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DAX-Wochenplan: Alte Marken im DAX, neue Rekorde an der Wall Street

DAX-Wochenplan Alte Marken im DAX, neue Rekorde an der Wall Street

Gastautor: Andreas Mueller
05.08.2018, 14:22  |  6777   |   |   

Neben den positiven Quartalszahlen an der Wall Street gab es auch im DAX jede Menge Zahlen. Wie wirkte sich dies und der Handelsstreit in der KW 31 auf die Kursbewegung aus? Dies erfahren Sie hier, verbunden mit einem Ausblick auf die neue Handelswoche.

Nun rücken die 13000 im DAX wohl wieder in weitere Ferne. Das aktuelle Wochenminus von 1,9 Prozent führte den Deutschen Aktienindex zurück an die 12.500er-Marke. Was war hier passiert und wie lange müssen wir noch diese Unentschlossenheit ertragen? Denn an der Wall Street lief es richtig gut, wie hier exemplarisch auch an zwei Unternehmen aufgezeigt wird.

 

DAX geht die Luft aus

 

Man konnte die 13000 bereits "riechen". Doch auf der Kurstafel erschien sie nicht. Bei 12.860 Punkten waren die DAX-Bullen erschöpft und mussten sich erneut gegen die alten Themen, wie den Handelskonflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und China geschlagen geben. So konnte letztlich die bullishe Ausdehnung, welche ich in der Vorwochenanalyse in Aussicht gestellt hatte, nicht durchschritten werden.

 

 

Vielmehr kam es zu einem Rücksetzer unter die Signallinie, welche erst zum Wochenausklang der Vorwoche mühsam überschritten wurde. Die Rede ist von der 12.780er-Marke. Erinnern Sie sich noch daran? Ein solcher Rückschlag mit Unterschreitung eines ehemaligen Widerstandes löst immer wieder entsprechende Verkäufe aus. Unter recht geringem Volumen, bedingt durch die Sommer-Ferienzeit in Deutschland, war hierbei für Trader vor allem die Orientierung an horizontalen Marken wichtig. Denn diese hatte der DAX mehrfach im Blick und hier entstanden oft sehr schnelle Bewegungen. Ein paar Beispiele dazu hatte ich live auf meinem Facebook-Kanal dokumentiert.

 

Wichtig war auch die horizontale Marke von 12.700 Punkten. Denn dort lag noch ein GAP, was dann für die Bären wiederum ein sehr willkommenes Futter war. Auf diese Möglichkeit hatte ich in der Vorwoche ebenfalls hingewiesen:

 

 

Im Tiefpunkt ging diese Bewegung in der Tat zurück bis auf das untere Level der Schiebezone aus Ende Juli knapp unter 12.500 Punkten. Darauf komme ich gleich noch einmal im Wochenausblick genauer zu sprechen, denn hier könnte sich ein erneuter Start der Bullen andeuten.

 

Blick auf die Quartalszahlen

 

Im Fokus standen neben dem allseits bekannten Thema Handelsstreit auch eine Menge Quartalszahlen. Im DAX selbst litt Siemens mit rund 7 Prozent besonders stark unter den Daten. Ebenfalls verhaltene Zahlen gab es von der Deutschen Lufthansa, doch hier war bereits im Vorfeld einiges eingepreist. Lesen Sie dazu ggf. folgende umfangreiche Analyse.

 

Starke Bewegungen gab es vor allem an der Wall Street. Hier stand unter anderem Apple im Fokus, die wertvollste Firma der Welt. Der Unternehmenswert erreichte übrigens zum ersten Mal in der Geschichte einer börsennotierten Gesellschaft die gigantische Summe von einer Billion Dollar. Die jüngsten Zahlen untermauerten den Aufwärtstrend, den ich vor Eröffnung des US-Handels in den sozialen Kanälen ebenfalls kommentierte:

 

Die 200 Dollar wurden nach der Veröffentlichung locker übersprungen und damit das Chartbild im Sinne einer Trend-Analyse bestätigt. Eine beeindruckende Story steht hinter diesem Kursverlauf, die Sie bspw. auf tn3 noch einmal komprimiert nachlesen können.

