Coronavirus-Krise Gold steigt auf Sieben-Jahres-Hoch: Jetzt noch einsteigen? – Expertenmeinungen

24.02.2020, 16:11  |  32426   |   |   

Der Goldpreis kann durch die Coronavirus-Krise massiv profitieren: Immer mehr Anleger flüchten in den als sicher geltenden Anlegerhafen. Am Montagnachmittag kostet eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) fast 1.700 US-Dollar (Stand: 24.02.2020, 15:21 Uhr). Das ist der höchste Stand seit 2013. Geht die Gold-Rallye weiter? Das sagen ausgewiesene Gold-Experten:

Ralph Malisch, Redakteur bei Smart Investor, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Im Moment gibt es mindestens zwei Themenbereiche, die das Potenzial haben, die Aktienmärkte kurzfristig zu verunsichern und damit auch Gold als ultimativen „Sicheren Hafen“ zu unterstützen: Neben dem Coronavirus-Ausbruch – inklusive der von Regierungen und Notenbanken ergriffenen Gegenmaßnahmen – ist vor allem die US-Innenpolitik mit der für Herbst anstehenden Präsidentschaftswahl zu nennen. Unabhängig davon befindet sich der Goldpreis aber bereits seit Mitte letzten Jahres im Aufwärtstrend und hat zuletzt weitere wichtige Widerstände überwunden. Die Standarderwartung besteht daher in einer Fortsetzung dieses Aufwärtstrends, wobei auch im US-Dollar, wie zuvor bereits im Euro, perspektivisch neue Allzeithochs angesteuert werden sollten.“

Benjamin Summa, Leiter Kommunikation beim Goldhändler pro aurum, macht darauf aufmerksam, dass bereits im Dezember 2019 einen Nachfragerekord auf physisches Gold gegeben habe. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte der Edelmetall-Experte: „Im Dezember hatten wir in der Tat einen echten Run auf Edelmetalle gesehen, der stark an das Treiben am Höhepunkt der Finanzkrise in den Jahren 2011 und 2012 erinnert hat. Mittlerweile hat sich die angespannte Versorgungslage wieder entspannt. Die meisten Gattungen sind prompt verfügbar. Das gesamte Orderaufkommen hat sich seit Januar 2020 im Vergleich zum Dezember 2019 beruhigt.

Dennoch ist es nicht zu einem drastischen Umsatzeinbruch gekommen, der aufgrund der Absenkung der Bargeldgrenze für anonyme Bargeschäfte erwartet werden konnte. Warum bleiben unsere Umsätze relativ stabil? Zum einen klettert der Euro-Goldpreis derzeit von einem Allzeithoch zum nächsten. Viele Menschen glauben fest an weiter steigende Kurse, diese Kunden sind nach wie vor auf der Käuferseite. Zudem sind viele Privatanleger von der Ankündigung einiger Banken, Negativzinsen zu erheben, im Mark erschüttert – diese Menschen sind nun auf der Suche nach alternativen Anlageklassen. Gold spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle.

Zahlreiche Kunden, die schon früh in Gold investiert haben, verkaufen derzeit aber auch wegen des hohen Euro-Goldpreises. Wir sehen aktuell vermehrt Verkaufsaufträge in einer Größenordnung von 25.000 Euro bis 100.000 Euro. In normalen Zeiten sind 85 Prozent unserer Kunden auf der Käuferseite und 15 Prozent verkaufen. Derzeit verkaufen knapp 30 Prozent unserer Kunden ihre Edelmetalle an uns. Unsere Gold-Bestseller sind derzeit: Goldbarren 1 Unze und 50 Gramm, Goldmünzen 1 Unze Krügerrand und 1 Unze Philharmoniker.“

Howie Lee, Ökonom bei der Oversea-Chinese Banking Corp. in Singapur, erklärte heute gegenüber dem US-Nachrichtensender Bloomberg: „Die Ausbreitung des Corona-Virus nach Italien und Südkorea bedroht die Erholung der Börsenkurse und diese Angst treibt den Goldpreis nach oben. Die Aufwärtsdynamik ist stark und das Interesse an Gold wird hoch bleiben, bis die Situation sich verbessert.“

Arthur Brunner, Börsenhändler von der Wertpapierhandelsbank ICF, glaubt, dass der Goldpreis auch langfristig hoch bleiben wird. Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte der Börsenspezialist heute: „Mit Corona weiß man nicht, wie weit sich das Ausbreiten wird. Wir haben in Europa ja nur punktuell ein Auftreten des Virus. Sollte sich das Virus weiter ausbreiten, besteht natürlich die Gefahr, dass die Weltwirtschaft sich dauerhaft abschwächt. Und in diesen Phasen ist Gold natürlich weiterhin eine gute Wahl und ein Ende des Aufwärtstrends ist im Moment nicht absehbar.“

Während der Goldpreis aktuell mehr als zwei Prozent im Plus steht, brechen die Aktienmärkte weltweit ein: Der DAX steht am Montagnachmittag fast vier Prozent im Minus. Der Dow Jones verzeichnet ein Minus von fast drei Prozent. Der italienische Leitindex FTSE MIB steht aktuelle sogar fast sechs Prozent im Minus (Stand: 24.02.2020, 15:16 Uhr).

Autor: Ferdinand Hammer



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