Was der „Fall Nuhr“ zeigt Wie immer: Bürgerliche knicken vor linkem Shitstorm ein

Gastautor: Rainer Zitelmann
02.08.2020, 09:38  |  4895   |   |   

„Dieter Nuhr wütet im Netz“, so heißt es. Was ist passiert? Einer, der mundtot gemacht werden soll, wagt es, sich zu wehren, statt sich selbstzerknirscht zu entschuldigen und Besserung zu geloben.

Dieter Nuhr ist linken und grünen Zeitgenossen schon lange ein Dorn im Auge. Nuhr zeigt in seinen Beiträgen oft die Lächerlichkeit und Irrationalität der linken Ideologie. Da hilft es auch nicht, wenn er ebenso über die AfD spottet. Nein, Humor und Lachen sind den strengen linksgrünen Tugendwächtern sowieso suspekt, denn meist sind sie selbst ganz und gar humorlose Gesellen. Aber dass es ein Kabarettist es wagt, Menschen damit zum Lachen zu bringen, dass er linksgrüne Ideologen aufs Korn nimmt – das darf nicht sein. Andererseits: Auf linker Seite ist jeglicher Hass erlaubt, wenn nur behauptet wird, es handle sich dabei um Satire. Lustig finden sie es allenfalls, wenn darüber sinniert wird, ob man Reiche erschießen oder ins Arbeitslager stecken solle oder wenn sie Polizisten auf die Müllkippe wünschen. Wer so etwas nicht lustig findet, macht sich schon verdächtig.

Was ist passiert?

In diesem Jahr feiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihren 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass holten sie sich Botschafter an Bord, die auf ihre Arbeit aufmerksam machen sollten. Auch Nuhr wurde um ein Statement gebeten, die im Anschluss auf sozialen Medien veröffentlicht wurde. Sein Kommentar begann mit den Worten: „Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100 Prozent sicher ist.“ Vielmehr bedeute es, über genügend Fakten zu verfügen, um eine „begründete Meinung zu haben“.

Es sei daher richtig, dass Wissenschaftler ihre Meinung änderten: „Das ist normal. Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert.“ Wissenschaft sei schließlich keine Religion, die absolute Wahrheiten verkünde. Dann folgte in dem Clip ein Seitenhieb auf „Klimaaktivisten“ wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer: „Wer ständig ruft: ‚Folgt der Wissenschaft‘, der hat das offensichtlich nicht begriffen“, so der Kabarettist. Wissenschaft wisse nicht alles, sei aber „die einzige vernünftige Wissensbasis, die wir haben. Deshalb ist sie so wichtig“.

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2 Kommentare

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Kommentare

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02.08.20 11:09:21
Danke für diesen Kommentar dem ich in allen Punkten zustimme. Es ist eine Schande für Deutschland wie die DFG hier reagiert hat, aber das war wohl zu erwarten. Für mich zeigt der Fall Nuhr vor allem, dass CDU/CSU nicht mehr in der Lage sind dieses Land zurück zur Vernunft zu führen. Das bürgerliche Lager um CDU/CSU ist Tod. Dementsprechend werde ich mir bei der nächsten Wahl eine demokratische Alternative wählen.
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02.08.20 10:50:21
Lieber Herr Zitelmann

Herzlichen Dank für diesen, auch in seiner Schärfe zutreffenden Kommentar! Ich danke Ihnen für diesen Kampf, den Sie angenommen haben.

Ich habe vor vielen Jahren mit DFG-Geldern promoviert und war nur aufgrund dieses Stipendiums in der Lage, mein Doktorat zu absolvieren. Mit Fassungslosigkeit habe ich gestern die Posse um Dieter Nuhr zur Kenntnis genommen. Ich schäme mich für die DFG, wenn es dort schon selbst niemand tut. Und... es wird mir täglich vor Augen geführt, warum ich nach der Doktorarbeit ausgewandert bin und ausser zu Kurzbesuchen kein Bein mehr auf deutschen Boden setze. Doch ist Weglaufen und -schauen keine Lösung und deshalb werde ich mich heute mal bei der DFG und T-Online beschweren.

Machen Sie weiter so. Es wird Ihnen zwar selten gedankt werden. Umso wichtiger ist Ihr Engagement.

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