Ebenfalls beeindrucken konnte Tesla. Mit rund 16 Prozent Kursanstieg an einem Tag hat sich die Aktie nun wieder aus der Phase der Unsicherheit entfernen können. Zwar lag das Quartalsergebnis mit minus 401 Millionen Dollar weiterhin schwer auf der Unternehmensbilanz, doch der Ausblick für die Modellreihe 3 sorgte für Phantasie. Unter Tradern wurde danach recht offen von einem Short-Squeeze gesprochen. Auf jeden Fall ist der Kurs mit 300 Euro nun wieder über der 200-Tage-Linie und könnte hier für weiteres Up-Potenzial sorgen, wenn die Produktion schneller und effizienter anläuft:

 

 

Blick auf den Goldpreis lohnte sich für Trader

 

Einen Blick sollte man auch noch riskieren: Gold. Hier gab es zwar per Saldo keine Änderung des Trendverhaltens, dies war gerade für Trader eine spannende Situation. Am Freitag näherten wir uns nämlich am Vormittag einem Tiefpunkt aus Mai/Juni 2017 an, welcher unter Charttechnikern bereits seit Wochen beobachtet wurde. Darauf wies ich mit diesem Bild hin:

 

 

Die rhetorische Frage im Chart konnte bereits wenige Stunden später mit JA beantwortet werden. Denn der Goldpreis prallte von dieser Marke sehr dynamisch ab und setzte in eine Gegenbewegung ein. Dies ist intraday im 5-Minuten-Chartbild gut nachzuvollziehen:

 

Wie weit dies technisch nun laufen könnte, habe ich als gesonderten Gold-Artikel an dieser Stelle niedergeschrieben. Eine Korrelation zum DAX war hier schwer nachzuvollziehen. Doch diesen schauen wir uns nun noch einmal genauer an.

 

Wochenausblick im DAX

 

Mit dem Rücksetzer auf das 12.500 Punkte-Level hat sich der DAX wieder altbekannten Marken zugewandt. Bei rund 12.500 Punkten drehte der Markt bereits im Juli 2018 mehrfach und traf immer wieder auf Käufer. So auch im "Eifer der News" beim Handelskonflikt-Thema am Donnerstag. Daher werde ich nun die altbekannte Marke im Stundenchart erneut einzeichnen (müssen):

 

 

Dies sieht als Unterstützung auf den ersten Blick recht solide aus. Zur Eingrenzung der Dynamik muss man allerdings auch die Abwärtstendenz der letzten Tage berücksichtigen. Sie verläuft in etwa auf dem gleichen Niveau wie die wichtige 12.780er-Marke und bildet damit einen Kreuzwiderstand aus. Für die Bullen wäre es also erneut sehr wichtig, diesen Bereich schnell zu überschreiten. Ich habe ihn im selben Chartbild grau vermerkt:

 

 

Vom aktuellen Kursniveau entspricht dies noch rund 1,3 Prozent Entfernung. An statistisch normalen Handelstagen sicherlich schaffbar, in der Sommerzeit eher schwierig. Die Bandbreite an Bewegung lag im Hoch diese Woche bei 126 Punkten. Fast schon lethargisch, doch sicherlich auch bis Mitte August und bedingt durch die Ferienzeit in Deutschland recht normal. Dagegen halfen auch keine Notenbanksitzungen.

Was man aus dem Chartbild noch ableiten kann und muss, ist die Gefahr bei einem Unterschreiten dieses gelben Bereichs. Unter 12.480 Punkten etwa könnte es sehr ungemütlich werden und eine hohe Anzahl an Stopps die Kurse belasten. Treffen diese auf geringes (Sommer-)Volumen, ist eine schnelle Bewegung vorprogrammiert. Im ersten Anlauf vielleicht "nur" bis zur 12.380/12.420, um die Tiefs der zweiten Juliwoche noch einmal zu testen:

 

 

Für weitere Unterstützungen bei eventuellem Abgabedruck muss man dann schon den Tageschart und die Tiefs aus Juni / Anfang Juli mit einbeziehen. Dabei ist die 12.280 zu nennen, dies werde ich entsprechend hier und im Forum dokumentieren. In Anlehnung an die Wall Street und schwache Entwicklungen beim Euro und dem Goldpreis favorisiere ich ein Anlaufen der oberen Bereiche oder vielmehr ein Pendeln zwischen der gelben Zone und der 12.780 als ehemaligen (und nun wieder neuen) Widerstand. In diesem Trading-Bereich werde ich den kurzfristigen Handel in der neuen Handelswoche (KW32) vollziehen:

 

 

An Impulsen ist im Wirtschaftskalender vor allem der Freitag wichtig. Mit dem BIP aus Großbritannien um 10.30 Uhr und dem Verbraucherpreisindex aus den USA um 14.30 Uhr werden vermutlich wieder der Forex-Markt, die Rohstoffe und auch die Aktienmärkte in erhöhte Volatilität versetzt. Bleiben Sie also wachsam und wenn es nicht sein muss, kann man durchaus den Sommer auch abseits der Kurse und Monitore verbringen - außer natürlich bei Gesprächsbedarf. Dafür sind die Tages-Trading-Chancen für Sie täglich eröffnet.

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Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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