Konzernumbau bei der KAP Beteiligungs AG



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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der zur Daun-Gruppe gehörende deutsche Textilkonzern Kap-Beteiligungs AG will sein Portfolio neu ausrichten. Wichtigster Wachstumsträger für Kap sei künftig die Sparte technische Textilien, sagte Kap-Geschäftsführer Fried Möller im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe). In diese Sparte solle im laufenden Jahr der Großteil der Investitionen von 30 Mio. Euro fließen.

Schon im vergangenen Jahr habe dieser Geschäftsbereich mit 310 Mio. Euro bereits einen deutlich höheren Anteil am gesamten Konzernumsatz als die klassischen Textilien mit 222 Mio. Euro erzielt. Im laufenden Jahr solle der Umsatzanteil technischer Textilien mit geplanten 500 Mio. Euro bereits rund 70% des Konzernumsatzes ausmachen. Gleichzeitig solle der Anteil klassischer Textilien weiter auf 214 Mio. Euro sinken. Kap habe hier seine Möglichkeiten in Südafrika überschätzt

Außerdem habe Möller angekündigt, dass die Dividende für die Aktionäre der Kap AG in diesem Jahr entfallen werde. Grund dafür seien die hohen Verlustvorträge bei Mehler und Stöhr . Ein Rückzug von der Börse sei derzeit jedoch nicht geplant. Man wolle sich die Option, künftige Zukäufe auch über eine Kapitalerhöhung finanzieren zu können, nicht nehmen. Möller habe jedoch eingeräumt, dass der Kapitalmarkt für Textilhersteller derzeit nur schwer zu begeistern sei.

Der im Jahr 2000 erzielte Außenumsatz im Kap-Konzern sei nach vorläufigen Zahlen mit 530 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr mit 534 Mio. Euro. Für das laufende Jahr erwarte Möller einen Konzernumsatz von 714 Mio. Euro. Das Konzernergebnis solle im Jahr 2001 zudem auf mehr als 20 Mio. Euro steigen. Dies entspreche einem Ergebnis von 2,80 Euro je Aktie. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr habe das Ergebnis vorläufigen Angaben zufolge mit 18,1 Mio. Euro über dem des Vorjahres mit 15,3 Mio. Euro gelegen./as/js/sk
info@dpa-AFX.de

Wie seht ihr die Chancen auf eine höhere Bewertung?
ciao
panta rhei
.....es riecht irgendwie nach Abfindungsangebot (noch in diesem Jahr?)

gruß kj
Hi panta rhei

ich war lange Jahre in KAP investiert;
habe auch die seinerzeitige Superdividende nach "Schütt aus-hol zurück" mitgemacht.
Aber plötzlich im letzten Sommer ist mir dann der textile Geduldsfaden gerissen.

"Eine stille Erfolgsstory" hatte das NWJ mal getitelt.

Schade drum, KAP gehört wirklich m. E. zu den besseren Werten, aber Firma und Aktie sind zweierlei.
Den angekündigten Dividendenausfall werden viele verübeln und über einen Ausstieg nachdenken.
Ob das ambitionierte Umsatzziel zu verwirklichen ist?
Welcher heutige Internet-Börsianer bringt noch soviel Geduld auf?
Wäre ich noch drin, ginge ich jetzt wahrscheinlich raus.
Ein Einstieg bei derzeitigen Rahmenbedingungen, und dann noch Textil?
Also ich sehe leider noch erhebliches Rückschlagspotenzial, obwohl Daun und KAP es eigentlich nicht verdient haben.
Am meisten stört mich allerdings die Aussage: "Kap habe hier seine Möglichkeiten in Südafrika überschätzt"
denn genau dort lag/liegt m. E. ein Grossteil der Phantasie und Story dieses Papiers.

Na ja, trotzdam alles Gute

wünscht

Fanny
hi Fanny

Seit wann wird an der Börse die Vergangenheit gehandelt ?

1. Daun hat Anteil von 75% auf 85% aufgestockt !
2. "Für das laufende Jahr erwarte Möller einen Konzernumsatz von 714 Mio. Euro. Das Konzernergebnis solle im Jahr 2001 zudem auf mehr als 20 Mio. Euro steigen. Dies entspreche einem Ergebnis von 2,80 Euro je Aktie"
3. die ohnehin fundamentale Unterbewertung der Aktie
4. ......
5. ......

(alles schon gesagt)

kj
Die Nachricht ist ja recht durchwachsen, so dass die entgegengesetzten Meinungen nicht überraschen.

>Daun hat Anteil von 75% auf 85% aufgestockt !

Die Aufstockung des Daun-Anteils war mir nicht bekannt. Das weist in Richtung Going Private.

Historisch war die KAP unter Berücksichtigung einmaliger Erträge aus Unternehmensverkäufen nie höher bewertet (KGV 6-7).
Zuerst wurde ein Risikoabschlag vorgenommen, wegen des riskanten Engagements am KAP.
Nach der Verlagerung des Schwerbunktes auf deutsche Textilunternehmen fehlte die Fantasie, die dem Südafrikageschäft zugebilligt wurde.

