölaustrittmenge fragwürdig, steht sie doch konträr zu anderen offiziellen Angaben.

Auch Sorgen um die Dividende wies der Konzern vor Kurzem noch zurück - die Dividende wurde als nicht gefährdet eingestuft. Bestätigen wollte der Konzern diese Aussage aktuell jedoch nicht mehr. Experten gehen von deutlichen Einschnitten in der Dividende aus.

Hinzu kommt, dass der Preis von Öl der Marke Brent seit Mai von anfangs 90 US-Dollar pro Barrel auf zeitweise unter 70 US-Dollar gefallen ist.



Aktuell notiert das Brent Cruide Oil bei 73 US-Dollar.

Ein Ende der Katastrophe ist bislang noch nicht in Sicht. So wird die Welt(wirtschaft) weiterhin gebannt auf den Golf von Mexiko starren.

BP ist in der Community unter die Top20 der meist diskutierten Aktien gerückt. Vielleicht ist gerade wegen der Fülle an negativen Medlungen "BP ein Kauf", wie die folgende Diskussion betitelt ist...



Viel Erfolg wünscht
Bernecker1977
(Andreas Mueller)
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