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Steinhoff: Tag der Rettung – wieviel Wert bleibt in der Aktie? | Diskussion im Forum



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Es handelt sich um einen automatisiert angelegten Thread zur Nachricht "Steinhoff: Tag der Rettung – wieviel Wert bleibt in der Aktie?" vom Autor Sharedeals

Nutzer unseres kostenlosen Live Chats waren gestern wieder einmal die ersten Anleger, die von den neuesten Entwicklungen beim gebeutelten Handelsriesen Steinhoff (WKN: A14XB9) erfuhren und umgehend reagieren konnten. Nachdem im Tagesverlauf bekannt geworden war, dass die erforderliche Mehrheit der Gläubiger einer dreijährigen Verlängerung der Kreditlaufzeiten zugestimmt hat, explodierte das Steinhoff-Papier um zeitweise über +20%. Bis heute […]

Lesen Sie den ganzen Artikel: Steinhoff: Tag der Rettung – wieviel Wert bleibt in der Aktie?
eine kleine statistische Spielerei beim Handel mit der Steinhoff-Aktie.

Mit (sehr) vielen Vereinfachungen, um die Sache nicht (allzu) kompliziert zu machen und v.a., um nicht durch Kompliziertheit den Blick auf das Wesentliche zu verdecken.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.283.270 von faultcode am 24.07.18 02:49:09
Wie viele Trades braucht der aktive Trader, um zeigen zu können, er kann Steinhoff erfolgreich traden?
Sehr einfache Annahmen (unter vielen anderen Annahmen):

• nach dem wichtigen Schlüsseltag bei Steinhoff, Freitag der 20.7.2018, macht der (aktive) Trader bis Ende 2018 20 abgeschlossene Trades, also 20-mal Kaufen+Verkaufen

• First-In, First-Out als ein Trade

• Profitabilität in Summe (und im Detail) ist ein anderes und viel komplizierteres Thema (der Trader könnte z.B. mit einem profitabelen Super-Trade alle anderen 19 Verlust-Trades überkompensieren), hier geht's nur "einfach" darum:
-- wieviele Trades von den 20 sind profitabel (vor Gebühren, Steuern etc.), und..
-- wieviele Trades davon sind nicht profitabel

=> wenn man annimmt, daß der Trader nicht besser als der Zufall ist, dann:
• gewinnt er bei der Hälfte, als 10 Trades, und..
• verliert bei den anderen 10 Trades

=> seine Erfolgswahrscheinlichkeit liegt also bei exakt 50% pro Trade


=> naiverweise kann man annehmen, daß ein Trader, der bei Steinhoff nur 10 von 20 Trades ins Trockene bringt, genauso gut gleich eine Münze (bei Entscheidungen) werfen könnte.
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.283.285 von faultcode am 24.07.18 03:39:58
der Binomialtest
also werfe ich R an (https://www.r-project.org/) und bemühe die Funktion für den Binomialtest (https://de.wikipedia.org/wiki/Binomialtest), hier Funktion binom.test: http://stat.ethz.ch/R-manual/R-devel/library/stats/html/bino…

Meine Nullhypothese, die es zu testen gilt, ist der Trader mit einer Zufalls-Erfolgswahrscheinlichkeit von 50% pro Trade, also 0.5.


=> ich verwende den Test einseitig, also mit "greater", da mich Trader mit einer Erfolgsquote kleiner oder gleich 50% nicht interessieren ;)

als "Warmup" gebe ich den Super-Trader (in R), der alle 20 Trades gewinnt:
> binom.test(20,20,0.5,alternative="greater")

...mit Ergebnis:

Exact binomial test

data: 20 and 20
number of successes = 20, number of trials = 20, p-value = 9.537e-07
alternative hypothesis: true probability of success is greater than 0.5
95 percent confidence interval:
0.8608917 1.0000000
sample estimates:
probability of success
1