Die KAp bleibt zunächst nur auf meiner Watchlist.

caio
panta rhei
@ Fanessa
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ich bin auch bei den letzten 2 HVs gewesen. Ich muß sagen Ich war begeistert. Als Daun seine Beteiligung auf jetzt knapp 86 % aufstockte und dann auch noch Stöhr wie geplant die Dividende verdoppelt, dachte Ich sogar an eine KE aus Ges. -Mittel. Das in Südafrika in den nächsten Jahren weiter Verluste gemacht werden ,war zumindest jedem der auf der HV war klar. Hier wollte man sich lt.Daun auch nicht aus seiner Verantwortung ziehen.
Der Div. Totalausfall war allerdings ein Schlag ins Gesicht.
Habe daraufhin bereits die hälfte meiner anteile verkauft,da Ich in den nächsten Monaten keine Phantasie mehr sehen kann.
Für mich ist KAP eines der bestgemanagten Beteilgungsunternehmen. Als die südafrikanischen Beteiligungen im Konsumbereich stark überbewertet waren, hat man sich von diesen getrennt und in den unterbewerteten Textilbereich investiert.

Im Bereich der technischen Textilien haben sich auch die erwartet guten Renditen ergeben. Bei den klassischen Textilien hat man in Südafrika erst versucht die Renditeschwäche auszumerzen. Nachdem das nicht gelungen ist, zieht man nun die Konsequenz, anstatt noch Jahre weiter herumzuwursteln. So eine Linie gefällt mir weitaus besser als die altbekannte Strategie vieler anderer Unternehmen Jahr für Jahr neue Durchhalteparolen auszugeben.

Gruß
VERTRAUmir
Verspätet, aber damit die seltene Nachricht vom KAP-Konzern nicht im Sommerloch untergeht, hier noch mal der Zwischenbericht zum Halbjahr. Offensichtlich ist KAP wieder auf einem guten Weg!

ciao

panta rhei

Anhaltende Zuversicht bei der KAP Beteiligungs-AG trotz vieler Gewinnwarnungen an
der Börse und negativer Wachstumsprognosen vom deutschen Institut für Wirtschafts-forschung
(DIW).
Im Bereich engineered products sind wir so breit aufgestellt, dass uns z. B. die Schwäche
am Baumarkt nur partiell trifft. Die starke Exporttätigkeit der meisten Beteiligungsgesell-schaften
gleicht Schwächephasen in einzelnen Ländern aus. Sehr gut läuft das Geschäft mit
Festigkeitsträgern für die Kautschukindustrie. Der Beschichtungsbereich konnte umsatz-mäßig
ebenfalls nochmals zulegen.
Der zurückgefahrene Bereich classical textiles trägt ebenfalls zum positiven Ergebnis bei und
erfüllt damit unsere Erwartungen, zumal wir auch dort ein starkes Exportgeschäft aufgebaut
haben.
Die Situation in Südafrika hat sich nach der Neuordnung des Portfolios deutlich entspannt.
Alle Unternehmen haben im 1. Halbjahr einen positiven Ergebnisbeitrag erbracht.
Umsatzentwicklung
Der Konzernumsatz per 30.06.2001 liegt mit knapp 373 Mio. Euro 25 % über dem Vorjahr.
Die Umsätze sind allerdings nicht direkt vergleichbar, da sich wesentliche Änderungen im
Konsolidierungskreis ergeben haben.
Ertragslage
Das Konzernergebnis einschließlich der Fremdanteile ist ebenfalls erfreulich auf 11,5 Mio.
Euro (Vj. 9 Mio. Euro) gestiegen. Im Konzernergebnis sind keine Erträge aus Portfolioum-schichtungen
enthalten.
Investitionen
Der Investitionsschwerpunkt im laufenden Jahr liegt im Bereich engineered products.
Von den im Konzern geplanten 33 Mio. Euro wurden im 1. Halbjahr bereits 14,5 Mio. Euro
realisiert. Wir liegen mit unseren Investitionen im Plan.
Mitarbeiter
Ende Juni 2001 waren im Konzern 10.475 Mitarbeiter beschäftigt (Vj. 10.293).
Ausblick
Die ungünstigen konjunkturellen Aussichten im Inland werden unser Geschäft frühestens im
4. Quartal beeinflussen. Die Euro-Schwäche und der rechtzeitige Aufbau von kostengünsti-gen
Auslandsstandorten haben einen positiven Einfluss auf unsere Wettbewerbsposition.
Die Auftragsbestände in den Beteiligungsunternehmen signalisieren eine gute Beschäftigung
bis ins 4. Quartal 2001.
Der geplante Konzernumsatz von 700 Mio. Euro (Vj. 504 Mio. Euro) ist ebenso wie das ge-plante
Konzernergebnis von 24 Mio. Euro (Vj. 21,9 Mio. Euro) aus heutiger Sicht realistisch.
Stadtallendorf, Juli 2001
Der Vorstand
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