Elektroauto-Markt: Auch Varta-Boss warnt vor Abhängigkeit bei Batterien

16.10.2019, 16:38  |  1488   |   |   

Ostasien dominiert den Weltmarkt für Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos. Varta-Boss Herbert Schein warnt nun vor den Gefahren für die europäische Autoindustrie und sieht große Fortschritte in der Technologie. ALlerdings tut sich nun auch etwas in Deutschland.

Abhängigkeit aus Asien minimieren

Große Hersteller aus Ostasien wie Panasonic und CATL dominieren den Markt für Lithium-Ionen-Batterien für die Autoindustrie. Varta-Boss Herbert Schein warnte nun in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung vor einer Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten. Diese müsse minimiert werden, denn die Batterie sei nun einmal die „zentrale Komponente“ in Elektrofahrzeugen. Daher begrüßt Schein die Initiative der Bundesregierung und anderer europäischer Staaten zum Aufbau einer eigenen Batterieindustrie. Inzwischen befinden sich auch die ersten Fabriken wie jene von Northvolt in Schweden im Bau, und selbst die chinesische CATL will in Europa eine Fertigung aufbauen. Volkswagen wiederum plant sogar einen eigene Fertigung in Niedersachsen. Dennoch gibt es genug Auto-Hersteller, die glauben, dass Batteriezellen eine Standardkomponente seien, die man beliebig von verschiedenen Zulieferern beziehen könne. Herbert Schein widerspricht dieser Ansicht und meint, dass die Batterieindustrie inmitten eines großen technologischen Wandels stehe, denn die Energiedichte nehme stetig zu. Und damit steige auch die Leistungsfähigkeit der Batterien. Varta selbst produziert derzeit keine Batterien für Elektroautos, einen Einstieg in dieses Geschäft schließt das Unternehmen aber nicht aus.

Jobs und Steuergelder

Die Politik drängt inzwischen darauf, dass möglichst viele Komponenten – so wie bei Fahrzeugen mit Verbrennern – in Deutschland bzw. Europa hergestellt werden. Denn das bringt schließlich Jobs und Steuereinnahmen. Bestes Beispiel hierfür ist jüngst die Einladung der sächsischen Landesregierung an Altech Chemicals, seine zweite HPA-Fabrik im Industriepark „Schwarze Pumpe“ zu bauen. Bei HPA handelt es sich um „High Purity Alumina“, also hochreines Aluminiumoxid. Dies kommt als Separator zwischen der Anode und der Kathode von Batterien zum Einsatz. Es ist dort unersetzlich, denn es verhindert Kurzschlüsse und Brände und erhöht so die Sicherheit und die Lebensdauer der Batterien. Daneben wird HPA aufgrund seiner besonderen Eigenschaften auch bei der Herstellung von Saphir-Glas, bei LED-Lampen oder auch in Computerchips verwendet. Derzeit baut Altech seine erste Fabrik in Malaysia, die u.a. mit einem 190 Mio. Dollar schweren Darlehen der KfW Ipex finanziert wird. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2021 mit einer Kapazität von 4.500 Tonnen vorgesehen.

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