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Aktien Frankfurt Schluss: Der Dax findet den Weg zurück ins Plus
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Schluss Der Dax findet den Weg zurück ins Plus

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
09.10.2018, 18:21  |  986   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Dienstag nach einem schwachen Handelsverlauf den Weg zurück ins Plus gefunden. Auftrieb kam vom italienischen Anleihemarkt und aus den USA. In Italien gingen die Renditen nach einem neuen Höchststand seit 2014 wieder zurück. Zudem stützte die Entspannung an der US-Börse Nasdaq. Dort setzten die überwiegend mit Technologie-Aktien bestückten Indizes nach drei schwachen Handelstagen wieder zur Erholung an.

Der deutsche Leitindex, der zeitweise bei knapp über 11 800 Punkten auf den tiefsten Stand seit Anfang April abgesackt war, beendete den Tag mit einem Plus von 0,25 Prozent auf 11 977,22 Zähler. Die 12 000-Punkte-Marke rückt damit wieder in greifbare Nähe. Der MDax , in dem sich mittelgroße Unternehmen befinden, sank hingegen um 0,31 Prozent auf 24 785,27 Zähler.

Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets sprach von einer "Bewährungsprobe" für den Dax und verwies dabei vor allem auf die Charttechnik. Bei 11 867 Punkten liegt laut technisch orientierten Analysten eine Unterstützung, unter die das deutsche Börsenbarometer an diesem Tag kurzzeitig gefallen war. Nun werde sich in den kommenden Tagen zeigen müssen, ob - wie im Frühjahr, als der Dax auf sein bisheriges Jahrestief bei 11 726,62 Punkte fiel - immer noch Käufer da sind. "Bei weiter steigenden Zinsen könnte dem einen oder anderen auf dem aktuellen Niveau aber die Lust auf Aktien-Neuengagements vergehen", glaubt Stanzl.

Nicht nur in den USA steigen die Renditen und setzen damit die Aktienbörsen unter Druck. In Europa dreht sich aktuell alles um die Renditen richtungsweisender zehnjähriger Staatsanleihen Italiens. Diese hatten im Tagesverlauf mit 3,7 Prozent ein neues Hoch seit 2014 erreicht, bevor sie wieder zurückkamen. Auslöser ist die Skepsis über die Haushaltspolitik des Eurolandes. Sie treibt die Risikoaufschläge für die festverzinslichen Wertpapiere in die Höhe.

Nach einem zwölfprozentigen Kurseinbruch der Wirecard -Aktie zum Wochenstart war diese nun größter Gewinner im Dax. Sie erholte sich mit plus 9,6 Prozent deutlich. Einerseits war dies den erstmals bekannt gegebenen, ambitionierten Langfristzielen des Zahlungsdienstleisters zu verdanken. Andererseits trieb die allgemeine Erholung des Tech-Sektors auch Wirecard wieder an. Die SAP -Papiere wurden davon ebenfalls beflügelt und gewannen 1,7 Prozent.

Ein wahres Kursdesaster erlebten dagegen die Papiere des Elektronikhändlers Ceconomy . Sie brachen im SDax , dem "kleineren Bruder des MDax", nach der dritten Gewinnwarnung im laufenden Geschäftsjahr um 18,5 Prozent ein. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs damit nahezu gedrittelt. "Unglaublich, aber leider wahr", sagte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank zu dem enttäuschenden Zahlenwerk. Die erneut gesenkten Zielvorgaben beschädigten die Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Freenet verloren in der Folge 3,5 Prozent. Der Telekomanbieter hält rund 9 Prozent an Ceconomy.

RWE befanden sich erneut unter den Schlusslichtern im Dax, wo sie weitere 2,5 Prozent einbüßten. Der gerichtlich angeordnete Rodungsstopp im Hambacher Forst lastet nach wie vor auf dem Aktienkurs. Seit dem Urteil sind die Papiere um rund 16 Prozent eingebrochen.

Die Aktien der Commerzbank gewannen im MDax 1,2 Prozent und die von Isra Vision im SDax knapp 4 Prozent. Beide profitierten von positiven Analystenstudien. Die US-Bank JPMorgan sieht im Commerzbank-Papier inzwischen wieder eine attraktive Anlage und nahm es sogar in ihr "Top Pick Portfolio" auf.

Für Isra Vision erwartet Warburg Research positive Nachrichten über einen Zukauf sowie ein weiter starkes Wachstum. Der seit Ende August um rund ein Drittel eingebrochene Kurs sei nicht gerechtfertigt, hieß es. In diesem Zeitraum hatte die Vermögensverwaltung Fidelity einen insgesamt rund zehnprozentigen Anteil an dem Anbieter von Automatisierungslösungen für industrielle Bildverarbeitung und maschinelles Sehen nach und nach abgestoßen.

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