DAX+1,07 % EUR/USD-0,03 % Gold+0,07 % Öl (Brent)-2,01 %
WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax auf Fünfmonatstief
Foto: Boris Roessler - dpa

WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss Dax auf Fünfmonatstief

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
08.02.2018, 20:37  |  1292   |   |   

(Im letzten Absatz, vorletzter Satz wurde der Referenzkurs des Euro korrigiert: 1,2252 rpt 1,2252 US.Dollar.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die schwache Tendenz an der Wall Street hat am Donnerstag die Anleger am deutschen Aktienmarkt massiv in die Flucht getrieben. Der Dax sackte im späten Handel zeitweise um mehr als 3 Prozent ab und erreichte den tiefsten Stand seit Anfang September 2017. Letztlich verlor der Leitindex 2,62 Prozent auf 12 260,29 Zähler. Die deutlichen Abgaben gingen einher mit einem Anstieg des auch als Angstbarometer bekannten Volatilitätsindex VDax. Dieser stieg um satte 28 Prozent.

Der MDax , in dem die mittelgroßen deutschen Unternehmen vertreten sind, büßte 2,51 Prozent auf 25 234,46 Punkte ein. Der TecDax der Technologiewerte fiel sogar um 4,03 Prozent auf 2455,76 Zähler.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 2,24 Prozent auf 3377,30 Punkte. Die Leitindizes in London und Paris verloren anderthalb beziehungsweise rund 2 Prozent. Der Dow Jones Industrial stand zuletzt rund 1,7 Prozent unter seinem Vortagesschluss.

"Die Wall Street überprüft gerade die Belastbarkeit der Erholung, die wir in dieser Woche von den Tiefs nach dem Ausverkauf gesehen haben", meinte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Je tiefer die Kurse fielen, desto höher steige die Volatilität. Nun wollten wohl einige Marktteilnehmer testen, ob plötzlich die gleiche Panik ausbreche wie zu Wochenbeginn. "Solange die Volatilitätsindikatoren aber auf den hohen Niveaus bleiben wie aktuell, muss man weiterhin das Schlimmste befürchten", so Stanzl. Am deutschen Aktienmarkt gehe es nun darum, ob der DAX die als Unterstützung geltende Marke bei rund 12 000 Punkten noch einmal testen werde.

"Der Absturz des Dax am Donnerstag war der Korrektur zweiter Streich", sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Der Markt testet nach unten seine Grenzen aus wie ein kleines Kind beim Spielen. Gut möglich, dass er die untere Grenze bald findet - in den USA und Europa. Denn fundamental hat sich wenig geändert, außer Zinssorgen ist noch alles stabil bisher."

Neben den allgemeinen Marktturbulenzen schauten die Investoren auch verstärkt auf die voranschreitende Berichtssaison der Unternehmen. Ein besser als erwarteter Jahresbericht und die geplante Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen machte die Papiere der Commerzbank mit einem Verlust von 2,35 Prozent noch zu den etwas "attraktiveren" Werten im Dax.

Die Bayer-Aktien verloren letztlich "nur" 1,73 Prozent, nachdem der Pharmakonzern grünes Licht aus Brasilien für die geplante Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto bekommen hatte. Spitzenreiter im Leitindex waren die Papiere des Energiekonzerns RWE mit einem Minus von 0,29 Prozent, während die Titel des Halbleiter-Herstellers Infineon mit minus 5,38 die rote Laterne hielten.

Lufthansa-Aktien waren mit einem Abschlag von 5,23 Prozent zweitschwächster Dax-Wert. Nach der am Vortag erzielten Einigung im Tarifstreit mit dem Bodenpersonal hatte Kepler Cheuvreux die Aktien auf "Reduce" abgestuft. Analystin Ruxandra Haradau-Doser zog das Fazit, dass die Kostenkontrolle bei Fluggesellschaften eine Herausforderung bleibe.

Unter den Nebenwerten gab es Zahlen von Heidelberger Druck zu verarbeiten. Starke Auftragseingänge im dritten Geschäftsquartal katapultierten die im SDax notierten Aktien des Druckmaschinenherstellers um 5,39 Prozent in die Höhe. Sie machten so ihre steile Abwärtsbewegung seit Anfang Februar wieder wett.

Bei den Aktien von Wacker Chemie ging es dagegen nach durchwachsenen Zahlen im MDax um 5,86 Prozent abwärts. Der Spezialchemiekonzern hatte zwar 2017 einen Gewinnsprung verbucht, gegen Jahresende aber den Anstieg der Rohstoffpreise und den stärkeren Euro zu spüren bekommen.

Im TecDax waren Freenet mit Abgaben von 3,75 Prozent ein deutlicher Verlierer. Hier drückte eine Studie von Goldman Sachs auf die Stimmung, wonach die Digitalisierungsbewegung das Kerngeschäft des Telekomanbieters bedrohen könnte. Analyst Joshua Mills empfahl die Aktien in einer Ersteinschätzung zum Verkauf.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,47 Prozent am Vortag auf 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,28 Prozent auf 138,77 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,11 Prozent auf 157,84 Zähler nach. Der Euro zeigte sich etwas tiefer bei 1,2237 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2252 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8162 (0,8105) Euro gekostet./edh/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel