WIRECARD IM FOKUS Börsenthriller geht ins neue Jahr

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.01.2020, 13:35  |  5100   |   |   

ASCHHEIM (dpa-AFX) - Wirecard -Anleger haben ein sehr turbulentes und im Ergebnis auch sehr schwaches Jahr 2019 hinter sich. Das erste volle Jahr im Börsen-Oberhaus Dax wird dem Unternehmen angesichts des Kurseinbruchs nach kritischen Berichten der "Financial Times" zu den Bilanzierungsgepflogenheiten noch lange im Gedächtnis bleiben. Ob der Konzern die richtige Antwort gefunden hat und die Kritiker im neuen Jahr verstummen, wird sich zeigen. Was im Unternehmen los ist, was die Analysten sagen und wie die Aktie derzeit dasteht.

DAS IST LOS BEI WIRECARD:

Wirecard-Chef Markus Braun will den Turbulenzen rund um die Aktie in diesem Frühjahr mit der noch laufenden Sonderprüfung der Bücher ein Ende setzen. In Aussicht gestellt haben die Aschheimer die Ergebnisse zum Ende des ersten Quartals. Im Kern geht es darum, ob Wirecard bei Töchtern in Dubai und Irland Umsätze und Gewinne zu hoch angesetzt hat. Zusätzlich zum regulären Hausprüfer EY durchkämmen nun die Wirtschaftsprüfer von KPMG die Bücher nach Auffälligkeiten. Das Unternehmen weist nach wie vor alle Vorwürfe rund um Scheinbuchungen zurück, alle verbuchten Kundenbeziehungen und die Umsatzerfassung seien authentisch.

Was Ende Januar 2019 mit Vorwürfen der "Financial Times" rund um die Bilanzprobleme einer Tochter in Singapur begann, hat sich mittlerweile zum echten Börsenkrimi ausgewachsen - mit Anleihen aus dem Spionagegenre. In Singapur musste Wirecard letztlich Fehlbuchungen im kleineren Maßstab einräumen. Dennoch sieht sich das Unternehmen als Opfer einer konzertierten Aktion von Spekulanten, die mit fallenden Kursen Geld verdienen wollen. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt auf den Verdacht der deutschen Finanzaufsicht Bafin unter anderem in diese Richtung. Frühere Attacken auf die Wirecard-Aktie waren für die sogenannten Leerverkäufer sehr lukrativ, gelang es ihnen etwa im Februar 2016 bereits, den Kurs deutlich abstürzen zu lassen.

Das Unternehmen vermutet, dass Reporter der "FT" mit Spekulanten unter einer Decke stecken. Die britische Zeitung sieht diesen Vorwurf nach eigens in Auftrag gegebenen Untersuchungen als entkräftet an. Medienberichten zufolge sollen aus dubiosen Quellen Tonbandaufnahmen existieren, die nahelegen, dass einige Anleger im Vorhinein über kritische Berichte des Blattes Bescheid wussten. Wer diese informiert haben könnte, ist aber unklar. Üblicherweise informiert die Presse das Ziel einer Berichterstattung mit zeitlichem Vorlauf über solche Berichte, um eine Stellungnahme zu erhalten und dem- oder derjenigen die Möglichkeit zu geben, Ungereimtheiten auszuräumen.

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