=> wichtig ist der p-value (p-Wert, Überschreitungswahrscheinlichkeit, Signifikanzwert) von 9.537e-07, der oben deutlich unter dem (Default-)Signifikanzniveau (alpha-level, significance level) von 5% liegt

=> damit ist die Nullhypothese vom Zufalls-Trader zu verwerfen! (erscheint auch irgendwie "logisch" ;) )


..und so mach ich einen Test nach dem anderen mit immer weniger Erfolgen: ..., 16, 15, 14, 13, ...:





=> man sieht:
• schon bei 14 von 20 Erfolgstrades steigt der p-value über die 5%-Schwelle, und die Nullhypothese kann nicht mehr verworfen werden!

=> d.h., ein (statistisch) "erfolgreicher" Trader muss (unter vielen Annnahmen) mindestens 15 von 20 Trades positiv abschließen, um vom Zufall (wie oben definiert) unterscheidbar zu sein

=> das ist ziemlich hart (mMn), heißt das doch, daß seine Erfolgsquote (über einen bestimmten Zeitraum) bei (grob) 75% oder besser liegen muss, um über fast alle Zeifel erhaben zu sein!


__
grobe Inspiration von hier: https://letyourmoneygrow.com/2017/08/06/lukas-spang-junolyst…
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.283.294 von faultcode am 24.07.18 04:03:19Und sonst so??? Was machen die restlichen Hobbys???:D
Antwort auf Beitrag Nr.: 58.283.294 von faultcode am 24.07.18 04:03:19
Sears Holdings
Aktien der Steinhoff International Holdings als Anlage, als langfristig mit einem Zeithorizont von wenigstens einem Jahr, seit, sagen wir Januar 2018, zu kaufen, ist für mich dasselbe, wie in der jüngeren Vergangenheit (so seit Mitte 2015) Aktien der Sears Holdings (SHLD --> SHLDQ) zu kaufen, und dann zu hoffen, daß die Sache gut ausgehen würde:

linear:


logarithmisch:
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.124.284 von faultcode am 02.11.18 14:47:08sorry, aber sears mit steinhoff zu vergleichen, der vergleich hinkt. schau dir nur die aktionärsstruktur an. sears ist eddy lampert, aber steinhoff sind viele. und sears hat kein funktionierendes geschäft, bei steinhoff würde ich das bejahen. aber wir werden es in den nächsten monaten sehen, wohin die reise bei beiden geht. sears muss jetzt erstmal das weihnachtsgeschäfts gut überstehen und dann schauen wir mal, ob es den laden im februar noch gibt. sh expandiert, während sears bis auf 400 läden alles schließen will/muss.
Antwort auf Beitrag Nr.: 59.126.243 von rollo_tomasi am 02.11.18 18:08:54jeder Vergleich hinkt, da jedes komplexe Konstrukt zu seiner Zeit einmalig ist; eine einfache Erkenntnis

--> aber die Behavioral Finance vieler entscheidender Aktionäre ist ähnlich: "Es wird drehen."

=> Steinhoff International Holdings ist nun ein Zombie-Unternehmen wie aus dem Lehrbuch (*). Alles Entscheidende ist mit diesem einfachen Satz gesagt:

08.09.18
Zitat von NickelChrome: ...Die Gläubiger halten doch nur still weil sie auf den Schulden sitzen bleiben wenn man die Vermögenswerte auf die Schnelle verschachert...


(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Zombiefirma
Sears hat nur 400 Läden?
Bei Nattress werden 700 geschlossen und allein bei Mattress bleiben dann noch 2600 übrig.
Pepkor ist für die Holding ein Vermögenswert von rd 2 Milliarden Euro.
Es wäre gut, wenn man Pepkor zum Marktpreis abstoßen würde.
Pepkor trägt zum Cashflow der Holdong nur über die Dividende bei.
Die Dividende ist aber niedrig gegenüber den zu zahlenden 10 % Zinsen. Es würde der Holding also helfen, könnte man Pepkor zum Marktpreis abstoßen.


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