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Analyse DAX und Bitcoin: Rekordlaune hält weiter an

Analyse DAX und Bitcoin Rekordlaune hält weiter an

Gastautor: Andreas Mueller
05.11.2017, 13:34  |  7085   |   |   

Hausse und Herbstrallye - wann geht sie los? Wir sind schon mittendrin und vermutlich war dies noch nicht das Ende. Denn die Wirtschaftsdaten und Quartalszahlen zeigen weiter aufwärts. Auch die Charts? Das erfahren Sie hier.

Die Rekordlaune hält weiter an. Unser Börsenbarometer DAX vollzog zur Wochenmitte, nachdem am Dienstag kein Handel stattgefunden hatte, einen mächtigen Satz nach oben. Grob gesagt, war dies die dominante Marktbewegung und erzeugte ein Wochenplus von 2 Prozent. Dem stand die Wall Street etwas nach, obwohl dort die Rekordlaune von Einzelunternehmen angefacht wurde. Um was es sich genau handelte und welche Trading-Chancen man sehen konnte, zeige ich hiermit vor dem DAX-Ausblick auf die kommende Woche auf.

Eine neue Rekordwoche

 

Mit dem Wochenplus von zwei Prozent entfernte sich der DAX weiter von der 13.000er-Marke und ist nunmehr auf dem Weg zur 14.000. Ganz so schnell wie Bitcoin die 1.000er-Marken erobert, schafft er dies natürlich nicht. Daher gleich zu Beginn des Wochenrückblicks als "Ansporn" der Blick auf Bitcoin:

Die Wochenentwicklung von 25 Prozent (!) lässt aufhorchen und natürlich auch mahnende Worte lauter werden. Eine einfache Antwort darauf fällt schwer, muss man sich doch hier etwas tiefer in die Materie einlesen. Dies kann man ganz gut in der Diskussion "Bitcoin oder doch Shitcoin?!" und objektive Hintergründe für den jüngsten Anstieg noch einmal an dieser News nachlesen.


Wenden wir uns aber dem DAX zu. Er sparte sich seine Energie ein wenig auf. Als "Brückentag" vor einem Feiertag war am Montag wenig zu erwarten. So geschildert, enttäuschte er uns auch nicht und blieb mit nur 40 Punkten Handelsspanne extrem ruhig. Kein Anlass somit, sich als Trader hier aus dem Fenster zu lehnen, bevor ein Ausbruch erkennbar war:

(zum entsprechenden Beitrag)

Trotz Feiertag gab es natürlich auch DAX-Indikationen bei einigen CFD-Brokern. Doch diese sollten Sie nicht überbewerten und wenn technisch möglich, auch gleich ausblenden (lassen). Denn sie hatten keine Relevanz am Dienstag. Vielmehr war das GAP am Mittwoch größer als bei den Brokern suggeriert und entsprach auf XETRA, der Orientierungsmarke im Trading, satte 113 Punkte. Diese Kurslücke war Anlass genug, weitere Kursaufschläge zu erzielen. Nicht nur neue Käufer wurde mit diesen neuen Allzeithochs angelockt, vielfach mussten Bären hier zum eigenen Leidwesen ihre Positionen schließen. Dieser Mix sorgte für den gesehenen Kursaufschlag.

Als Auswertung mit Handelszeiten allgemein hatte ich dies HIER ausgewertet.

Spannend wurde es dann am Mittwochabend zur FED-Sitzung. Eine Erhöhung wurde nicht vollzogen, wohl aber die Aussicht auf Nummer drei der Zinsanhebung im Dezember. Daraufhin gab der Euro leicht nach. Wenig später wurde auch die Nachfolge von Janet Yellen bekannt. Im Februar soll Jerome Powell im fast schon zarten Alter von 64 Jahren neuer FED-Chef werden. Damit geht dieses Amt politisch zurück an die Republikaner und erhält mit einem Investmentbanker ganz gute Karten, im Sinne der Wall Street zu agieren.

