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Nach Janet Yellen Neue Wetten auf Fed-Nachfolge laufen

11.10.2017, 16:42  |  4406   |   |   

Während Kevin Warsh lange Zeit als aussichtsreichster Kandidat für die Fed-Nachfolge gehandelt wurde, kommt jetzt Jerome Powell mit ins Spiel. Zumindest wenn es nach dem Politwettbüro Predictlt geht. Hiernach hat Powell eine 40 Prozent Chance auf die Fed-Nachfolge. 

In den vergangenen Monaten wurde viel über die Nachbesetzung der höchsten Position der Fed spekuliert. Vor allem der US-Präsident hatte seinen engsten Wirtschaftsberater, Gary Cohn, als Spitzenkandidat forciert. Trump machte jedoch einen Rückzieher und somit bleibt es weiterhin spannend, wer Janet Yellen im Februar 2018 beerben wird. Trumps Interesse an Yellens Abgang dürfte in den vergangenen Wochen erheblich geschwunden sein, denn nach der zweiten Zinserhöhung und einer voraussichtlich weiteren noch im Dezember 2017, sowie der Bilanzschmelze, läuft die Fed in die gleiche finanzpolitische Richtung wie der US-Präsident. 

Janet Yellen wollte sich bislang nicht zu ihren Plänen nach Februar 2018 äußern. Laut CNBC stehen die Chancen auf eine Wiederwahl Yellens eher schlecht. Jedoch gab es auch schon so manche Überraschung. Als potentielle Kandidaten stehen Kevin Warsh und Jerome Powell bereit. Warsh galt lange Zeit als Favorit, während Powell eher als Kompromiss angesehen wurde. 

In den USA schauen unterdessen Fed-Beobachter auch auf die Seite von Predictlt, einem Politwettbüro. Hier wird mit Prognosen gehandelt. Am Dienstag hatte Predictlt Powell mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent als Fed-Nachfolger gesetzt. Der eigentliche Spitzenkandidat Warsh kam auf 30 Prozent. Powell und Warsh stehen für eine Lockerung der Bankenregulierung, also eher auf der Seite des US-Präsidenten. Jedoch wird befürchtet, dass sie weniger schnell auf einen Börsencrash reagieren könnten, als Yellen.

Kevin Warsh gehörte zum Beirat von Donald Trump und falls er Fed-Chef wird, könnten folgende Veränderungen eintreten:

  • Es könnte zu einem Bruch mit der bisherigen Fed-Strategie kommen, denn Warsh ist eher ein Vertreter des Alan Greenspan-Modells: mit fester Politik und weniger staatlichen Interventionen.
  • Unter Warsh könnte der Bilanzabbau wesentlich schneller erfolgen. 
  • Das Handeln der Fed könnte zukünftig weniger von langfristigen Marktdaten als vielmehr kurzfristigen Trends beeinflusst sein.
  • Warsh würde vermutlich nicht auf einen Börsencrash reagieren, wie es Yellen und ihre Vorgänger getan haben.
  • Zudem könnte Warsh von der Fed-Praxis abweichen, dass vierteljährlich Prognosen zur Wirtschaft veröffentlicht werden, da die Prognosen oft ungenau und irreführend seien, so die Kritik der Marktteilnehmer.

 

Auch Powell hat bestimmte Ansichten. Er war Investmentbanker und später Schatzbeamter unter George H. W. Bush. Unter einem Fed-Chef Powell wird erwartet:

  • Er repräsentiert mehr Kontinuität und könnte den Yellen-Kurs fortsetzen.
  • Powell dürfte die Bilanzschmelze langsamer angehen als Warsh.
  • Ferner wird angenommen, dass Powell offener gegenüber Deregulierungen sei dürfte. Auch im kommenden Jahr werden die Volcker-Regeln und der jährliche Banken-Stresstest wichtige Themen sein.
  • Darüber hinaus wird sich Powell stärker für ein Inflationsziel von 2 Prozent einsetzen, welches die aktuelle Fed-Führung für einen gesunden Wert hält.

 

Experten gehen davon aus, dass die Märkte auf Powell als neuen Fed-Chef sehr positiv reagieren könnten. Bislang gab es keine Marktreaktion auf das Schweigen von Janet Yellen. Fakt ist, die Ansichten der beiden Kandidaten unterscheiden sich erheblich und falls Trumps Ansätze für die US-Wirtschaft wie z. B. die Steuerreform, keine Früchte tragen, dann wird der Finanzmarkt ein wachsames Auge auf den neuen Fed-Chef haben.  

 

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