 

Weiterer Aufmerksamkeit galt in dieser Woche den Quartalszahlen aus den USA. Mit Intel und Facebook gab es zur Wochenmitte schon gute Ergebnisse, doch Apple setzte noch einmal "eins drauf". Umsatzanstieg, das neue iPhone endlich in den Läden und ein bevorstehendes Weihnachtsgeschäft heizten den Kurs weiter an. Dieser markierte ein Allzeithoch direkt zu den Quartalszahlen und machte das Unternehmen zum wertvollsten der Welt. Die Redaktion von wallstreet-online schrieb zu diesem "Traumergebnis" folgenden Bericht. Wird bald die 1 Billion Marke erreicht?

 

Auf den DAX hatte dies keine großen Auswirkungen. Dort folgen die wichtigen Quartalszahlen erst in der kommenden Woche. Dazu später. Hier war noch einmal die 13.500 das kurze "Sahnehäubchen" der Wochenbewegung, aber auf XETRA kein nachhaltiger Ausbruch erkennbar:

(Chartbild vor US-Arbeitsmarkt)

Der US-Arbeitsmarkt am Nachmittag sorgte für ein wenig Bewegung, jedoch für keine neuen Allzeithochs mehr. Mit 261.000 neu geschaffenen Stellen waren die Auswirkungen der Hurrikans recht gut verdaut und die Industrieproduktion ist weiterhin auf Kurs. Ebenso US-Präsident Trump, der an seinen Steuerplänen arbeitet. Wir dürfen gespannt sein.

 

Wie geht es weiter und was steht an?

 

Der Ausbruch im DAX hat sich hiermit bestätigt. Folgendes Chartbild stellte ich in der Vorwochenanalyse ein:

Mit dem Ausbruch im Tageschart ist im Stundenchart die weitere Entfernung von der 13.000 nun sehr deutlich zu sehen:

Sicher auch die Entfernung vom GAP, doch solange wir nicht in diese Richtung laufen, ist dies auch zu vernachlässigen. Eine sture Fixierung auf Kurslücken in einem intakten Trend lässt Verluste nur weiter anschwellen. Diese Warnung hier am Rande, gepaart mit einem Blick auf dieses GAP vom Reformationstag:

Ein konkretes Trading-Signal ist somit das Eintauchen in dieses GAP.

 

Kurzfristiger ist im 15-Minutenchart ein angedeutetes Dreieck zu sehen. Die obere Linie symbolisiert zudem das Hoch vom Mittwoch. Sollte dies dynamisch überwunden werden, steuern wir sehr zügig auf das Allzeithoch vom Freitag bei 13.505 Punkten zu und könnten hier die nächste Stufe im intakten Trend zünden.

Allen Warnungen zum Trotz ist das Momentum nämlich noch immer intakt und niemand weiß, wie lange dies andauern wird.

Erst ein Ausbruch auf der Unterseite bei 13.430 im ersten Schritt zur 13.400 etwa und dann in Richtung GAP könnte die Partystimmung etwas versalzen.

Auch wenn diese Marktschwankung nicht jedem Trader gefallen mag, das Wechselspiel zwischen wenig Volatilität und einem starken Ausbruchstag ist für die Strategie des Einstoppens an solchen Marken sehr erträglich. Die Zeit dazwischen kann man dann mit anderen Dingen füllen, wie beispielsweise dem Austausch einer Marktmeinung in den Tages-Trading-Chancen oder der Suche nach anderen Basiswerten wie in dem eingangs gezeigten Chartbild Bitcoin bzw. Einzelwerten.

 

Einzelwerte und dabei die DAX-Schwergewichte sind auch das Thema in der kommenden Woche. Dienstag melden BMW und Zalando Quartalszahlen, gefolgt von Eon, Heidelberg Cement und Vonovia am Mittwoch. Die größte Zahlenflut ist am Donnerstag zu erwarten. Dann stehen mit Siemens, Adidas, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Munich Re, Merck, Pro Sieben Sat.1, Continental und der Commerzbank  sogar 9 von 30 DAX-Unternehmen mit Quartalszahlen auf der Agenda. Verpassen Sie daher nichts und schauen Sie regelmäßig hier vorbei.

 

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Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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